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Europas Internet-Fonds in Finanznöten

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neuester Beitrag: 25.04.01 09:03
eröffnet am: 25.04.01 09:03 von: das Zentrum. Anzahl Beiträge: 1
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25.04.01 09:03

3357 Postings, 7705 Tage das Zentrum der M.Europas Internet-Fonds in Finanznöten

Europas Internet-Fonds in Finanznöten

London, 23. April (Bloomberg) - Europas Inkubatoren geht das Bargeld aus. Konnten Investmentgesellschaften, die sich auf Internetwerte spezialisiert haben, 1999 und Anfang 2000 von Internet-Startups gar nicht genug kriegen, werden ihnen diese Werte nach den gewaltigen Kursverlusten nun zum Verhängnis, sagen Experten. "Bis 2002 gehen einige Unternehmen bankrott", erwartet Jason Purcell, Vorstandsvorsitzender von First Stage Capital in London.

So hat Cube8.com Plc in den vergangenen zwölf Monaten 95 Prozent an Börsenwert verloren. Die Aktie von Brainspark Plc fiel seit ihrer Börseneinführung im April 2000 um 89 Prozent. NewMedia Spark Plc, Europas größte börsennotierte Investmentgesellschaft, verlor seit März letzten Jahres 84 Prozent an Börsenwert. Auch die deutsche Knorr Capital Partner AG, die in eine Reihe von Technologiewerten investiert, verzeichnete innerhalb der letzten zwölf Monate ein Minus von 70 Prozent an der Börse. "Der Markt ist zur Zeit dermaßen unsicher, dass wir Aktien nur bedingt abstoßen können. Auch die Kapitalaufnahme gestaltet sich äußerst schwierig", berichtet Steve Masters von Cube8.com.

Damit hat sich das Börsenklima im Vergleich zur Interneteuphorie, die Ende 1999 und Anfang 2000 grassierte, deutlich verändert. Als die Kursrallye der Internet- und Technologiewerte im März letzten Jahres ihren Höhepunkt erreichte, wagten viele Inkubatoren den Sprung aufs Börsenparkett. Mittlerweile haben einige von ihnen "nicht genügend Kapital, um die Unternehmen zu unterstützen, in die sie investiert haben", beschreibt Purcell die missliche Lage. Zehn der am Londoner Alternative Investment Market gelisteten Internet- Investmentgesellschaften haben seit März 2000 durchschnittlich 89 Prozent an Börsenwert verloren. Das ist ein Minus von insgesamt rund 2 Mrd. Pfund (6,26 Mrd. DM). Gemeinsam kommen sie auf eine Marktkapitalisierung von unter 210 Mio. Pfund (657,64 Mio. DM).

"Viele der Investoren, die gleich zu Anfang auf den Internetzug aufgesprungen sind und völlig unkontrolliert investierten, bleiben heute auf ihren Portefeuilles sitzen", beobachtet Paul Cuatrecasas, Geschäftsführer von Arc Associates, eine auf TMT-Werte spezialisierte Investmentbank in London. Gleichzeitig hat die Anzahl der Börsendebütanten stark abgenommen. Seit Jahresanfang gingen nur 59 europäische Unternehmen an die Börse. Das sind 70 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Jetzt wollen einige Inkubatoren, darunter Cube8.com und Brainspark, neue Wege gehen, um Umsatz zu generieren und ihre Unabhängigkeit zu wahren. So erklärt sich die strategische Partnerschaft zwischen Cube8.com und Hewitt Associates LLC, eine New Yorker Beratungsfirma. Gemeinsam mit Royal & Sun Alliance Insurance Group Plc will Brainspark neue technologiegestützte Finanzprodukte auflegen.

Cube8.com ging im Februar 2000 an die London Stock Exchange. An sich wollte der Inkubator zusätzlich Kapital an der Börse aufnehmen, berichtet Masters. Doch daraus wird nichts. NewMedia Spark verzeichnete in den sechs Monaten bis September 2000 einen Verlust von 1,4 Mio. Pfund. Zwischen dem 26. Juli 1999 und dem 31. März 2000 erwirtschaftete das damals junge Unternehmen einen Gewinn von 2 Mio. Pfund. Als erste europäische Investmentgesellschaft ging NewMedia Spark im Oktober 1999 an die Börse. Durch das schlechte Börsenklima müssen viele den Gürtel enger schnallen. Im Februar gab Brainspark bekannt, 40 Prozent seiner Mitarbeiter zu entlassen. In den zwölf Monaten bis zum 31. Dezember 2000 erhöhte sich der Nettoverlust auf 15,6 Mio. Pfund, nachdem die Schützlinge des Londoner Unternehmens in Finanznot geraten waren. In der zweiten Jahreshälfte 1999 lag der Verlust bei 507.000 Pfund.

So langsam lichten sich die Reihen. Die Kleinen werden zu Übernahmekandidaten der Großen. So wurden die schwedische Cell Internet Commerce Development AB, die britische Softtechnet.com Plc und die Internet Indirect Plc im letzten Jahr von NewMedia Spark übernommen. Für traditionelle Wagniskapitalgeber werden börsennotierte Investmentgesellschaften zu attraktiven Übernahmekandidaten, sagen Analysten. "Schüttet man verschiedene Inkubatoren durch ein Sieb und fängt auf, was unterm Strich an Cash übrigbleibt, dann könnte man damit richtig gute Geschäfte machen", meint Jay Pierrepont, Leiter Global Secondary Buyouts bei Pantheon Group in London.


 

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