Die Stimmung nähert sich dem Tiefpunkt ...

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 02.05.05 19:37
eröffnet am: 02.05.05 19:27 von: moya Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 02.05.05 19:37 von: permanent Leser gesamt: 163
davon Heute: 1
bewertet mit 1 Stern

02.05.05 19:27
1

1008418 Postings, 6309 Tage moyaDie Stimmung nähert sich dem Tiefpunkt ...

Die Stimmung nähert sich dem Tiefpunkt ...

von Martin Weiss

In der letzten Aprilwoche präsentierten sich die deutschen Aktien erneut in labiler Verfassung. Am Freitag ging der Leitindex gar unter der Marke von 4200 Punkten aus dem Handel.

Historisch betrachtet ist ja der April ein Monat, in dem die Notierungen sich eigentlich relativ gut halten sollten. Insofern sorgt ein Monatsverlust von fast vier Prozent beim Dax dann doch für Ernüchterung.

Nichtsdestotrotz, noch notiert das Börsenbarometer über der 200-Tages-Linie. Und es scheint auch auf den ersten Blick so zu sein, dass sich kurzfristig der Widerstand um 4160 Punkte halten könnte.
Andererseits ist es wahrlich kein Zeichen von Stärke, dass selbst scheinbar gute Zahlen von stark gewichteten Titeln wie der Deutschen Bank von den Anlegern kaum honoriert werden.

Sicherlich, die Stimmung unter den Investoren ist grottenschlecht. Und es deutet aus heutiger Sicht auch nicht viel darauf hin, dass sich da bald eine große Trendwende einstellt. Die Zahl der Bären überwiegt die der Bullen deutlich.

Höchst interessant in diesem Kontext ist, dass sich nicht nur unter Anlegern, sondern auch bei Unternehmen und Verbrauchern die Stimmungslage schwer eintrübt. So ist der ifo-Geschäftsklimaindex bereits zum dritten mal in Folge gefallen. Nicht nur die Geschäftsaussichten für die nächsten Monate haben sich verschlechtert, sondern auch die aktuelle Lage der Unternehmen hat sich nicht zum Positiven hin entwickelt. Besonders auffällig ist, dass sich beim wichtigen verarbeitenden Gewerbe und beim Großhandel das Geschäftsklima erneut verdüsterte. Beim verarbeitenden Gewerbe befindet sich das Geschäftsklima mittlerweile auf einem neuen Jahrestief.

Des weiteren ist auch der von der GfK errechnete Konsumklimaindex im April von 5,1 auf 4,9 gefallen. Vor allem der Indikator für die Anschaffungsneigung ist deutlich eingebrochen. Gegenwärtig beträgt dieser minus 27,1 Zähler und hat gar das Oktobertief des vergangenen Jahres unterschritten. Ursächlich für diese Entwicklung sei eine weiter zunehmende Verunsicherung der Verbraucher.

Und angesichts der fast schon täglichen Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt ist dies auch kaum verwunderlich. Zwar war die offizielle Zahl der Arbeitslosen im April wieder unter der fünf-Millionen-Schwelle, jedoch lässt sich daraus nicht wirklich Grund zum Optimismus ableiten. Denn noch immer ist die Zahl der guten Arbeitsstellen, sprich die der sozialversicherungspflichtigen, rückläufig und der Anstieg der Beschäftigung kommt vielmehr aus einer Zunahme von Mini-Jobs, sog. "ICH-Ags" und Ein-Euro-Jobs. Anders formuliert, die Eiszeit am deutschen Arbeitsmarkt dürfte weiter anhalten. Und ob dieses "Eis" jemals noch abtauen kann, ist nach jüngsten Äußerungen von Ökonomen, zum Beispiel vom US-Regierungsberater Jeremy Rifkin, sehr zweifelhaft. Der Volkswirtschaftler sagt das Ende der Arbeitsgesellschaft voraus, zumal der wirkliche Arbeitsplatzkiller, der technologische Fortschritt, erst in den nächsten Jahren voll zuschlagen werde, und auch in sog.
boomenden Niedriglohnländern wie China per saldo ein Arbeitsplatzabbau stattfände.

Wie auch immer, am Ölmarkt ging auch in den vergangenen Tagen die Konsolidierungsphase weiter. Nicht zuletzt höhere US-Lagervorräte stützten diesen kurzfristigen Trend. Sicherlich, eine Korrektur nach einem Anstieg von knapp 30 Prozent seit Jahresbeginn ist gewiss nicht "unnormal".

Beim gelben Edelmetall hielt die Seitwärtsbewegung im Wesentlichen an.
In US-Dollar kam jedenfalls die Notierung nicht nachhaltig voran.
Positiv zu werten ist aber, dass sich der Goldpreis in Euro langsam aber stetig nach oben "schleicht". Mittlerweile kommt schon das Niveau um die 340 Euro in Reichweite. Speziell für konservative Anleger im Euro-Raum gibt es aktuell auch nurmehr wenige andere sinnvolle Anlagemöglichkeiten. Denn angesichts von Renditen von weniger als 3,4 Prozent bei zehnjährigen Bundesanleihen wiegt das Argument des scheinbar "zinslosen Golden" immer geringer ...

Gruß Moya

 

02.05.05 19:37

20752 Postings, 6377 Tage permanentDie Stimmung ist doch nicht schlecht.

Da habe ich aber schon schlechtere Zeiten an den Börsen gesehen. Der Gesamtmarkt hat ein paar Prozente nachgegeben mehr ist aber doch noch nicht passiert.
Das kann aber doch noch nicht die Stimmung der Marktteilnehmer zum "Tiefpunkt" bringen oder?

gruss  

   Antwort einfügen - nach oben