Der Menschenversteher wird 50

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eröffnet am: 12.04.06 08:25 von: Sahne Anzahl Beiträge: 11
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12.04.06 08:25
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8215 Postings, 7513 Tage SahneDer Menschenversteher wird 50

Ressort: Panorama
URL: /panorama/artikel/725/73652/article.html
Datum und Zeit: 12.04.2006 - 08:22

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11.04.2006   18:16 Uhr

 

Herbert Grönemeyer wird 50

Der Menschenversteher

Er hat nicht die beste Stimme, nicht die deutlichste Aussprache, nicht das schönste Gesicht. Und doch ist Herbert Grönemeyer der erfolgreichste deutsche Musiker aller Zeiten.
Von Jürgen Schmieder

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Es gibt eine Szene aus ?Wetten, dass?????, die das Phänomen Herbert Grönemeyer deutlich macht: Auf der Couch sitzt Justin Timberlake, der erfolgreichste Musiker der Welt zu dieser Zeit. Neben ihm ein blonder Herr mittleren Alters mit biederem Gesichtsausdruck, heiserer Stimme und schnoddriger Aussprache. Ein Büroangestellter, der ein Preisausschreiben gewonnen hat, mag sich Timberlake gedacht haben. Es war Herbert Grönemeyer.

Dann lässt Gottschalk die Aufzeichnung eines Live-Konzertes einspielen. Mehr als 80.000 Menschen jubeln mit Wunderkerzen in der Hand und brüllen sich zu jedem Song die Seele aus dem Leib. Auf der Bühne steht eben jener Grönemeyer. Als Timberlake diese Aufnahmen sieht, fällt ihm der Unterkiefer runter bis zum Hals. Er muss sich plagen, tanzen, singen, Choreografien einstudieren ? und hat dennoch Probleme, Stadien dieser Größe zu füllen.


  Bildstrecke: Grönemeyer seit 1978: Platten, Frisuren, Filme
 
 




 





Grönemeyer nicht. Er ist der erfolgreichste deutsche Musiker. Westernhagen? Schon lange nichts mehr gehört. Xavier Naidoo? Noch nicht so weit. Tobias Regner, die aktuelle Nummer eins in den Charts? Reden wir nicht drüber. Nur Grönemeyer hat es drauf. Bei den beeindruckendsten Auftritten in der Geschichte von Gottschalks Sendung ? und er hatte in den vergangenen 25 Jahren jeden Weltstar ? lag Grönemeyer mit ?Der Weg? auf Platz zwei. Er musste sich nur Michael Jacksons ?Earth Song? beugen. Madonna, Robbie Williams, Take That ? alle dahinter.

Was macht den Erfolg von ?Herbie? aus? Der Mann hat nicht die schönste Stimme, um es einmal freundlich auszudrücken. Er würde bei ?Deutschland sucht den Superstar? nicht mal die zweite Runde erreichen. Dieter Bohlen würde ihn mit üblen Sprüchen der Marke ?Du klingst, als hättest Du einen Reißnagel verschluckt? eindecken.

Auch seine Aussprache ist eher undeutlich: Als er kürzlich seinen neuen WM-Song im Radio vorstellte, waren sich die Hörer uneinig, ob sie ihn gut oder schlecht finden sollten. ?Das kann ich schlecht beurteilen?, sagte ein Hörer bei Antenne Bayern. ?Ich verstehe ja nicht, wovon er singt.?

Grönemeyer ist ein Charakterkopf, keine Frage. Er hat 1980 in Wolfgang Petersens ?Das Boot? eine herausragende Leistung als Kriegsberichterstatter gegeben. Aber reicht das, um dauerhaft Erfolg zu haben? Er ist auch nicht gerade bekannt für seine aufwändigen Bühnenshows oder spektakulären Tanzeinlagen. Oft sitzt er nur am Piano oder steht einsam am Mikrofon, wenn er seine Lieder vorträgt.


 
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Hagen Rether "Grönemeyer"
  Groenemeyer (mp3; 2,7 MB)
 

 

Es muss also etwas anderes sein, das Grönemeyer zum erfolgreichsten deutschen Musiker der letzten 25 Jahre werden ließ. Er selbst sagt: ?Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Ich mache die Musik, die mir gefällt und kann dabei eine richtige Zicke sein.?

Diese Konsequenz und Kompromisslosigkeit könnte ein Schlüssel zum Erfolg sein. Er lässt sich nicht beirren von Produzenten, Marktforschern und Besserwissern. Er vertraut auf sein Können ? und auf seine Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln.

Dies ist eine zweite Stärke Grönemeyers: Er hat sich nie auf dem Erfolg ausgeruht oder auf eine Musikrichtung beharrt. Schwungvoll besang er seine Heimatstadt Bochum, ehe er in den 90er Jahren sogar Techno-Versionen seiner Songs aufnahm. Im neuen Jahrtausend dann der gefühlvolle musikalische Abschied von geliebten Personen. Grönemeyer sang, wie er sich fühlte. Das macht ihn authentisch ? und erfolgreich.

Bei aller Entwicklung bleibt er aber seinem Stil treu. Nie hat er versucht, eine Bühnenshow zu inszenieren, nie durch Skandale eine Schlagzeile in der Bild erwirkt. Er ließ die Menschen nur so weit zum privaten Grönemeyer vordringen, so weit er es wollte. So bewahrte er sich eine gewisse Privatsphäre, den Fans aber auch ein kleines Geheimnis.

Grönemeyer versteht es musikalisch auch, den Nerv seiner Fans zu treffen. Die Liedtexte ? auch wenn sie aus seinem Mund oft nur schwer zu entziffern sind ? zeugen oberflächlich von Naivität, als würde ein Kind einen Blick auf die Welt werfen. Dennoch aber steckt in ihnen eine Tiefe, die selbst Xavier Naidoo nicht erreicht. Das lieben die Fans: schwierige Themen einfach dargestellt, mit eingänglichen Klängen untermalt.

Grönemeyer ist ein Menschenversteher. Er hat sich vor Jahren bereits selbst gefunden und weiß seitdem auch, was die Menschen um ihn herum bewegt, was sie besorgt. Und darüber singt er. Und die Menschen hören ihm zu. Seit mehr als 25 Jahren.


 

12.04.06 08:41
1

8215 Postings, 7513 Tage SahneCurrywurst

Jehste inne Stadt,
Wat macht Dich da satt?
'ne Currywurst.
Kommste vonne Schicht,
Wat Schöneret jibtet nicht
Alswie Currywurst

Mit Pommes dabei.
Ach, dann jeben Se jleich zwei-
mal Currywurst!

Biste richtich daun,
Brauchste wat zu kaun,
'ne Currywurst.
Willi, wat is mit Dir,
Trinkste nochen Bier
Zur Currywurst?

Gar scharf is die Wurst,
Mensch, dat jibt en Durst,
Die Currywurst!

Und biste dann richtich blau,
Wird Dir janz schön flau
Vonne Currywurst.
Jehste dann nach Haus,
Rutscht dat Ding Dir aus,
Die Currywurst.

Auffen Hemd, auffer Jacke,
Kerl, wat is dat ne ... alles
Voll Currywurst!

*ggg*

 

12.04.06 08:49

Clubmitglied, 47331 Postings, 7748 Tage vega2000Was soll das?

12.04.06 09:28

58960 Postings, 6856 Tage Kalli2003Männer

habt ihr nix zu tun?

So long (oder doch besser short?)  

Kalli  

 

12.04.06 14:25

8215 Postings, 7513 Tage Sahne@Satyr: Bist wohl Spätaufsteher

12.04.06 14:27

16591 Postings, 7077 Tage MadChartLass Sanftmut walten, Sahne

satyr hat bekanntlich eine Vorliebe für Antiquitäten....

*g*  

12.04.06 14:28

42128 Postings, 8163 Tage satyrSahne nicht frech werden-Ich steh jeden Tag um 5

auf ,um sechs machen bei uns die Läden zu. :-))))))))  

12.04.06 14:29

42128 Postings, 8163 Tage satyrMad gib dir keine Mühe alte Mopeds kauf ich nicht- o. T.

12.04.06 14:30

50877 Postings, 6579 Tage SAKU@satyr:

Wiiiieeee, vorm Arbeiten noch mal in den Puff?

*fg*
__________________________________________________
VIVA ARIVA!  

12.04.06 14:32

42128 Postings, 8163 Tage satyrJoooo Saku - Du weisst doch Stallplicht für die

15.05.06 09:49

8215 Postings, 7513 Tage SahneDeutschland, was dreht?

SPIEGEL ONLINE - 10. Mai 2006, 18:24
URL: 
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,415537,00.html   hier probehören...

Fifa-Hymne
 
Deutschland, was dreht?

Die Hymne, die wir verdient haben: Herbert Grönemeyer hat den offiziellen Fifa-Song zur Fußball-WM komponiert, der uns in jeder Beziehung auf die Sprünge helfen soll. Nächste Woche wird "Zeit, dass sich was dreht" veröffentlicht, bei SPIEGEL ONLINE können Sie schon mal hineinhören.

London - Herbert Grönemeyer ist ja seit seiner Oderflut-Hymne "Mensch" sowas wie die deutsche Eiche unter den Liedermachern. Wer, wenn nicht der 50-jährige Barde mit Wohnsitz in London, wäre also geeigneter, den Deutschen ihr Lied zur Fußball-WM im eigenen Land auf den Leib zu schreiben? Am 19. Mai wird die von ihm komponierte offizielle Fifa-Hymne "Zeit, dass sich was dreht" veröffentlicht, für die sich Grönemeyer Unterstützung von dem afrikanischen Popduo Amadou & Mariam holte, die im vergangenen Jahr mit ihrem Album "Dimanche à Bamako" einen Sommerhit feierten.

DPASänger Grönemeyer: "Ein bisschen tückisch"
Das Lied fängt besinnlich wie ein echter Grönemeyer an, nachdenklich und schwermütig - deutsch eben. "Wer sich jetzt nicht regt, wird ewig warten", dräut der Sänger in Anlehnung an Rilkes "Herbsttag". Wir haben verstanden: Kommt jetzt mal in die Hufe, heißt das; runter vom Sofa, rein ins Stadion. Oder auch: Jetzt jammert mal nicht so viel, sondern freut euch des Lebens und vor allem der WM.

Es gibt mehrere Versionen dieses Songs. In England und Frankreich heißt er unsubtil "Celebrate the Day" respektive "Fêter la journée". Nur für die Deutschen gibt es diesen Subtext, der weit über die Fußball-Ermunterung herausreicht. "Für Deutschland gesehen geht es in dem Lied auch um das Gefühl, die Dinge andersherum zu sehen", sagt Grönemeyer in einem Interview der Plattenfirma SonyBMG, "nach vorne zu blicken, dass sich die Stimmung dreht". Bei den Engländern zum Beispiel, sagt der Wahl-Londoner, sei das sprichwörtliche Glas immer halb voll, eine optimistische Sichtweise, die er seinen Landsleuten in der alten Heimat gerne nahe bringen möchte. Das Stück soll eine Leichtigkeit "von uns Deutschen repräsentieren, die man nicht so kennt".

Damit das auch klappt, folgt auf das besinnliche Intro ein Zwischenspiel mit fröhlichen afrikanischen Beats und Gesängen des blinden Ehepaars aus Mali. Er habe mit der Beteiligung von Amadou & Mariam den Bogen nach Afrika schlagen wollen, "wo ja 2010 die nächste WM stattfindet", erzählte er der dpa. Danach geht das Lied in den stadiongerechten Refrain über: "Zeit, dass sich was dreht, was dreht, was dreht, was dreht!", grölt der Chor in Endlosschleife, und wenn man nicht genau hinhört, könnte man da auch ein saloppes "Was geht?" heraushören. Hey, Deutschland! Was geht?

Dass der Refrain dieses seltsam in drei Teile zerfallenden Songs ein ganz klein bisschen peinlich nach "Dschingis Kahn" klingt, daran ist Grönemeyer wohl unbeteiligt. Die Fifa habe sich kaum eingemischt, sagt der Sänger, nur die Erkennungsmelodie des Fußballverbands, die habe er im Refrain einfangen müssen. Das, sagt er, sei "ein bisschen tückisch" gewesen. Eine Hymne sollte es werden, klar, ansonsten gab es keine Vorgaben.

Haben wir diese Hymne verdient? Grönemeyer ahnt schon das übliche Gemecker voraus: "Da werden einige sagen: 'Was hat der denn da gemacht'". Allerdings hätte es, nachdem der Goleo-Song "Love Generation" von erschreckender Banalität zeugte, noch viel, viel schlimmer kommen können. Aber auf Grönemeyer ist Verlass, man wird sich schon dran gewöhnen können. Man kann sagen: Der Bochumer hat uns eine Hymne geschrieben, die zum Zeitgeist passt und uns vielleicht sogar weltoffener darstellt, als wir in Wahrheit sind. 

Und, wird die deutsche Elf Weltmeister? Grönemeyer bleibt realistisch, blickt aber nach vorne: "Ich glaube nicht, dass sie Weltmeister werden, aber sie können weit kommen. Halbfinale wäre ein unglaublicher Erfolg." 

Die offizielle WM-Hymne wird übrigens erst am WM-Eröffnungstag veröffentlicht. Sie wird "Time Of Our Lives" heißen und von dem Klassikpop-Trio Il Divo und dem R&B-Star Toni Braxton eingesungen.

bor

 

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