Breuer ist kaum noch zu halten!

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neuester Beitrag: 10.05.05 17:00
eröffnet am: 09.05.05 09:33 von: geo1 Anzahl Beiträge: 8
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09.05.05 09:33
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268 Postings, 5858 Tage geo1Breuer ist kaum noch zu halten!


Breuer ist kaum noch zu halten


Bei der Deutschen Börse wird ein Führungswechsel wahrscheinlicher. In Frankfurter Finanzkreisen verdichteten sich am Wochenende die Anzeichen, dass Aufsichtsratschef Rolf Breuer schon während der heutigen Sitzung des Gremiums sein Amt zur Verfügung stellen könnte. „Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch“, hieß es gestern im Umfeld des Aufsichtsrats.

 
Rolf Breuer hat offenbar keine ausreichende Unterstützung als Aufsichtsratchef der Deutschen Börse. Foto: dpa  

fs/mm/pot FRANKFURT/M. Bei den jüngsten Gesprächen mit kritischen Aktionären habe sich abgezeichnet, dass die aktuelle Führungsspitze keine ausreichende Unterstützung genieße. Sollte Breuer tatsächlich das Handtuch werfen, wäre auch der Vorstandschef des Unternehmens, Werner Seifert, kaum noch zu halten. „Das Schicksal beider ist eng verbunden“, hieß es in Finanzkreisen.

Eine Aufgabe Breuers wäre das Eingeständnis, dass der Machtkampf mit den kritischen Aktionären verloren ist. Ein Gruppe von angelsächsischen Investoren unter Führung der Hedge-Fonds TCI und Atticus hatte die Frankfurter zunächst zur Absage der Übernahme der Londoner Börse gezwungen. Um die Kritiker zu besänftigen, hatte die Börse vergangene Woche außerdem die Ausschüttung von 1,5 Mrd. Euro in den kommenden zwei Jahren angekündigt. Dies war eine der zentralen Forderungen der Kritiker. Seifert und Finanzchef Mathias Hlubek hatten die Ausschüttungspläne in den letzten Tagen britischen Aktionären vorgestellt. Auch Breuer hat sich mit kritischen Aktionären getroffen.

Doch brachten diese Gespräche offenbar nicht den gewünschten Erfolg. Nach Informationen des Handelsblatts fordern mehrere angelsächsische Investoren ausdrücklich den Rücktritt Breuers und Seiferts. Ein Großaktionär der Börse nannte die Vorschläge „vom Grundsatz her gut, aber noch nicht befriedigend“. Der Manager geht davon aus, „dass es Veränderungen im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung gibt“.

Im Umfeld des Aufsichtsrates hieß es am Wochenende, Breuer wolle sich einem „geordneten Übergang“ zum Wohle des Unternehmens nicht entgegenstellen. Zwar sei nicht ausgeschlossen, dass der Aufsichtsrat heute versuchen könnte, den früheren Chef der Deutschen Bank noch einmal umzustimmen. Als sehr wahrscheinlich gilt dies aber nicht. Breuer selbst strebe die Einsetzung eines Aufsichtsrats-Ausschusses an, der neue Mitglieder des Gremiums aussuchen solle, hieß es. Dabei sollen die kritischen Aktionäre mit eingebunden werden.



Mit einem derartigen Schritt würde Breuer einer Kampfabstimmung während der Hauptversammlung am 25. Mai zuvorkommen. Dann will TCI Breuer abwählen lassen. In Presseberichten wurde des Öfteren kolportiert, dass die Kritiker 35 Prozent des Kapitals hinter sich wissen. Ob diese Zahl stimmt, ist zwar unbekannt. Aber offenbar haben Breuer und Seifert lange den Unmut unterschätzt, der außer bei TCI auch bei etablierten und traditionsreichen Großinvestoren wie Fidelity, Capital Group oder Merrill Lynch herrscht. Moniert wird unter anderem, dass der gegenwärtige Aufsichtsrat die Interessen der Anteilseigner nicht richtig wahrnehme. Die aktuellen Aktionäre sind in dem Gremium praktisch nicht vertreten. Mittlerweile liegen nur noch sieben Prozent der Anteile in deutscher Hand, fast die Hälfte der Aktien liegt bei britischen Fondsgesellschaften.

Aber selbst hier zu Lande stößt die Börse auf Widerstand. So ließ die Fondsgesellschaft der Sparkassen, die Dekabank, am Wochenende wissen, sie werde sich bei der Abstimmung über Breuer bei der Hauptversammlung der Stimme enthalten.

Im Umfeld des Aufsichtsrats heißt es, mit der Einbindung der kritischen Aktionäre in die Besetzung des Aufsichtsrates müssten diese Farbe hinsichtlich ihre Pläne für die Börse bekennen. Bisher sei unbekannt, was TCI-Chef Chris Hohn vorhabe. Seifert hatte noch bei der Präsentation der Quartalsergebnisse letzte Woche an die Aktionäre appelliert, das Management und Breuer zu unterstützen. Die Börse hatte im ersten Quartal einen Rekordgewinn eingefahren.


Moderation
Zeitpunkt: 09.05.05 16:14
Aktion: Forumswechsel
Kommentar: Regelverstoß

 

 

09.05.05 09:40

268 Postings, 5858 Tage geo1Hier sind wirklich Heuschrecken am Ball!

Wenn Breuer weg ist, kommt eine Sonderausschüttung, der Kurs steigt nochmal, und dann der große Fall.
 

09.05.05 13:38

268 Postings, 5858 Tage geo1Sollte man vpr der HV noch einsteigen?

Ich denke schon.  

09.05.05 15:38

1339 Postings, 7860 Tage Eddiedt börse vom handel ausgesetzt o. T.

09.05.05 15:43
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1339 Postings, 7860 Tage Eddie+++ Deutsche Börse: Seifert und Breuer treten zurü o. T.

09.05.05 16:05

36845 Postings, 6443 Tage TaliskerNäheres

PALAST-REVOLTE

Hedge-Fonds zwingen Börsenchefs zum Rücktritt

Revolution bei der Deutschen Börse AG: Auf Druck des britischen Hedge-Fonds TCI muss Börsenchef Werner Seifert sein Amt aufgeben. Auch Aufsichtsratschef Rolf Breuer, ehemals Boss der Deutschen Bank, tritt zum Ende des Jahres ab.


Duo Seifert und Breuer: Die Briten herausgefordert - von Briten gestürzt
Frankfurt am Main - Seiferts Rücktritt trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, hieß es am Nachmittag in einer Ad-hoc-Mitteilung der Börse AG. Sein Nachfolger solle von außen rekrutiert werden. Bis ein Kandidat gefunden sei, werde Finanzvorstand Mathias Hlubek die Koordination des Vorstands übernehmen. Aktien der Deutschen Börse AG wurden in Frankfurt bis 16.30 Uhr vom Handel ausgesetzt.

Breuer solle sich nach einem Beschluss des Aufsichtsrates zunächst darum kümmern, Aufsichtsrat und Vorstand "an die neue Eigentümerstruktur" anzupassen, hieß es weiter. Schon zum Jahresende aber werde auch er sein Amt zur Verfügung stellen. Neben Lord Levene hätten noch drei weitere Aufsichtsratsmitglieder ihre Posten niedergelegt. Namen wurden nicht genannt.

Seit Wochen tobt bei der Deutschen Börse AG ein Machtkampf. Anteilseigner um den britischen Fonds TCI, der rund acht an der Börse hält, hatten Seiferts Pläne durchkreuzt, die Londoner Börse LSE zu übernehmen. Anschließend forderten sie den Kopf Breuers. Auf der Hauptversammlung am 25. Mai wollten sie einen Antrag zur Abberufung Seiferts stellen.

Unter anderem argumentierten die Kritiker, der Aufsichtsrat repräsentiere nicht mehr die aktuelle Aktionärsstruktur. Nur noch sieben Prozent der Anteilseigner kommen derzeit noch aus Deutschland. Der Rest der Aktionäre sitzt im Ausland, davon etwa 48 Prozent in Großbritannien.  

10.05.05 09:14

268 Postings, 5858 Tage geo1TCI will Börse mit Euronext fusionieren

Deutsche Börse


TCI will Börse mit Euronext fusionieren


Der Hedgefonds The Childrens Investment Fund (TCI), Aktionär der Deutschen Börse AG, hat für einen Zusammenschluss der Frankfurter Börse mit der Vierländerbörse Euronext NV plädiert.

 
Frankfurter Börse. Bild: dpa  

HB FRANKFURT. "Ich bin wirklich der Ansicht, dass es Sinn machen würde, diese beiden Börsen zu fusionieren", zitiert die Wirtschaftswoche in ihrer neuesten Ausgabe TCI-Partner Patrick Degorce. "Und zwar mehr Sinn, als die Übernahme der London Stock Exchange gemacht hätte. Wir unterstützen alles, was den Wert der Deutschen Börse als Unternehmen verbessert", sagte Degorce. So könne man für die Nutzer die Kosten des Clearing reduzieren. Das wäre gut für die europäischen Finanzmärkte und zudem sinnvoll, weil so ein Primärmarkt in einer einzigen Währung - dem Euro - entstehen würde.

Degorce rechnet sich für seinen Vorstoß gute Chancen aus: Ein solcher Plan könne davon profitieren, dass rund die Hälfte der Aktionäre der Deutschen Börse zugleich Anteilseigner von 50 % an Euronext sind. Allerdings könnte sich der TCI auch eine Kooperation der Deutschen Börse mit US-Börsen vorstellen

Marktbeobachter halten indes eine Fusion von Deutscher Börse und Euronext für die wahrscheinlichste Variante, zumal ein solcher Zusammenschluss in der Vergangenheit bereits diskutiert worden sei. „Das größte Hindernis waren die beiden Persönlichkeiten Werner Seifert und Jean-François Théodore (Chef der Euronext). Das hat sich nun auf Seiten der Deutschen Börse geändert“, sagt ein Kenner der Szene.

Als Nachfolger für den scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf-E. Breuer brachte TCI erneut den CDU-Politiker Friedrich Merz ins Gespräch: "Er könnte ein guter Vorsitzender sein. Als Vorstand muss man gute Verbindungen nach Brüssel haben. Jemand mit politischer Erfahrung kann da nicht schlecht sein", sagte Degorce dem Handelsblatt.

 

10.05.05 17:00

268 Postings, 5858 Tage geo1Dax-Konzerne durch Fonds gefährdet

HB FRANKFURT. Er werde „noch vor Jahresende die notwendigen personellen Weichen in Vorstand und Aufsichtsrat stellen helfen“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Am Montag hatte Breuer seinen Rückzug zum Jahresende angekündigt.

„Sobald ich eine Lösung liefern kann, trete ich zurück. Am liebsten träte ich sofort zurück“, sagte er dem Magazin. Breuer wollte aber auch nicht ausschließen, dass er bereits auf der Hauptversammlung am 25. Mai gestürzt wird. Er rechne damit, dass der Hedge-Fonds The Children's Investment Fund (TCI) daran festhalte, ihn zu kippen. Am Montag hatte Börse-Chef Werner Seifert auf Druck vor allem angelsächsischer Hedge-Fonds überraschend den Konzern verlassen.

Nach Breuers Einschätzung sind künftig auch andere Dax-Konzerne durch Fonds gefährdet: „Ich fürchte, jetzt kann es jeden erwischen“, sagte der langjährige Deutsche-Bank-Chef, der auch den Aufsichtsrat der größten deutschen Bank leitet. „Das wird für Vorstände in Deutschland eine ganz andere Welt sein und trifft die deutsche Volkswirtschaft ins Mark.“ Deshalb müsse man in Deutschland über strengere Gesetze gegen Hedge-Fonds „wohl ernsthaft nachdenken“. Aktionäre, die sich langfristig verpflichten, könnten Sonderstimmrechte eingeräumt werden.


HANDELSBLATT, Dienstag, 10. Mai 2005, 15:57 Uhr



 

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