DIE ZUKUNFT----------- NANOTECHNOLOGIE ---------

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neuester Beitrag: 10.07.01 21:00
eröffnet am: 09.03.01 14:15 von: Robin Hood Anzahl Beiträge: 12
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09.03.01 14:15

54 Postings, 7395 Tage Robin HoodDIE ZUKUNFT----------- NANOTECHNOLOGIE ---------

Die Nanotechnologie wird als die nächste Zukunftsbranche gehandelt.

Wer kennt bereits jetzt Unternehmen die an der Börse gehandelt werden, und denen eine rosige Zukunft vorausgesagt wird...?

 

09.03.01 14:24

21799 Postings, 7810 Tage Karlchen_IWKN 604843. o.T.

09.03.01 14:30

80 Postings, 7770 Tage RevoRosige Zukunft,

in der Nano ist es genau das selbe, wie in der Biotech vor 10 Jahren. Biotechs wurden damals schon entdeckt und dann fallen gelassen, dar der Markt noch nicht Reif und die Produkte in der Pipeline noch ziemlich jung waren. Wenn Du investieren willst denke nicht kurzfristig, und schaue Dir bloss nicht die Kurse an. Der einzigste vielversprechenste Wert mit einer gewissen Groesse ist Nanophase, haben wohl mit den letzten Zahlen etwas enttaeuscht, jedoch Umsatz etc. interessiert nicht. Wichtig ist die Forschung und dort soll daa Unternehmen spitze sein.
 

09.03.01 14:40

2709 Postings, 7360 Tage brudiniNanotechnologie als Schlüssel für das 21. Jhdt.

Die Nanotechnologie gilt heute als Schlüssel für das 21. Jahrhundert. Nanotechnologie gleicht einer Revolution, die tiefgehender und weitreichender sein wird als die Mikroelektronik, die uns den PC und das Internet gebracht hat. Die Vorsilbe "Nano" (griech.: "Zwerg") zeigt, in welchen Dimensionen diese Technologie anzusiedeln ist. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter und entspricht ungefähr einem Zehntausendstel der Stärke eines menschlichen Haares. Anwendungsbereiche werden vor allem die Elektronik, optische Datenübertragung, Prozeßtechnik, Biotechnologie, Umwelttechnik und die Medizin sein.

Mit der Nanotechnologie wird es möglich, Atome und Moleküle kontrolliert zu manipulieren. Gerade für die Computertechnologie ist das ein Ausweg aus der Sackgasse. Die heutigen Halbleiter lassen sich nicht unbegrenzt verkleinern - unterhalb einer Grenze von 0,1 Mikrometer funktionieren die Bauteile nicht mehr zuverlässig. Zwar konnten Computersimulationen zeigen, dass maßgeschneiderte molekulare Bauteile die Lösung aus dem Dilemma sind, aber innerhalb der nächsten 6 - 10 Jahre dürften die Modelle erst Realität sein. Auch im Chipbereich bahnt sich eine Revolution an. Billionen von Bits an Informationen finden in Zukunft auf dem Kopf einer Stecknadel Platz.

So ist es kürzlich der Chicagoer Firma Molecular Electronics gelungen, im Labor einen molekülgroßen Schaltkreis, der Daten speichert und wiedergibt, aufzustellen. In 18 bis 24 Monaten sollen erste Prototypen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Besonders die Chipproduzenten zeigen ihrerseits großes Interesse, zumal die Herstellungskosten für konventionelle Siliziumchips relativ hoch sind. Somit dürfte die Vision der Forscher, dass die Speicherplatten aus dem Reagenzglas stammen, wohl nur noch eine Frage Zeit sein.

Das Wettrennen der Firmen

Forschen, entwickeln und irgendwann am Milliardenmarkt Nanotechnologie verdienen, das ist das Ziel vieler Firmen und Universitäten rund um den Globus. Große Unternehmen wie IBM, Hewlett Packard, Siemens, Motorola und junge Start-Ups liefern sich gleichermaßen ein Wettrennen um den Nanokosmos. Nicht selten entstehen aus Spin-offs von Großfirmen oder Forschungslabors der Universitäten neue Hightechschmieden, die vielleicht einmal ihren Stern am Börsenhimmel haben. An dieser Stelle ist die Firma Oxford Molecular Group (WKN 892877) zu erwähnen, die weltweit im Technologie-, Pharmazie- und Biotechbereich tätig ist. Seit April 1994 wird das Unternehmen aus dem Oxford Science Park unter dem Symbol OMG an der London Stock Exchange gelistet.

Zu den Kunden gehört im Bereich Pharma die Créme de la Créme: Novartis, Glaxo Wellcome, Merck, Pfizer, Abbott Laboratories, Genentech usw. Gerade der Gesundheitsbereich ist nicht nur aus Sicht der Biotechnologie interessant, sondern auch bezüglich der Nanotechnologie. Ein Durchbruch könnte der Universität Basel in Zusammenarbeit mit IBM gelungen sein. Forscher haben gemeinsam einen Roboter (Nanobot) entwickelt, der innerhalb des Körpers nach Krebszellen sucht und sie vergiftet. Wie im Science-Fiction-Film kann der Roboter mit seinen Siliziumfingern (Kantilevern), die einen Durchmesser von einem Fünfzigstel eines menschlichen Haares haben, im Körper an die Krebszelle andocken und ihr Gift zufügen. IBM selbst schätzt, dass diese Technik das Potential für schnelle und kostengünstige biochemische Analysen hat. Im Körper eines gesunden Menschen könnten die Kantilever erkennen, ob biochemische Veränderungen im Körper stattfinden, die beispielsweise Anzeichen eines Herzinfarktes sind

Wann werden wir die Nanotechnologie nutzen?

In etwas mehr als fünf Jahren wollen die Forscher ihre Entwicklung soweit ausgereift haben, dass sie kommerziell einsatzbereit ist. Bahnbrechend könnte auch der Biochip des Joint Ventures von Prionics und vom Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique (CSEM) sein, der die BSE-Krankheit bei einem Rind erkennt. Auf eine lichtdurchlässige Grundplatte wird eine Schicht von Antikörpern aufgetragen, die sich verändert wenn einzelne Antikörper mit den eventuell vorhandenen BSE-Prionen Bindungen eingehen. In Echtzeit kann der Test ausweisen - und das ist das Besondere dabei - ob das Blut von einer gesunden oder kranken Kuh stammt. Sollte sich der Biochip durchsetzen, hätten die Firmen auch eine Plattformen für Aids- und andere Tests. Wie euphorisch der Markt auf solche Entwicklungen reagiert, kann sich jeder sehr leicht vorstellen, zumal der Biochip nur ein Bruchteil gegenüber den heutigen Kosten verursacht.

Im Zuge der weltweiten Wasserknappheit bekommt die Abwasserreinigung einen immer höheren Stellenwert. Das Institut für technischen Umweltschutz der TU Berlin hat einen Nanopartikelfilter hergestellt, der die bisherigen Verfahren zur Abwasserreinigung problemlos ersetzt. Heutzutage werden hauptsächlich chemische Substanzen zur Reinigung eingesetzt, trotzdem ist eine hundert prozentige Säuberung nicht möglich. Abhilfe schafft hier der Nanopartikelfilter, der feinste Verunreinigungen, im Extremfall sogar einzelne Moleküle zurückhalten kann. Solche Filter sorgen dann für eine bessere Umweltverträglichkeit industrieller Abwässer.

Der eigene Overkill?

Neben den Befürwortern der Nanotechnologie warnen auch einige bekannte Experten vor der Entwicklung. Da der menschliche Körper aus Molekülen besteht, wird die Beherrschung molekularer Technologien unser Leben in vielfältiger Weise beeinflussen. Risiken sind hier insofern zu sehen, daß die Maschinen sich schneller entwickeln als der Mensch selbst. Auch Sun-Mitbegründer Bill Joy sieht enorme Gefahren auf uns zukommen. Gerade Roboter, künstliche Organismen und Nanobots weisen hohe Gefahren auf:
Sie können nicht nur Zellen reparieren oder eine Vielzahl von Routinearbeiten übernehmen, sondern sich mit Hilfe von Energie selbst replizieren. Joys Horrorvision geht soweit, daß eine unkontrollierte Selbstvermehrung stattfindet, die in der realen Welt - gerade im Netzwerkbereich - zu großen Schäden führen kann. Der Trend zur Determinierung des Menschen hin zur Indeterminierung der Maschinen durch den Menschen wirft auch Fragen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit solcher technischen Systeme auf. Insofern müssen neben den gigantischen Entwicklungen, die die Nanotechnologie hervorbringt, vor allem ethische Fragen Berücksichtigung finden.

Welche Firmen sind interessant?

Nanophase (Nasdaq: NANX/ WKN: 910885):
Sicherlich zu den bekanntesten Unternehmen gehört Nanophase aus Burr Ridge, Illionois. Die Amerikaner entwickeln und vermarkten nanocrystalline Materialien. Anwendungen finden die Stoffe in der Elektro-, Kosmetik und Chemieindustrie. Mit traditionellen Methoden war es Nanophase bisher nicht möglich, die Stoffe in hoher Stückzahl für die Käufer herzustellen. Erst die Entwicklung einer neuen Technologie hat den erhofften Durchbruch erbracht. Das zeigt sich besonders im Umsatzwachstum des dritten Quartals diesen Jahres. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr legte der Umsatz um 270% zu. Zu den Kunden zählen einige der Fortune-500-Firmen. Diese und steigendes Interesse der Industrie dürften für Nanophase als interessantes Investment in den nächsten Jahren sprechen.

Altair International Inc. (Nasdaq: ALTI/ WKN: 902675):
Erst im letzten Jahr kaufte Altair ein Patent zur Herstellung von Nanopartikelchen von der Firma BHP Minerals. Die Investition bringt der Firma eine Ersparnis von 50% bei den Herstellungskosten. Bereits im dritten Quartal will Altair 300 - 600 Tonnen Nanopartikel (TIO2) herstellen, womit der Umsatz für das Gesamtjahr bei konservativen Schätzungen dann $ 10 Millionen erreicht. Analysten stufen die Aktie zur Zeit mit einem Strong Buy ein, da zu erwarten ist, daß Umsatz und Gewinn in den nächsten Jahren überproportional zunehmen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management einen Gewinn von $ 0,30 pro Aktie.

Quelle:
http://www.tradewire.de/  

09.03.01 14:41

2709 Postings, 7360 Tage brudiniUnternehmen aus dem Sektor Nanotechnologie:


Veeco Instruments Inc. (Nasdaq:VECO; WKN 896007) www.veeco.com
Zyvex (sehr interessant; noch nicht börsennotiert) www.zyvex.com
NanoPierce Technologies Inc.(Nasdaq: NPCT; WKN 916132) www.nanopierce.com
Nanogate GmbH www.nanogate.com
Masterflex (WKN 549293) www.masterflex.de
 

09.03.01 14:51

545 Postings, 7675 Tage tetsuoMasaterflex

Hi, warum wird Masterflex immer wieder als Firma im Bereich
Nanotechnologie bezeichnet?
Ich habe keine Infos dazu gefunden?!  

09.03.01 14:53

2709 Postings, 7360 Tage brudini@tetsuo

Das weiss ich leider auch nicht. Ich hoffte mit meinem Beitrag diese Antwort zu erhalten!

Gruß
brudini  

09.03.01 15:13

4579 Postings, 7380 Tage tom68dazu




Die Masterflex AG (WKN 549293) aus Gelsenkirchen ist Innovations- und
Technologieführer im attraktiven Markt für Advanced Polymer und notiert
damit als Wachstumsperle mit hervorragenden Perspektiven in dem
Marktsegment des SMAX, berichten die Analysten von Suntrade.
1987 als Drei-Mann-Start-Up gegründet, sei Masterflex mittlerweile zu
einem internationalen Konzern mit knapp dreihundert Mitarbeitern
gewachsen. Die führende Kompetenz von Masterflex erstrecke sich über die
gesamte Wertschöpfungskette?von der Weiterentwicklung des
Werkstoffes über die Entwicklung eigener Produktionsverfahren
und?anlagen bis hin zur Umsetzung neuer Produkte, deren Fertigung
und Vermarktung. Hohe Markteintrittsbarrieren und einem geringen
Wettbewerb im Bereich der High-Tech-Schlausysteme würden die führende
Position im Markt sichern.

Derzeit sei Masterflex in drei Geschäftsfeldern aktiv: im traditionellen
Kerngeschäftsfeld, den High-Tech-Schlauchsystemen (Spezial-Schläuchen zur
Absaugung und Förderung Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen, die höchsten
Anforderungen entsprechen müssten, z.B. zur Absaugung von 1100 °C heißen
Triebwerkgasen in Raketen), in der Medizintechnik (z.B. antithrombogene
Katheter, Infusionsschläuche und Einführungsbestecke aus PU) und im
jüngsten Geschäftsfeld, dem Innovativen Verschleißschutz
(Stahlrohre/-rohrbögen, die abrasivem Verschleiß ausgesetzt seien, würden
mit PU-Auskleidung eine 5- bis 10-fache Lebensdauer besitzen).

Masterflex zähle über 8000 Kunden wie Heidelberger Druck, Bayer und
DaimlerChrylser. Durch die Vielzahl der 20 Branchen zu denen die Kunden
zählen würden, erliege das Unternehmen auch nicht einer starken
Branchenzyklik. Ein interessanter Kunde sei zum Beispiel die European
Aeronautic Defence and Space Company, die für ihre Ariane-Rakete die
High-Tech-Schlauchsysteme von Masterflex benutzen würde. Für MAN
produziere man LKW-Bremsschläuche und für Ferrari seien die Schläuche für
die Formel-1-Betankung geliefert worden.

Mit 25 Euro sei der Wert am 16. Juni diesen Jahres an den Markt gegangen.
Die Mittel aus dem Börsengang wolle Masterflex in die Stärkung der
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten investieren, außerdem solle
Kapital zur Expansionsfinanzierung verwendet werden. So wolle das
Unternehmen den Bereich Medizintechnik weiter stärken und die
internationale Präsenz, vor allem in den Vereinigten Staaten weiter
ausbauen. Mit Hilfe der Nanotechnologie würden sich zukünftig zusätzliche
weitere interessante Möglichkeiten, durch Eingriff in die
Molekularstruktur des Polyurethans (selbstreinigende PU-Oberflächen analog
des Lotus-Effektes) eröffnen. Das F&E-Team von Masterflex würde bereits
mit einem deutschen Kompetenzzentrum für Nanotechnologie zusammen
arbeiten.

Prof. Harald Fuchs, der auch im Aufsichtsrat des Unternehmens sitze, sei
seit 1991 Professor an der Universität Münster und führender Experte auf
dem Gebiet der Nanotechnologie. Schon ab dem 18. September werde das
Unternehmen in den SDAX aufgenommen und damit im wichtigen Nebenwerteindex
enthalten sein. Die Halbjahreszahlen, die erst kürzlich Ende August
veröffentlicht worden seien, würden die optimistische Einstellung des
Unternehmens bei seiner Emission bestätigen. Der Umsatz habe auf 19,5
Millionen Euro um 83% zulegen können und das EBIT sei um 29% auf 2,96
Millionen Euro angestiegen. Für 2000 habe der Vorstand ein EBIT von 7,61
Euro anvisiert. Die Eigenkapitalquote habe sich sogar von 12,8 auf 50,2
Prozent verbessert.

Die EBIT-Marge liege mit 15% knapp über dem Branchendurchschnitt. Mit
einer Marktkapitalisierung von 157 Millionen Euro werde das Unternehmen
mit einem 2001er KGV von ca. 24 bewertet. Der Free-Float betrage 32%, die
Altaktionäre würden die restlichen 68% halten und hätten sich zu einer
langen Lock-up-Periode von 24 Monaten freiwillig verpflichtet.

Dem langfristig agierenden Investor empfehle man die Masterflex-Aktie zum
Kauf. Durch die hohe Wachsdynamik sei noch viel Potential im Kurs
vorhanden. Kurse um siebzig Euro halte man innerhalb von zwölf Monaten für
erreichbar.






Agentur : Aktiencheck.de

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09.03.01 16:13

2709 Postings, 7360 Tage brudini@tom68

Dann habe ich vielleicht doch auf das richtige Pferd gesetzt!
Nanophase soll abe rauch sehr große Wachstumschancen haben...  

19.05.01 19:52

9161 Postings, 7850 Tage hjw2Über Nanophysik...IBM

Irgendwann im Herbst 1990 begann Don Eigler, Atome auf einem Nickelkristall herumzuschubsen. "This is fun!?, vermerkte der IBM-Forscher im kalifornischen Almaden (San Jose) in seinem Labor-Tagebuch. Spaßeshalber fügte Eigler gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Eberhard K. Schweizer 35 Xenon-Atome zu drei Lettern zusammen, jeder davon rund fünfhunderttausendmal kleiner als ein Druckbuchstabe auf dieser Seite: I-B-M.

Eine bessere Marketingidee hätten die beiden Wissenschaftler kaum kreieren können. Die Bilder vom atomaren IBM-Logo gingen um die Welt. Seither gilt Big Blue als Speerspitze der nanotechnologischen Forschung.

Nanotechnologie ist Technik in atomarem Maßstab. Schon in wenigen Jahrzehnten könnte sie superschnelle Computer ermöglichen, Medizin und Materialtechnik revolutionieren. Forscher wie der amerikanische Chemie-Nobelpreisträger Richard Smalley glauben gar an ein "goldenes Zeitalter?.

Ein Milliardenmarkt lockt. Längst wetteifern die großen Hightechkonzerne um die erste Killeranwendung der neuen Technik. Doch kaum ein Unternehmen treibt die Forschung derart erfolgreich voran wie Big Blue. "Was die IBM-Forscher machen, ist einfach fantastisch?, meint etwa der Hamburger Physikprofessor Roland Wiesendanger, Leiter des deutschen Kompetenzzentrums für Nanoanalytik.

Für die jüngste Erfolgsmeldung sorgte erst Ende April ein IBM-Wissenschaftlerteam des Thomas J. Watson Research Centre (Yorktown Heights, US-Bundesstaat New York). Den Forschern war es gelungen, aus so genannten Nanotubes, Zylindern aus Kohlenstoffatomen, Transistoren herzustellen, die 500mal kleiner sind als heutige Transistoren auf Siliziumbasis. Die nur wenige Millionstelmillimeter großen Nanotubes gelten aufgrund ihrer guten Halbleiter-Eigenschaften als viel versprechender Werkstoff für die Elektronik der Zukunft.

Die Technologie könnte die Produktion um ein Vielfaches kleinerer und schnellerer Computerchips ermöglichen. "Das ist ein großer Schritt vorwärts in unserem Bestreben, elektronische Geräte in molekularem Maßstab zu bauen?, sagt IBM-Projektleiter Phaedon Avouris.

Erst kurz zuvor hatten IBM-Wissenschaftler ein neues Verfahren zur Herstellung der Kohlenstoffröhrchen entwickelt. Nun wird gemunkelt, der Computergigant habe bereits den nächsten Nano-Trumpf im Ärmel: Nach Informationen des US-Technologiemagazins "Red Herring? könnten amerikanische IBM-Forscher in naher Zukunft erstmals einen kompletten logischen Schaltkreis auf Basis von Nanotubes präsentieren.

Die Erfolgsgeschichte von Big Blue im Mikrokosmos begann Anfang der Achtzigerjahre im IBM-Forschungslabor Rüschlikon bei Zürich. Da dachte ein junger deutscher Physiker namens Gerd Binnig über die Welt des Allerkleinsten nach. Dank Elektronenmikroskop konnte man damals schon tief in das Innere von Zellen blicken, in feine Strukturen am Grund des Lebens. Doch an einzelne Atome kam man nicht heran. "Das Atom war ein Fremder?, erzählt Binnig. Er wollte es kennen lernen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heinrich Rohrer erfand er darum 1981 das Rastertunnelmikroskop. Mit dem so genannten Tunnelstrom, der zwischen einer feinen Spitze und der untersuchten Oberfläche fließt, ließen sich kleinste Strukturen abtasten. Da waren sie plötzlich, die Atome. Und sie ließen sich nicht nur beobachten, sondern sogar herumschieben, "zusammenquetschen und durch die Gegend kugeln?, wie Binnig sagt. Das Tunnelmikroskop war eine Sensation. Für ihre Erfindung erhielten Binnig und Rohrer 1986 den Physik-Nobelpreis. Tunnelmikroskope und ihre Weiterentwicklung, das Rasterkraftmikroskop, stehen heute in allen einschlägigen Labors der Welt. Dank der IBM-Technologie entwickelten die Forscher Übung im atomaren Billard. Mithilfe des Mikroskops kann man zum Beispiel ultrafeine Linien, wenige Nanometer (millionstel Millimeter) breit, in Oberflächen ritzen. Das brachte Binnig und seinen Züricher Kollegen Peter Vettiger Mitte der Neunzigerjahre auf eine weitere bahnbrechende Idee: Die feine Mikroskopspitze ließ sich zum Schreiben und Lesen verwenden ? also eignete sie sich auch zur Herstellung eines neuen Speichermediums. "Wir sahen schon damals mögliche Businessanwendungen für IBM?, erzählt Vettiger.

Das einzelne Atom gilt als physikalisches Limit für das Speichern von digitaler Information. Könnte man jedes Bit in einem einzelnen Atom speichern, wäre eine Speicherdichte von einem Petabit, das sind 1000 Billionen Bit, pro Quadratzoll möglich. Heutige kommerzielle Speicher erreichen lediglich rund 20 Gigabit.

Die Grundidee hinter dem von Binnig und Vettiger entwickelten "Millipede? (Tausendfüßler) erinnert an das gute, alte Lochkartenprinzip. 1024 Nadeln stanzen parallel Löcher ? Bits ? in einen ultradünnen Plastikfilm. Der Millipede erreicht bereits heute etwa die zehnfache Speicherdichte eines herkömmlichen Magnetspeichers. Bis 2005 rechne die Forscher sogar dmit, bis zu einige Gigabyte (ein Byte entspricht acht Bit) auf einer Fläche von wenigen Millimetern unterbringen zu können.

Bis zum Jahr 2005 könnte der Millipede Marktreife erlangen, schätzt Peter Vettiger. Zunächst könnte das neue Speichermedium in mobilen Geräten wie Handys oder Palms eingesetzt werden.

Den Antrieb für die Nanoforschung bei IBM liefert die Erkenntnis, dass die heutige Chiptechnologie bald an physikalische Grenzen stoßen wird. Nach dem so genannten Mooreschen Gesetz hat sich die Zahl der Transistoren auf einem Chip bisher etwa alle achtzehn Monate verdoppelt. Je mehr Transistoren auf einem Chip Platz finden, desto höher die Rechengeschwindigkeit. Die kleinsten elektronischen Bauelemente sind heute rund hundert Nanometer groß. Viel kleiner wird es mit heutiger Technologie nicht gehen. Wenn Schaltkreise eines Tages auf atomares Format schrumpfen, wirken die Effekte der Quantenmechanik.

Dann verhalten sich Elektronen beispielsweise nicht mehr wie Teilchen, sondern wie Wellen ? eine der Folgen ist dann, dass herkömmliche Drähte nicht mehr so gut wie gewohnt leiten.

Die Forschergruppe um Don Eigler von IBM Almaden entwickelte deshalb eine Technik, mit der Information in atomarem Maßstab drahtlos transportiert werden kann: In einem so genannten Quanten-Korall auf einer Kupferoberfläche gelang es ihnen, eine Art Abbild eines magnetischen Kobaltatoms zu erzeugen, das den gleichen elektrischen Zustand aufweist wie das Original. Die Forscher glauben, dass sich mithilfe ihrer Technik eines Tages neuartige Schaltkreise bauen lassen.

Noch ist Nanotechnologie in vielen Bereichen Grundlagenforschung. Niemand weiß, wie man Tausende, womöglich Millionen solcher Bauteile verschalten soll. "Als der Motor erfunden wurde, konnte man sich auch noch nicht vorstellen, wie ein Auto aussehen wird?, meint Gerd Binnig. IBM glaubt dennoch fest an seine Nano-Visionen. "Wir sind davon überzeugt, dass wir in ein neues Zeitalter vorstoßen?, sagt Forscher Vettiger.

Wie viel Geld in die Nanoforschung fließt, darüber schweigt man sich bei IBM allerdings aus. 100 Millionen Dollar will Big Blue allein in ein Forschungszentrum für Nanoelektronik im US-Bundesstaat New York investieren.

Heute ist IBM nicht nur im Bereich Nanoelektronik Weltklasse. Züricher IBM-Forscher haben beispielsweise winzige Siliziumsensoren entwickelt, die defekte DNA-Sequenzen erkennen und eines Tages in der Medizin eingesetzt werden können.

Zum Forschungsbusiness gehört freilich auch geschicktes Marketing. Um originelle Ideen waren die IBM-Forscher nie verlegen: So präsentierte ein Team aus Rüschlikon der staunenden Öffentlichkeit vor einigen Jahren einen Abakus aus "Buckyballs?, fußballförmigen Kohlenstoffmolekülen ? nicht zum Rechnen, sondern bloß zum Spaß.  

 

 

19.05.01 22:42

3862 Postings, 7377 Tage flexoDt. profiteure sollten UCA und bmp sein

allerdings hatten die enttäuscht bmp wohl schon öfter, aus diesem Grund würde ich zunächst auch US Firmen bevorzugen. Trotzdem lohnt es sich die Aktivitäten dieser Firmen zu beobachten.  

10.07.01 21:00

1125 Postings, 7663 Tage indexNanotechnologie: Warten auf den Boom

Nanotechnologie: Warten auf den Boom
Von Tillmann Prüfer, Hamburg

Die Nanotechnologie gilt als eine der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts. Sie soll alles umwälzen. Doch nach Firmen in dieser Zukunftsbranche muss man mit der Lupe suchen.

Zunächst ist es kaum sichtbar. Aber es wächst stetig: ein Stecknadelkopf, ein Fünfmarkstück, und bald schon ist klar, dass es nicht aufhören wird, sich zu vermehren, dass es sich von niemandem aufhalten lässt. "Gray Goo" ("Graue Schmiere") heißt die Substanz, die aus winzigen Robotern besteht. Diese Maschinchen beschäftigen sich mit nichts anderem, als Moleküle auseinander zu schneiden und zu neuen Robotern zusammenzubauen.

Was dieser Killerbrei so alles anrichten kann, wenn er will, beschreibt der Populärwissenschaftler Eric Drexler in seinem Buch "Engines of Creation": "Nano-Assembler", wenige millionstel Millimeter große Maschinen, können jedes Material aus einzelnen Atomen zusammenlöten, sich überdies selbst reproduzieren oder - falls schlecht gelaunt - die Welt in Assembler-Gelee verwandeln.


James von Ehr, Chef des kleinen US-Unternehmens Zyvex, will genau solch einen Assembler entwickeln: "Was wir verwirklichen wollen, ist jenseits der Wissensgrenze", prahlt er: "Es erscheint mir unvermeidlich, dass jemand dort in 50 Jahren sein wird. Ich glaube, wenn man es richtig vorantreibt, können wir schon in zehn Jahren so weit sein."



Visionäre der Nano-Ära


Die Visionäre der Nano-Ära sehen die Weltwirtschaft bereits vor einer neuen industriellen Revolution. Auch an der Börse harrt so mancher Investor des großen Geschäfts: "Biotechnologie-Werte werden schon nächstes Jahr uninteressant, der nächste Boom sind die Nanotechnologie-Werte", glaubt Vermögensverwalter Manfred Dobler.


Doch so schnell wird die schöne neue Nano-Welt die Industrie nicht umkrempeln. Noch sind Killer-Gelees Science-Fiction. Noch ist ein Börsengang von Assembler-Pionier Zyvex genauso wenig in Sicht wie dessen Supermaschine. Seit drei Jahren ist die Firma voll damit ausgelastet, die Labors und die Mannschaft aufzubauen.


Mehr als vage Schätzungen zum Nano-Potenzial gibt es bislang nicht. In einer VDI-Studie von 1998 wurde für 2001 ein Weltmarkt von 105 Mrd. DM ausgemacht. Eine amerikanische Studie der National Science Foundation aus diesem Jahr prognostiziert ein langfristiges Umsatzvolumen von 700 bis 800 Mrd. $.


Ob und wann sich das an der Börse bemerkbar machen wird, ist ungewiss: "Wir gehen eher von einer langsamen Durchsetzung der Wirtschaft aus", sagt Bendix Todsen, Nanotech-Experte von der Deutschen Venture Capital Gesellschaft.



Querschnittswissenschaft


Nanotechnologie ist eine Querschnittswissenschaft, die alles beinhaltet, was zwischen einem und 100 Nanometern groß ist. Egal ob Teilchen, Laser oder Löcher. In vielen Produktionsprozesse, ob von Haushaltsgeräten oder Speicherchips, werden Nano-Komponenten eingreifen. Komplexe Endprodukte im Nanoformat werden hingegen die Ausnahme bleiben.


Wer sein Ersparnisse an der Börse dennoch auf den Nanotech-Boom verwetten will, der hat ein Problem: Während unzählige Biotech-Unternehmen den Neuen Markt und die Nasdaq bevölkern, genügt eine Hand, um die Nano-Firmen zu zählen.


An der US-Technologiebörse ist Nanophase notiert, der Neue Markt bietet Lambda Physik auf, mit gutem Willen lässt sich die SDax-Firma Masterflex hinzuzählen. Auch Konzerne wie IBM, Intel, Lucent oder die gute alte Degussa treiben Nanotech-Projekte voran. An Maschinen, die kranke Körper reparieren oder gesunde in graue Schmiere verwandeln, arbeitet allerdings keines dieser Unternehmen.


Insgesamt werkeln in Deutschland rund 30 Firmen an Nanostrukturen. Viele davon beschäftigen nur wenige Mitarbeiter, haben kein professionelles Management und kein Produkt. Sie sind zumeist Ausgründungen von universitären Projekten, forschen an winzigen Getrieben und neuen Datenspeicherverfahren.



Erste Börsengänge frühestens in drei Jahren


Mit ersten Börsengängen rechnen Experten hier zu Lande frühestens in drei Jahren. "Für die Venture-Capital-Gesellschaften ist jetzt die Zeit, sich umzusehen", sagt Christian Claussen von der Münchner Techno-Venture-Management. "Dabei wird man sehr selektiv vorgehen."


"Die meisten Nanotech-Unternehmen sind noch mit Grundlagenforschung befasst," gibt auch Ulrich Eilers von der Investment-Gesellschaft 3i zu bedenken: "Die Risiko-Kapitalisten wollen aber in absehbarer Zeit Produkte sehen, damit sie sich ausmalen können, wie die Firmen Werte schaffen." Etliche Produkte mit Nanotech-Komponenten sind bereits auf dem Markt. Allerdings wären sie Visionär Drexler vermutlich kaum in den Sinn gekommen.


Selbst reinigende Keramik-Beschichtungen für Easy-to-clean-Toiletten, wie sie die Saarbrücker Firma Nanogate herstellt, sind so ein Produkt. Das Startup ist mit einem Umsatz von 5 Mio. DM (2000) das Vorzeige-Nano-Investment von 3i. Sprich: eines der wenigen Nanotech-Engagements in Deutschland überhaupt. Wenn alles gut geht, darf Nanogate in einigen Jahren an die Börse.


Nanogate macht sich Erkenntnisse aus der Materialwissenschaft zunutze - und zeigt, dass schon einfache Effekte Marktpotenzial haben: Mit der Größe wandelt der Partikel eines Werkstoffs auch seine chemischen Eigenschaften. Etwa dadurch, dass die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen stetig zunimmt und sich so die Bindungseigenschaften der Atome zueinander verändern.



Biegsame Keramik


Beispielsweise lässt sich der Schmelz- und Verdampfungspunkt von Aluminium so verändern, dass es mit anderen Metallen leichter legiert werden kann. "Damit werden völlig neue Verbindungen möglich", schwärmt Gerd Bachmeier vom Verein Deutscher Ingenieure: "Eines Tages könnte man sogar biegsame Keramik herstellen." Oder superleichte Kampfflugzeuge, wie Experten in einer VDI-Studie anmerken.


Die Kölner Firma Sunyx Surface Nanotechnologies arbeitet an selbst reinigenden Fensterscheiben. Durch Nanostrukturen auf der Oberfläche wird die Auflagefläche etwa eines Regentropfens von 40 Prozent auf 0,6 Prozent verringert. Nach Einschätzung von Harald Fuchs, Physikprofessor an der Uni Münster, werden schon bald attraktive Produkte auf dem Markt sein; "Man kann einiges sparen, wenn man keine Fenster mehr putzen muss".


Auch die Medizin bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Schon ist Sonnencreme weit verbreitet, bei der Titandioxid-Nanopartikel UV-Strahlung absorbieren. Die Berliner Klinik Charité testet derzeit eine Hyperthermie-Therapie. Dabei werden metallische Partikel in Krebstumore gespritzt und anschließend durch Magnetfelder erhitzt, um die bösartigen Zellen zu zerstören. Eine Neuentdeckung sind solche Nanopartikel nicht. Das Patent für das Sol-Gel-Verfahren, mit dem Nanogate seine Pulver herstellt, stammt aus den 30er Jahren.



Erfolgschancen kaum absehbar


Von den Partikeln bis zu Nanorobotern ist es ein weiter Weg. Ein wenige Nanometer großen Brocken lässt sich weitaus einfacher herstellen als eine ebenso große Maschine. "Damit ist erst in 10 bis 15 Jahren zu rechnen", sagt Christine Ziegler. Sie forscht an der Uni Kaiserslautern an einem mobilen Nanomotor, der einmal Medikamente durch den Körper transportieren soll. Ein Startup, das dieses Prinzip vermarkten könnte, ist schon gegründet.


Doch die Erfolgschancen solcher Unternehmen sind noch schwerer abzusehen als die von Gen-Startups. Junge Biotech-Gründer holen sich meist Geld von der Börse, um ihre Produktideen zu verwirklichen. Dagegen sind in der Nano-Robotik die Forschungsaufwendungen so hoch, dass sie nicht über Börsengänge zu finanzieren sind. "Da kommen sie mit 50 Mio. DM nicht weit", sagt Helmut Schmidt vom Saarbrücker Nanotechnologie-Institut für Neue Materialien: "Da brauchen sie Milliarden-Investments. Im Wesentlichen werden einige Großkonzerne diese Dinge umsetzen." Kleine Unternehmen sieht er eher in der Rolle von Zulieferern.


Eine Nische, die schnell eng werden könnte. "In der Nanotechnologie wird mit kleinen Mengen gearbeitet", erklärt Forscherin Ziegler: "Um einen Krebstumor zu bekämpfen, braucht man nicht viele Partikel, man wird sie kaum tonnenweise absetzen können."


Der Saarbrücker Nano-Forscher Uwe Hartmann sieht dennoch Chancen für junge Unternehmen: "Wir sind derzeit in einem so frühen Stadium, dass schon kleine Startups viel bewegen können."



Keinen Forschungsrückstand


Anders als in der Mikroelektronik und der Biotechnologie haben die Deutschen zumindest keinen Forschungsrückstand auf die Amerikaner. In den USA wurde die Nanotechnologie erst zu Beginn des Jahrtausends zur Kernwissenschaft ausgerufen. In Deutschland gab es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Reihe von Kompetenz-Zentren. Der erste Nanomotor drehte sich an der Universität Osnabrück.


"Die Nanotechnologie wird unsere industrielle Gesellschaft von Grund auf umkrempeln", prophezeit Hartmann. "Man wird kleine Strukturen nicht mehr aus größeren herausstanzen, -ätzen oder -fräsen, sondern aus einzelnen Atomen aufbauen - ohne Abfall."


Möglicherweise wird es dann Nanomaschinen geben, die alles, was sie zu fassen bekommen, zu Nanomaschinen umbauen und die ganze Welt in einem grauen Schleimball verwandeln können. "Es gibt kein Naturgesetz, was dagegen spricht, wahrscheinlich wird das einmal möglich sein", glaubt Hartmann. "Aber erst in 50 Jahren."



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