Eichel will Zockerpapiere ausgeben

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neuester Beitrag: 02.06.04 11:01
eröffnet am: 02.06.04 09:14 von: moya Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 02.06.04 11:01 von: Timchen Leser gesamt: 392
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02.06.04 09:14

1076702 Postings, 6514 Tage moyaEichel will Zockerpapiere ausgeben

Eichel will Zockerpapiere ausgeben

In der Hoffnung auf Zinsersparnisse will Bundesfinanzminister Hans Eichel bei der Schuldenaufnahme neue Wege gehen. Ab dem kommenden Jahr will er Darlehen in Fremdwährungen aufnehmen und Anleihen herausgeben, die sich an der Inflation ausrichten. Die gesetzlichen Voraussetzung sollen jetzt geschaffen werden.

Bundesfinazminister Eichel: Ersparnis in dreistelliger Millionenhöhe erhofft
Berlin - Nach Auskunft von Eichels parlamentarische Finanzstaatssekretärin Barbara Hendricks (SPD) ist das Risiko, das in solchen Anleihen liegt, überschaubar. Dagegen könnten mögliche Zinsersparnisse im mehrstelligen Millionenbereich liegen. Modellrechnungen für die vergangenen Jahre hätten ergeben, dass der Staat Geld gespart hätte, wenn er bereits an der Inflation ausgerichtete Anleihen angeboten hätte. Gefahren hätten nur im Einzelfall existiert. Außerdem seien Anleihen generell eine "Wette auf die Zukunft", da die Zinsentwicklung nie auf Jahre hinaus exakt prognostiziert werden könne.

Bedenken des Bundesrechnungshofes gegen die Ausgabe so genannter inflationsindexierter Anleihen wies Hendricks zurück. Es gebe deutlich mehr Chancen als Risiken zu Gunsten des Bundeshaushaltes, sagte sie.

Im Prinzip ist die inflationsindexierte Anleihe eine Wette auf die Zukunft. Entwickelt sich die Preissteigerungsrate bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe besser als zur Zeit ihrer Ausgabe, muss der Bund weniger Zinsen zahlen. Läuft es umgekehrt, steigt die Zinsbelastung.

Inflationsindexierte Anleihen sollen maximal zehn Milliarden Euro betragen und nur einen sehr geringen Anteil der deutschen Schuldenaufnahme bilden, wie Hendricks sagte. Die herkömmliche Staatsanleihe bleibe Nummer eins des Portfolios. Die Ausgabe von an der Inflation ausgerichteten Anleihen werde ebenso wie die in Fremdwährung allein von der Marktlage abhängig gemacht. Das Kabinett solle im Juni den Weg für beide Typen frei machen. Das heiße aber nicht, dass schon kommendes Jahr solche Anleihen angeboten werden.

Bei Fremdwährungsanleihen besteht die Gefahr, dass Wechselkurs- oder Zinsanstiege am Ende der Laufzeit zu einer unerwarteten Belastung des Kreditnehmers - also des Bundes - führen können. Dagegen will er sich durch so genannte Swaps absichern. Nach Angaben des Finanzministeriums ist dies bei inflationsindexierten Anleihen nicht möglich.  

02.06.04 09:26

5208 Postings, 7369 Tage JessycaFazit: Eichel rechnet mit großer Preissteigerung,

sprich Inflation!

Danke Herr Eichel, für den Wink mit dem Zaunpfahl!  

02.06.04 09:47

2009 Postings, 7930 Tage jgfreemanFalsch herum Jessyca

Das ist ja gerade der Witz, dass Inflation nicht mehr - wie bisher - den Anleihekäufern schadet, sondern dass sie eben einen Ausgleich bekommen.

Stell Dir vor es gibt 10% Inflation. Eine normale 5% Anleihe bringt da im Endeffekt ein Minus, wobei eine 2%(+I.-Ausgleich) Anleihe 12% Zinsen bringen würde.

Grüße,
JG
www.chart-me.de  

02.06.04 09:53

5208 Postings, 7369 Tage JessycaDu hast mich falsch interpretiert, JG

Ich wollte nur sagen, dass ich eine anziehende Inflation nicht gut finde!

Aber die erwartet Eichel.  

02.06.04 10:06

7336 Postings, 6902 Tage 54reabbei unseren nachbarn gibt es

staatsanleihen (z.b. frankreich), bei denen der inflationsanteil an der rendite steuerfrei gestellt wird. sollte eichel sich als vorbild nehmen.

die befürchtung von eichel ist wohl folgende: bei allen großen industrieländer ist die staatsverschuldung stark ansteigend.  dies führt zu einer stärkeren nachfrage und damit zu zinserhöhungen am mittel- und langfristigem ende. die zinserhöhungen werden sehr wahrscheinlich stärker als das inflationswachstum sein. er hoft nun  anleihen mit inflationsgarantie mit wesentlich schlechteren konditionen an den man bringen zu können.


 www.baer45.de.vu">
 

02.06.04 10:32

2009 Postings, 7930 Tage jgfreeman@Jessyca

Na gut.

Posting #1 (Eichel gibt "Deflationsgewinner für den Staat" aus)
Posting #2 (Eichel erwartet große Inflation)

sah ich widersprüchlich. Aber ok,... ;-)



Eine kleine Geschichte am Rande:

~80% der Arbeitnehmer sagen, dass Inflation ihre reale Kaufkraft schmälert. Von den Ökonomen sind aber nur 12% dieser Meinung!

 

Grüßle,
JG
www.chart-me.de  

02.06.04 11:01

13298 Postings, 7942 Tage TimchenEichel rechnet wohl eher mit

mit einem Deflationsszenario, sonst würde er diesen Vorschlag nicht machen.
Ausser er will seinem Nachfolger einen weiteren Sargnagel liefern, nach den Sargnägeln Unternehmenssteuerreform, den verfrühstückten Pensionsansprüchen der Post und Telekommitarbeitern und der Grundsicherung.
Da kommt Freude auf.
Wir werden alle reich werden. Allerdings wird der Reichtum aus Staatsanleihen bestehen.
timchen  

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