Top-Foren

Forum Stunde Tag
Gesamt 92 817
Talk 34 682
Börse 51 121
Devisen 15 20
Blockchain 15 19
Rohstoffe 4 16

Deshalb geht es runter

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 27.04.01 00:10
eröffnet am: 26.04.01 21:37 von: Börsi Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 27.04.01 00:10 von: taipan09 Leser gesamt: 476
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

26.04.01 21:37

976 Postings, 7760 Tage BörsiDeshalb geht es runter

Datum: 26.04. 21:28 FED-Präsident spricht von bedrohlichen Aussichten


Einen steinigen Weg stellte der Präsident der FED-Bank in San Francisco, Robert Parry, der US-Konjunktur in den nächsten Monaten in Aussicht und heizte damit Spekulationen auf weitere Zinssenkungen erneut an.

Parry benutzte bei seiner Rede am Donnerstag vor einem Universitätsgremium dabei eine Sprache, die unter Beobachtern als typisches Signal für weitere Zinssenkungen gilt. So verkündete Perry, die FED werde in absehbarer Zeit die weitere Wirtschaftsentwicklung mit Argusaugen beobachten. Im Zentrum der Betrachtungen stünden dabei vor allem die US-BIP-Zahlen (GDP) für die ersten drei Monate der Jahres 2001, die am Freitag bekannt gegeben werden sollen.

Parry erklärte, das Wachstum zur Zeit bewege sich nur minimal im positiven Bereich, wenngleich auch eine Rezession nicht eingetreten wäre. Es bestünden jedoch erhebliche Risiken, daß die Wirtschaft noch weiter nach unten abrutsche.

© GodmodeTrader.de

 

26.04.01 22:14

34209 Postings, 7766 Tage DarkKnightdazu EZB: politisch korrekt (ökonomisch daneben?)

Man mag die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Zinsen nicht zu senken, begrüßen, verstehen oder kritisieren. Eines aber ist sicher: Sie war politisch korrekt. Vor zwei Wochen noch konnte man den verweigerten Zinsschritt ob der zur Schau getragenen Starrköpfigkeit als Trotzreaktion verurteilen. Gestern dagegen blieb der europäischen Notenbank gar keine andere Wahl. Zu laut und vielstimmig waren sie seitdem geworden, die Forderungen nach niedrigeren Zinsen.
Dass sich der Handlungsspielraum für die EZB in nur 14 Tagen derart eingeengt hat, hat aber auch noch einen anderen Grund, den die Notenbank selbst zu verantworten hat. Es sind die Äußerungen, mit denen in der jüngsten Pressekonferenz die (Nicht-)Entscheidung begründet worden war. Trotz deutlicher Signale für eine Delle im wirtschaftlichen Wachstum war die EZB verbal zurückgerudert und hatte, was viel schwerer wiegt, auch die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung zunichte gemacht. Das lässt sich an den Geldmarkt-Futures ablesen, in denen erst für September ein Zinsschnitt um 25 Basispunkte in Rechnung gestellt ist.

Eine Zinssenkung zum jetzigen Zeitpunkt hätte also nicht nur all jenen Munition geliefert, die schon vor der Konstituierung der EZB Zweifel an deren Unabhängigkeit hegten, sondern auch die Glaubwürdigkeit der noch immer jungen Institution infrage gestellt. Die EZB kann es sich nämlich im Gegensatz zu manch einem Firmenvorstand nicht leisten, nach dem Motto "Was stört mich mein Geschwätz von gestern" zu handeln.

Gleichwohl ist die gestrige Entscheidung gegen eine Zinssenkung aus ökonomischer Sicht in Zweifel zu ziehen. Die Vehemenz, mit der sich nicht nur die Konjunktur in den USA, sondern auch weltweit abschwächt, lässt Skepsis an all zu optimistischen Wachstumsprognosen für Euroland berechtigt erscheinen. Keine Frage, die vornehmlichste Aufgabe der EZB ist es, für Preisstabilität in der Eurozone zu sorgen. Wenn diese jedoch erreicht ist, soll die Zentralbank auch das Wachstum unterstützen.

Wenngleich die jüngsten Inflationszahlen alles andere als Entspannung an der Preisfront signalisieren, darf der temporäre Charakter der Preistreiber nicht vergessen werden. Darauf hat die EZB selbst hingewiesen. Für schädliche, weil dauerhafte Zweitrundeneffekte in Form überzogener Lohnforderungen gibt es bislang außer den üblichen Drohgebärden der Gewerkschaften keinen Beleg. Und es gibt einen Hoffnungsschimmer, dass die EZB in Kürze den Mut zu politisch und zugleich ökonomisch korrektem Handeln findet: die dieser Tage zu veröffentlichenden Daten zur Geldmengenentwicklung im März.




Börsen-Zeitung, 27.4.2001
 

26.04.01 22:57

4312 Postings, 8128 Tage Idefix1Europäische Politiker

sind wohl absolut schwachsinnig - Forderungen mit breit geschwellter Brust und unisono zu stellen und damit die Umsetzung von vornherein als utopisch einzustufen. Das ist der nachteil von einer Horde von Profilneurotikern...

... die flankiert werden von einem inkompententen, weinerlichen ZBK-Präsidenten, der langfristig aber eher Recht bekommen wird. Denn Alan der Große spielt - aufgrund seines schlechten Blattes - Harakiri-Poker. Noch vor kurzem war das Wort Stagflation in aller Munde - mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt es auch wieder in Mode - und dann lieber Alan wirst Du entweder zurückrudern müssen (d.h. zumindest Null weitere Zinssenkungen) oder Du baust Deinem Nachfolger ein riesiges Inflationspotential auf, das dieser in keinem Fall so schnell abbauen kann - mit hochwahrscheinlich sehr negativen Folgen für die Aktienmärkte.

Vielleicht noch nicht morgen (evtl. aber doch schon angesichts der wohl am Nachmittag anstehenden US-Zahlen) - aber ich denke schon seit gestern an Long Puts - ich weiß nur noch nicht auf was: S+P, DAX, Euro-STOXX werden in dieser Reihenfolge von präferiert.  

26.04.01 23:14
1

34209 Postings, 7766 Tage DarkKnight@Idefix1: die "unumstrittenen Götter" des

wasauchimmer verabschieden sich im Moment des höchstmöglichen, bis zum ende ausgereizten, nicht mehr beherrschbaren Chaos (und schreiben Geschichte):

Helmut Kohl
Franz Beckenbauer (Nationaltrainer mit zweifelhaftem WM-Erfolg)
Paul Volcker (mit unzweifelhafter Reagan-Aversion)
Oscar Lafontaine (mit Visionen, für die wir noch nicht reif sind)
Lothar Späth (mit dem Raffe-Schaffe-Häusle-Bauer-ihr-könnt-mich-syndrom)
Edzard Reuter (mit dem beleidigten Sozi-Syndrom a la Brüning)
Rohwedder (abgetreten worden)
Breuel (abgetreten worden durch Beförderung)

usw, usw, die Liste kann endlos fortgesetzt werden.


Das Problem ist, Entscheidungen werden nie gefällt ... man wartet auf die Konsequenzen und verpulvert Engagement, Intelligentsia, Durchhaltevermögen, Kraft, was auch immer ... es zieht sich durch die ganze Gesellschaft, durch alle Lebensbereiche .... jeder wohlgemeinte Versuch der vernünftigen, vorausschauenden Planung scheitert an ........

DER BILDZEITUNG UND DEM DAMIT EINHERGEHENDEN ERFOLGREICHEN VERSUCH, DIE VERDUMMUNG NICHT DURCH GESETZE, SONDERN DURCH FEINDBILDER DURCHZUSETZEN.

PS: ich kaufe täglich Bild, will ja noch mitreden können, hehe
 

26.04.01 23:39

4312 Postings, 8128 Tage Idefix1Gute Rede, DK o.T.

27.04.01 00:04

413 Postings, 7534 Tage woody wUnsere verkrustete Gesellschaft !!!

Sehr gut charakterisiert, DK!  

27.04.01 00:10

1030 Postings, 7705 Tage taipan09hey DK...lass bloß den Franzl in Ruhe

und auch Lothar Späth ist kein schlechter  

   Antwort einfügen - nach oben