Für Karli & Co.: Politik in Deutschland

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neuester Beitrag: 20.11.03 21:11
eröffnet am: 20.11.03 09:51 von: NextLevel Anzahl Beiträge: 15
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20.11.03 09:51

745 Postings, 6546 Tage NextLevelFür Karli & Co.: Politik in Deutschland

[ ja, reused :)) ]

...
Nur mehr wenige sind heute bereit, in die Zukunft zu investieren, ganz speziell in die Zukunft Deutschlands. Es fehlt ja auch die stabile Kalkulationsgrundlage. Die Halbwertszeit von Gesetzen, Gesetzesänderungen und Änderungen der Änderungen ist rapide gesunken. Die Problematik, dass viele Jugendliche dank nicht erfolgter Integration und jahrzehntelanger sozialistischer Bildungsexperimente schlicht nicht in der Lage sind, den Anforderungen einer Lehrstelle zu genügen, wird ohnehin nur selten thematisiert.

Zudem mag ich nicht recht glauben, dass durch eine Ausbildungsplatzabgabe tatsächlich Ausbildungsplätze geschaffen werden. Es ist halt einfach ein neuer Einnahmetitel für den Kraken.

Genauso wenig mag ich glauben, dass Vermögens- und Erbschaftsteuer der Bildung zu gute kommen werden. Wiederum ein hübscher Titel, hinter dem jeder stehen kann, es geht ja um die Zukunft, um Kinder, tralalala. Wer könnte da schon dagegen sein, außer ein paar hartherzigen Reichen?

Quatsch!
Der Herr Gabriel hat sein Herz für die Bildung ja auch erst entdeckt, seit er keine Chancen mehr auf eine Wiederwahl hatte und mit blankem Populismus ("Die da oben, WIR da unten") begann, gerade jene Hände zu beißen, die ihn in glückicheren MP-Tagen einst kugelig gefüttert hatten. Dass die Einladungen für den Inhaber des wichtigen Amtes des Pop-Beauftragten nicht mehr ganz so heftig ins Haus flattern, wie ehedem, kann man sich vorstellen.

Was ich kritisiere ist, dass man dem Volk systematisch Sündenböcke für das eigene Versagen präsentiert: Die Unternehmen, die Unternehmer, die Besserverdienenden, die Reichen, die Wohlhabenden, die Erben. Dabei wird mittlerweile ein Ton getroffen, der an dunklere Zeiten erinnert. Man mache sich mal den Spaß und ersetze in solch einer Rede den "Besserverdienenden", "Reichen" oder "Erben" durch "Ausländer" oder gar "Jude". Das Muster verfängt wie eh und je.

Hinter der Treibjagd steckt eiskaltes Kalkül, der um ihre Pfründe, und darum geht es primär, fürchtenden politischen Klasse: Alle spüren, dass es schlechter geht, da präsentiert man als Sündenbock jemanden "der hat", dem es besser geht und ausgesprochen oder nicht, entsteht in den Köpfen des Fußvolks die Primitivkausalkette: "Uns geht es schlecht, WEIL es dem gut geht."
Das bekannte "Haltet-den-Dieb-Spiel", Sündenböcke haben eben wieder Konjunktur. Dass die Verschlechterung der Lebensverhältnisse in entscheidendem Maß durch eine falsche Politik verursacht wurde, wird dabei geflissentlich übersehen und da drehe ich noch nicht mal die Hand im schwarz-roten Konsensklüngel um.

Der Staat und das Geld, das ist wie ein Junkie auf Entzug. Jetzt sollen ihm die "Reichen" den nächsten Schuss finanzieren. Und die, die das Weite suchen - niemand nehme an, dass es sich jemand leicht macht, seine Heimat, oder was davon übrig ist zu verlassen - sind die einzigen, die noch bei klarem Verstand sind und vernünftig handeln: "Bis hierhin und nicht weiter!" Aber letztlich tun die heutigen Emigranten mehr für eine Reformierung des Systems, als die die schweigen und weiter zahlen. Und ich habe vollstes Verständnis für Leute wie einen Theo Müller, die für den Aufbau des deutschen Sozialismus zur Ader gelassen werden und sich dafür auch noch bei jeder Gelegenheit als fiese Reiche abwatschen lassen müssen. Da packt man eben seine Koffer und geht und die Damen und Herren Sozialutopisten sollen doch bitte ihre gesellschaftlichen Experimente selbst finanzieren - dürfte spannend werden in einem Staat voller Renter, Beamten, Arbeitsloser und Sozialhilfebezieher.

Allerdings bin ich schon überzeugt, dass den Gerechtigkeitskasperln von der SPD-Basis mit einer Erhöhung der Erbschaftsteuer tatsächlich vollste Gerechtigkeit widerfahren wird. Große und mittlere Vermögen werden die Zeichen der Zeit erkennen und verstärkt abwandern, dabei BIP und Arbeitsplätze im Inland reduzieren. Am Ende werden die Staatseinnahmen, trotz neuer Steuern und/oder höherer Steuersätze sinken. Der gerechte Lohn für überbrodelnden "wirtschaftlichen Sachverstand".

Jetzt ist mir wohler :-)

--------------------------------------------------

Grüße

NL    

20.11.03 10:04

1059 Postings, 7746 Tage mikelandau@next

Fünf Grüne für diesen Beitrag! (Sterne)

100% inhaltliche Zustimmung!  

20.11.03 10:52
1

21799 Postings, 7971 Tage Karlchen_IWieder so ein Gedöns...

Wie wäre es denn damit, sich erst einmal zu informieren?

http://www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/...docs/02-40-1.html

Und bei solchen Sätzen kommen mir fast die Tränen: "Und die, die das Weite suchen - niemand nehme an, dass es sich jemand leicht macht, seine Heimat, oder was davon übrig ist zu verlassen..." Der arme Herr Müller wird gewiss in einer unbeheizten Almhütte hausen müssen und nicht etwa in einer Villa im Tessin.

Und noch was: Wer schiebt in diesem Land eigendlich Unternehmern die Schuld für irgendwas zu? Da wird doch nur nen Pappkamerad aufgebaut.  

20.11.03 10:54

745 Postings, 6546 Tage NextLevelJa, Du Traumtänzer D ist ein Niedrigsteuerland :)

Nur die Sozialbeiträge vergißt man halt zu gerne.

Grüße

NL    

20.11.03 10:55

745 Postings, 6546 Tage NextLevel.. und die Regelungswut, die Bürokratie, ..

Grüße

NL    

20.11.03 10:57

21799 Postings, 7971 Tage Karlchen_IDurch Beleidigungen werden deine Argumente aber

nicht besser.

Klar sind bei uns die Sozialbeiträge zu hoch - aber nicht die Steuern. Und haut der Müller wegen der Sozialbeiträge oder wegen der Steuern in die Schweiz ab?  

20.11.03 11:01

745 Postings, 6546 Tage NextLevelUnd Insolvenz anmelden is ja so geil -nur deswegen

machen es immer mehr Betriebe.

Wer so unter Realitätsverlust leidet wie die politische Kaste in D ( zu der Du ja gehörst ) für den ist "Traumtänzer" keine Beleidigung, sondern eine präzise zutreffende Beschreibung!!



Grüße

NL    

20.11.03 11:04

19522 Postings, 7550 Tage gurkenfred@karlchen: aber sicher

unternehmen sind schuld,
- daß nicht ausgebildet wird,
- daß die umwelt verschmutzt wird,
- daß die investitionstätigkeit stagniert,
- daß die staatskasse leer ist,
- daß immer noch atomkraft verwendet wird,
- daß keine leute eingestellt werden,
usw. usf.

mfg
gf  

20.11.03 11:07

21799 Postings, 7971 Tage Karlchen_I@Gurkenfred...

Ich bin nicht der Meinung, dass die Unternehmen an den genannten Punkten schuld sind. Überhaupt nicht. Was ich ´nicht wenigen Unternehmen allerdings ankreide ist, dass sie zu wenig mittelfristige Personalplanung betreiben.  

20.11.03 11:09

1798 Postings, 7434 Tage RonMillerwoher weißt,gurkenfred ?

bist lehrer oder beamter ?  

20.11.03 11:13

3263 Postings, 8131 Tage DixieDa sollte man differenzieren

die Unternehmen, die erst dicke Subventionen in Deutschland abgreifen und anschließend ihre Leute entlassen und im Ausland produzieren sind sicherlich mit schuld am elenden Zustand dieses Landes.
 

20.11.03 11:14

762 Postings, 7196 Tage neo anderssonbisher wollte ich nie moderater sein


aber den link in posting 3 würde ich in grünen sternen ersaufen.

ich kopier noch mal das wichtigste hier rein:

"Tabelle
Einnahmen des Staates in ausgewählten Ländern nach wichtigen Kategorien

--------------------------------------------------
                           In % des nominalen BIP (1)  In % der staatlichen
                                                       Einnahmen insgesamt

                               1980   1990   2001       1980   1990   2001

Deutschland
Einnahmen insgesamt             43,7   41,8   43,1      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern              12,3   10,7   11,2       28,1   25,6   25,9
  Indirekte Steuern            12,8   12,1   11,9       29,2   28,9   27,7
  Sozialbeiträge               16,4   16,3   18,6       37,4   39,1   43,1

USA
Einnahmen insgesamt             28,7   29,3   30,9      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern              13,9   12,9   14,9       48,4   44,1   48,3
  Indirekte Steuern             7,6    7,7    7,8       26,4   26,3   25,2
  Sozialbeiträge                5,9    7,1    7,2       20,7   24,1   23,2

Großbritannien (2)
Einnahmen insgesamt               -    37,5   39,3         -   100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern                -    16,7   16,8         -    44,6   42,7
  Indirekte Steuern              -    12,2   13,6         -    32,4   34,7
  Sozialbeiträge                 -     7,5    7,7         -    20,0   19,5

Frankreich
Einnahmen insgesamt             43,5   45,4   47,2      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern               7,6    8,2   12,5       17,4   18,1   26,4
  Indirekte Steuern            15,0   14,8   15,4       34,5   32,7   32,7
  Sozialbeiträge               19,3   20,5   17,9       44,5   45,1   38,0

Italien
Einnahmen insgesamt             33,5   41,2   44,3      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern               9,5   14,2   15,1       28,3   34,4   34,1
  Indirekte Steuern             8,4   10,7   14,5       25,1   25,9   32,8
  Sozialbeiträge               14,1   14,4   12,7       42,0   35,1   28,7

Niederlande
Einnahmen insgesamt             46,2   43,7   42,0      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern              15,0   14,8   12,2       32,5   33,8   29,0
  Indirekte Steuern            10,1   10,3   12,1       21,9   23,7   28,8
  Sozialbeiträge               15,3   14,4   14,5       33,2   33,0   34,5

Schweden
Einnahmen insgesamt             53,5   59,7   57,3      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern              20,7   22,3   23,4       38,6   37,4   40,9
  Indirekte Steuern            13,1   16,5   14,5       24,5   27,7   25,4
  Sozialbeiträge               14,7   14,9   15,9       27,5   25,0   27,7

Dänemark (2)
Einnahmen insgesamt               -    52,5   53,5         -   100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern                -    28,3   29,4         -    53,9   54,8
  Indirekte Steuern              -    16,7   16,9         -    31,8   31,5
  Sozialbeiträge                 -     2,3    3,3         -     4,3    6,2

Österreich
Einnahmen insgesamt             45,2   46,4   49,5      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern              11,9   11,7   15,2       26,3   25,1   30,7
  Indirekte Steuern            15,7   15,6   14,8       34,8   33,5   29,8
  Sozialbeiträge               14,7   15,6   17,1       32,5   33,6   34,5

Japan
Einnahmen insgesamt             26,0   32,4   29,8      100,0  100,0  100,0
darunter:
  Direkte Steuern              10,6   13,2    8,7       40,8   40,7   29,1
  Indirekte Steuern             7,0    7,9    8,4       26,9   24,5   28,3
  Sozialbeiträge                6,9    8,8   10,7       26,7   27,1   35,8
"

wunderschöne übersicht.

in diesem sinne
 

20.11.03 11:15

745 Postings, 6546 Tage NextLevelKommt ja nicht darauf an obs funktioniert, sondern

ob alles schön "akkurat und gerecht" zu Tode geregelt ist!

Oder ob man einen Schuldigen AKA Sündenbock findet.

Grüße

NL    

20.11.03 13:49

19522 Postings, 7550 Tage gurkenfred@karl/p.9:

du vielleicht nicht, aber bei einigen aus der berliner laienspielgruppe hat man schon den eindruck...

@ronmiller: knalltüte, das war ironisch.

mfg
gf  

20.11.03 21:11

745 Postings, 6546 Tage NextLevelUp, weil: Alles ist guuuuuuuuuuuuuuuuuuut :))

Grüße

NL    

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