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Ein Familienauto für 5000 Euro

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 04.06.04 15:42
eröffnet am: 04.06.04 15:01 von: utscheck Anzahl Beiträge: 4
neuester Beitrag: 04.06.04 15:42 von: Bronco Leser gesamt: 563
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04.06.04 15:01

21880 Postings, 7212 Tage utscheckEin Familienauto für 5000 Euro

Wenn der jetzt auf den Markt kommen würde, könnte VW dicht machen!
Hochinteressant wie ich finde!

Renault bringt als erster das Fahrzeug für neue Märkte: Zweckmäßig, robust aber dennoch umweltfreundlich und vor allem erschwinglich. Der Logan, so der Name des Autos, startet ab Herbst als Stufenheck mit vier Türen. 2007 wollen die Franzosen einen Kombi und einen Pick-up auf gleicher Basis nachschieben.

Entwickelt für neue Märkte

Mit der Neuentwicklung will Renault auf ?den jungen Märkte außerhalb Westeuropas? (gemeint sind die wachstumsstarken Absatzgebiete in Osteuropa, dem Mittleren Osten, in Nordafrika und in Südamerika) langfristig weiter rentabel wachsen. Innerhalb der nächsten sechs Jahre soll die Produktion an insgesamt fünf Fertigungsstandorten kontinuierlich auf jährlich 700 000 Einheiten steigen. Damit soll das neue Modell entscheidend zu dem Ziel des Renault Konzerns beitragen, im Jahr 2010 insgesamt vier Millionen Fahrzeuge zu produzieren. Der Logan wird in Abhängigkeit vom jeweiligen Markt als Renault oder Dacia vertrieben.

Technik: Einfach aber zuverlässig

Die 5000 Euro Einstiegspreis beziehen sich auf das Basismodell mit 1,4-Liter-Benzinmotor und 75 PS. Darüber gibt es noch einen 1,6-Liter mit 90 PS. Beide Motoren haben vier Zylinder mit je nur zwei Ventilen und erfüllen die EU-4-Abgasnorm. Bei Literleistung und Drehmomentausbeute sind sie unterdurchschnittlich (112 bzw. 128 Nm bei 3000 U/min). Dank erstaunlich niedrigem Gewicht sind die Fahrleistungen dennoch ansprechend. So bringt der Logan trotz fünf Zentimeter als etwa Golf- und Mégane-Schrägheck nur rund eine Tonne auf die Waage ? 15 bis 20 Prozent weniger als die West-Autos. Damit erreicht Logan die 100-km/h-Marke angeblich in 13 bzw. 11,5 Sekunden und schafft 164 bzw. 175 Spitze. Im Drittelmix sollen die Vierzylinder 6,8 bzw. 7,3 Liter pro 100 Kilometer konsumieren. Nächstes Jahr wollen die Franzosen zudem einen 1,5-Liter Diesel nachlegen.

Die Karosse bietet dabei Platz für fünf Personen und einen 510 Liter großen Gepäckraum ? das ist S-Klasse-Format.

Die Bodengruppe des Logan stammt im Prinzip vom kommenden Clio. Mit McPherson-Vorderachse und Verbundlenkerhinterachse entspricht daher auch das Fahrwerk dem modernen Klassenstandard.

Standesgemäße Sicherheit

Bei der Sicherheit sind praktisch keine Abstriche erforderlich. Zwar würde der Logan den fünften Stern im Euro-NCAP-Crashtest wohl nicht schaffen, so ein Renault-Sprecher, aber läge sicherlich im oberen Drittel des Durchschnitts. So ist der Fahrerairbag genauso Serie wie ABS, Beifahrer- und Seitenairbags sind optional ebenso erhältlich wie ESP.

Das Billigauto auch für teure Märkte?

Spätestens jetzt kommt auch der hochpreisgeplagte Autokäufer Westeuropas ins Grübeln: Warum für einen viel kleineren Panda beispielsweise 3000 Euro mehr hinlegen? Ist der Logan am Ende das perfekte Transportmittel für alle sparsamen von A-nach-B-Fahrer?

Die Abstriche müssen Kunden nämlich nur auf sehr hohem Niveau hinnehmen ? bei den weichen Kriterien wie Design, Anmutung und Image. So sind die Karosserieformen betont schlicht, um die Bleche entsprechend einfach und günstig herstellen zu können, und der Schalthebel beispielsweise entstammt dem verflossenen Espace II. Außerdem wird sich wohl niemand damit brüsten wollen, ein Billigauto für 5000 Euro zu fahren. Oder doch? Der Aldi-Hype macht es vor.

In der Tat finden die Franzosen den Verkauf in Westeuropa gar nicht so abwegig. Ob der Logan auch hierzulande angeboten wird, hängt dabei vor allem von der Nachfrage ab. Sicher ist aber, dass er dann nicht Renault sondern Dacia heißen wird. Das Label stammt eigentlich aus einer Zeit rumänischer Lizenzbauten des R12. Inzwischen gehören Marke und Fabrik in Pitesti den Franzosen. Sie haben in das das Pilotwerk der Logan-Produktion seit 1999 insgesamt 489 Millionen Euro investiert. Großen Anteil am günstigen Preis hat also auch die Produktion am günstigen Standort. Die Diskussion um den Export von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer dürfte dementsprechend auch am Logan nicht vorbeigehen ? vor allem wenn er in den Ländern mit hohen Löhnen verkauft werden soll.

Unabhängig davon hat Renault-Präsident Louis Schweitzer Recht, wenn er sagt: ?Es erschien vielen unmöglich, ein modernes und zuverlässiges Auto zu einem Basispreis von 5000 Euro anzubieten. Der Logan beweist, dass Renault die Herausforderung bewältigt hat.? Und das verdient Respekt.  

04.06.04 15:16

50890 Postings, 6586 Tage SAKUAlso ich bin ja...

...bestimmt kein Fan von Französischen Autos...

Muss jedoch sagen, dass in den letzten Jahren Innovationen (für alle Erbsenzähler: JA, ich kenne den Unterschied zwischen den Innovationsbegriffen- trotzdem!) im Bereich Auto fast ausschließlich aus Baguetteland kamen (erster Van etc...)

Wenn das glatt läuft, dann haben Opel und VW Probleme bei all jenen, denen der Preis einen höheren Nutzen bietet als das Image...  

04.06.04 15:38

21880 Postings, 7212 Tage utscheckich denke...

die Masse die letzteren Satz erfüllt, wird in nächster Zeit stetig steigen. Bin gespannt, ob, wann und wie die anderen Hersteller reagieren.

utscheck  

04.06.04 15:42

2385 Postings, 7935 Tage BroncoSkoda war mal da, wo Renault jetzt Revolutionäres

vollbringt. Das gilt nicht nur für den Preis, sondern insbesondere auch für die Ausstattungsmerkmale (z.B. sei darauf hingewiesen, dass Skoda bereits serienmäßig 50-PS-Fahrzeuge mit Bremskraftverstärker verkaufte, als BMW sich noch traute, seine 100-PS-Fahrzeuge ohne zu verkaufen - lang ists her). Sie sind erst seit der Übernahme durch VW derart im Preis angezogen.
Das soll aber nicht den richtigen Kurs der Franzosen schmälern. Es demonstriert eher, wie lahm es auf unserer Seite mal wieder zu geht. Übrigens werden in verschiedenen asiatischen Staaten Remakes des TRABI wiederaufgelegt, als besonders billiges und wartungsfreundliches Fahrzeug für 3.Weltländer, aber eben auch für den boomenden Markt in China.

Hier wird wahrscheinlich mit den Zeichen der Zeit wieder gewartet, bis die chinesischen Autos hier in großer Zahl weggehen wie die warmen Semmeln. Ein Hoch auf unsere gutbezahlten "Leistungsträger" in den Vorstandsetagen.
(Man denke nur an den Ausschlachtungsvertrag für eine 300Mio.?-teuere Kokerei für weniger als 30 Mio. ?. Jetzt steht die Anlage in China. Koks ist nachgefragt wie nie, und wir sitzen auf unserer Kohle, weil wir sie nicht verarbeiten können.)  

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