Die Bank, die Eichel das notwendige Geld beschafft

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neuester Beitrag: 27.06.04 19:07
eröffnet am: 27.06.04 09:01 von: BeMi Anzahl Beiträge: 13
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27.06.04 09:01

10041 Postings, 7041 Tage BeMiDie Bank, die Eichel das notwendige Geld beschafft

Wie ein staatliches Kreditinstitut Geld heranschafft,
um die Haushaltslöcher zu stopfen.
Von Ulrich Schäfer

  Hans Reich ist ein kleiner, fröhlicher, Mensch. Er trägt dezente Anzüge, sein Äußeres ist gepflegt und die Augen blitzen, wenn er Besucher empfängt. Es hat ihn gefreut, aber ? in all seiner Bescheidenheit ? auch unangenehm berührt, dass die Wirtschaftswoche ihn vor einem Jahr zu ?Deutschlands wichtigstem Banker? kürte.

Wenn man an die Ackermänner dieser Republik denkt, erscheint dies übertrieben ? und doch: Bei keinem deutschen Kreditinstitut laufen die Geschäfte derzeit so gut wie bei der KfW Bankengruppe, wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau inzwischen heißt.

Vor einem Jahr hat der 63-jährige Bankchef den alten Namen getilgt ? dies soll den Wandel dokumentieren, den die staatseigene KfW hinter sich hat. Und den sie nun mit einem neuen, spektakulären Finanzgeschäft weiter vorantreibt.

Denn Finanzminister Hans Eichel braucht mal wieder Geld, um seinen Etat zu sanieren. Zehn Milliarden Euro will er dieses Jahr durch Privatisierungen erlösen, 15 Milliarden im nächsten. Das sei mehr, als die restlichen Anteile von Post und Telekom hergeben, schimpfte die Opposition.

Selbst Angela Merkel empörte sich: Noch im Dezember hätte der Kanzler im Vermittlungsausschuss versichert, mehr als zwei, drei Milliarden ließen sich nicht verdienen. Merkel hatte die Rechnung ohne die KfW gemacht.

Auch die Analysten an der Börse witterten einen Trick. So viel lasse sich an den Märkten niemals platzieren, derart viel Geld hätten die Anleger nicht locker. Doch Eichel versicherte am Mittwoch nach der Kabinettssitzung ganz ruhig, die KfW werde dies schon hinkriegen.


Wie die KfW dies hinkriegen will, erfuhr die staunende Öffentlichkeit einen Tag später. Am Donnerstag, exakt ab 14 Uhr, startete die KfW mit der Deutschen Bank und der Investmentbank Goldman Sachs den Werbefeldzug für eine bislang nie da gewesene Anleihe.

Mit Hilfe dieses Wertpapiers will die Bundesregierung sich schon jetzt einen Teil jener 14-Milliarden-Euro-Forderung sichern, die Russland in den nächsten Jahren an Deutschland, den größten Geldgeber des Landes, zurückzahlen muss. Vier bis fünf Milliarden Euro will Eichel in diesem Jahr dadurch verdienen ? auch wenn einige Bundesbanker maulen, er schließe heutige Löcher, indem er später neue schaffe.

Das Geschäft mit den Russland-Schulden funktioniert vereinfacht gesagt so: Die Investoren kaufen Anleihen, die von einer eigens gegründeten Finanzgesellschaft verkauft werden. Der Milliardenerlös, abzüglich einer Marge für die beteiligten Banken, fließt in den Haushalt von Eichel. Der Finanzminister wiederum sichert zu, alle Zins- und Tilgungszahlungen aus Moskau künftig an die Anleger weiter zu leiten.

Verkauft werden diese Anleihen nur an Banken, Versicherungen oder Fonds, nicht aber an Privatkunden. In den nächsten Tagen bereits sollen sich zwei Teams, zu denen sowohl Bankmitarbeiter als auch Beamte des Finanzministeriums gehören, zur Roadshow aufmachen, also zur Verkaufstour.

Solch eine Anleihe auf Schulden beim Pariser Club, in dem die wichtigsten Gläubigerländer der Welt vereint sind, gab es noch nie. Nicht nur die beteiligten Banken, auch das Finanzministerium beweist damit Mut. Abteilungsleiter Jörg Asmussen hatte die Transaktion in den vergangenen Monaten in aller Stille vorbereitet, eine große Kanzlei die Verträge gefertigt.

Auch die Börsenprospekte wurden bereits vor einiger Zeit von den Aufsichtsbehörden genehmigt. Der Kanzler und Eichel überzeugten derweil die Regierung von Wladimir Putin, dass das Geschäft allen nützt. Für die Russen ändert sich wenig: Sie haben mit den Investoren nichts zu tun ? Deutschland bleibt weiter der einzige Ansprechpartner, der alleinige Gläubiger.

Die Russland-Anleihe wird nicht das letzte komplizierte Geschäft sein, das Eichel mit der KfW macht. Demnächst wird er der Bank rund zehn Milliarden Euro aus den Resten des Marshall-Funds übertragen: das ERP-Sondervermögen. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement hat dieses Geld bislang für billige Unternehmenskredite genutzt, die Frankfurter Bank wird die Wirtschaftsförderung fortführen, allerdings wesentlich effizienter, und verdoppelt mit dem Geldsegen aus Berlin zudem ihr Eigenkapital.

Letzteres wiederum schafft die Voraussetzung dafür, dass die KfW weitere Telekom- und Postaktien des Bundes übernehmen kann. Der Finanzminister hat bereits angekündigt, dass er sich auf diese Weise bis 2006 von sämtlichen T- und P-Anteilen trennen will. Die KfW will die Aktien, die Eichel bei ihr parkt, später nach und nach an der Börse verkaufen ? so weit es die Kurse hergeben.

Für die Staatsbank lohnt sich dies in jedem Fall: Sie erhält, ähnlich wie eine Investmentbank, für jedes Milliardenpaket, dass Eichel bei ihr parkt, eine Provision. Verkaufen die Staatsbanker die Aktien später dann mit einem Aufschlag, kassieren sie zudem einen Teil des Gewinns; der Rest geht an Eichel. Verkauft sie hingegen mit Verlust, muss der Finanzminister ihnen diesen ersetzen.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/138/34104/

 

27.06.04 09:12

34198 Postings, 7698 Tage DarkKnight1932

das war das Jahr vor 1933, als ein schmächtiger, introvertierter und unter Minderwertigkeitskomplexen leidender Österreicher die Macht übernahm.

Voraussetzung dazu waren:

- Überschuldung des Staats
- Verdruß am Parteiensystem.

Wo ist der Unterschied zu heute?Der Unterschied liegt darin, daß Bauernfänger keine Partei mehr gründen dürfen. Das ist gut.
Damit muß aber die Wahlabstinenz neu definiert werden: es handelt sich hierbei nicht  um die Verweigerung demokratischer Parteien, sondern um die potentielle Zustimming zu rechtsextremistischen Führern.

Ich denke mal, daß wir kurz vor 1933 stehen, wo der Pöbel die Macht übernommen hat.  

27.06.04 09:36

9161 Postings, 8012 Tage hjw2interessant dk


"Damit muß aber die Wahlabstinenz neu definiert werden: es handelt sich hierbei nicht  um die Verweigerung demokratischer Parteien, sondern um die potentielle Zustimming zu rechtsextremistischen Führern."

gehe ich recht in der annahme, dass sich der wähler gegenüber demokratischen parteien nicht verweigern würde..  

27.06.04 11:59

244 Postings, 6459 Tage alphaalphaUnkenrufe eines finsteren Ritters.

DarkKnight, deine pessimistischen Aussagen, z. B.: "Ich denke mal, daß wir kurz vor 1933 stehen, wo der Pöbel die Macht übernommen hat." kann ich mir nur mit ausgeprägter Depressivität erklären - zieht sich wie ein roter Faden durch deine Postings. Ich denke mal, dass wir in keinem Fall kurz vor 1933 stehen, wer so etwas behauptet, der will entweder provozieren oder aber zeigen, was für ein knallharter Kerl er doch ist, einer, der weiß wo es langgeht und deshalb rechtzeitig Wollpullover - und was weiß ich noch - eingelagert hat.

Horch, hör ich sie schon marschieren, die Massen? Schau, tut sich das Firmament auf und die apokalyptischen Reiter bringen Verderben? Riechst du nicht auch den Schwefelgestank der Hölle? ;-)

So weit ist es noch lange nicht und die eingelagerten Wollpullover werden längst von den Motten zerfressen sein, wenn wir in einer Welt Leben, die nach vorne schaut, Perspektiven anbietet und die Prophezeiungen des Nostradamus/finsteren Ritters als Narretei definiert.

Solltest du mir antworten, benimm dich bitte, ich lege Wert auf eine gepflegte Formulierung, Kraft- oder Fäkalausdrücke sind m. E. Zeichen schlechten Stils (kann natürlich sein, dass du auf Stil pfeifst).

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Grüne Sternchen? Nein danke! Entbehrlich für den User und überflüssiges Beiwerk; sie korrumpieren und durch ihren fremdbestimmten Charakter fehlt ihnen jegliche Objektivität.

Populanten von Domizilen mit fragiler, transparenter Außenstruktur, sollten sich von der Transformation von gegen Deformierung resistenter Materie distanzieren!
 

27.06.04 12:17

9161 Postings, 8012 Tage hjw2betabeta


dk überzeichnet gern *gg*
tatsächlich unterscheidet sich der demokratische zentralismus bei uns
nicht von dem der ddr..

immerhin brachten es die massen dort zu  der erstaunlichen erkenntnis
wir sind das volk...


schaun mer mal...  

27.06.04 12:32
1

9950 Postings, 7251 Tage Willi1Alfas Fussnote übersetzt:

Die Summe subterraler Agrarprodukte ist reziprok proportional zur Intellektualkapazität des Agronomen.

Weiteres dazu:

http://www.fertigs.de/autor.htm

Viel fun

Willi  

27.06.04 13:40

10665 Postings, 6331 Tage lumpensammleralpha

die Kommentare von DK mögen pessimistisch klingen, die zentrale Aussage wird aber von der Realität noch übertroffen.

Der Pöbel ist schon an der Macht, nur keiner merkts.  

27.06.04 14:22

244 Postings, 6459 Tage alphaalphaDefiniere "Pöbel" bitte etwas genauer!

"Pöbel" ist ein abschätziger Ausdruck für das "gemeine Volk". Damit wird gewöhnlich ein Mangel an Kultur, Stil, Feingefühl oder fehlender Sinn für "Höheres" u. ä. unterstellt.

Zitat: "Der Pöbel ist ekelhaft, scheußlich", dachte er. "Sie sind wie die Wölfe, die man nur mit Fleisch beruhigen kann."
Aus "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi (Übersetzung: Werner Bergengruen)

Wenn der Pöbel "schon an der Macht" ist, meinst du damit die etablierten Parteien (zu unterscheiden wäre hier zwischen vermeintlicher und tatsächlicher Macht, ergo "Schattenmacht"), eine bestimmte politische Richtung, Pöbel-Politiker, links- und rechtsextremer Pöbel oder aber auch Pöbel aus der Mitte heraus?

Wer von uns will von sich behaupten, er besäße ausreichend Kultur, Stil, Feingefühl oder Sinn für "Höheres", um sich vom "Pöbel" abzugrenzen, ohne sich selbst zu erhöhen und macht er sich nicht gerade dadurch einer Überheblichkeit schuldig, die letzten Endes auf Arroganz hinausläuft, die der "Pöbel" wiederum zurecht anprangern könnte?

Wenn hjw schreibt: "immerhin brachten es die massen dort zu  der erstaunlichen erkenntnis
wir sind das volk...", dann war es doch das "gemeine Volk", das zu dieser Erkenntnis gelangte; insofern könnte man in diesem speziellen Fall auch sagen, der "Pöbel" gibt und er nimmt, er gibt Freiheit und Demokratie oder er nimmt sie (Diktatur und Unterdrückung auch in Kauf).

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27.06.04 14:40

10665 Postings, 6331 Tage lumpensammlerSorry, ich war unpräzise

"Der Pöbel ist schon an der Macht" klingt vielleicht irreführend. Präziser formuliert lautet die Aussage "Der Pöbel hat bereits die Macht".

Mit dem Pöbel ist die Mehrheit des Volkes gemeint. Die Grundlage meines Urteils bildet der geistig-kulturelle Verfall, der sich seit Jahren oder Jahrzehnen in der Bevölkerung breit macht. Das Ersetzen der o.g. Werte durch pure und einfache Freizeitlust, Neid oder Existenzangst hat die Gesellschaft im sog. und von der amerikanischen Kultur dominierten Westen auf eine BigBrothergemeinschaft reduziert. Ersetze Bildung durch Konsum und die politische Antwort wird nicht lange auf sich warten lassen.

Jetzt, da es lieb gewonnenen Privilegien langsam an den Kragen geht und die Konsumfelle davonzuschwimmen drohen, stellt man unterschwellig plötzlich fest: Scheiße, dannn bleibt mir ja gar nichts mehr! Also, flugs der bösen Regierungspartei einen Denkzettel verpaßt, auf dass die Ausbeutung des Staates zu Lasten der Zukunft weiter gehen könne.

Das meinte ich mit dem Pöbel: Der Großteil des Volkes besteht aus Kleingeistern, Krämerseelen und Schmarotzern. Dummerweise hat jeder von ihnen das gleiche Wahlrecht. Eine Besserung ist also nicht in Sicht. Im Zweifel gewinnt der Abschaum sogar noch die Oberhand, womit wir wieder bei Dark Knight wären.  

27.06.04 15:07

21799 Postings, 7972 Tage Karlchen_I@DK: Eben - es fehlt an klarem sexuellem

Bewusstsein.

Deshalb greifen die Leute zu Ersatzbefriedigungen:

Religion (kann man sehr gut am Islam sehen), Fussball, Anke Dingsbums, Küblböck, CDU und Gerhard Schröder. Wobei mit Blick auf das triebbestimmte "Es" die CDU mit ihrer Spitzenkandidatin schon mal schlechte Karten hat.

Da ist mir nen auf der Parkbank philosophierender Penner lieber als nen um Pöstchen rangelnder, Ränke schmiedender Politiker oder der unvermeidliche Heimwerker, der Bohrmaschine mit Potenz verwechselt.  

27.06.04 16:34

244 Postings, 6459 Tage alphaalphaSo weit, so klar, lumpensammler.

Du schreibst: "der geistig-kulturelle Verfall, der sich seit Jahren oder Jahrzehnen in der Bevölkerung breit macht." - unbestritten; aber wie kann die Bevölkerung diesen Verfall stoppen oder anders gefragt, wer soll diesen Verfall stoppen, wenn der Großteil des Volkes aus "Kleingeistern, Krämerseelen und Schmarotzern" besteht - deiner Meinung nach? Wo sind die "Reformer" zu finden oder finden wir diese bereits in den Regierungsparteien oder überhaupt in den etablierten Parteien?

Wenn ich mir Ariva betrachte, als quasi Spiegelbild der Gesellschaft (soweit dies zutreffend wäre), dann sehe ich wenig Ansätze, das Ruder herumzureißen. Ein Talkforum, in dem Keulen unterschiedlichster Art geschwungen werden, in dem Diffamierung kein Fremdwort ist und das von vielen Usern in der Hauptsache dazu benutzt wird, eigene Positionen monologisierend mit teilw. Brachialgewalt durchzusetzen, das weder ein zumindest (in Teilen) begrenztes Maß an Netiquette bewahrt noch vor kleinkrämerischer Erbsenzählerei verschont bleibt - das gilt gleichermaßen für eine große Anzahl von Foren im Internet - zeigt klar und deutlich, wo der "geistig-kulturelle Verfall" seine Urständ feiert - m. E. in der Mitte des Volkes und wenn etwas angeschoben werden muss, dann aus der Mitte des Volkes heraus, es darf in keinem Fall den Politikern allein überlassen bleiben.

Wenn ich DarkKnights Positionen einbeziehe: "Überschuldung des Staats,
Verdruß am Parteiensystem" und seinen Vergleich: "daß wir kurz vor 1933 stehen" in meine Überlegungen einbeziehe, dann fällt mir ein längerer Artikel ein: "Die Bedeutung des Lautenbach-Plans heute", verfasst von Helga Zepp-LaRouche, mit Lyndon LaRouche verheiratet, hier der Link: http://www.bueso.de/rlp/seiten/lautenbach-plan.html - der im Grunde viele Wahrheiten enthalten müsste, vorausgesetzt, ich nehme ihre Ausführungen ernst und lege das von ihr beschrieben Szenario als gut recherchiert in die Waagschale.

Abhilfebescheid an Karlchen_I: Ich weiß Lyndon LaRouche einzuordnen und ich will DarkKnight mit diesem "Vergleich" keinesfalls irgendeinen Stempel aufdrücken, mir geht es lediglich um Erkenntnis!

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27.06.04 16:35

9161 Postings, 8012 Tage hjw2wenn unter pöbel

fehlender Sinn für "höheres" verstanden wird,
kann man auch sagen, dass der politische pöbel an der macht ist..

zwar durch demokratische wahl legimitiert, aber wegen wählertäuschung (falsche wahlversprechen, schröder) oder (wahlbetrug, bush)  moralische nicht legimitiert, das volk hat es so nicht gewollt, es wird gegen den willen des volkes bzw. der völkergemeinschaft regiert.

damit sollte die frage nach einer "anderen ordnung" die "höheres" nicht ausschliesst, erlaubt sein...  

@lumpensammler, ist abschaum eine steigerungsform von pöbel und dann auch eine gesellschaftliche minderheit :-)  

27.06.04 19:07

10665 Postings, 6331 Tage lumpensammler@alpha

Die Definition, wer es sich anmaßen darf oder sollte, über Pöbel und Nichtpöbel zu entscheiden, ist in der Tat schwierig. Das Wort Pöbel ist selbstverständlich etwas übertrieben, wenn es als Sammelbegriff für die Kleingeister, Schmarotzer und Krämerseelen herhalten muß, dafür um so plakativer. Ich würde mich also nicht lange damit aufhalten, über den Begriff zu diskutieren, sondern lieber würde ich erfahren, ob ich mich in der Einschätzung täusche. Bis dato sehe ich aber noch keine Anhaltspunkte, davon abzuweichen.

Wer oder wie man es ändern könnte? Da hat wahrscheinlich jeder sein Patentrezept in Form der Parteiprogramme greifbar. Aber realistisch betrachtet, hieße es, ein ganzes Volk, wahrscheinlich sogar eine ganze Wertegemeinschaft, kurzfristig umzuerziehen. Da muß ich passen, ist ne Nummer zu groß für mich. Keine aber auch wirklich überhaupt keine Ahnung!

@hjw
Ja, der Abschaum ist die Steigerung von Pöbel und langfristig wohl größtenteils in der Minderheit, was aber kurzfristige historische Mehrheitspeaks nicht ausschließt. Nur, nicht jede Minderheit ist auch automatisch schützenswert.  

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