Gema entlastet Videospielehersteller

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eröffnet am: 26.04.05 13:43 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
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24466 Postings, 6063 Tage EinsamerSamariterGema entlastet Videospielehersteller

Gema entlastet Videospielehersteller

Die Verwertungsgesellschaft Gema kommt der Videospielbranche mit einem neuen Vergütungsmodell entgegen. Damit soll es für die Anbieter künftig billiger werden, Musik aus Deutschland in Videospielen zu nutzen.

Bei den verkauften Exemplaren werden künftig gestaffelte Tarife erhoben, je nach Länge der Musik. Außerdem unterscheidet die Gema zwischen Erst- und Folgeverwertung eines Spiels. Günstiger werden zudem die Gebühren für Exemplare, die die Hersteller zu Werbezwecken verteilen.

Mit dem neuen Vergütungsmodell geht die Gema auf die Anforderungen der Videospielbranche ein. Die beklagte bislang, dass die hohen Gebühren die Zusammenarbeit von Spieleherstellern und Musikfirmen behinderten.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) wahrt die Urheberrechte von Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern. Wenn etwa ein Videospiel auf den Markt kommt, das abgabepflichtige Musik enthält, bekommt die Gema einen Anteil des Preises, den der Einzelhändler an das Videospielunternehmen zahlt. Außerdem wurden bislang Gema-Gebühren für jedes Werbeexemplar fällig - selbst wenn es kostenlos verteilt wurde.

Nach den neuen Vorschriften sind immerhin die ersten 500 Promotionsversionen in der Regel von Gebühren befreit. "Wir rechnen damit, dass die Videospielverlage in Zukunft bis zu 30 Prozent weniger Lizenzgebühren zahlen", sagte ein Gema-Sprecher der FTD.

Kaum Gebühreneinnahmen

Bislang hat die Gema nur rund 300.000 Euro Gebühren jährlich durch Videospiele eingenommen - wenig im Vergleich zu Gesamterlösen von 806,2 Mio. Euro. Lediglich 30 Spiele waren im Vorjahr gebührenpflichtig. "Bisher gab es für uns keinen adäquaten Gema-Tarif, daher haben wir gebührenpflichtige Musik nicht genutzt", sagte Holger Flöttmann, Geschäftsführer des deutschen PC-Spieleherstellers Ascaron Entertainment.

Das dürfte sich nun ändern: "Wir würden gerne die Musik bekannter Interpreten nutzen, bisher war das aber viel zu teuer", sagt etwa Wilhelm Hamrozi, Geschäftsführer des deutschen PC-Spieleherstellers Sunflowers. Für den neuen Teil seines Anno-Spiels, das im kommenden Jahr erscheint, will Hamrozi mit einem bekannten Künstler zusammenarbeiten. "So möchten wir einen größeren Kundenkreis erreichen", so der Sunflowers-Chef.

Hersteller umgehen Gema

Wer es sich leisten konnte, schloss bislang seine Verträge auf internationaler Ebene ab und umging so die Gema-Gebühren. "Gemeinsame Projekte von Spieleherstellern und Musikbranche sind zwar wichtig, Gema-Regelungen benötigen wir dafür aber nicht", sagte Jens Uwe Intat, Zentraleuropachef von Electronic Arts (EA), dem weltgrößte Videospielhersteller. EA hat in sein Spiel "Sims 2" die deutsche Sängerin Jeanette Biedermann als Charakter integriert, ihre Musik läuft in dem Spiel aber nicht.

Die Tarife gelten zunächst bis Ende 2006. "Wir müssen abwarten, wie sie sich bewähren", sagte Reinhard Nicklas von der Gema. Aus der Branche kommt schon Kritik: "Erst langfristig werden wir sehen, ob die neuen Tarife für kleine Spieleverlage günstig sind", sagte Anwalt Tibor Rode von der Kanzlei Rode und Mathé.

Quelle: FTD vom 26.04.2005

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