EM-TV fair Bewertet bei 10?, weil

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eröffnet am: 25.04.01 12:44 von: luiza Anzahl Beiträge: 1
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Blutrote Ergebniszahlen: EM.TV milliardentientief im Minus?

Der Münchener Rechtehändler EM.TV & Merchandising ist nach Ansicht von Analysten im vergangenen Jahr wegen Wertabschreibungen auf Beteiligungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Konkrete Schätzungen wollten die Analysten nicht abgeben, bezeichneten Verluste in Höhe von einer Milliarde Mark aber als nicht unwahrscheinlich. "Momentan fehlt bei EM.TV die Transparenz, um verlässliche Schätzungen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2000 abgeben zu können", sagte Jan Herbst, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Die am Neuen Markt gelistete EM.TV, die im vergangenen Jahr durch kostspielige Übernahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, muss ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bis spätestens Montag (30. April) vorlegen.

Die Höhe der Verluste bei EM.TV hänge vor allem von den Abschreibungen auf die Beteiligung an der Formel-1- Holding SLEC und den im vergangenen Jahr erworbenen US-Filmproduzenten Jim Henson ab, hieß es bei Analysten. EM.TV hatte im März 2000 einen Anteil von 50 Prozent an der SLEC für 1,7 Milliarden Dollar erworben. Wegen hoher Schulden verkaufte der TV- und Filmrechtehändler dann aber knapp 25 Prozent an die Kirch-Gruppe für 550 Millionen Dollar. Der Kaufvertrag bewertet das 50-Prozent-Paket um rund eine Milliarde DM niedriger als EM.TV dafür bei seinem Einstieg bezahlt hatte. "Kirch hat einen hohen Rabatt bekommen", sagte Bernhard Tubeileh, Medienanalyst bei Merrill Lynch. "Die Frage ist nun, wie die Wirtschaftsprüfer die Beteiligung bewerten und wie viel EM.TV abschreiben muss."

Einige Analysten rechnen auch bei Jim Henson, dem Produzenten von "Muppets Show" und "Sesamstraße", mit Firmenwertabschreibungen. "Als EM.TV Jim Henson gekauft hat, war das Unternehmen kurz vor dem Erreichen der Gewinnschwelle. Aber Henson läuft schlecht, deshalb kann es auch hier zu Abschreibungen kommen", sagte Markus Wallner von HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf. Anfang März hatte EM.TV erklärt, man erwäge den Verkauf von Jim Henson, den das Unternehmen für 680 Millionen Dollar erworben hatte. Branchenkenner schätzen, dass EM.TV bei einer Veräußerung weit weniger erlösen würde.

EM.TV hätte nach den Regeln des Neuen Marktes eigentlich spätestens Ende März seine Jahresbilanz 2000 vorlegen müssen. Die Deutsche Börse gewährte EM.TV jedoch eine Fristverlängerung bis zum 30. April. Diese Frist wird das Medienunternehmen nach früheren Äußerungen wahrscheinlich voll ausnutzen. Bereits im Dezember hatte EM.TV eine drastische Gewinnwarnung für das Jahr 2000 veröffentlicht und erklärt, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde 2000 voraussichtlich nur bei 50 Millionen DM statt der geplanten 525 Millionen Euro liegen.

Auf Grund der Turbulenzen fielen die Aktien des früheren Börsenlieblings von den Jahreshochs im Sommer um rund 95 Prozent auf Kurse von um die fünf Euro. Nach wochenlangen Verhandlungen hatte sich EM.TV schließlich im Februar mit der Kirch-Gruppe über einen Einstieg des Medienkonzerns geeinigt. Anleger werfen dem Management unternehmerische Unfähigkeit und sogar Falschinformation vor. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Vorstandschef Thomas Haffa wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

Dennoch hält Tubeileh EM.TV bei den gegenwärtigen Kursen von 5,35 Euro am Mittwoch für unterbewertet: "Wenn man sich die Vermögenswerte anschaut, dann liegt der faire Wert von EM.TV bei zehn Euro." Allerdings müssten sich EM.TV und Kirch noch mit den an der Formel 1 beteiligten Autoherstellern einigen. Diese wollen eine Beteiligung an der SLEC, an der EM.TV und Kirch mittlerweile zusammen 75 Prozent halten. Andernfalls wollen die Konstrukteure eine alternative Rennserie gründen.  

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