Der größte Unterschied zwischen Europa und den USA

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neuester Beitrag: 29.05.04 16:40
eröffnet am: 28.05.04 19:52 von: moya Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 29.05.04 16:40 von: DarkKnight Leser gesamt: 348
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28.05.04 19:52

1075919 Postings, 6512 Tage moyaDer größte Unterschied zwischen Europa und den USA

Der größte Unterschied zwischen Europa und den USA lt. Bill Bonner

"Der größte Unterschied zwischen Europa und den USA", so ein französischer Analyst am Mittwoch, "ist, dass die USA viel dynamischer sind."

"Die Amerikaner glauben, dass sie handeln müssen. Sie haben in Afghanistan und im Irak gehandelt ... während die Europäer zurückbleiben. Auch ihre Zentralbanker handeln - Greenspan hat die Leitzinsen aggressiv gesenkt ( ...) ... während die Europäische Zentralbank die Leitzinsen überhaupt nicht senken will."

"Das gilt auch für die Konsumenten. Und die Unternehmer. Amerikaner kaufen bereitwillig Güter. Sie kümmern sich nicht darum, wenn sie sich verschulden müssen, um gut zu leben ... weil sie daran glauben, dass es unbegrenzten Nachschub gibt, von dem sie profitieren können."

"Der typische Europäer zählt vorsichtig sein Geld und kauft nicht - besonders nicht auf Kredit -, bis er sicher ist, dass alles hinhauen wird. Er ist vorsichtig. Er misstraut der Zukunft. Er misstraut seiner Regierung. Er misstraut allem und jedem."

"Natürlich ist das der große Unterschied, oder nicht? Die Amerikaner sahen die Terrorbedrohung und entschieden sich dazu, etwas zu tun; sie zogen in den Krieg. Die Europäer sahen die Bedrohung und entschieden, dass sie nicht viel dagegen machen könnten ... zumindest nicht viel, das die Ausgaben und das Risiko wert sei."

"Aber die Amerikaner haben auch niemals wirklich durch einen Krieg gelitten. So gab es in den USA selbst z.B. niemals eine Belagerung.
1870 belagerten die Preußen Paris. Wir (Franzosen) haben fast jedes Tier im Zoo gegessen. Und in den 1940ern hatten wir wieder Hunger ...
als die Deutschen das Land besetzt hatten. Amerika war niemals besetzt. Es ist niemals bombardiert worden (außer ein paar Terroranschlägen). Bei uns wurden ganze Städte dem Erdboden gleichgemacht, mit Zehntausenden von Toten. Wir hatten Hungersnöte.
Millionen starben. Unsere Fabriken wurden zerstört. Krieg hat sich für Europa nicht ausgezahlt, für keinen."

"Dasselbe gilt für die Wirtschaft. Als in den USA ein Abschwung drohte, da handelte Greenspan. Aber wir Europäer sind da konservativer. Wir fürchten uns vor einer Inflation. Wir misstrauen unserem eigenen Geld."

"Aber Ihr Amerikaner habt niemals so etwas erlebt wie die deutsche Inflation der 1920er ... oder die Abwertungen ... oder den Ersatz von Geld durch eine andere Währung. In meinem Leben wurde der 'alte Franc'
durch den 'neuen Franc' ersetzt. Und dann kam der Euro. Wir Europäer wissen, dass Währungen kommen und gehen. Aber Ihr Amerikaner scheint zu denken, dass der Dollar ewig sei ..."

Er hätte auch betonen können, dass auch die amerikanischen Investoren dynamischer sind. Sie kaufen, selbst wenn es nichts Kaufenswertes gibt. Sie haben mehr als einmal - wie die Europäer - einen Tritt in ihr Hinterteil erhalten. Aber das ist schon so lange her, dass sie sich daran nicht mehr erinnern können.

Es gibt eine Zeit fürs Handeln und eine Zeit fürs Nachdenken, das ist meine Überzeugung. Normalerweise erleiden die Leute Verluste, wenn sie in der Stimmung zum Handeln sind. Und danach sind sie in der Stimmung zum Nachdenken.
 

28.05.04 20:01

287 Postings, 6410 Tage AlabamaI have a dream

Auch wenn es noch etwas dauern dürfte, wird das alte Europa die jungen USA alsbald in den Schatten stellen und das auf einer Beständigkeit, die die USA nie erreichen werden, da ihr Wirtschaftssystem voller Mängel steckt und nur auf sie ausgerichtet ist.  

28.05.04 20:17

4604 Postings, 7689 Tage Nobody IIDie Europäer denken zu viel.

Die Amis handeln ohne zu denken, der Europäer denkt ohne zu handeln.

Die Frage ist, was passiert, wenn man soweit gedacht bzw. gehandelt hat, dass es völlig gleichgültig ist.

Was ist wenn Bush jeden Monat ein Attentat in USA provoziert hat. Was ist wenn die Europäer vor lauter Überlegungen die Wirtschaft kaputt gespart haben.

Ich denke beide Methoden stehen vor der Klippe. Den Europäern bescheinige ich den Vorteil, dass wenn die europ. Politik Vertrauen schaffen kann, dann werden die Europäer überlegen und schneller Rahmenbedingungen finden um zu handeln.

Bloß wer macht jetzt große Sprünge, wenn überall alles teurer wird und jeder Politiker jede Woche ne andere Sau durchs Dorf treibt. (Lebensversicherungen, PKW-Maut, Tabaksteuern, Versicherungssteuern, Zoff mit Gewerkschaften, Sonderwirtschaftszonen, Atomausstieg, Emmissionshandel, Azubi-Abgabe, Mehrwertsteuer, ...)

Man muß schon sehr preisunelastisch bzw. "ungebildet" sein, wenn einem solches Theater nicht verunsichert. Und irgendwie lässt sich da der Bogen zu den Amis schließen.

Gruß
Nobody II  

28.05.04 20:47

2009 Postings, 7928 Tage jgfreemanUSA keine peer-group mehr?

wirtschaftlich "uneinholbar", das BIP mittlerweile 50% über dem von euroland.

militärisch uneinholbar - dieses mal ohne anführungsstriche.

politisch uneinholbar? ein mann, ein wort, eine tat.

technologisch führend.

universitäten führend.

...

...

...

nur im fussball sind wir besser - aber wie lange noch? ;-)


und wir reden über dosenpfand, bürgerversicherung und toll-collect...

armes deutschland...

grüße,
JG
www.chart-me.de

:-D  

28.05.04 20:50

287 Postings, 6410 Tage Alabama@Nobody II

Wie wäre es mit Folgendem:

- Europa muss handeln, ein zurück gibt es nicht mehr.
- Die Lohnkosten an West- und Ostküste der USA sind weitestgehend gleich. In Europa gibt es Gefälle.
- Die Binnennachfrage in Europa wird stärker steigen als in den USA
- Europa ist im Aufbau, was vieles neu und Althergebrachtes zum besseren wandelt
- Der EUR wird interessant auch für nicht EU-Staaten (besonders von noch US-Dollar abhängigen)
- Die grossen Aufgaben, wie z.B. die Umstellung auf alternative Energien, wird effizenter, als in einzelnen EU-Staaten
- warum soll es nicht möglich sein gemeinsam verlorenes Terrain zurückzuholen, wie es mit Gemeinschaftsprojekten (Airbus, Ariane) gelungen ist. Beachte Lohngefälle.
- Machtpositionen (politisch und wirtschaftlich) innerhalb der EU werden aufbrechen, was mehr Wettbewerb bringt.

Die Liste ließe sich noch um viele Dinge erweitern. Im Vergleich zu den erwarteten Nachteilen, überwiegen die Vorteile. Glaubt eigentlich wirklich jemand, dass wir ohne EU heute besser da stehen würden.

Hinzu kommt noch, dass die EU wohl nie einen so kostenintensiven Militärapparat wie die USA leisten werden (gibt ja auch eigentlich keine Bedrohung). Desweiteren kann der EUR dem US-Dollar den Rang ablaufen und ohne Dollar oder die Spiele damit sind die USA wirtschaftlich zahnlos.

Ich find es zumindest spannend, auch im Hinblick auf Anlagemöglichkeiten.  

28.05.04 21:15

4604 Postings, 7689 Tage Nobody IIWir haben Chancen

aber jedes Jahr welches nur Diskussionen beinhaltet ist verschenkt und verkleinert die Handlungsspielräume. Wie Aktuell das Staatssäckel von Hans führt zu Belastungen der nächsten Generationen.

Gruß
Nobody II  

28.05.04 21:37

2009 Postings, 7928 Tage jgfreemanich verabschiede mich in einen tollen abend

während die meisten deutschen hier im studentenwohnheim in ihren zimmern sitzen, wird bei den amerikanischen austauschstudentinnen ;-) bereits strawberry margarita kaltgestellt. werde mich trotzdem mal mit einer maß weizenbier dazugesellen, haha.

und nachher rufen die frankfurter clubs...

so schlecht lebt es sich in deutschland garnicht mal ;-)


grüße,
JG
www.chart-me.de


 

29.05.04 10:32

26159 Postings, 6475 Tage AbsoluterNeulingDer Unterschied:

USA: S/M



D: Handjob




 

Also: die Amis sind einfach cooler drauf.

 

29.05.04 16:40

34209 Postings, 7759 Tage DarkKnightDer Unterschied zwischen US und Europa läßt sich

auf drei Dinge reduzieren:

1. In Europa glaubt man an die Macht des Volkes, deshalb gibts auch Bier bei McDonalds.

2. In Europa lieben wir Frieden, gutes Essen und Urlaub, das bedeutet: bitte nur noch Kriege in Spanien, Italien und Kroatien: die sind verlustfrei zu gewinnen und die Besatzung macht Spaß. Sozusagen kostenfreier Urlaub.

3. In Europa wissen wir, daß alle lügen, die mehr Geld in der Tasche haben als wir selbst. Das macht uns gefährlich, und wir wissen das. Deshalb tun wir so, als wären wir total bescheuert (siehe Schröder, Stoiber, Merkel ... ect. ect.)  

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