Das Märchen vom deutschen Angstsparer

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eröffnet am: 04.05.05 10:52 von: moya Anzahl Beiträge: 2
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04.05.05 10:52

1007781 Postings, 6306 Tage moyaDas Märchen vom deutschen Angstsparer

Das Märchen vom deutschen Angstsparer

KREFELD (FXdirekt Bank) -
Lassen wir einmal die erneute Zinserhöhung der US-Notenbank außen vor. Dass der Leitzins nun bei 3,00 Prozent liegt, überrascht angesichts der Fortsetzung der Politik der Trippelschritte niemanden. Viel spannender ist dagegen die Frage, ob der US-Verbraucher künftig den Konsum einschränken wird oder muss. Schließlich wird die Refinanzierung der Kauflust teurer. Ganz anders sieht das Bild in Deutschland aus. Hier stehen weder Zinserhöhungen an, noch kommt die Binnennachfrage in Schwung. Dabei soll diese doch die Lücke schließen, die nachlassende Exporte in die Leistungsbilanz reißen.

Viele Ökonomen erklären die Konsumschwäche in Deutschland damit, dass die Menschen im Land einen immer größeren Anteil ihrer Einnahmen sparen, weil ihre Jobs und die Aussichten auf staatliche Rente unsicher sind. Allerorts werden grundlegende Reformen gefordert. Die braucht es aber gar nicht, wie die neuesten Daten von Destatis belegen. Der Anteil am verfügbaren Einkommen, den die Deutschen beiseite legten, fiel in 2004 um 0,1 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent. Die vorläufigen Zahlen hatten noch einen Anstieg auf 10,9 Prozent angezeigt. Die Deutschen als Angstsparer zu bezeichnen, trifft somit nur im absoluten Vergleich mit anderen Ländern zu. Gegen die These von den verschreckten Verbrauchern spricht nach den neuen Zahlen auch, dass die deutschen Konsumenten seit 1994 Jahr für Jahr real zwischen 20 und 45 Milliarden Euro mehr ausgegeben haben, als ursprünglich vermutet worden war.

Das bedeutet, dass die Deutschen auch über den längeren Zeitraum nicht so sparsam waren wie angenommen. Sie gaben ihr Geld nur teilweise für Güter aus, die bisher von der Statistik nicht erfasst wurden. Dass der Konsum in 2004 trotzdem schrumpfte, lag vor allem an der schwachen Entwicklung der verfügbaren Einkommen: So stiegen zwar die Einnahmen der Haushalte um nominal 1,2 Prozent, weil sich zugleich aber die Preise für Lebensmittel, Benzin und andere Konsumgüter im Schnitt um 1,5 Prozent erhöhten, blieb den Haushalten inflationsbereinigt 0,3 Prozent weniger zur Verfügung als 2003. Auf den Verbraucher zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur zu hoffen, könnte sich daher als Trugschluss erweisen. Hinzu kommen die höheren Leitzinsen in den USA und zuletzt mauen Konjunkturdaten aus Euroland.

Das alles lastet auf dem Kurs des Euro, der seine 200-Tage-Linie bei 1,2835 US-Dollar in den letzten Tagen testete. Noch zeigt der langfristige Trend allerdings nach oben.
FXdirekt

Gruß Moya

 

04.05.05 10:55

13436 Postings, 7628 Tage blindfishwas sollen die leute auch noch sparen!?

ich würde mal sagen, die "sparen" alles in die steuerkasse...

 

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