Charttechniker erwarten tiefere Dax-Kurse

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eröffnet am: 26.04.05 21:14 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
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24466 Postings, 6063 Tage EinsamerSamariterCharttechniker erwarten tiefere Dax-Kurse

Kein Anlass für vorzeitige Rückkäufe

Charttechniker erwarten tiefere Dax-Kurse

Mit dem Abschluss der Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die laut technischer Analyse die Trendumkehr bedeutet, haben sowohl der Dax wie auch der Euro-Stoxx-50 eine Abwärtsbewegung eingeläutet.

HB FRANKFURT. Die momentane Freundlichkeit an den Aktienmärkten stellt für die von Dow Jones Newswires befragten Charttechniker nur eine technisch bedingte Erholung dar. Teilweise wird sogar dazu geraten, die zwischenzeitlich erreichten Niveaus zu Positionsverkleinerungen zu nutzen. Einstimmig wurde festgestellt, dass die zuletzt gesehenen Abwärtsbewegungen bei einem sehr hohen Handelsvolumen stattgefunden haben. Die steigenden Notierungen werden momentan dagegen nur durch sehr dünne Umsätze getragen. Die Volumenbetrachtung unterstreiche, dass die Erholung nur auf sehr wackeligen Beinen stehe.

Der zuletzt gesehene Ausverkauf im Dax verlief aus technischer Perspektive zwischen 4 160 und knapp 4 180 Punkten genauso planmäßig wie die nachfolgende technische Erholung. Diese hat nach Aussage von Manfred Wolter, technischer Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, bisher keine schwierige Zone erreicht hat. Die ersten Ziele warten bei 4 260 Punkte, desweiteren bei den Zwischentiefs aus dem Februar und dem März bei knapp 4 280 sowie der 50% Fibonacci-Marke bei 4 291 Stellen. Die Oszillatoren sprechen - steil steigend - ebenfalls für eine Fortsetzung der Erholung. Der Trendindikator MACD baue zumindest mit einer drehenden Signallinie deutlich Differenz zur Triggerlinie ab.

Strategische Positionen sollten reduziert werden, wenn die Tiefkurse erneut unter 4 200 fallen, das mittelfristige Bild habe sowohl an der Wall Street als auch im Dax gelitten. Ein Schlusskurs unter 4 160 Dax-Punkten würde Raum Richtung 4 000 öffnen.

Eine längerfristige Abwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt sieht auch Martin Siegert, technischer Analyst bei der Landesbank Baden Württemberg, auf die Anleger zukommen. Den Dax sieht auch er in einer technisch bedingten Erholung, die den Index mit dem Bruch der 4 236er Marke in die Widerstandszone um 4 253/76 führen könne. Auf der Unterseite deutet nach Aussage von Siegert ein Bruch der 4 181er Marke an, dass eine neuerliche Abwärtswelle startet. Damit werde der eingeleitete Abwärtstrend weiter fortgesetzt. Kurse unter dem Vorwochentief bei 4 160 bestätigen dies und ließen zunächst den Test der 4 108er Marke und im Weiteren den Test der 4 080er Zone erwarten. Ein Bruch dieser wichtigen Marke bestätigt letztlich die mittelfristige Topbildung und lässt über Monate eine Schwächephase am deutschen Aktienmarkt erwarten.

In eine Korrekturbewegung übergegangen ist nach Aussage der Charttechniker von HSBC Trinkaus & Burkhardt auch der Euro-Stoxx-50-Index. Diese wurde zunächst eingeleitet, als der Index den seit August 2004 bestehenden Aufwärtstrend Mitte März bei rund 3 050 Punkten nach unten durchbrochen hat. Mit dem Fall unter die bei 3 007 Punkten verlaufende Nackenlinie einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation wurde ein kurzfristiges Top ausgebildet, aus dem ein Rückschlag auf knapp 2 900 Punkte zu erwarten sei. In der Nähe der Ausbruchsstelle der Nackenlinie wurde überdies ein Gap im Bereich 3 009 bis 3 013 Punkten gerissen. Eine technische Erholung dürfte in diesem Bereich auf harten Widerstand treffen.

Unterstützungen liegen bei 2 919/12, den alten Höchst- bzw Tiefstkursen aus dem April 2004 und Januar 2005. Ein sehr solider Haltepunkt wird in der steigenden 200-Tages-Linie bei 2 883 Punkten gesehen. Die Oszillatoren, die vor dem Kursverfall durch ausgeprägte bearishe Divergenzen warnten, nähern sich mit großen Schritten dem überverkauften Sektor, was für eine technisch bedingte Gegenreaktionen spreche. Das dynamische Verkaufssignal beim MACD und die hohe Baissedynamik beim ADX stimmten mittelfristig ?nicht zuversichtlich?. Derzeit bestehe daher kein Anlass für vorzeitige Rückkäufe. Neue Käufe sollten angesichts des noch vorhandenen Restrisikos zurückgestellt werden.

Quelle: HANDELSBLATT, Dienstag, 26. April 2005, 14:35 Uhr

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