Das amerikanische Prinzip des schnellen Reichtums

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eröffnet am: 05.05.05 19:56 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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1008418 Postings, 6309 Tage moyaDas amerikanische Prinzip des schnellen Reichtums

Das amerikanische Prinzip des schnellen Reichtums

vom Mogambo Guru, nicht ganz ernst gemeint.

Ich besaß einige Vielfliegermeilen von einer Fluggesellschaft - ich habe vergessen welche - aber ich kann mich erinnern, dass alle verfluchten Fluggesellschaften eine "Vorschrift" haben, die untersagt, dass ein betrunkener und auffällig werdender Passagier weitere Getränke bekommt, um dann noch auffälliger zu werden. Immer kommt dann irgendwann der Co-Pilot an meinen Platz und tritt mir aus unbekannten Gründen ans Schienbein, und doch ist keiner von denen in der Lage mir zu zeigen, wo diese Vorschrift schwarz auf weiß geschrieben steht.

Jetzt, wo ich deswegen nicht mehr so viel fliege, verfallen die Meilen. Es ist nicht so, dass ich nicht fliegen wollte, aber wenn Sie meinen, es sei leicht, in ein Flugzeug zu kommen, wenn die ganzen Überwachungsmonitore wie verrückt anfangen zu piepsen und die Leute, die den Polizeibericht anschauen, anfangen zu brüllen: "Haltet den Mann", dann sind Sie mit dem System wohl noch nicht vertraut. Aber anstatt mich einfach so um meine Vielfliegermeilen zu bringen, hat man mir ein sechsmonatiges Abonnement für einige Magazine angeboten.

Sie können sich sicher meine Freude vorstellen, als ich im Postkasten das MoneyMagazine fand. Auf dem Titel war das Bild zweier Menschen, der eine saß, der andere stand auf etwas, das entweder ein riesiger Teppich war, unter dem sich etwas verbarg, oder ein gefrorener Hügel aus Puffreis oder Weizen oder so was. Im ganzen Magazin gibt es keine Erklärung. Ich weiß das, weil ich danach gesucht habe.

Aber hier geht es nicht um dieses Magazin oder darum, wie sie ein Geheimnis unter einem alten Teppich verbergen und damit sicher gegen ein Gesetz aus dem Patriot Act verstoßen. Es würde mich nicht verwundern, wenn der Heimatschutzdienst schon damit befasst wäre. Hier jedoch geht es um die beiden Typen, die auf dem Titelbild abgebildet sind. Die eine ist eine hübsche, junge asiatisch-amerikanische Frau, und der andere ein attraktiver spanisch-amerikanischer Mann, auch er eher jünger, wofür ich ihn sowohl beneide als auch hasse, da MEINE Jugend schon weit hinter mir liegt und weil diese beiden Fremden so sehr damit prahlen, dass sie jung sind und hübsch, und augenscheinlich auch noch reich! Das ist nicht gerecht! Sie sind, denke ich, die bildliche Darstellung dessen, worum es im Leitartikel des Magazins
geht: "Wie man in Amerika reich wird. Acht Strategien, die heute funktionieren. Seite 98"

Sie können sich meine Aufregung vorstellen, als ich mit zittrigen Fingern versuchte, Seite 98 aufzuschlagen. "Reich werden in Amerika!"
Mensch! Diese Typen sprechen meine Sprache. Ich bin schon in Amerika, sodass ich mir schon einmal die Transportkosten sparen kann. Das wird alles so wunderbar. Sobald ich Seite 98 erreicht habe, überfliege ich den Artikel. Ich überfliege ihn deshalb, weil ich zwar wirklich reich werden will, aber als ein typischer Amerikaner nicht zehn Minuten meiner kostbaren Zeit darauf verschwenden will, diesen verdammten Artikel wirklich zu lesen. Ich will das Geld jetzt! Ich will alles jetzt! Aber ich muss schnell herausfinden, dass ich, um reich zu werden, (das sollten Sie sich aufschreiben, denn es war die allgemeine Stoßrichtung dieses Artikels, es muss also wichtig sein) mehr Bildung brauche, mit Immobilien spekulieren muss und mein eigenes Geschäft aufziehen soll. Mann! Das soll leicht sein? Na dann vielen Dank, Money Magazine.

Auch wenn sich dieser Rat eher als trocken herausstellte, kommt gegen Ende der folgende, interessante Abschnitt. "Hat der Aktienmarkt, der die Leute 1999 reich machte, überhaupt noch irgendetwas zu sagen? Ja, jedoch gewiss nicht als Möglichkeit, schnell zu Reichtum zu kommen.
Einer der Gründe, warum die Leute damals glaubten, dass man mit Aktien schnell reich werden könnte, war die Tatsache, dass so viele Leute Aktien kauften. In den fünf Jahren vor 1999 brachte der S&P500 Erträge von 28 % im Jahr. Diese Party ist natürlich schon lange vorbei."

Wow! Hier erklärt also das Money Magazine die Tatsache, dass der Aktienmarkt sich als Verlierer entpuppt hat, zu einem allgemein bekannten Fakt. Das schließe ich daraus, dass sie schreiben, die Party sei "natürlich" schon lange vorbei. Wenn man jedoch das Spekulationsgeld aus dem Markt herausnimmt, was soll dann noch den Schaum schlagen, der heute die Preise in die Höhe treibt. Und wie sollen die Preise auf diesem Niveau gehalten werden, wenn das Spekulationsgeld wegfällt?

Ein Typ namens Dr. Sam Vaknin hat im Internet einen Artikel mit dem
Titel: "Die platzenden Blasen bei den Vermögenswerten - Einführung (Teil 1)" veröffentlicht. Es ist ein netter Essay darüber, dass Blasen bei den Vermögenswerten zwar nicht neu sind, dass sie immer platzen und über viele andere Dinge, die Blasen schlecht machen. Er schreibt auch, dass diese Dinge der Grund sind, warum niemand außer den Bankern bei der Fed jemals ein gutes Wort über Blasen verloren hat und dafür, dass die Banker darauf stehen, die Blasen zu hegen und zu pflegen und dass das der Grund ist, dass sie eine Blase nie als eine solche erkennen (und das wiederum führt dazu, dass sie die Dinger auch noch finanzieren), bis es zu spät ist, und sie platzen (dann werden sie ihre Finanzierungen noch verschärfen um eine "Deflation" der Blase zu verhindern).

Ungefähr soviel sagt er, wenn er schreibt: "Schneeball- und Pyramidensysteme sind mindestens seit der Renaissance fest in der westlichen Zivilisation verankert." Als Beweis verweist er auf die Tulpenmanie von 1634.

Und diese Systeme, die den schnellen Reichtum versprechen, gibt es immer noch, eines davon gab es in Israel: 1983 war mehr als ein Fünftel der Bevölkerung in einen Bankskandal mit albanischen Ausmaß verwickelt. Es war das klassische Pyramidensystem. Alle Banken außer einer versprachen den leichtgläubigen Anlegern ewig steigende Erträge auf die öffentlich gehandelten Anteile der Bank.

"Diese ausdrücklichen und unglaublichen Versprechen fanden sich in allen Prospekten, die die Banken öffentlich verteilten und sie genossen die implizite Einwilligung und Kollaboration einiger aufeinander folgender Regierungen. Die Banken nutzten die Einzahlungen, ihr Kapital, die einbehaltenen Gewinne und Fonds, die sie illegal über dubiose küstennahe Tochtergesellschaften geliehen hatten, um zu versuchen, ihre unmöglichen und ungesunden Versprechungen wahr zu machen. Jeder wusste, was vor sich ging und alle hatten die Finger im Spiel. Es dauerte sieben Jahre. Die Preise mancher Anteile stiegen um 1-2 % täglich.

Und so wurden die Leute reich und ein Fünftel der Bevölkerung hatte die Finger im Spiel und sie versuchten alle, reich zu werden. Dann, "am 6. Oktober 1983, fiel der gesamte israelische Banksektor in sich zusammen. Konfrontiert mit bürgerlichen Unruhen, die sich immer mehr anstauten, sah sich die Regierung gezwungen, die Aktieninhaber zu entschädigen. Man bot ihnen einen ausgearbeiteten Rückkaufplan über neun Jahre an. Die Kosten für diesen Plan beliefen sich auf 6 Milliarden Dollar - fast 15 Prozent des israelischen Bruttosozialprodukts eines Jahres. Der indirekte Schaden ist nicht bekannt."

Es geht hier nicht darum, dass Israel voll von Leuten ist, die auf ein Schneeballsystem hereinfallen. Alle Länder sind voll von Leuten, die für Schneeballsysteme anfällig sind. Sie fragen sich warum? Keine Ahnung, der Autor schreibt: "Die Leute wissen, dass es wahrscheinlicher ist, dass sie im Laufe der Zeit einen Teil ihres Geldes oder alles verlieren. Aber sie reden sich ein, dass sie in der Lage sein werden, die Organisatoren solcher Systeme zu überlisten, oder dass ein rechtzeitiges Herausziehen ihrer Profite oder ihrer Zinszahlungen vor dem unvermeidlichen Kollaps sie für das verlorene Geld entschädigen wird. Viele glauben, dass sie in der Lage sein werden, genau den Zeitpunkt bestimmen zu können, an dem sie ihre ursprüngliche Anlage wieder rausziehen müssen. Es handelt sich dabei meistens um unsinnige und abergläubische 'Warnsignale'."

Aber es geht um mehr als um Leute, die sich wie Idioten verhalten. Er fährt fort; "Die Anlagen der Haushalte sind nur einer der Motoren, die zu solchen Blasen bei den Vermögenswerten führen. Ein Großteil des Geldes, das in Schneeball- oder Pyramidensystemen landet ist gewaschenes Geld, das aus unrechtmäßigen Betätigungen stammt. Die Geldwäsche an der Steuer vorbei oder kriminelle Vorgänge, hauptsächlich in Zusammenhang mit Drogen, werden durch gewöhnliche Bankkanäle ermöglicht. Das Geld wechselt einige Male seinen Besitzer, sodass die Spuren und die Identität des eigentlichen Besitzers verwischt werden." Die Leute waschen ihr Geld auch in solchen Systemen!

Aber es geht hier auch nicht um Schneeballsysteme oder darum, warum die Leute so dumm sind, immer wieder darauf hereinzufallen und nie zu begreifen scheinen. Es geht auch nicht darum, wie die Kriminellen ihr Geld waschen. Es geht auch nicht darum, dass Regierungen, die ungedeckte Währungen nutzen, das größte Schneeballsystem von allen sind und dass wir auch daraus nichts lernen, obwohl es jedem Idioten klar sein müsste, dass alle Regierungen in der Geschichte der idiotischen Regierungen immer damit angefangen haben, zu viel auszugeben, und dass sie dann alle in ihrer Verzweiflung auf das eine oder andere System verfallen sind, um die Währung zu entwerten. Dass sie so die Währung zerstört haben und danach auch ihr Land.

Nein, um all das geht es nicht. Die eigentliche Lektion, die ich Ihnen heute unterbreiten möchte ist, dass Sie sich merken, dass die Regierung eingeschritten ist, um die Leute frei zu kaufen. Die Gewinner haben gewonnen und die Regierung hat die Verlierer ausgezahlt. Das hat nicht nur zu einer Inflation geführt, weil die Geldmenge gestiegen ist, sondern auch zu weiteren Dummheiten.

Und wo wir schon von den Dummheiten der Regierung sprechen, die weitere Dummheiten auslösen: United Airlines hat seinen zerstörten Rentenfonds gelöscht und in den PBGC Fonds übertragen, obwohl der PBGC Fonds selbst durch ANDERE zerstörte Fonds, die man absorbiert hat, ein Loch von 23 Milliarden Dollar aufweist. Einen Teil der Schmerzen werden die Leute tragen müssen, die unter dieses Programm fallen, da ihre Versicherungsleistungen um ein Drittel gekürzt werden, der Rest wird zumindest theoretisch von allen getragen, denn die Regierung verkauft Staatsanleihen, um für die Rentner, die unter diesen Fonds fallen, zu zahlen. Das führt zu einer Steigerung der Geldmenge, das wiederum zu steigender Inflation, die schließlich dazu führt, dass es für alle schlechter aussieht. Besonders nachdem auch die anderen Fluggesellschaften herausgefunden haben werden, dass auch sie nicht mehr in der Lage sind, für ihre Pensionäre aufzukommen.

Gruß Moya

 

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