Deutschlands Manager gehören in Europa

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neuester Beitrag: 10.05.05 10:37
eröffnet am: 10.05.05 08:17 von: bullybaer Anzahl Beiträge: 14
neuester Beitrag: 10.05.05 10:37 von: MaxCohen Leser gesamt: 573
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10.05.05 08:17

7289 Postings, 7139 Tage bullybaerDeutschlands Manager gehören in Europa

zu den Spitzenverdienern


Gummersbach (AP) Deutschlands Manager gehören zu den am besten bezahlten Führungskräften in Europa. Geschäftsführer mit 500 bis 1.000 Mitarbeitern verdienen in der Bundesrepublik nach einer am Montag von der Unternehmensberatung Kienbaum veröffentlichten Vergütungsstudie durchschnittlich 285.000 Euro im Jahr. Mehr Geld verdienen Manager in vergleichbarer Position nur noch in Österreich. In Frankreich und den Niederlanden müssen sich Geschäftsführer dagegen mit deutlich niedrigeren Gehältern zufrieden geben.

Ein Manager in Frankreich verdient der Studie zufolge durchschnittlich mit 118.415 Euro nicht einmal halb so viel wie sein deutscher Kollege. Ein Manager in den Niederlanden hat mit 185.340 Euro immerhin ein Drittel weniger in der Tasche als sein Kollege jenseits der Grenze.

Im vergangen Jahr stiegen die Gehälter deutscher Geschäftsführer der Studie zufolge um 2,9 Prozent und damit deutlich stärker als die «normaler» Arbeitnehmer, die sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit einem Plus von rund 2 Prozent bescheiden mussten. Auch in diesem Jahr können die Manager in Deutschland Kienbaum zufolge mit einem Anstieg der Gehälter um rund 3 Prozent und damit deutlich über der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung rechnen.

Allerdings fallen die Gehaltserhöhungen für Manager in einigen anderen Ländern noch deutlich höher aus. So sollen der Studie zufolge die Managergehälter in Irland 2005 um 7 Prozent und in Frankreich und Spanien um je 3,7 Prozent steigen.

Der Untersuchung zufolge gewinnen variable Vergütungsbestandteile bei Managern zur Steigerung der Leistungsmotivation immer mehr an Bedeutung. In Deutschland erhalten bereits 84 Prozent und in Spanien 71 Prozent der Geschäftsführer Bonifikationen in Abhängigkeit vom erzielten Unternehmensgewinn.

Daneben spielen auf Managementebenen Zusatzleistungen wie die Betriebliche Altersversorgung und der Firmenwagen eine wichtige Rolle. So fahren der Studie zufolge in Deutschland 98 Prozent der Geschäftsführer einen Dienstwagen.

Montag 9. Mai 2005, 15:18 Uhr, www.yahoo.de


Wirklich bemitleidenswert ?!?!

mfg
bb  

10.05.05 08:25

1320 Postings, 6043 Tage HausmeisterKrauseUnd genau diese Bonifikationen sind das Übel

für Investititonen am Standort Deutschland und verantwortlich für die hohe Zahl an Arbeitslosen. Ist doch klar, wer eine Boni bekommen kann probiert auch diese am Jahresende einzufahren, egal wie. Und klappt es dieses Jahr nicht dann im nächsten garantiert, wenn hier Kosten gesenkt und dann im Ausland günstiger produziert oder gearbeitet wird;-)  

10.05.05 08:26

10153 Postings, 6700 Tage big lebowskyJa--das stimmt

Mannesmann-Prozeß
Bundesanwaltschaft stuft Klaus Esser als Täter ein


09. Mai 2005 Generalbundesanwalt Kay Nehm läßt an den Freisprüchen im Mannesmann-Prozeß unter anderem für den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kaum ein gutes Haar. Das zeigt der 55 Seiten umfassende Schriftsatz, der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt.


Die Bundesanwaltschaft hatte kürzlich beschlossen, sich der Revision der Düsseldorfer Staatsanwälte gegen das Urteil der örtlichen Wirtschaftsstrafkammer anzuschließen (F.A.Z. vom 5. April, Bundesanwalt will Mannesmann-Strafe). Aus der schriftlichen Begründung wird nun der erhebliche Umfang der Vorwürfe aus Karlsruhe wegen der damaligen "Anerkennungsprämien" und "Pensionsabfindungen" von insgesamt 57 Millionen Euro für amtierende und frühere Manager sowie deren Angehörige deutlich.

?Aus eigennützigen Motiven die Unwahrheit gesagt?


Generalbundesanwalt Nehm
Der ehemalige Mannesmann-Vorstandsvorsitzende Klaus Esser hat sich aus der Sicht der Chefankläger sogar als Täter einer Straftat, der Untreue, schuldig gemacht. Das Landgericht hatte die Anklage gegen ihn lediglich wegen Beihilfe dazu zugelassen. Doch Essers Verhalten habe sich "nicht in der Entgegennahme einer nicht verlangten oder erbetenen Zahlung erschöpft", unterstreicht die Behörde.

Der frühere Aufsichtsrats-Vorsitzende Joachim Funk stellt sich nach Meinung der Bundesanwaltschaft als besonders kriminell dar. Bei der Beschlußfassung im Aufsichtsratsausschuß für Vorstandsangelegenheiten (Präsidium) habe er dem Gremium als dessen Vorsitzender "eine wesentliche Entscheidungsgrundlage" vorenthalten, indem er ein kritisches Rechtsgutachten verschwiegen habe. Die Berücksichtigung dieser Expertise hätte nämlich "jedenfalls zu einer wesentlichen Verminderung des eigenen Abfindungsbetrags geführt", kreiden die Strafverfolger Funk an. Deshalb legten es die von der Strafkammer getroffenenen Feststellungen nahe, "daß der Angeklagte Professor Funk aus eigennützigen Motiven die Unwahrheit gesagt hat". Nahe liege die Möglichkeit einer "aus Eigennutz verübten Täuschung der Entscheidungsträger".

Zwickel hätte Stimmabgabe verhindern müssen

Auch die Verteidigungsstrategie des einstigen IG-Metall Chefs Klaus Zwickel hat vor den Augen der Bundesanwaltschaft keinen Bestand. Seine Strafbarkeit wegen Untreue werde nicht dadurch infrage gestellt, daß er sich bei den Beschlüssen über die "Anerkennungsprämien" der Stimme enthalten habe. Nach Auffassung der Karlsruher Ankläger hat Zwickel vielmehr den Straftatbestand der Untreue "durch unterlassene Verhinderung der pflichtwidrigen Entscheidungen erfüllt". Zu diesem zumutbaren Verhalten wäre er verpflichtet gewesen. So hätte er bei einer Abstimmung, an der er nur telefonisch teilnahm, die Stimmabgabe verweigern müssen - dann wäre das Gremium nicht beschlußfähig gewesen.

Keine Billigung findet ferner die gnädige Einschätzung der Düsseldorfer Landrichter, die Angeklagten hätten sich auf einen "unvermeidbaren Verbotsirrtum" berufen könne. So habe Ackermann unmittelbar vor einer Entscheidung über das "Geldgeschenk" für Funk an einer Sitzung des Bilanzausschusses teilgenommen, in der die Wirtschaftsprüfer der KPMG ihre Bedenken - nicht nur hinsichtlich der Beschlußformalien, sondern auch hinsichtlich der Höhe der Beträge - erörtert hätten. Die Begründung der Angeklagten, Funk habe für seine früheren Verdienste angemessen entlohnt werden sollen, war nach Karlsruher Lesart "lediglich vorgetäuscht" und diente dazu, "willkürliches Verhalten zu verdecken". In Wirklichkeit sei "allein der Wunsch des Bedachten ins Gewicht gefallen".

Verstoß gegen Corporate Governance Kodex

Grundsätzlich geht die Bundesanwaltschaft von "gravierenden Pflichtverletzungen" aus, auch wenn sie dieses Kriterium - anders als das Landgericht - nicht für erheblich hält. Der ohnehin vor der Zerschlagung stehenden Mannesmann AG hätten die Zahlungen nicht nutzen könne. Damit sei aber das Grundgebot des Untreue-Paragraphen - die Beachtung der Vermögensinteressen des Treugebers - völlig außer Acht gelassen worden.

Aus heutiger Sicht verstießen die Zahlungen auch gegen den Deutschen Corporate Governance Kodex. Esser sei mit weiteren 33 Millionen DM für Gehalt, Boni, Dienstwagen und Sekretärin ohnehin "großzügig entschädigt" worden. Mit seinem Versuch, die feindliche Übernahme abzuwehren, sei er gescheitert, seine andere Tätigkeit sei durch seine reguläre Vorstandsvergütung abgegolten. Weil die Feststellungen des Landgerichts zu all dem aber teilweise widersprüchlich und fernliegend seien, müsse der Bundesgerichtshof eine neue Hauptverhandlung anordnen.


Text: jja., F.A.Z., 10.05.2005, Nr. 107 / Seite 15
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb




 

10.05.05 08:27

10153 Postings, 6700 Tage big lebowskyWo die Kohle herkommt, ist egal

da wird gelogen, getäuscht, verschoben und abgegriffen. Wichtig: Auch die Gewerkschaften--Zwickel--sind oder waren dabei.Falls mal wieder einer von Heuschrecken spricht....  

10.05.05 08:30

Clubmitglied, 46297 Postings, 7542 Tage vega2000Ja nee, ist klar

Warum sonst gibt es Aktienrückkaufprogramme.

Die Bezahlung einzelner Topmanger steht im keinen Verhältnis zu deren Bezahlung, -ich sach nur Schrempp.....  

10.05.05 09:29
1

7289 Postings, 7139 Tage bullybaerFairerweise muss erwähnt werden,

dass o.ä. Personengruppe natürlich deutlich mehr arbeitet als
35h pro Woche und auch mehr Verantwortung trägt als der normale
deutsche Arbeitermichl.

Bleibt noch die Frage offen ob in der o.g. Statistik, Abfindung
Firmenwagen, Rentenvertrag etc. schon enthalten sind.

Entscheidend bleibt sicher das Verhältnis Leistung und Bezahlung,
dass aber aus der Sicht des Arbeitnehmers bzw. der Shareholder
durchaus unterschiedlich eingeschätzt werden dürfte.


mfg
bb  

10.05.05 09:32

59073 Postings, 7464 Tage zombi17Was haben die denn für eine Verantwortung?

Wenn die Mist bauen, nehmen die Ihren Hut und die fette Abfindung. Wenn der kleine Arbeitnehmer Mist baut, nimmt er seine Papiere und Onkel Hartz.  

10.05.05 09:39

1320 Postings, 6043 Tage HausmeisterKrauseSicher mehr Verantwortung

stellt sich nur die Frage nehmen Sie diese auch wahr? Verantwortlich für seine Angestellten und deren Familien, für die Expansion im gesunden Rahmen, für den Fortbestand etc. Aber wie zombi 17 richtig erkannt hat, gemäß dem Beispiel Fischer Verantwortung "ja" Rechenschaft "nein". Es wird überall nur noch bis morgen sprich bei der Wirtschaft bis zum nächsten Quartalsbericht und in der Politik bis zur nächsten Wahl gedacht, deshalb gibt es bei uns auch keine Perspektiven mehr;-)  

10.05.05 09:40

15401 Postings, 5873 Tage quantasZombi


Der ist gut "Onkel Hartz"

Greez quantas  

10.05.05 09:45

5261 Postings, 6684 Tage Dr.Mabusezombi hat´s voll erfaßt!

Diese sog. Manager haben sich doch dermaßen nach allen Seiten abgesichert, daß denen im Falle eines persönlichen Super-GAU weniger passieren kann als einen im 40-jährigen Staatsdienst stehenden Beamten auf Lebenszeit. Goldener Handschlag, frühzeitige üppige Pensionszusage etc. "Konsequenzen"?? Nur noch Worthülsen wie bei Fischer im Visa-Ausschuß  

10.05.05 09:58

1502 Postings, 7469 Tage MaxCohenVerantwortung für was denn?

Die einzige Verantwortung, die ich bei den angeblichen Managern erkennen kann ist die für ihr persönliches Wohlergehen. Diese Spitzenmananger sind doch in den meisten Fällen auch nur Angestellte des Unternehmens und nicht etwa Unternehmer, dh im Zweifelsfall interessiert sie dann doch mehr, was für sie rausspringt und nicht, was dem Unternehmen nutzt.

Und wenn hier dann auch noch mit Arbeitszeiten und der 35h-Woche der gierigen Arbeitnehmer argumentiert wird; die Woche hat meines Wissens nur 168h, also wäre es nach dieser Argumentation nur fair, wenn die Managergehälter auf das maximal fünffache des normalen Arbeiters beschränkt würde. Eine DaimlerChrysler könnte so allein beim Vorstand wahrscheinlich locker einige Mio €/Jahr einsparen. Wie gesagt, das ist nur eine Weiterspinnerei des Arbeitszeitarguments.





Grüße Max  

10.05.05 10:01

7289 Postings, 7139 Tage bullybaer#10 stimmt

Herr Claasen von der EnBW ist meines Wissens so ein Beispiel.

mfg
bb  

10.05.05 10:16

7289 Postings, 7139 Tage bullybaer@Max

Die Aussage in #6 war eigentlich etwas ironische gemeint.

Ich wollte hier nicht gegen die Arbeitnehmer argummentieren,
obwohl es den Industriearbeitern im Vegleich zum einfachen
Handwerker oder Schuhverkäufer eigentlich bledendt geht. Um den Verlust
des Arbeitsplatzes müssens diese Personengruppen leider
gleichermaßen bangen.

mfg
bb  

10.05.05 10:37

1502 Postings, 7469 Tage MaxCohenbullybaer

Oh, das habe ich dann nicht bemerkt. Naja ich hab's dann halt mit etwas Holzhammer-Ironie ergänzt ;-)





Grüße Max  

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