Bush um Harmonie bemüht.

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eröffnet am: 09.06.04 08:03 von: Mäuschen Anzahl Beiträge: 1
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09.06.04 08:03

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Gestern Abend begann das Treffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands. Auch eine Nahost-Initiative wird verhandelt.

Sea Island (AP/dpa) Ein Gespräch von US-Präsident George W. Bush mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und anderen Kritikern seiner Irak-Politik war gestern der erste Programmpunkt des G 8-Gipfels auf Sea Island in Georgia. Dabei wollte sich Gastgeber Bush nach Informationen aus dem Weißen Haus um eine weitere Überwindung der Meinungsverschiedenheiten bemühen.

  Vor dem G 8-Gipfel gab es erst zwei formelle Unterredungen Schröders mit Bush seit dem Irak-Krieg im März und April 2003. Zuletzt waren beide im Februar in Washington zusammengekommen und hatten dabei die Krise in den deutsch-amerikanischen Beziehungen für beigelegt erklärt. Im Anschluss an den G 8-Gipfel reist Schröder nach Washington weiter, wo er am Freitag an der Trauerfeier für den verstorbenen Expräsidenten Ronald Reagan teilnehmen wird.

  Bush wird auf Sea Island auch den designierten irakischen Präsidenten Ghasi el Jawar begrüßen. In Kreisen des Weißen Hauses wurde dies als zentrale symbolische Botschaft für die Absicht des Präsidenten bezeichnet, Irak die volle Souveränität zurückzugeben. Gleichzeitig mit Beginn des Gipfels stand in New York die Verabschiedung der UN-Resolution zur Wiederherstellung der irakischen Souveränität zum 30. Juni bevor.

  Neben der Irak-Politik und der Lage der internationalen Wirtschaft steht der Nahostkonflikt im Mittelpunkt des Treffens. Die USA haben Anfang des Jahres eine Initiative zur Förderung der Menschenrechte, Demokratie und der wirtschaftlichen Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten angekündigt. Hierzu wird heute eine G 8-Erklärung erwartet. Wenn es nach den Amerikanern gegangen wäre, hätten die arabischen Staaten beim G 8-Gipfel auf Sea Island richtig Zunder bekommen. Präsident George W. Bush wollte dort mit Unterstützung der Gipfelpartner den Startschuss für eine Demokratisierungsoffensive im Nahen Osten geben. Doch bei der forschen amerikanischen Vorstellung hätte kein Europäer mit am selben Strang gezogen. So wurde der amerikanische Entwurf für die geplante Erklärung erheblich eingedampft, von einer ?Partnerschaft für Fortschritt und Entwicklung? ist jetzt die Rede, zur Enttäuschung mancher amerikanischer Konservativer, für die der Irak-Krieg nur der Anfang von großen Umwälzungen in der gesamten Nahost-Region war.

  Mehrere arabische Staaten hatten den amerikanischen Vorstoß als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten kritisiert. Dazu zählten Ägypten und Saudi-Arabien, die eine Teilnahme an dem Treffen mit den G 8-Staaten abgelehnt haben.

  Neben El Jawar werden nun auch die Staats- und Regierungschefs aus Jordanien, Algerien, Bahrain und Jemen erwartet. Angesagt haben sich auch der afghanische Präsident Hamid Karsai und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

  Zum Abschluss des Gipfels am Donnerstag kommen die Teilnehmer auch mit mehreren afrikanischen Staats- und Regierungschefs zusammen, um über die Nepad-Initiative für Reformen auf diesem Kontinent zu beraten. Mit Blick auf die Hungersnot am Horn von Afrika wollen sich die G 8-Staaten für bessere Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Nahrungsmittelengpässen aussprechen. Neben einem solchen ?Hunger Monitoring? sind Initiativen geplant, um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Auch wollen sich die acht Gipfelteilnehmer für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Aids aussprechen und eine neue Initiative gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen starten.

  Bei der Vorbereitung des Gipfels kam es zu einer Missstimmung zwischen Europäern und Amerikanern wegen der Einführung von Gebühren für die Nutzung des Pressezentrums in Savannah, 130 Kilometer nördlich des hermetisch abgeschirmten Tagungsortes. Journalisten und Diplomaten protestierten gegen die Gebühr von 350 Dollar (285 Euro), die die Organisatoren des Gipfels verlangen. Auch Deutschland hat Beschwerde erhoben.

mfg


 

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