Düsseldorfs Sportgeschichte explodiert

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eröffnet am: 13.09.02 08:14 von: Guido Anzahl Beiträge: 1
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13.09.02 08:14

4337 Postings, 7086 Tage GuidoDüsseldorfs Sportgeschichte explodiert

Was haben wir da nicht gefeiert, geheult, gejubelt...
Nu isset wech - schnüff...


Vom Messe-Hochhaus geht der Blick ein letztes Mal auf ein großartiges Bauwerk: Das Rheinstadion erbaut 1972, gesprengt am Donnerstag.

Düsseldorfs Sportgeschichte explodiert

Am Donnerstag um 15.05 Uhr versinkt das Rheinstadion in Schutt und Asche: Nach zwei großen Sprengungen bleibt nur noch die Nordkurve stehen.

Düsseldorf. Mittwochnachmittag schlägt dem Rheinstadion endgültig das letzte Stündlein die Sprengmeister der Wuppertaler Firma Roller legen es in Schutt und Asche. Um 15.05 Uhr wird von der großen, schönen und so traditionsreichen Arena nur noch die Nordkurve als kümmerliche Ruine übrig sein. Sie fällt erst später, da hier noch wichtige Leitungen verlegt werden müssen.
150 Kilogramm des Sprengstoffs Eurodun machen dem grandiosen Rund und seinen 30 Jahren mit unzähligen großartigen Fußballund Musikereignissen den Garaus.
Abbruchunternehmen und Sprengmeister sind unsentimentale Leute. Was manchem Düsseldorfer am Donnerstag die Tränen in die Augen treiben dürfte, lässt sie kalt. Harald Schmitt, der zuständige Projektleiter bei Walter Bau, erklärt das zerstörerische Prozedere: "Um 15 Uhr sprengen wir die knapp 150 Meter lange Westgerade mit den Blöcken eins bis elf, fünf Minuten später ist die Ostgerade mit den Blöcken 29 bis 39 dran. Die Sprengsätze werden in jeweils 14 Sprenglöcher an den 18 je zehn Tonnen schweren Bindern angebracht und dabei im Bruchteil von Sekunden nacheinander gezündet, im Prinzip gibt es also nur zweimal einen großen Knall. Zuerst wird auf beiden Seiten das Dach gesprengt."
Die Öffentlichkeit kann sich das "grausame" Spektakel nicht aus nächster Nähe anschauen das Rheinstadion wird aus Sicherheitsgründen in einem Radius von 300 Metern abgesperrt. Davon sind zwischenzeitlich auch die Schwimmer im nahe gelegenen Rheinbad betroffen: Zwischen 14.30 und 16 Uhr müssen alle das Bad verlassen.
Ansonsten stehen aber keine größeren Beeinträchtigungen für die Anwohner in Stockum an. Weil die Schwingungen der Explosionen im Boden laut Auskunft von Harald Schmitt bereits nach 80 Metern absorbiert werden, wird es in den Wohngebieten keine spürbaren Erschütterungen geben.
Die ersten Begeher des riesigen Trümmerfeldes werden eventuell Hunde sein: Das Technische Hilfswerk (THW) hat bei Walter Bau angefragt, ob eine Hundestaffel am Donnerstag Nachmittag zum Beispiel das Aufspüren von Menschen in einem Katastrophenfall trainieren darf. In den Tagen danach werden die Geröllmassen dann zerkleinert und zum Teil über Schiffe abtransportiert. Die verbleibende Nordkurve fliegt dann voraussichtlich Ende Oktober in die Luft.
 

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