Deutschland im Jahre Null

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neuester Beitrag: 08.05.05 17:35
eröffnet am: 08.05.05 13:41 von: Sitting Bull Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 08.05.05 17:35 von: BeMi Leser gesamt: 618
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08.05.05 13:41

4560 Postings, 7814 Tage Sitting BullDeutschland im Jahre Null

arte tv, Sonntag, den 8. Mai 2005 um 23.20 Uhr

Ein Film, den man gesehen haben sollte. Schon wegen der Aufnahmen an Originalschauplätzen in Berlin.  

08.05.05 13:56

4101 Postings, 5915 Tage IDTE2Woher wissen die denn heute schon

wie Berlin 2006 nach der Bundestagswahl aussieht!?


:-)  

08.05.05 13:59

4560 Postings, 7814 Tage Sitting BullHeute ist kein Tag für Witze. o. T.

08.05.05 14:18
2

4428 Postings, 6698 Tage Major TomFragen nach Verführbarkeit und Schuld.

Germania, anno zero; düsteres Nachkriegsdrama über die Absurdität der Nazi-Ideologie:

Sonntag, den 8. Mai 2005 um 23.20 Uhr    
Deutschland im Jahre Null

Der Themenabend "Der Fall von Berlin"
Italien / Deutschland 1947/48, 70 Min.
Regie: Roberto Rossellini

Auf seinen Streifzügen durch die zerbombte Stadt trifft Edmund auf seinen ehemaligen Lehrer Enning. Dieser versucht den orientierungslosen Jungen zu verführen, was ihm jedoch misslingt. Enning, ein ewig Gestriger, der sich seinen Unterhalt mit dem Verkauf von Nazi-Devotionalien verdient, bringt seinen ehemaligen Schüler dazu, für ihn ein Grammophon mitsamt einer Schallplatte mit einer Hitlerrede an einen US-Amerikaner zu verscherbeln und sich so in Lebensgefahr zu begeben. Rücksichtslos infiltriert er den autoritätshörigen Jungen mit nationalsozialistischem Gedankengut: Es sei das Gesetz der Natur, dass alles Schwache untergehen müsse und nur das Starke überleben dürfe. Edmund setzt die Ideen seines Lehrers in die Tat um. Heimlich vergiftet er seinen kranken Vater und berichtet dem Lehrer stolz von seiner vermeintlichen Heldentat. Dieser weist ihn entsetzt zurück und nennt ihn ein Monster.

Ziellos irrt Edmund nun durch die Straßen. Von einem Trümmerhaufen aus beobachtet er die Beerdigung seines Vaters und hört, wie seine Schwester verzweifelt nach ihm ruft. Im Bewusstsein seiner Schuld wählt Edmund den Freitod.

Mit DEUTSCHLAND IM JAHRE NULL schuf Roberto Rossellini einen der beeindruckendsten und verstörendsten Nachkriegsfilme. Der Film wurde im Sommer 1947 an den Originalschauplätzen im völlig zerstörten Berlin gedreht und schließt nach ROM - OFFENE STADT und PAISA Rossellinis TRILOGIE DES KRIEGES. Bis auf wenige Ausnahmen arbeitete Rossellini in diesem Film ausschließlich mit Laiendarstellern. Gerade hierdurch wird die Authentizität von DEUTSCHLAND IM JAHRE NULL noch gesteigert.

Virtuos verknüpft Rossellini ein Einzelschicksal mit dem Schicksal eines Volkes und erörtert eindringlich die Fragen nach Verführbarkeit und Schuld der Deutschen. Rossellinis Filmsprache hat Kinogeschichte geschrieben. Bilder von zerbombten Wohn- und Geschäftshäusern stehen neben Aufnahmen von der zerstörten Reichskanzlei. Über das Trümmerfeld Berlin lässt Rossellini die Stimme Adolf Hitlers aus einem Grammophon schallen und beschwört damit noch einmal gespenstisch den Albtraum des Tausendjährigen Reichs.

Roberto Rossellini

Roberto Rossellini wurde am 8. Mai 1906 in Rom geboren und kam als Atelierarbeiter und Techniker zum Film. Nach einigen Kurzfilmen drehte er 1941 seinen ersten Spielfilm LA NAVE BIANCA und erlangte bereits drei Jahre später mit ROMA - CITTÀ APERTA Weltruhm als Regisseur. Mitte der 1950er Jahre reiste Rossellini für längere Zeit nach Indien und drehte dort Dokumentarfilme. Nach seiner Rückkehr konnte er nicht mehr an den früheren Erfolg anschließen und drehte daraufhin überwiegend "szenische Dokumentationen" für das Fernsehen. Der Meister des Neorealismus, der ein völlig neues Verhältnis zur Wirklichkeit im Film einführte, starb am 3. Juni 1977 in Rom. [...]

Quelle: ARTE

Ciao!

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"Guatln"
 

08.05.05 17:35
2

10041 Postings, 6896 Tage BeMi20:45 auf Arte


Sonntag, 8. Mai 2005 um 20:45
VPS :
20.45
Wiederholungen :
10.05.2005 um 15:15

Die letzte Schlacht
Dokumentarfilm, Deutschland 2004
Regie: Hans-Christoph Blumenberg


Tausend Jahre sollte das Dritte Reich währen, doch 1945 geht es in einer letzten großen Schlacht um Berlin nach zwölf Jahren unter. Zwischen dem 20. April und dem 2. Mai 1945 findet der letzte Akt in der deutschen Hauptstadt statt. Das Ende der Hitlerdiktatur spielt sich in Berlin an vielen Schauplätzen ab. Der Film rückt Einzelschicksale mit Spielszenen in den Mittelpunkt und zeigt ergänzende Archivsequenzen und Aussagen von Zeitzeugen.


Das Doku-Drama zeichnet 13 Tage nach, die in der Geschichte Deutschlands einzigartig sind: Es geht um die Zeit vom 20. April bis zum 2. Mai 1945. Diese Tage spiegeln den letzten Akt in der Geschichte eines Reiches, das tausend Jahre dauern sollte und nach zwölf Jahren in Gewalt und Feuer unterging. Schauplatz des Films ist Berlin. Alles, was den Krieg ausmachte, ballte sich in diesen Tagen in der deutschen Hauptstadt, die Hitler zum Zentrum der Welt machen wollte. Während der Diktator in den Katakomben seines Bunkers unter der Reichskanzlei mit Geisterdivisionen operierte und sich erst im letzten Augenblick das Leben nahm, tobte auf den Straßen, in den Kellern der zerstörten Stadt "Die letzte Schlacht". Halbwüchsige wurden ohne Sinn geopfert, Frauen vergewaltigt. Gläubige Parteigenossen, die den Sieg der Truppen Stalins als den Untergang der Welt begreifen wollten, nahmen sich zu Tausenden das Leben. Jahrelang versteckt gehaltene Juden hofften auf Befreiung. Und altgediente Kommunisten fahndeten nach ihren gut versteckten oder gar vergrabenen Parteibüchern.

Das kleine Extra
Erzählt werden Geschichten wie die einer jungen Krankenschwester, die aufopferungsvoll schwer verletzte Soldaten pflegte, eines Radiosprechers, der bis zum bitteren Ende in seinem Rundfunkbunker ausharrte, sowie eines sowjetischen Generals, dem es in erster Linie um das Wohl der Berliner Bevölkerung ging. Gespielt werden all diese Figuren von namhaften Schauspielern wie Anna Maria Mühe, Tom Schilling, Tim Bergmann, Christian Redl, Katharina Wackernagel, Jörg Schüttauf, Fabian Busch und Irm Hermann. Aus Spielszenen, die eindringlich zeigen, was Kameras damals nicht festgehalten haben, aus Archivsequenzen und bewegenden Aussagen deutscher und russischer Zeitzeugen entstand ein Doku-Drama über die letzte Schlacht, die das Ende der NS-Herrschaft besiegelte. Zu den Zeitzeugen, die in dem Doku-Drama "Die letzte Schlacht" zu Wort kommen, gehören unter anderem ein jüdischer Einwohner Berlins, der mehrere Jahre in Gestapo-Haft verbracht hat, ein Sprecher des Großdeutschen Rundfunks Berlin, der in russische Gefangenschaft geriet, und eine Frau, die nach mehrfacher Vergewaltigung schwanger wurde. Hans-Christoph Blumenberg, geboren am 1. März 1947, studierte Geschichte und Germanistik in Köln und Washington D. C. und arbeitete viele Jahre als Filmkritiker. Seit 1984 realisiert er als Regisseur und Autor Kino- und Fernsehfilme und ist seit 1996 auch Theaterregisseur an den Hamburger Kammerspielen. 1993 gründete er mit Patrick Brandt die Rotwang Film Produktion. Hans-Christoph Blumenberg lebt heute in Hamburg und drehte bislang 26 Filme als Regisseur. Für sein Drehbuch für den Film "Beim nächsten Kuss knall ich dich nieder!" erhielt er 1996 das Filmband in Gold des Deutschen Filmpreises und wurde 2001 für sein Drehbuch für das "Deutschlandspiel" mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Auswahl aus seiner Filmografie: "Tausend Augen" (1984), "Der Sommer des Samurai" (1985), "Der Madonna-Mann" (1986), "In meinem Herzen, Schatz ..." (1989), "Rotwang muss weg!" (1994), "Beim nächsten Kuss knall ich dich nieder!" (1995), "Die Verbrechen des Professor Capellari" (1997), "Hirnschal gegen Hitler" (1999), "Deutschlandspiel" (2000), "Planet der Kannibalen" (2001) und "Der Aufstand" (2003).

Zu unserem entsprechenden Online-Dossier


 

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