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Die CSU München auflösen

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neuester Beitrag: 12.06.04 10:57
eröffnet am: 12.06.04 10:57 von: ottifant Anzahl Beiträge: 1
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12.06.04 10:57
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21368 Postings, 7467 Tage ottifantDie CSU München auflösen

"Die CSU München auflösen"
Erich Riedl zieht Jahresbilanz für Parteichefin Monika Hohlmeier
"Monika, lass die Finger davon!" Eindringlich hatte CSU-Urgestein Erich Riedl (70) vor einem Jahr Monika Hohlmeier davor gewarnt, den Vorsitz der Münchner CSU zu übernehmen. Schon da sagte der frühere parlamentarische Staatssekretär im Bonner Wirtschaftsministerium der Tochter seines einstigen Förderers Franz Josef Strauß voraus, dass sie mit dem Intrigenverein nicht fertig werde. Jetzt zog Riedl eine Jahresbilanz _ erneut, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.


Herr Riedl, wie hat sich Monika Hohlmeier im Intrigantenstadl der Münchner CSU bewährt?
Riedl: Leider hatte ich mit meiner Vorhersage Recht. Frau Hohlmeier sitzt jetzt mitten im Sumpf. So wie sie sich das Jahr verhalten hat, befürchte ich, dass sie schon vor ihrer Wahl im System Haedke & Co integriert war.

Ist die CSU-Chefin in der Perlacher Wahlaffäre zu zimperlich gegen die Verdächtigen vorgegangen?
Riedl: Schwer zu sagen. Solange die Beteiligten schweigen, nur Teilgeständnisse ablegen oder vielleicht sogar falsche Aussagen machen, können Verwicklungen von Einzelnen in die Affäre nicht geklärt werden.

Und Joachim Haedke? Der hat erklärt, es würden in der CSU häufig Mitgliedsbeiträge übernommen.
Riedl: Mitgliederkauf, so wie es Joachim Haedke behauptet hat, gibt es in der CSU nicht. Sollte er das gemacht haben, dann halte ich das für einen Vorgang, der den sofortigen Parteiausschluss dieses Mannes herbeiführen müsste.

Und was hat Monika Hohlmeier von den Stimmenkäufen gewusst?
Riedl: Ich kann mir nicht vorstellen, dass von diesen Machenschaften niemand etwas gewusst hat. Das muss Frau Hohlmeier aber selbst erklären. Diese Frage richtet sich auch an alle Organe im Bezirksverband, an die Landesleitung bis zum Parteivorsitzenden. Sie alle stehen hier in der Verantwortung.

Hier Kultusministerin, da die Prozesse des Bruders - und dann noch Bezirkschefin. War die Mehrfachbelastung für Monika Hohlmeier zu groß?
Riedl: Das glaube ich nicht. In der Geschichte der CSU war die Position der Bezirksvorsitzenden in aller Regel mit Regierungsämtern in Bonn oder München verbunden. Dass Frau Hohlmeier mit ihrer unbestrittenen Autorität als Kultusministerin solche Zustände hinnehmen muss, beweist, dass sie von oben - wie von mir vor einem Jahr beanstandet - keine Rückendeckung erhielt: weder vom Parteivorsitzenden noch vom Generalsekretär oder vom Landesvorstand. Diese Untätigkeit ist erschreckend.

Die Münchner CSU bleibt also der Intrigantenstadl, der er ist . . .
Riedl: Nicht unbedingt. Es gibt eine Möglichkeit, das zu ändern: den CSU-Bezirksverband München aufzulösen und in den Bezirksverband Oberbayern einzugliedern.

Wie damals mit Augsburg und Schwaben?
Riedl: Genau. Da waren die Zustände ähnlich unerträglich geworden wie heute in München. Es ist nicht damit zu rechnen, dass ohne einen Zusammenschluss die Machenschaften in der CSU München ein Ende nehmen. Edmund Stoiber kann ich nur raten, im Interesse der Partei schnellstmöglich eine Entscheidung herbeizuführen.

Glauben Sie, dass sonst die Position von Monika Hohlmeier als Bezirksvorsitzende wackeln könnte?
Riedl: Sagen wir so: Mit einem Rücktritt würde Frau Hohlmeier einer Grundsatzentscheidung der Parteiführung, den Münchner Bezirksverband aufzulösen, einen großen Dienst erweisen.

Das Gespräch führte Matthias Kristlbauer

 

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