Der prominente Ökologe James Lovelock fordert den

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neuester Beitrag: 01.06.04 11:19
eröffnet am: 31.05.04 20:49 von: BeMi Anzahl Beiträge: 28
neuester Beitrag: 01.06.04 11:19 von: 54reab Leser gesamt: 698
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31.05.04 20:49

10041 Postings, 7101 Tage BeMiDer prominente Ökologe James Lovelock fordert den

Der prominente Ökologe James Lovelock fordert den Wiedereinstieg in die Kernenergie.

Konsens ist langfristig nicht nur Gift für die Demokratie, sondern vor allem Gift für den wissenschaftlichen Diskurs. Wenn ein Konsens erst mal erreicht ist, hakt man das Thema ab - trotz neuer Fakten.

In der vergangenen Woche gab es eine Meldung, die die britische Öffentlichkeit aufgewühlt, in Deutschland dagegen so gut wie keine Verbreitung gefunden hat. Sie kam von Professor James Lovelock, einem der berühmtesten Klimaforscher und Ökologen der Welt. Nur noch ein Wiedereinstieg in die Kernenergie könne die drohende Klimakatastrophe verhindern, sagte der berühmte Autor der Gaia-Theorie, nach der die Erde sich wie ein selbstregulierendes Lebewesen verhält.


Der 84-jährige Wissenschafter ist kein Lobbyist der Kernindustrie, sondern einer der großen wissenschaftlichen Kronzeugen der Umweltbewegung. Lovelock behauptet, dass die Erwärmung der Erdoberfläche stärker zugenommen hat, als man bislang vermutet hatte. Kraftwerke auf der Basis von Kohle, Öl und anderen fossilen Brennstoffen tragen wegen der Emission von Kohlendioxid zur globalen Erwärmung bei. Nur durch einen schnellen Ausbau von Kernkraftwerken lässt sich die Katastrophe noch verhindern.


Lovelock, bislang ein Gegner der Kernindustrie, führt vor allem das Zeitargument ins Feld. Zwar seien alternative Energien weiterhin wünschenswert, doch könnten sie die klassischen Kraftwerke nicht ausreichend schnell ersetzen.



Krise der Umweltbewegung


Lovelocks Äußerungen haben die Umweltbewegung in Großbritannien in eine Krise gestürzt. Mit seinen neuen Thesen legt er den Finger auf einen unüberbrückbaren historischen Zielkonflikt innerhalb der Bewegung, auch und insbesondere bei den deutschen Grünen. Die Ablehnung der Atomkraft nicht nur irgendein Thema der Grünen, sie ist das Urthema schlechthin, der Grund ihres politischen Aufstiegs in den späten 70er und 80er Jahren. Heute im Zeitalter des Atomausstiegs genießt der Kampf gegen die globale Erwärmung die höchste Priorität. Und jetzt behauptet ein bekannter Wissenschaftler, der Kampf gegen die Erwärmung und der Ausstieg aus der Atomenergie seien miteinander inkompatibel - und zwar gerade weil es der Umwelt schlechter geht als bislang vermutet. Die Tatsache also, dass die Grünen in der Vergangenheit Recht hatten, bedeutet nun in letzter Konsequenz, dass sie eine ihrer wichtigsten Grundüberzeugungen über Bord schmeißen müssen. Die Empörung ist verständlich.


Für Lovelock sind das Schmelzen grönländischen Eises, das zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt, sowie die europäische Hitzewelle im August vergangenen Jahres ominöse Warnzeichen dafür, dass die Erwärmung der Erdoberfläche schnell voranschreitet. Der Hauptgrund für diese rasante Entwicklung sei das Verhalten amerikanischer Regierungen. Bis heute stellen die Amerikaner die Theorie der Klimaänderung in Frage.


Lovelock vergleicht die Situation mit der von 1938. Die Welt steht kurz vor einer Katastrophe, aber sie ist nicht bereit, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Der Vergleich hinkt, doch es zeigt das Ausmaß der Sorge Lovelocks. Er weist nicht einfach auf ein Problem hin, sondern auf ein sich anbahnendes Desaster. In einem Artikel für den Londoner "Independent" schrieb er: "Ich selbst bin ein Grüner, und ich beschwöre meine Freunde in der Umweltbewegung, ihre falsch verstandene Opposition zur Kernenergie zu überdenken."

Tief verwurzelte Grundhaltung

Politisch stehen sich zwei Lager gegenüber: Die Konservativen sind gegen das Energiesparen und für die Kernenergie. Die Grünen setzen auf Energiesparen, Energieeffizienz und alternative Energien. Im Prinzip sind beide Ansätze in sich kohärent. Das Problem ist nur, dass weder die Grünen noch die Konservativen allein regieren. Die Machtverteilung zwischen Konservativen und Umweltaktivisten hat, auf die Welt hochgerechnet, dazu geführt, dass die Konservativen nach wie vor alle Versuche blockieren, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken, wohingegen die Grünen mit Erfolg auf ihrer Anti-Kernkraft-Position beharren. Fast überall in Westeuropa ist der Ausstieg aus der Kernenergie mehr oder minder vorangeschritten. Das Ergebnis ist die schlimmste aller denkbaren Kombinationen: Konservative, die Probleme verursachen, und Grüne, die sie nicht lösen, weil ihre eigenen Ansätze ein anderes Verhalten der Konservativen voraussetzen. Einzig Finnland will derzeit ein neues Atomkraftwerk bauen.


Parteien wie die Grünen in Deutschland sind heute professionell organisiert. Auch sie geben Marktforschung in Auftrag, bevor sie sich auf Themen festlegen. Ich möchte den Grünen erleben, der es nun wagt, Lovelock Recht zu geben und den raschen Wiedereinstieg in die Kernenergie zu fordern. Diese Entscheidungen zu treffen wird den Konservativen zufallen. Die Folge ist abzusehen: eine weitere Polarisierung der europäischen Gesellschaften in dieser Frage.


Dass deutsche Zeitungen sich bei diesem Thema zurückhalten, zeigt einfach, wie tief der Anti-Kernkraft-Konsens in der deutschen Debatte verwurzelt ist. Auch die Opposition wird zögern, mit einer aggressiven Pro-Kernkraft-Politik in den Wahlkampf zu ziehen, selbst wenn sie inhaltlich davon überzeugt sein sollte. In einem Punkt aber habe ich nicht den geringsten Zweifel: Trotz des Beschlusses über den langsamen Ausstieg aus der Kernenergie wird uns dieses Thema die nächsten 20 Jahre weitaus mehr beschäftigen, als viele glauben und hoffen. Wir werden uns mit unseren internen Zielkonflikten auseinander setzen und entscheiden müssen, ob uns die Lösung der Probleme oder der Ausstieg aus der Kernenergie wichtiger ist. Professor Lovelock hat sich entschieden. Wir sollten uns an ihm ein Beispiel nehmen.

2004 Financial Times Deutschland

 http://www.ftd.de/ub/in/1085754671752.html
 

 
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31.05.04 20:55

95441 Postings, 7629 Tage Happy EndLovelock bislang Gegner der Kernenergie???

http://www.ecolo.org/lovelock/loveprefacede.htm  

31.05.04 21:04

7521 Postings, 6924 Tage 310367asagt mal , sind denn jetzt alle

komplett verrückt geworden.

der atommüll strahlt die nächsten 15 000 jahre noch.

und wer sich über die wirkungen der atomaren strahlung nicht bewusst ist , der schlage kapitel 2. weltkrieg unter hiroschima und nagasaki nach.

jeden tag lässt der liebe gott einen idioten zu uns herab , einer davon ist lovelock gewesen.

bei solchen äußerungen kann ich nur mehr den kopf schütteln . unsere erde braucht kein asteroid nicht treffen , wir treffen uns schon selbst.


gruss


310367a  

31.05.04 21:08

9161 Postings, 8072 Tage hjw2dummes geschwätz von nichtblicker loveclock o. T.

31.05.04 21:23

70241 Postings, 6414 Tage Anti LemmingDie These,

dass nur Atomkraft als CO2-freie Energiequelle die Welt vor dem Treibhaus- und Klima-Kollaps retten kann, ist bei Kernkraftbefürwortern seit Jahrzehnten das beliebteste Totschlag-Argument gegen Umweltschützer.

Lovelocks Vorwort in

http://www.ecolo.org/lovelock/loveprefacede.htm

stammt aus dem Jahre 1996. Die FTD irrt daher, bei Lovelock jetzt einen aktuellen Meinungsumschwung ausmachen zu können.  

31.05.04 21:25

34209 Postings, 7758 Tage DarkKnightDer Mann ist 84.

Wer mir von Euch einen nennen kann, der mit 84 noch zu einem klaren Gedanken fähig ist, der solle jetzt aufstehen und den ersten Stein werfen. Ich will den Namen dieses 84-jährigen wissen, der die Entwicklung dieser Welt voraussagen kann.  

31.05.04 21:46

69031 Postings, 6597 Tage BarCodeOk, DK, was willst du wissen? o. T.

31.05.04 21:55

34209 Postings, 7758 Tage DarkKnightDie Lottozahlen der nächsten Woche.

Ansonsten weiß ich alles, was ich wissen muß: nämlich, daß es keinen Sinn hat, irgendwas zu wissen. Das ist nur peinlich ohne die Kombination mit Reichtum. Aber Geld haben nur die Dummen oder Grausamen.  

31.05.04 22:02

95441 Postings, 7629 Tage Happy End13, 14, 26, 31, 39, 47

...aber 10 % Gewinnbeteiligung wäre schon ganz nett.  

31.05.04 22:03

9161 Postings, 8072 Tage hjw2thx. he o. T.

31.05.04 22:05

69031 Postings, 6597 Tage BarCodeah happy, auch schon über 84? o. T.

31.05.04 22:17

95441 Postings, 7629 Tage Happy Endna ja, fast *g* @hjw: gern geschehen!

31.05.04 22:17

Clubmitglied, 47329 Postings, 7747 Tage vega2000Loveley Lock widerspricht sich selbst

Unsere Zukunft hängt vielmehr von einem Verhältnis zu Gaia als von dem endlosen Drama des ewig Menschlichen ab.
James Lovelock
Bei den alten Griechen ist "Gaia" die Göttin der Erde; die heute gebräuchliche Variante ist der Begriff "Geo". Der britische Autor William Golding (1911-1993), der für seinen Roman "Herr der Fliegen" den Nobelpreis erhielt, führte den Begriff "Gaia" in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. Dessen Nachbar in einem kleinen englischen Dorf in Devonshire, der Mediziner, Kybernetiker und Klimatologe James Lovelock, und die Biologin Lynn Margulis, entwickelten 1970 die sogenannte "Gaia-Hypothese" Derzufolge ist die Erde mit ihrer Atmosphäre ein selbstregulierender lebender Organismus, der weitaus komplexer aber auch überlebensfähiger ist, als bisher angenommen. Falsch wäre jedoch, diese Erkenntnis so zu interpretieren, dass wir so weitermachen können wie bisher. Wir werden unsere Lebensgrundlagen unwiederbringlich zerstören, und Gaia - das Raumschiff Erde - wird ohne uns menschliche Passagiere überleben.

Egal wie alt jemand ist, mit gesundem Menschenverstand hat das nichts mehr zu tun.  

31.05.04 22:49

70241 Postings, 6414 Tage Anti LemmingSelbstregulierung und Grenzen

Das ist kein Widerspruch, nur unklar ausgedrückt: Damit meint Lovelock, dass die Selbstregulierung nur innerhalb einer gewissen Spanne funktioniert. Wenn die Menschheit jedoch den Bogen überspannt und diese Spanne verlässt, droht ein Absturz.

Ein Szenario ist der Venus-Absturz: Wird der Treibhauseffekt durch C02 zu stark, erhitzt sich die Erde dermaßen, dass immer mehr Ozeanwasser in die Atmosphäre verdampft. Da aber auch Wasserdampf ein Treibhausgas ist, verstärkt sich der Effekt - immer mehr Wasser verdampft. Am Ende droht das Schicksal der Venus, deren ursprüngliche Ozeane komplett verdampften. Danach entwichen die thermisch dissozierten Wasserstoffatome ins All, den Sauerstoff aus dem Wasser band Bodengestein. Übrig blieb eine über 400 Grad heiße Treibhaushölle aus CO2.  

31.05.04 23:09

287 Postings, 6409 Tage AlabamaAlso, was tun?

Atomenergie = mögliches Abfallproblem, fossile Brennstoffe = möglicher Treibhauseffekt. Alternative Energien lassen sich momentan marktwirtschaftlich nicht durchsetzen, national schon garnicht.  

31.05.04 23:29

69031 Postings, 6597 Tage BarCodeVorläufig machts der Mix

Ich glaube derzeit können wir auf keinen einzigen der Energieträger verzichten. Aber die Zukunftsenergie haben wir noch nicht - bzw. nicht "serienreif".
Die ersten Schritte: die Autos umstellen auf eine andere Antriebsform (evtl. Brennstoffzelle). Dazu gehört auch z.B.: Bisher holen wir von weit her: Erdgas, Erdöl. Es braucht ein Speichermedium für Sonnenenergie. Warum nicht in der Wüste massenhaft Wasserrstoff o.ä. mit Sonnenenergie herstellen und diese dann transportieren?

Das ist alles Zukunftsmusik. Das brauch Forschung und Praxis. Und ich bin froh, dass in D da viel gemacht wird. Da entscheidet sich nämlich die Zukunft. Das geht nie ohne Förderung - und deshalb ist es richtig in erneuerbare Energien Geld zu investieren. Auch wenn sich dabei womöglich das eine oder andere als falscher und nicht effektiver Weg rausstellt. Kernkraft war eine Zwischenlösung, es sei denn, es wird da noch eine Technik entwickelt, die nicht tonnenweise gefährlichsten Müll für die nächsten Jahrtausende hinterlässt. (Ganz abgesehen von den Gefahren der unkontrollierbaren A-Waffenproduktion).

Die Zukunftstechnik ist einfach noch nicht da, glaube ich.

Gruß BarCode  

01.06.04 00:07

287 Postings, 6409 Tage Alabama@BarCode

So wünschenswert Deine Vorschläge auch sind und von der Mehrzahl der Deutschen, so oder s.ä. begrüsst werden, sowenig werden sie Realität. Wir leben in der Marktwirtschaft und das einzige Kriterium das zählt ist der Preis. Über das Forschungsstadium werden die Alternativen erst hinausgehen, wenn sie im direkten Vergleich (ohne Subventionen o.ä) billiger sind oder eine Katasthrophe (oder eine bevorstehende Katastrophe wie z.B. beim Ozonloch allgemein akzeptiert wird) passiert.

Bei vielen preislichen Vergleichen finden sich Denkfehler. So wird z.B. der aktuelle Preis für Benzin an der Tankstelle herangezogen, obwohl dieser mit einem grossen Anteil an Fremdabgaben belegt ist. Diese müssen auf die Alternativen aufgeschlagen werden, da der Staat nicht auf diese Einnahmen verzichten kann, auch wenn es durch die Subvention im Forschungsstadium so erscheint.

Die Einführung von Alternativen kann nur global erfolgen. Zumindest der Wirtschaftsraum muss eine entspechende Grösse haben, z.B. EU. Zum einen gäbe es sonst nur unbedeutende ökologische Effekte und zum anderen wurde sonst wieder die Marktwirtschaft in Form von Liberalisierung oder Kundendruck zuschlagen. Solange die USA, als führende Forschungsnation, Alternativen ablehnen, solange werden Alternativenergien nur ein Traum oder Forschungsobjekt bleiben.  

01.06.04 00:11

287 Postings, 6409 Tage AlabamaNachtrag

Auch muss man beachten, dass Alternativen ihre Schwächen erst dann zeigen, wenn sie in grösserem Maßstab eingesetzt werden.  

01.06.04 00:43

69031 Postings, 6597 Tage BarCode"Die" USA lehnt Alternativen nicht ab!

Da wird natürlich auch geforscht, was das Zeug hält. Immo ist halt die alte Riege der Ölbarone mächtig.

Ich glaube aber auch kaum, dass Einsicht den Weg ebnet zu was Neuem: Es ist entweder eine Katastrophe oder irgendwann die sich abzeichnende Knappheit, die die Preise treibt. Immo ist eine solche Knappheit beim Öl ja vorhanden, nicht in der absoluten Menge, sondern der aktuell verfügbaren. Schon werden alle nervös und die Diskussion kocht hoch.
Eine neue Technologie setzt sich natürlich wirkungsvoll nur global durch, aber sie wird trotzdem regional entwickelt.

Gruß BarCode  

01.06.04 09:33

70241 Postings, 6414 Tage Anti LemmingUSA ticken anders

Deutsche neigen dazu, Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen, indem sie beizeiten gegensteuern. Nicht so Amerikaner. In den USA wird erst nach der Katastrophe, dafür aber umso rigoroser, durchgegriffen.

Das zeigen nicht zuletzt die Terror-Attacken vom September 2001. Obwohl es vorher Warnungen gab, wurde nur halbherzig reagiert. Nachdem es aber geknallt hatte, zogen die Amerikaner entschlossen nach Afghanistan und später in den Irak, um die Wurzel des Übels zu beseitigen (im Irak ging es freilich vor allem um Öl-Interessen).  

01.06.04 10:17

287 Postings, 6409 Tage AlabamaEin kleines "marktwirtschaftliches" Gedankenspiel

Im Irak tritt widererwarten eine schnelle Beruhigung ein. Neben dem benötigten Geld für den eigenen Aufbau, lassen sich die USA ihre Kriegskosten für die Befreiung (diesmal zahlt sie ja kein anderer) von den Öleinnahmen der Iraker bezahlen. Die Iraker lassen also ihre Förderung auf Hochdruck laufen und bringen somit die OPEC unter Druck. Diese wird zwangsläufig ihre Preise senken müssen. Und plötzlich wird der Sprit an deutschen Tankstellen günstig wie lange nicht mehr. Eine Diskussion über Alternativen würde wohl nur wenig Zuhörer finden. Die Welt in der Marktwirtschaft ist und bleibt kurzsichtig und -lebig.  

01.06.04 10:41

7336 Postings, 6899 Tage 54reabunsere umweltprobleme (vergiftung,

co2-entwicklung?, ...) haben keinen technologischen hintergrund. sie begründen sich einfach in der anzahl der menschen. wieso kann ich dann gleichzeitig fordern, weniger energie zu verbrauchen und mehr kinder in die welt zu setzten - und sogar das wachstum der bevölkerung massiv zu subventionieren.

die überbevölkerung - auch bei uns - hat dazu geführt, dass flusstäler, flussdeltas (es gibt nationen, die geschlossen in einem delta wohnen), und enge gebirgstäler besiedelt wurden. gleichzeitig wurden massiv die schutzwälder zerstört. ganz normale schwankungen im klimageschehen - wie wir sie in historischen zeiten immer schon hatten - führen zu katastrophen. die normalen schwankungen sind größer als die von den co2-weltuntergangspropheten vorausgesagten. wir müssen also richtig umstrukturieren. keine windkraft sondern eine kopfsteuer ist notwendig.


 www.baer45.de.vu">
 

01.06.04 10:46

335 Postings, 6574 Tage schnabeltasse...

DarkKnight :

"Wer mir von Euch einen nennen kann, der mit 84 noch zu einem klaren Gedanken fähig ist, der solle jetzt aufstehen und den ersten Stein werfen."

Ein Bekannter ist 80 und arbeitet nach wie vor 7 Tage die Woche in seinem Unternehmen als Geschäftsführer (Mittelstand, >500 Angestellte). Und ich kann nicht behaupten, dass der Mann einen schlechten Job macht geschweige denn eingerostet ist.

310367a :

"der atommüll strahlt die nächsten 15 000 jahre noch."

Glaubst du, dass die Probleme eine Klimaerwärmung in einigen Jahren nicht mehr vorhanden sind ? Natürlich gibt es mit dem Atommüll langfristige Probleme, wobei ich aber sicher bin, dass man in Zukunft sichere Alternativen wird finden können. Eine Klimaerwärmung, etc. wird man jedoch in Zukunft nicht einfach so wieder rückgängig machen können.  

01.06.04 10:55

2235 Postings, 7471 Tage AlanG.Uranvorkommen erschöpfen sich bald


Das Atomzeitalter ist gerade fünfeinhalb Jahrzehnte alt - ein  Bruchteil der Zeit, auf die viele Kulturen vor allem indigener (eingeborener)  Völker zurückblicken können. Doch gerade Ureinwohner sind  weltweit die ersten Opfer und Hauptleidtragenden des nuklearen  Kolonialismus: von Atombombentests, zum Beispiel auf dem Land der  australischen Aborigines oder bei den Western Shoshone in Nevada,  bis zum Abbau von Uran. Rund 70 Prozent der weltweiten  Uranvorkommen liegen unter dem Land von Ureinwohner-Völkern.
 
Zu den markanten Orten auf einer nuklearen Weltkarte müssten  neben Hiroshima und Nagasaki, Harrisburg und Tschernobyl, Lop Nor  und Moruroa, Gorleben und Ahaus auch Namen treten, die nur  wenigen bekannt sind: Uranminen wie Key Lake, Church Rock,  Olympic Dam oder Jadugudu. Und Jabiluka, das in den letzten  Jahren zu einem Synonym für den weltweiten Konflikt zwischen der  Nuklearindustrie auf der einen und den indigenen Völkern auf der  anderen Seite geworden ist.    

Diese neue, im Bau befindliche Mine liegt im australischen  Northern Territory und ist umgeben vom weltberühmten Kakadu-Nationalpark. In  unmittelbarer Nachbarschaft produziert bereits seit Anfang der  achtziger Jahre die Ranger-Mine Uran. Die Region verfügt über  eines der größten Uranvorkommen der Welt. Die momentane  australische Regierung, als Hardliner in Sachen Atompolitik  bekannt, unterstützt die Position der Betreibergesellschaft  Energy Resources of Australia
   (ERA), deren Muttergesellschaft Northern Ltd. seit kurzer Zeit im  Besitz des berüchtigten britischen Bergbaumultis Rio Tinto ist.  ERA setzt auf Verträge, die mit den traditionellen Eignern des  Landes, den Mirrar-Gundjehmi, geschlossen wurden und die der  Firma die Ausbeutung der Uranvorkommen erlauben.    

Doch die Mirrar widersprechen vehement. Die Clan-Älteste  Yvonne Margarula argumentiert, dass die Verträge nur unter  massivem Druck der Verhandlungsführer auf Regierungsseite  zustande gekommen seien. Sie will eine Revision der Verträge.  Den Mirrar geht es um ihr Land und damit um das Überleben ihrer  weltweit einzigartigen Kultur. Die Mirrar-Gundjehmi sind die  letzten Vertreter der ältesten bisher bekannten ununterbrochenen  Siedlungsgeschichte der Erde. Seit rund 40.000 Jahren sind sie in  dieser Region ansässig. Die Ureinwohner unterhalten eine sehr  enge spirituelle Beziehung zu ihrem Land, das somit die Grundlage  nicht nur ihrer physischen, sondern auch ihrer kulturellen  Existenz als Volk bildet. Eine Zerstörung des Landes durch  Uranbergbau ist untrennbar verbunden mit einer Zerstörung der  Identität der Gemeinschaft und des Individuums. Denn indigene Völker  verstehen sich als Hüter der Erde und leben traditionell im  Einklang mit den Gesetzen der Natur.    

Wegen seiner landschaftlichen und kulturellen Bedeutung - die  zahlreichen, bis zu 20.000 Jahre alten Felsbildstellen der  Aborigines zählen zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der  Erde - ist der Kakadu-Nationalpark von der Unesco in die Liste  des Welterbes der Menschheit aufgenommen worden. Die Mirrar sowie  Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wollen den Park wegen  des Uranabbaus auf die "Rote Liste" des Welterbes in  Gefahr setzen lassen. Doch bisher gelang es der australischen  Regierung immer wieder eine solche imageschädigende Listung zu  verhindern.    

Ihre Kultur und die Natur, von der sie leben, sehen die Mirrar  durch den Uranabbau gefährdet. Denn bereits am Anfang der  nuklearen Kette, beim Abbau von Uranerz, entstehen tödliche  Gefahren: Zahlreiche radioaktive Stoffe, darunter Radongas,  werden freigesetzt; auch nichtradioaktive, giftige Stoffe  gelangen in die Umwelt. Der Abraum - weltweit mehr als eine  Milliarde Tonnen - enthält noch bis zu 85 Prozent der ursprünglichen  Radioaktivität. Der Wind verweht strahlende Partikel in alle  Richtungen, verseuchtes Wasser sickert ins Erdreich und gelangt  in die Gewässersysteme. Bei den Rückhaltebecken für  radioaktive Schlämme treten immer wieder Dammbrüche auf. Zwar  haben die Mirrar inzwischen alle rechtlichen Möglichkeiten  ausgeschöpft, doch sie geben den Kampf gegen den Uranabbau nicht  auf. Dabei erfahren sie, etwa bei Blockaden des Minengeländes  und Demonstrationen, viel Unterstützung. Rund zwei Drittel der  Australier haben sich in Umfragen gegen den Uranabbau im Kakadu-Nationalpark  ausgesprochen. Auch bei der internationalen Vernetzung ihres  Widerstandes sind die Mirrar erfolgreich. Weltweite  Presseberichterstattung sowie Preise (unter anderem der  renommierte Goldman Award und der Nuclear Free Future Award)  verschaffen dem Aborigines-Clan große Aufmerksamkeit.    

Die internationale Bedeutung des Falles    

Ihr Anliegen ist es unter anderem, auf die internationale  Dimension des Falles Jabiluka hinzuweisen. Das war mit ein Grund  für ihre Europareise im August 1998, bei der die Vertreterinnen  der Mirrar unter anderem Orte des Widerstands gegen die hiesige  Nuklearindustrie besuchten. Ahaus und Gorleben, Kakadu und  Jabiluka - das sind, wenn auch durch Tausende Kilometer getrennt,  Stationen der gleichen nuklearen Kette. Und die Debatte um  kontaminierte Castoren sowie der Protest gegen den Transport  abgebrannter Brennelemente hierzulande verweisen auf einen  Atomspirale, der in Australien seinen Anfang nimmt und hier bei  uns sein (vorläufiges) Ende findet.    
 

01.06.04 11:11

26159 Postings, 6474 Tage AbsoluterNeuling@54reab, Deine Theorie ist ja wohl



Die Industrieländer zeigen kaum Bevölkerungswachstum, verbrauchen aber den weitaus grössten Teil an fossilen Brennstoffen. Das unter "normalen Schwankungen" abzutun ist unverantwortlich und äußerst kurzsichtig.

Wie willst Du denn durch eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern Energie sparen?

Kopfsteuer? Kopfschüttel!  

01.06.04 11:19

7336 Postings, 6899 Tage 54reabAN, verlier nicht deinen kopf beim

schütteln. ich wies sehr deutlich auf die überbevölkerung bei uns hin. umweltverträglich könnten ca. 20 mio in deutschland wohnen. weil wir aber zu viele sind, müssen wir viele entwicklungsländer ausrauben.

ich hatte auch nicht gefordert, dass man in den entwicklungsländer beginnen sollte - ich hatte die kopfsteuer für uns verlangt!


Kopfsteuer? Kopfschüttel!
 

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