DT : Abfindungszahlungen aus der Luft gegriffen

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eröffnet am: 15.09.02 19:35 von: der hundeso. Anzahl Beiträge: 2
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15.09.02 19:35

122 Postings, 7203 Tage der hundesohnDT : Abfindungszahlungen aus der Luft gegriffen

Sonntag, 15. September 2002
Klage gegen Schröder und Eichel
Telekom-Winkhaus winkt ab  

Ex-Telekom-Chef Ron Sommer soll dem "Spiegel" zufolge eine Abfindung von mehr als 65 Mio. Euro erhalten. Eine Unternehmergruppe will deshalb Schadensersatzklage gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesfinanzminister Hans Eichel einreichen. Telekom-Aufsichtsratschef Winkhaus hat die angebliche Abfindung dementiert.

Winkhaus sagte am Sonntag: "Die Beträge, die als Abfindungszahlungen genannt sind, sind aus der Luft gegriffen und frei erfunden". Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Sommers seien die Medien bereits darüber informiert worden, dass der Vertrag mit Sommer bis Mai 2005 weiterlaufe, so Winkhaus weiter.

"Der Spiegel" hatte am Wochenende ohne Angabe von Quellen berichtet, dass beim Berliner Landgericht eine 40-Seiten umfassende Schadenersatzklage gegen Bundeskanzler Schröder und Finanzminister Eichel eingereicht worden sei. Grund sei eine Zusage an Sommer, wonach er eine Abfindung von mehr als 65 Mio. Euro erhalten solle. Schröder und Eichel hätten Sommer wegen seiner Fehler ohne Abfindung entlassen können, heiße es in der Klage.

Die Regierung hatte den Vorwurf einer Einmischung bei der Sommer-Ablösung stets von sich gewiesen. Eichel hatte unmittelbar nach Sommers Rücktritt Mitte Juli mitgeteilt, der Telekom-Chef erhalte keine Abfindung, werde aber entsprechend dem Vertrag Gehalt bis zum Jahr 2005 beziehen. Sommers Jahresgehalt wurde mit 2,5 Millionen Euro angegeben.

In der Klageschrift heiße es, die angebliche Abfindung sei Sommer bereits einen Tag vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung vom Chef des Kontrollgremiums, Hans-Dietrich Winkhaus, zugesagt worden. Die Kläger argumentierten, die Zahlung sei lediglich notwendig geworden, weil Schröder und Eichel die Ablösung Sommers dilettantisch betrieben hätten. Es habe eine Reihe von Gründen gegeben, Sommer ohne Abfindung aus dem Amt zu entlassen.


 

15.09.02 20:47

122 Postings, 7203 Tage der hundesohnDeutsche Telekom: Keine Abfindung für Sommer

ftd.de, So, 15.9.2002, 16:59  
Deutsche Telekom: Keine Abfindung für Sommer

Zwei Monate nach dem Abgang von Ron Sommer bei der Deutschen Telekom haben Spekulationen über eine angebliche Abfindung von 65 Mio. Euro für Wirbel gesorgt. Einer Schadenersatzklage zufolge hat der Aufsichtsrat Sommer diese Summe zugesagt.

"Die Beträge, die als Abfindungszahlungen genannt sind, sind aus der Luft gegriffen und frei erfunden", teilte Winkhaus am Sonntag mit. Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Sommers seien die Medien bereits darüber informiert worden, dass der Vertrag mit Sommer bis Mai 2005 weiterlaufe. "Abfindungszahlungen hat es nicht gegeben. Die in dem Artikel genannten Summen und angeblichen Vertragsinhalte haben mit der Realität nicht zu tun", sagte Winkhaus.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Samstag vorab unter Berufung auf eine Schadenersatzklage gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel (beide SPD) berichtet, der Telekom-Aufsichtsratschef habe dem vor der Ablösung stehenden Sommer einen Tag vor der Vertrauensabstimmung im Aufsichtsgremium eine Summe von mehr als 65 Mio. Euro zugesagt. Diese Summe bestehe der Klageschrift zufolge aus der dreijährigen Restlaufzeit von Sommers Vorstandsvertrag, einer zugesagten dreijährigen Verlängerungsoption und einem Ausgleich für künftige Aktienoptionen. Winkhaus habe Sommer diese Summe "nach langen Diskussionen" zugesichert, hatte der "Spiegel" verbreitet.



Politischer Streit

Vize-Regierungssprecher Bela Anda bezeichnete die Klage als "durchsichtigen Versuch, Wahlkampfunterstützung für eine in die Defensive geratene CDU/CSU zu leisten." Die Bundesregierung hatte stets eine Einmischung bei der Sommer-Ablösung zurückgewiesen. CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sprach im Zusammenhang mit der Klage von einem "politischen und wirtschaftlichen Erdbeben", das ein Telekom-Skandal auslösen könne und warf Schröder und Eichel Betrug von Telekom-Aktionären vor.


Winkhaus sagte am Sonntag, eine unangemessene Einflussnahme des Bundes im Zusammenhang mit dem Rücktritt Sommers habe es nicht gegeben. "Die Meinungsbildung im Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Sommer veranlasst, seinen Rücktritt zu erklären."


In einem vom Internet-Informationsdienst politikerscreen.de veröffentlichten Papier, bei der es sich um die Klageschrift handeln soll, ist eine Düsseldorfer Telekom-Aktionärin als einzige Klägerin eingetragen. Sie fordert, als Schadenersatz eine Mio. Euro an die Telekom zu überweisen. In der Klage wird zumeist lediglich auf Medienberichte und Agenturmeldungen als Beweismittel verwiesen. Der seinerzeit als Sommer-Nachfolger gehandelte Telekom-Vorstand Gerd Tenzer wird durchgehend "Tänzer" genannt. politikerscreen.de ist nach eigenen Angaben ein Informationsdienst für Politik in Zusammenarbeit mit dem ZDF.



© 2002 Financial Times Deutschland  

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