Der eiserne Inder

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eröffnet am: 16.04.06 06:24 von: moya Anzahl Beiträge: 5
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1082705 Postings, 6522 Tage moyaDer eiserne Inder

Der eiserne Inder

Lakshmi Mittal lässt beim Stahlkonzern Arcelor nicht locker. Nachgeben ist ein Fremdwort für ihn

Von Katharina Otzen

London - Für die Hochzeit seiner Tochter war noch nicht einmal das Beste gut genug. Mehr als 50 Millionen Euro soll der indische Stahl-Milliardär Lakshmi N. Mittal vor zwei Jahren ausgegeben haben, um seine Tochter Vanisha im Schloss von Versailles standesgemäß an den Mann zu bringen. 1500 Gäste, Pop-Stars und Paris für alle ? da schüttelte das Londoner Establishment zwar ein bisschen indigniert den Kopf. Doch wenn man ihn in seinem Palast im teuersten Londoner Stadtteil Kensington Palace Gardens besucht ? Vorbesitzer Bernie Ecclestone wurde nicht warm mit der Behausung ?, dann wundert man sich über den Familienausflug nach Versailles nicht mehr: Prunk und Pracht überall, und wer es übel mit den Mittals meinte, der könnte das Interieur auch als überladen oder neureich bezeichnen.

Nur dass es diejenigen, die der gebürtige Inder gerne zu sich nach Hause bittet, in der Regel nicht übel mit ihm meinen. Und Mittal hätte gegen das Etikett neureich vermutlich auch gar nichts einzuwenden. Geboren in bitterer Armut, aufgewachsen in überschaubarem Wohlstand, ist Lakshmi Mittal interessiert, aufgeschlossen und ein harter Arbeiter geblieben. Hinter Bill Gates und Warren Buffet wird er von ?Forbes? als der drittreichste Mann der Welt geführt. Da kann es einem schon egal sein, ob man von Konkurrenten als Schrotthändler geschmäht wird. Lakshmi bedeutet schließlich Wohlstand. Den Namen haben die Eltern des größten Stahlunternehmers der Welt mit Bedacht ausgewählt.

Lakshmi Mittal hat eine Vision: Er will einen wirklich globalen Stahlkonzern, er will den größten Stahlkonzern, und er will den Stahlkonzern, der die höchsten Gewinne abwirft. Außerdem will er ein Stahlunternehmen, das alle Sorten Stahl produzieren kann: vom einfachen Baustahl bis zu den feinsten Edelstahlqualitäten, wie man sie im Werkzeugmaschinenbau oder manchmal auch in der Automobilherstellung braucht.

Das treibt ihn an, seitdem ihn sein Vater mit einer Million Pfund aus dem Familienunternehmen Ispat zugunsten seiner Brüder abfand. Mit seinem milliardenschweren Angebot für die Luxemburger Arcelor-Gruppe könnte er dieses Ziel endlich erreichen. Darin sieht sogar er selbst ?eine neue Dimension?. Das will er, und obwohl Arcelor sich mit Händen und Füßen wehrt. Der Kaufkandidat geht dafür sogar an das Geld, das eigentlich für Investitionen vorgesehen war. Den Aktionären wird eine Sonderausschüttung versprochen, sollte Mittal nicht zum Zuge kommen. Damit will sich Arcelor die Treue der Anteilseigner erkaufen. Mittal lässt das kalt. Statt selber noch etwas draufzulegen, reduzierte er einfach sein Angebot für den Konkurrenten, weil das Unternehmen schließlich durch die Abwehrmaßnahmen weniger wert werden würde ? und rechnet weiter mit einem Erfolg.

Bei Mittal gehört es zum Tagesprogramm, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das verlangt er auch von seiner international bunt gemischten Belegschaft. ?Jedes Jahr sollte jeder 50 Prozent neue Aufgaben übernehmen und 50 Prozent der bisherigen an andere abgeben?, fordert Mittal, der fest daran glaubt, dass im internationalen Mix der Mitarbeiter ein Schlüssel zum Erfolg seines Konzerns steckt. Und in der engen Familienbindung. Sohn Aditya kontrolliert mit Anfang 30 die Finanzen des Unternehmens und wird in der Fachwelt respektiert.

In 14 Ländern auf vier Kontinenten produziert Mittal Steel, sogar in China, wenngleich vorerst noch ohne dort die Mehrheit zu besitzen. Aber auch in vielen anderen Regionen begann der Stahlmagnat zunächst mit Kooperationen und Minderheitsbeteiligungen oder mit der Übernahme maroder Stahlwerke. Das gilt zum Beispiel für Trinidad, wo der spätere Stahlmagnat mit dem Startkapital von einer Million Dollar in die Stahlproduktion einstieg, dann aber auch schnell in Deutschland, in Südafrika, in Nordamerika sowie weiten Teilen von Mittel- und Osteuropa. In der Branche gilt er als der Mann ?mit dem zweiten Blick?, der selbst in den unrentabelsten Stahlschmelzen noch das Potenzial zu schwarzen Zahlen erkennt ? und als knallharter Manager, der dieses Potenzial dynamisch hebt. Nach der Übernahme werden in schöner Regelmäßigkeit Vertraute aus Mittals Imperium in den Stahlwerken platziert. Mittal gilt als einer, der seine Leute ausgesprochen gut behandelt, sie noch besser bezahlt und ihnen im Gegenzug eine Menge zumutet. Mobil müssen die Mittal-Führungskräfte schon sein ? auch wenn es um einen mehrjährigen Einsatz in einem abgelegenen Winkel Kasachstans oder in Trinidad geht.

Ein Einsatz in der Arcelor-Zentrale in Luxemburg dagegen wäre für die Mittal-Manager eher ein Heimspiel. Das Mittal-Imperium wird von Rotterdam aus geführt, wenn auch der eigentliche Firmensitz der Privatjet des Chefs ist, mit dem der beinahe täglich seine Werke in aller Welt inspiziert. Kein Wunder, dass Arcelor-Chef Guy Dollé gerne von einen ?Zusammenstoß der unterschiedlichen Kulturen? spricht. Arcelor lebe ?auf einem anderen Stern?, sagt er, seine Firma produziere viel höherwertigeren Stahl. Eine Argumentation, der nicht einmal die Kleinaktionäre folgen wollen und die in Indien schlichtweg für Rassismus gehalten wird. Denn in der Rangliste der am besten verdienenden und besonders gut für die Zukunft gerüsteten Stahlkonzerne steht Mittal Steel auf Platz fünf, weit vor Arcelor mit Platz 19.

Und was den laut Dollé drohenden Kulturschock angeht: Den haben gerade deutsche Betriebe des Arcelor-Konzerns längst erlebt. EKO Stahl in Eisenhüttenstadt, das vor über 50 Jahren an der deutsch-polnischen Grenze entstandene ehemalige Eisenhüttenkombinat Ost, sah sich nach der Wiedervereinigung von der westdeutschen Stahlindustrie verschmäht. Dann geriet das Unternehmen zuerst in Besitz der belgischen Cockerill-Sambre und landete schließlich 2002 bei der frisch fusionierten Arcelor. Bei EKO Stahl steigt seit 2003 zwar wegen der höheren Stahlpreise der Umsatz, aber die Zahl der Mitarbeiter sinkt trotzdem. Als für Arcelor nach EKO-Stahl-eigenen Angaben ?geschäftliche und firmenpolitische Nahtstelle zu den sich entwickelnden Märkten in Osteuropa? scheint Eisenhüttenstadt keine große Rolle zu spielen. Bisher ist Dollé jedenfalls bei Versuchen, Stahlwerke in Osteuropa zu übernehmen, immer wieder gescheitert. Dagegen reihen sich dort die jungen Mittal-Steel-Töchter zu einer Kette erfolgreicher Firmen von Bosnien über Polen, Kasachstan, Mazedonien, Tschechien und die Ukraine bis Rumänien. Ohne Mittal gäbe es die einst zum heutigen Thyssen-Krupp-Konzern gehörenden Stahlwerke in Duisburg-Ruhrort und in Duisburg-Hochfeld längst nicht mehr. Ekkehard Schulz, Vorstandschef von Thyssen-Krupp, der die beiden damals an Mittal verkaufte, gibt heute zu, dessen ?Vision eines wirklich globalen Stahlkonzerns? lange nicht ernst genommen zu haben. Nun dagegen hofft Schulz, dass Mittal die Übernahme von Arcelor gelingt. Nur so könnte Thyssen-Krupp noch an den kanadischen Konkurrenten Dofasco kommen, den Arcelor den Deutschen vor der Nase wegschnappte. Und Mittal? Jettet durch die Welt und verhandelt. Er habe immer zwei oder drei Vorhaben auf dem Zettel, hat er einmal gesagt. ?Man weiß ja nie, ob das, was man wirklich will, auch klappt.? 

Gruß Moya 

 

16.04.06 11:34

70756 Postings, 8077 Tage Kickyist Mittal Steel die nächste Enron?

http://www.indiadaily.com/editorial/8003.asp
Import parity pricing, which London-based magnate Lakshmi Mittal's company claims to have dropped in favour of another one, saw local buyers being charged the same price that they would have paid if they imported the steel, with freight and other costs being added to local prices

An expert witness brought to a Competitions Commission Tribunal against Mittal Steel SA believes the steel giant may have to close down in the longer term if it was forced to change its pricing model.
Mike Walker, deputy chairman of the financial consulting company CRA International and a specialist in competition law, was the last witness in a case brought to the tribunal in which several local steel users, including mining company Harmony Gold, have charged that Mittal's import parity pricing model was unfair.  

16.04.06 11:39

70756 Postings, 8077 Tage KickyMittal ist nicht so arm wie es tut wegen d. Preise

The conflicting profitability reports of the company, which was hauled up before the Competitions Tribunal here over its pricing, is causing concern among industry analysts.

During the three-week investigation into Mittal SA by the tribunal here, expert witnesses brought by the company repeatedly pointed out that it would not be profitable in the long term if the tribunal forced Mittal to change its pricing structure.

Mittal SA was brought before the tribunal by several local steel users and two mining companies, who allege unfairness over its import parity-pricing model.

But the testimony by various experts that essentially pleaded poverty has been negated by statements in Mittal Steel's annual report, in which the company's chairman, Khaya Ngqula and chief executive Davinder Chugh both describe Mittal's earnings as "exceptionally good".
The picture painted by the annual report is one of a company that is indeed very strong with profitable operations, contrary to the evidence presented at the tribunal, which aimed to counter the allegations of excessive prices to local buyers.


"(The annual report) describes a vibrant and extremely profitable business, going as far as to state that 'we reinvented the steel industry'," analyst Jabulani Sikhkhane wrote in the daily Business Report.

"There is no hint that this is a company that might be in difficulty, all of which does tend to confirm the view expressed by tribunal member Norman Manoim that the picture presented at the tribunal was just that - a picture created purely for the purposes of the hearing."

The annual report also does not see the tribunal hearing as a serious threat, with the only reference to it being a note to the financial accounts explaining why no provision has been made for the complaints to the tribunal of the Competitions Commission: "Because no significant exposure exists in this regard."

But at the tribunal, Mittal Steel argued that although it had changed the import parity-pricing model to which the complainants objected, it could not reduce prices as this would mean that the company would be forced to close down in the longer term.

The import parity-pricing model sees local buyers paying the same price as those abroad would pay, including freight and other charges.

The complainants have argued that Mittal's new model does not reduce the prices in any way.

The tribunal is expected to make its finding known after the current Easter holiday recess.

Mittal Steel SA was so renamed after the LNM Group, headed by steel magnate Lakshmi Mittal, took over the former state-owned producer Iscor three years ago.
 

16.04.06 11:48

70756 Postings, 8077 Tage Kicky80 Prozent der Aktionäre lehnen Übernahme ab

Arcelor pocht auf Eigenständigkeit - Stahlkonzern will durch Zukäufe wachsen

Vorstandschef Dollé: 80 Prozent der Aktionäre lehnen Übernahme ab - Ausschüttung aus alten Kreditlinien
cru Düsseldorf - Der Vorstandschef des Luxemburger Stahlkonzerns Arcelor ist überzeugt, dass er die feindliche Übernahme durch Mittal Steel abwenden kann. "Wir haben mit einer großen Anzahl unserer Aktionäre gesprochen, die mehr als 80 % des Kapitals darstellen. Ich bin mehr denn je überzeugt, dass sie das Angebot von Mittal ablehnen", sagte Guy Dollé im Interview mit der Börsen-Zeitung. Arcelor habe "ohne Mittal eine bessere Zukunft", werde aber trotzdem in der Konsolidierung der globalen Stahlbranche eine entscheidende Rolle spielen. Direkte Verhandlungen mit Konzernchef Lakshmi Mittal schloss Dollé weiterhin aus, obwohl Mittal dies mehrfach angeboten hatte.

Dollé machte genauere Angaben dazu, wie er die Arcelor-Aktionäre belohnen will, falls sich Mittal zurückzieht oder die Übernahmeofferte scheitert. Die für diesen Fall in Aussicht gestellte Auskehrung von weiteren 5 Mrd. Euro durch Aktienrückkäufe oder eine Sonderdividende will der Manager nicht nur aus dem Cash-flow, sondern auch aus Kreditlinien für nicht realisierte Akquisitionen in der Türkei und der Ukraine finanzieren. In der Türkei wollte sich Arcelor indirekt mit rund 20 % am dortigen Marktführer Erdemir beteiligen, hat aber bislang keine Erlaubnis der Behörden dazu erhalten. In der Ukraine waren die Luxemburger im Oktober 2005 in einem Bietergefecht mit Mittal um den Stahlkonzern Kryvorizhstal unterlegen.

Organisches Wachstum erhofft sich Dollé künftig vor allem vom brasilianischen Markt. Dort übernimmt Arcelor gerade die restlichen Anteile der Tochter Acesita. Außerdem gibt es Gerüchte über ein Interesse an Brasiliens Marktführer CSN. Laut Dollé will Arcelor durch weitere strategische Allianzen und Zukäufe die internationale Präsenz ausbauen. Der Schwerpunkt liege dabei auf den Wachstumsmärkten in Südamerika, Osteuropa und Asien.  

16.04.06 11:49

70756 Postings, 8077 Tage Kickysorry

http://www.boersen-zeitung.com/online/redaktion/a073/bz073013.htm  

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