Das ist nahezu Vollbeschäftigung, oder?

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neuester Beitrag: 29.04.05 08:47
eröffnet am: 28.04.05 10:38 von: Sahne Anzahl Beiträge: 15
neuester Beitrag: 29.04.05 08:47 von: gurkenfred Leser gesamt: 472
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28.04.05 10:38
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8215 Postings, 7309 Tage SahneDas ist nahezu Vollbeschäftigung, oder?

Besserung auf dem Arbeitsmarkt

Zahl der Erwerbslosen sinkt unter fünf Millionen

Den unerwartet starken Rückgang im April erklären Experten vor allem mit dem milden Frühlingswetter, aber auch mit den Wirkungen der Reformen.
Von Ulrich Schäfer und Nina Bovensiepen

 

 

Im April schafften mehr Arbeitslose den Sprung aus der Arbeitslosigkeit als erwartet.
Foto: dpa

 

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist erstmals wieder unter fünf Millionen gesunken.

Im April suchten 4,97 Millionen Menschen einen Job, hieß es am Mittwoch im Umfeld der Bundesagentur für Arbeit. Die genauen Daten wird die Bundesagentur an diesem Donnerstag veröffentlichen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) deutete zudem an, dass die Regierung ihre Wachstumsprognose für 2005, anders als die Konjunkturinstitute am Dienstag in ihrem Frühjahrsgutachten, nicht unter ein Prozent absenken wird. Koalitionsvertreter attackierten die Wirtschaftsforscher ungewöhnlich scharf.

Mehr Langzeitarbeitslose in Ein-Euro-Jobs

Im April wurden bundesweit 207.000 Arbeitslose weniger registriert als im März. Im Vormonat hatten noch gut 5,17 Millionen Menschen in Deutschland eine Stelle gesucht, fast ebenso viele wie im bisherigen Rekordmonat Februar.

In den beiden vergangenen Jahren war die Arbeitslosenzahl im April jeweils nur um gut 100.000 gesunken. Den überraschend starken Rückgang in diesem Jahr erklären Experten vor allem mit dem milden Frühlingswetter, aber auch mit den Wirkungen der Arbeitsmarktreform.

So hätten viele Bauunternehmen und Landwirte, die im März wegen des Wintereinbruchs noch gezögert hätten, nach Ostern mehr Personal eingestellt. Zudem wurden mehr Langzeitarbeitslose in Ein-Euro-Jobs vermittelt.

Enttäuschung über NRW

In Nordrhein-Westfalen, wo am 22. Mai ein neuer Landtag gewählt wird, blieb die Zahl der Arbeitssuchenden jedoch weiter über der für den Wahlkampf psychologisch bedeutsamen Marke von einer Million.

SPD-Ministerpräsident Peer Steinbrück hatte gehofft, im April deutlich unter dem März-Wert von 1,09 Millionen zu bleiben.


Bundeswirtschaftsminister Clement wollte sich am Mittwoch zu den Zahlen noch nicht äußern. Er habe jedoch, erklärte der SPD-Politiker nach der Sitzung des Bundeskabinetts, bereits früher gesagt: ?Wir werden im Frühjahr die Fünf-Millionen-Grenze unterschreiten und sie dann nie wieder erreichen.?

Regierung erleichtert

Hinter vorgehaltener Hand zeigten sich Mitglieder der Regierung erleichtert, ?dass wir nun das Schlimmste überwunden haben?.

Die Zahl der Arbeitslosen war im Januar, als die Arbeitsmarktreform Hartz IV in Kraft getreten war, sprunghaft in die Höhe geschnellt.

Ein entscheidender Grund: Seit Jahresbeginn werden erstmals auch ehemalige Sozialhilfebezieher, die als erwerbsfähig gelten, in der Arbeitlosenstatistik mitgezählt.

Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten am Dienstag noch eine schnelle Trendwende ausgeschlossen. Die Zahl der Arbeitslosen werde in der ersten Jahreshälfte kaum zurückgehen und sich erst im Herbst eine Besserung abzeichnen, hatten die Forscher in ihrem Frühjahrsgutachten prophezeit.

Institute attackiert

Aufs gesamte Jahr gerechnet sagten die Ökonomen durchschnittlich 4,844 Millionen Menschen ohne Job voraus und zudem ein Wirtschaftswachstum von nur noch 0,7 Prozent. Sie hatten von der Regierung ein Gesamtkonzept für Reformen verlangt.

Clement attackierte die Institute deswegen heftig. Sie hätten in ihrem Gutachten ?erstaunliche Kritikbereitschaft? offenbart, aber zugleich ?erstaunlich unkonkrete? Vorschläge präsentiert.

?Es gibt bereits ein Gesamtkonzept, auch wenn Wissenschaftler und Institute dies nicht wahrhaben wollen. Dies ist die Agenda 2010?, sagte der Wirtschaftsminister.

Regierung rechnet mit 1,5 Prozent Wachstum

Der Sprecher von Finanzminister Hans Eichel (SPD) warf den Instituten vor, ihre Analyse sei realitätsfern. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, ergänzte: ?Es stellt sich daher schon die Frage, ob ihr Rat künftig von der Politik überhaupt noch benötigt wird.?

Die Bundesregierung, die für 2005 bislang von einem Wachstum von 1,6 Prozent ausgeht, will ihre eigene Konjunkturprognose am Freitag veröffentlichen.

Anders als die Institute wird sie auch die revidierten Daten für das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre berücksichtigen, die das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag veröffentlicht. Die Wiesbadener Statistiker passen ihre Berechnungen internationalen Standards an.

Clement ließ erkennen, dass die Regierung nicht den Instituten folgen werde. Deren Prognose bewege sich ?am untersten Rand?. Die Schätzer der Regierung rechnen dagegen in diesem Jahr mit einem Plus von einem Prozent und im kommenden von 1,5 Prozent.

(SZ vom 28.4.2005)

 

28.04.05 10:40

61594 Postings, 6409 Tage lassmichrein9 Minuten zu spät ;)

Erst suchen, dann eröffnen ;)
®  

28.04.05 10:40

8215 Postings, 7309 Tage SahneJaja lmr, jetzt erst gesehen... o. T.

28.04.05 10:40

8215 Postings, 7309 Tage SahneHoppla! Eigentlich

wollte ich dir zuvorkommen :)  

28.04.05 10:41

61594 Postings, 6409 Tage lassmichrein*g* o.T.

28.04.05 10:42
1

8215 Postings, 7309 Tage SahneAbgesehen davon lese

die Postings dieser ID höchst selten.  

28.04.05 10:42

58960 Postings, 6652 Tage Kalli2003lmr in Hochform ;-)

So long (oder doch besser short?)  

Kalli  

 

28.04.05 10:54

13436 Postings, 7630 Tage blindfishwirklich "toll"...

da ist diese bekloppte regierung stolz drauf, daß sie die leute in 1?-jobs gedrückt hat!? nichts anderes als sklaverei ist das!!

was für eine perverse welt :-((  

28.04.05 13:08
1

19522 Postings, 7408 Tage gurkenfredes soll leute geben, die froh sind

in einen 1?-job "reingedrückt" zu werden, weil es ihre letzte chance ist, ggf. im anschluß ein reguläres arbeitsverhältnis zu erhalten.
aber dazu reicht natürlich bei manchem hier die vorstellungskraft nicht aus.


mfg
GF

 

28.04.05 14:22

36845 Postings, 6442 Tage Taliskeres soll sogar leute geben, die ärgerlich sind,

keinen 1?-job abbekommen zu haben mangels masse.
gruß
talisker  

28.04.05 17:05

69031 Postings, 6394 Tage BarCodeMit dem sog. 1-Euro-Job

kann man - da es sich um 30 Std.-Beschäftigungen mit bis zu 2 Euro Zuzahlungen handelt - zwischen 120 und 240 Euro dazuverdienen. Klar dass das begehrt ist, wenn man 345,- + Miete kriegt. Deshalb kann man es nur immer wieder sagen: Ein-Euro-Jobs heißen zwar so, sind es aber nicht. Zusammen ergibt das nämlich (bei etwa 250 Euro Miete) einen Stundenlohn von Netto 6-7 Euro (und man ist nicht völlig abgehängt). Das entspricht in etwa dem Nettolohn einer Verkäuferin.
Ein einfacher Polizist im Osten hat ca. 1800 Brutto. Wenn er damit eine Frau und 2 Kinder ernären muss , steht er schlechter da, als eine ALGII-Bedarfsgemeinschaft gleicher Größe (4 Personen).

Es ist sicher kein Zuckerschlecken, mit ALGII auskommen zu müssen. Aber es ist auch kein Zuckerschlecken, mit einem regulären Job wie in den o.g. Berufen auszukommen. Was ist jetzt gerecht? Was ist da Sklavenarbeit?

Für mich ist und bleibt die Geisel die Arbeitslosigkeit und nicht ALG2.

Gruß BarCode  

28.04.05 17:15

33909 Postings, 7555 Tage DarkKnightzu Posting '#9: manchmal reicht nicht nur

die Vorstellungskraft aus, sondern auch der gnadenlose, hemmungslose Geldsegen aus einem 1-Euro-Job, um sich überhaupt ne Fahrkarte leisten zu können, um an seinen Arbeitsplatz zu kommen.

Ganz zu schweigen davon, daß man im zivilisierten Europa davon ausgehen sollte, daß man sich alle drei Tage mal ne warme Mahlzeit leisten könnte?  

28.04.05 19:06

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_INach einem 1-Euro-Job ne reguläre Anstellung?

Wie soll denn das gehen? Bei diesen Jobs handelt es sich um

1. zusätzliche und

2. gemeinnützige Tätigkeit, die

3. nicht in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft stehen darf.



Die ganze Konstruktion ist Murks - und es gibt auch kaum 1-?-Jobs.



Alles Blödsinn: Entweder ein Arbeitsloser arbeitet was Vernünftiges - dann soll man ihn auch marktgerecht entlohnen. Oder er tut was Sinnloses - dann sollte man das einstellen. Alles andere ist Augenwischerei.

Übrigens: Die Kohle für sinnvolle Jobs ist leicht aufzutreiben - etwa durch Reduzierung der EU-Zuschüsse, Subventionsabbau und Erhöhung der Körperschaftssteuer. Die Absenkung hier hat doch nur dazu geführt, dass manche Unternehmen garnicht mehr wissen, was sie mit ihrer Kohle machen sollen und deshalb Aktien zurückkaufen.  

28.04.05 19:20

3379 Postings, 5889 Tage B GhostWas hat das Orakel damals noch für Prügel bezogen

http://www.ariva.de/board/141397/thread.m?a=  

29.04.05 08:47

19522 Postings, 7408 Tage gurkenfred@DK: bei 1?-jobs werden

normalerweise die fahrtkosten erstattet.

@karlchen: nicht immer nur spiegel und taz lesen, wo du anscheinend deine weisheiten herbeziehst.
bei uns im ort gibt es zahlreiche beispiele, wo dem 1?-jobber (z.b. vorlesen im altenheim, arbeit in der jugendbetreuung) ein arbeitsvertrag angeboten wurde. das geht natürlich nur bei leuten, die auch eine entsprechende qualifikation haben (z.b. pflegerische ausbildung). den "bodensatz" der nicht qualifizierten und arbeitsunwilligen bekommst du auch nicht über 1?-jobs weg (das ist trivial...)
jeder weg sollte genutzt werden, um langzeitarbeitslose wieder in arbeit zu bringen.
zur marktgerechten entlohnung siehe p11.

mfg
GF

 

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