Eichel will Zockerpapiere ausgeben

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eröffnet am: 02.06.04 14:19 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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8970 Postings, 6649 Tage bammieEichel will Zockerpapiere ausgeben

In der Hoffnung auf Zinsersparnisse will Bundesfinanzminister Hans Eichel bei der Schuldenaufnahme neue Wege gehen. Ab dem kommenden Jahr will er Darlehen in Fremdwährungen aufnehmen und Anleihen herausgeben, die sich an der Inflation ausrichten. Die gesetzlichen Voraussetzung sollen jetzt geschaffen werden.


Berlin - Nach Auskunft von Eichels parlamentarische Finanzstaatssekretärin Barbara Hendricks (SPD) ist das Risiko, das in solchen Anleihen liegt, überschaubar. Dagegen könnten mögliche Zinsersparnisse im mehrstelligen Millionenbereich liegen. Modellrechnungen für die vergangenen Jahre hätten ergeben, dass der Staat Geld gespart hätte, wenn er bereits an der Inflation ausgerichtete Anleihen angeboten hätte. Gefahren hätten nur im Einzelfall existiert. Außerdem seien Anleihen generell eine "Wette auf die Zukunft", da die Zinsentwicklung nie auf Jahre hinaus exakt prognostiziert werden könne.

Bedenken des Bundesrechnungshofes gegen die Ausgabe so genannter inflationsindexierter Anleihen wies Hendricks zurück. Es gebe deutlich mehr Chancen als Risiken zu Gunsten des Bundeshaushaltes, sagte sie.

Im Prinzip ist die inflationsindexierte Anleihe eine Wette auf die Zukunft. Entwickelt sich die Preissteigerungsrate bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe besser als zur Zeit ihrer Ausgabe, muss der Bund weniger Zinsen zahlen. Läuft es umgekehrt, steigt die Zinsbelastung.

Inflationsindexierte Anleihen sollen maximal zehn Milliarden Euro betragen und nur einen sehr geringen Anteil der deutschen Schuldenaufnahme bilden, wie Hendricks sagte. Die herkömmliche Staatsanleihe bleibe Nummer eins des Portfolios. Die Ausgabe von an der Inflation ausgerichteten Anleihen werde ebenso wie die in Fremdwährung allein von der Marktlage abhängig gemacht. Das Kabinett solle im Juni den Weg für beide Typen frei machen. Das heiße aber nicht, dass schon kommendes Jahr solche Anleihen angeboten werden.

Bei Fremdwährungsanleihen besteht die Gefahr, dass Wechselkurs- oder Zinsanstiege am Ende der Laufzeit zu einer unerwarteten Belastung des Kreditnehmers - also des Bundes - führen können. Dagegen will er sich durch so genannte Swaps absichern. Nach Angaben des Finanzministeriums ist dies bei inflationsindexierten Anleihen nicht möglich.

Quelle: spiegel.de  

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