Der Fall Dutroux - more bizarre

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eröffnet am: 01.06.04 16:05 von: AlanG. Anzahl Beiträge: 2
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01.06.04 16:05

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Anwalt: Ermittler kehrten Spuren unter den Tisch
Hauptverteidiger Xavier Magnee sieht Dutroux als Teil eines größeren Netzwerks - Sein Mandant sei kein "perverser Einzeltäter"

Im Prozess gegen den Kindermörder Marc Dutroux hat sich dessen Hauptverteidiger Xavier Magnee mit einem leidenschaftlichen Plädoyer vor seinen Mandanten gestellt. Vor dem Schwurgericht im südbelgischen Arlon warf er den Ermittlern am Dienstag vor, entscheidende Spuren vernachlässigt zu haben, die Dutroux hätten entlasten können.


  Hinweise auf eine "weit verzweigte Organisation" hinter Dutroux seien bewusst unter den Tisch gekehrt worden. Sein Mandant sei auf keinen Fall ein "perverser Einzeltäter", betonte Magnee in Richtung der zwölf Geschworenen. "In der Hölle gibt es nicht nur den Teufel."

Scharfe Kritik gegen den Chefermittler Langlois

  Angesichts des ausufernden Dossiers von 450.000 Seiten sei es die Devise der Ermittler gewesen, einen Flächenbrand zu verhindern, der das ganze Land habe anstecken können, argumentierte Magnee. Scharfe Kritik richtete der 68-jährige Staranwalt vor allem gegen den langjährigen Chefermittler Jacques Langlois. Er habe sich mit unwichtigen Details aufgehalten, statt die entscheidenden Fragen zu stellen.

  Die Ermittler hätten mit ihrer Vertuschungstaktik die "Erwartungen des Landes" enttäuscht, kritisierte Magnee. Er verwies darauf, dass 70 Prozent der Belgier bis heute an ein Netzwerk mit Verbindungen in höchste Kreise von Justiz und Politik glaubten. Beweise für eine solche Verstrickung konnte der am 1. März eröffnete Prozess bisher nicht erbringen. Auch Staatsanwalt Michel Bourlet hatte sich vergangene Woche von der Theorie eines "pädophilen Netzwerks" verabschiedet.

Zweite Woche der Plädoyers

  Sein Plädoyer widmete Magnee den "Opfern". Mit Sabine Dardenne und Laetitia Delhez folgten die beiden Überlebenden dem Vortrag des Anwalts im Gerichtssaal. Dutroux hatte die beiden zwölf und 14 Jahre alten Mädchen 1996 zusammen mit einem Komplizen entführt, in einem Kellerverlies festgehalten und wiederholt vergewaltigt.

  Mit dem Auftritt Magnées begann am Dienstag die zweite Woche der Plädoyers. Zuvor hatten bereits die Anwälte der Nebenklage und die Staatsanwaltschaft gesprochen. Dutroux steht seit dem 1. März in Arlon vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, 1995 und 1996 insgesamt sechs Mädchen im Alter von acht bis 19 Jahren entführt und missbraucht zu haben. Vier von ihnen starben. Dem vorbestraften Vergewaltiger droht lebenslange Haft. Das Urteil wird Mitte Juni erwartet. (APA/AFP)    

01.06.04 16:28

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oder der "Hammer der Gerechtigkeit":

 

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