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@DarkKnight

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neuester Beitrag: 24.04.01 00:17
eröffnet am: 24.04.01 00:17 von: preisfuchs Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 24.04.01 00:17 von: preisfuchs Leser gesamt: 219
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

24.04.01 00:17

19308 Postings, 8040 Tage preisfuchs@DarkKnight

habe mir deine von gestern gestellten autoren angeschaut. wow, was ist mit dir geschehen? gleichen diese einer sekte und bist du einer ihrer rudelsführer?. hier einen auszug, den du sicherlich auswendig beherscht ;-)

Carlos Castaneda  
Auszüge aus dem gleichnamigen Buch
 
Wer ist Carlos Castaneda?
Ein schreibender Anthropologe,  
der zufällig die Bekanntschaft eines alten Zauberers machte,  
welcher sein Weltbild völlig umänderte.
"Es ist möglich zu beharren, stur zu beharren, auch wenn wir wissen, daß es sinnlos ist, was wir tun", sagte er lächelnd. "Allerdings müssen wir dabei im voraus wissen, daß unser Tun sinnlos ist, und dennoch so handeln, als wüßten wir es nicht. Das ist die kontrollierte Torheit eines Zauberers. "Bitte, Don Juan, sag mir, was genau ist kontrollierte Torheit?" Don Juan lachte laut auf und schlug sich mit der hohlen Hand geräuschvoll auf den Schenkel. "Das hier ist kontrollierte Torheit", lachte er und schlug sich noch einmal auf den Schenkel. "Was willst du damit sagen...?" "Ich freue mich, daß du mich nach so vielen Jahren endlich nach meiner kontrollierten Torheit fragst, und trotzdem wäre es mir letzten Endes egal gewesen, wenn du mich nie danach gefragt hättest. Und doch habe ich beschlossen, mich darüber zu freuen, als würde mir daran liegen, daß du mich fragst, als würde es eine Rolle spielen, daß mir daran liegt. DAS ist kontrollierte Torheit.
"Wir lernen über alles nachzudenken, und dann üben wir unsere Augen darin, die Dinge so zu sehen, wie wir über sie denken. Wir schauen uns an und sind im voraus überzeugt, daß wir wichtig sind. Darum müssen wir uns wichtig vorkommen. Aber wenn ein Mann sehen lernt, erkennt er, daß er nicht länger über die Dinge nachdenken kann, die er anschaut, und wenn er erkennt, daß er über das, was er sieht, nicht mehr nachdenken kann, dann wird alles unwichtig. "Meinst du zum Beispiel, Don Juan, daß, wenn ein Mann sehen lernt, alles auf der WElt für ihn wertlos wird?"  
"Ich sagte nicht wertlos. Ich sagte unwichtig. Alles ist gleich und daher unwichtig. Zum Beispiel kann ich nicht behaupten, daß meine Handlungen wichtiger seien als deine, oder daß eine Sache wichtiger sei als die andere, daher sind alle Dinge gleich, und indem sie gleich sind, sind sie unwichtig.
Ein Wissender lebt, indem er handelt, und nicht indem er über das Handeln nachdenkt, auch nicht indem er darüber nachdenkt, was er denken wird, wenn er seine Handlung beendet hat. Ein Wissender wählt den Weg mit Herz und folgt ihm; dann schaut er und freut sich und lacht; dann sieht er und weiß. Er weiß, daß sein Leben ohnehin gar zu bald enden wird. Er weiß, daß er wie jeder andere auch nirgendwo hingeht. Weil er sieht weiß er, daß nichts wichtiger ist als alles andere. Mit anderen Worten, ein Wissender hat keine Ehre, keine Würde, keine Familie, keinen Namen, kein Land - sondern nur ein Leben, daß er leben muß. Und unter diesemn Bedingungen ist seine einzige Verbindung zu seinen Mitmenschen die kontrollierte Torheit. Darum müht sich ein Wissender und schwitzt und plagt sich ab, und wenn man ihn anschaut, dann ist er wie jeder gewöhnliche Mensch, nur daß er die Torheit seines Lebens unter Kontrolle hat. Da nichts wichtiger ist als alles andere, wählt der Wissende alle Handlungen und führt sie aus, als bedeuteten sie ihm etwas. Seine kontrollierte Torheit läßt ihn sagen, das, was er tut, bedeute etwas, und läßt ihn handeln, als sei das tatsächlich der Fall. Und doch weiß er,daß dies nicht so ist. Wenn er daher sein Handeln beendet hat, zieht er sich in Frieden zurück und macht sich keinerlei Sorgen, ob seine Handlungen gut oder schlecht waren, ob sie ihm gelangen. Die Welt ist wirklich voller beängstigender Dinge, und wir sind hilflose Geschöpfe, umgeben von unerklärlichen, unbeugsamen Kräften. Ein Durchschnittsmensch glaubt in seiner Unwissenheit, diese Kräfte könnten erklärt oder verändert werden. Er weiß nicht wirklich, wie, aber er erwartet, daß es der Menschheit früher oder später gelingen wird, sie zu erklären oder zu verändern. Der Zauberer hingegen denkt nicht daran, sie zu erklären oder zu verändern. Statt dessen lernt er, diese Kräfte zu nutzen, indem er sich von ihnen führen läßt und sich ihrer Richtung anpaßt. Das ist sein Trick. An der Zauberei ist nicht viel dran, sobald du den Trick herausfindest.  Ein Zauberer ist nur wenig besser dran als ein Durchschnittsmensch. Die Zauberei hilft ihm nicht, ein besseres Leben zu führen. Ja, ich sollte vielleicht sogar sagen, dßa die Zauberei ihn behindert. Sie macht sein Leben beschwerlich und gefährlich. Indem er sich dem Wissen öffnet,wird der Zauberer verletzlicher als der Durchschnittsmensch. Auf der einen Seite wird er von seinen Mitmenschen gefürchtet und gehaßt, so daß  sie nach seinem Leben trachten, und auf der anderen Seite sind die unerklärlichen und unbeugsamen Kräfte, die alles Lebende und damit jeden von uns umgeben, für den Zauberer eine Quelle noch größerer Gefahr. Von einem Mitmenschen aufgespießt zu werden, ist schon qualvoll, aber nichts im Vergleich mit der Berührung eines Verbündeten. Ein Zauberer, der sich dem Wissen öffnet, wird zur Beute dieser Kräfte, und er hat nur ein Mittel, das Gleichgewicht zu halten - seinen Willen.
Ein Krieger begegnet diesen unerklärlichen und unbeugsamen Kräften, weil er sie absichtlich sucht, daher ist er immer auf die Begegnung vorbereitet.  


darki, dass liegt über der vorstellung, welche ich von dir hatte. geil, du bist ja drauf ,-). da ist der preisfuchs aus rudelberg, welchen du gestern nanntest ein kleiner fisch gegen dich grossmacht.

grüssle
preisfuchs

 

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