Brennende Autos explodieren nie

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 28.04.05 16:05
eröffnet am: 28.04.05 14:24 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 11
neuester Beitrag: 28.04.05 16:05 von: blindfish Leser gesamt: 667
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

28.04.05 14:24

24466 Postings, 6064 Tage EinsamerSamariterBrennende Autos explodieren nie

Bei Fahrzeugbrand bleibt Zeit zur Rettung

Brennende Autos explodieren nie

Zuerst züngeln nur kleine Flammen aus dem Motorraum. Doch kurz darauf steht mit lautem Knall das ganze Fahrzeug in Flammen. Aus Actionfilmen sind solche Szenen bestens bekannt - spektakuläre Pyrotechnik gilt Filmemachern eben als Quotenbringer.

dpa/gms MüNCHEN/BONN. Verkehrsexperten sind derartige ?Special Effects? jedoch ein Ärgernis - zeigen sie doch ein völlig falsches Bild von der Realität. Denn in Wirklichkeit bleibt auch bei Extremunfällen wie einem Fahrzeugbrand genügend Zeit, um sich aus dem Auto in Sicherheit zu bringen - oder um als Ersthelfer verletzte Insassen zu retten.

?Brennende Autos explodieren nie?, stellt Maximilian Maurer, Sprecher beim ADAC in München, klar. ?Es sei denn, sie haben Sprengstoff an Bord.? Vielmehr breite sich ein Brand langsam aus: Bis ein Wagen komplett in Flammen steht, vergingen bis zu acht Minuten. Das sei genug Zeit, um Verletzte zu befreien. Das bestätigten auch Versuche am Allianz Zentrum für Technik (AZT) in München. ?Solange keine Flammen im Innenraum sind, sind Rettungsversuche möglich, Erfolg versprechend und für einen Helfer noch nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden?, stellten die Unfallforscher fest.

Allerdings haben nach Einschätzung von ADAC-Sprecher Maurer viele Autofahrer, die als Ersthelfer zu einem brennenden Fahrzeug kommen, die Explosionen aus Filmen im Kopf und trauen sich deshalb nicht näher heran. Hubert Paulus, Technikexperte am Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern), hält die Filmszenen daher für ?fahrlässig?: Die falsche Darstellung halte potenzielle Ersthelfer möglicherweise vom Handeln ab, Verletzte würden dann im schlimmsten Fall nicht gerettet.

Dabei hat nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) in Bonn die Rettung von Personen, die sich noch in einem brennenden Fahrzeug befinden, höchste Priorität. Schließlich können sie sich möglicherweise nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Warum eine schnelle Rettung so wichtig ist, machten die Versuche des AZT deutlich: So stieg nach sechs Minuten Branddauer die Temperatur im Innenraum steil an und erreichte kurz darauf mehr als 100 Grad.

Zeitgleich sank den AZT-Messungen zufolge die Sauerstoffkonzentration und die Kohlenmonoxidwerte erhöhten sich stark. Die Entstehung dieses geruchlosen Gases ist neben den Flammen die größte Gefahr nicht nur bei einem Fahrzeugbrand: Es führt zum Ersticken. Nach sechseinhalb Minuten wurden im AZT-Versuch die Temperatur sowie die Gaskonzentrationen lebensbedrohlich.

Weil jedoch die meisten Fahrzeugbrände laut dem AZT durch technische Defekte im Motorraum entstehen - zum Beispiel durch heiße Motorteile, Funkenbildung, Kurzschlüsse oder undichte Ölleitungen -, können sie bevor sie auf den Innenraum übergreifen leicht mit einem Handfeuerlöscher gestoppt werden. Dabei sollten Ersthelfer jedoch nicht wahllos mit dem Strahl draufhalten, warnt ADAC-Sprecher Maurer: ?Die Flammen müssen im Brandherd von unten bekämpft werden.?

Um besser an den Entstehungsort des Feuers heranzukommen, empfiehlt der DVR, die Motorhaube einen Spalt breit zu öffnen und mit kurzen Löschstößen in den Motorraum zu sprühen. Ganz darf die Haube nicht geöffnet werden: Dadurch könne es zu Verpuffungen kommen und das Feuer durch zusätzliche Sauerstoffzufuhr angefacht werden.

Vor eigenen Löschversuchen sollte jedoch die Feuerwehr verständigt werden. Nur sie kann ohnehin noch etwas ausrichten, wenn die Flammen bereits auf den Innenraum übergreifen oder Insassen eingeklemmt sind. In diesem Fall ist laut Adac-Sprecher Maurer schweres Lösch- und Rettungsgerät erforderlich, das Autofahrer gewöhnlich nicht an Bord haben. Außerdem ist dann laut DVR-Mitarbeiter Jürgen Bente die Hitzeentwicklung meist schon so stark, dass Helfer ohne Schutzkleidung nicht mehr an das Auto herankommen.

Allerdings gehören Fahrzeugbrände nicht gerade zu den häufigsten Unfallarten. Laut Jürgen Bente vom DVR sind gerade einmal drei Prozent aller Unfälle mit einer Brandentwicklung verbunden. Nach Angaben des AZT haben der technische Fortschritt sowie die verschärften Brandschutzbestimmungen für Neuwagen zudem dazu geführt, dass die Quote in den vergangenen Jahren stetig abnahm.

Zwei Drittel aller Brandschäden entsteht den AZT-Forschern zufolge an Fahrzeugen, die sechs Jahre oder älter sind. Die Ursache lasse sich oft auf vermeidbare Wartungsmängel zurückführen. Viele Brandschäden an kaskoversicherten Autos hätten hingegen ganz andere Ursachen, mutmaßen die AZT-Experten: ?zu hohe Leasingrate?, ?unverkäufliches Fahrzeugmodell? oder ?teurer Motorschaden? - drei Erscheinungsformen des Versicherungsbetrugs also.

Quelle: HANDELSBLATT, Donnerstag, 28. April 2005, 14:00 Uhr

...be invested
  
Der Einsame Samariter

 

28.04.05 15:00
1

7114 Postings, 7217 Tage KritikerLeichtsinniger Bericht!

Natürlich explodieren keine Auto's.
Was explodieren kann, ist der Tank! Dies eher nach einem Überschlag.
1. muß Benzin auslaufen, 2. dieses muß in Brand geraten, 3. den Tank aufheizen, 4. Buff!!! - kaltes Benzin explodiert nicht!
Richtig ist, daß dieser Vorgang ca. 8 Minuten dauert.

Jedoch von einem ungefährlichen, brennenden Auto zu sprechen, ist verantwortungslos - damit meine ich den ADAC!
Auch die Löschvorschläge dieses Experten sind Quatsch!
Denn, wenn die Tür zu öffnen ist, müssen zuerst die Insassen raus!
Ist die Tür jedoch nicht zu öffnen, kann man auch keine Haube heben.
Und die Feuerwehr kommt eh zu spät!!
Dieser Experte hat mit solchem Fall wohl noch nie Kontakt gehabt - ich schon 3x. Meine Devise: zuerst ganz genau hinsehen - dann kurzentschlossen handeln - panische Angst unterdrücken - Handschuhe anziehen - Hebel-Werkzeuge einsetzen - und viel Glück! - Kritiker.  

28.04.05 15:12

16581 Postings, 6874 Tage MadChart@Kritiker:

Ein Benzintank kann nicht explodieren, er kann höchstens abfackeln. Der Grund ist, dass zur Explosionsartigen Energiefreisetzung ein Benzin-Luft-Gemisch von etwa 1:15 notwendig ist. Ohne dieses Mischungsverhältnis brennt Benzin lediglich.

Der einzige Sonderfall wäre ein fast leegefahrener Tank  

28.04.05 15:20

4561 Postings, 6821 Tage lutzhutzlefutzBei Standardunfällen oder Kabelbrand

brennt ein Wagen auch immer vorne, und der Tank sitzt hinten. Selbst bei einem Auffahrunfall ist der Tank so gebaut, daß er sich nur verformt aber nicht platzt.

Man braucht aber auch nur ein bißchen logisch denken.

1. Person retten
2. kann 1. nicht durchgeführt werden, dann Brand löschen.

Ist doch garnicht so schwierig!  

28.04.05 15:28

7114 Postings, 7217 Tage Kritiker@ MadChart - jetzt etwas genauer!

Ich gehe von einem crash aus - Benzintank beschädigt - Benzin läuft aus und brennt - dadurch wird Tank leerer - Benzinluftgemisch kommt unter Druck und kann ab 80 Grad den Tank bersten.
Ich sehe darin keinen Sonderfall!
Übrigens ist die Ausgangslage ohne crash meist ein Kabelbrand und dann kann es 1 Std. dauern. Die Insassen müssen dann aus dem Gift!

Doch, daß Du keine Panik machst, finde ich gut! - Kritiker.  

28.04.05 15:38

16581 Postings, 6874 Tage MadChartOK, Kritiker

aber bei dem von Dir beschriebenen Szenarion mit beschädigtem Tank und auslaufendem und brennendem Benzin dauert es -Explosion hin oder her- sowieso nur wenige Sekunden, bis das gesamte Fahrzeug lichterloh in Flammen steht. Da dürfte jeder Annäherungs - oder Rettungsversuch aussichtslos sein.

Bleibt der Tank unbeschädigt, so besteht trotz Brand definitiv keine unmittelbare Explosionsgefahr, genau wie es der Typ vom ADAC beschrieben hat.

Ob man in einer solchen Situation zu helfen bereit ist, hängt ohnehin von der eigenen Zivilcourage ab. Aber wenn man in Fernsehserien wie "Cobra 11" allabendlich sogar Milchlaster atompilzartig explodieren sieht, nur weil der Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeuges eine brennende Kippe aus dem Fenster geworfen hat, wird den Verkehrsteilnehmern einfach falsche Realität vorgespielt.

Im Extremfall kostet das dann Menschenleben, weil sich bei einem realen Unfall keiner traut, zu helfen.

 

28.04.05 15:47
1

58960 Postings, 6653 Tage Kalli2003kleines Problem

ihr kommt an einen Unfallort und die Karre brennt ...

Wo bitte ist die Stoppuhr, die von 8 Minuten runterzählt? Woher wisst ihr, dass für Rettungsversuche noch genug Zeit ist? Wer weiss von sich selber, wie er in solchen Stresssituationen reagiert?

Gute Ratschläge sind leicht zu geben; richtig (re)agieren ist die andere Geschichte.

So long (oder doch besser short?)  

Kalli  

 

28.04.05 15:48

8215 Postings, 7310 Tage SahneHabt ihr denn einen Feuerlöscher mit?

Ich schon. Mit einem kann man zwar nicht allzu viel ausrichten, aber wenn jeder einen dabei hätte...  

28.04.05 15:53

4561 Postings, 6821 Tage lutzhutzlefutzSieht man doch!

Brennt´s vorne und das noch nicht lichterloh, kann man sicherlich zum Wagen gehen. Brennts hinten, sollte man eher vorsichtig sein.

Wenn Mc Gyver da wäre, der hätte seine Kugelschreibermiene dabei, und es wäre alles kein Problem.  

28.04.05 16:00

Clubmitglied, 46328 Postings, 7545 Tage vega2000Die Geschichte mit Mario

Zwei bis dreimal die Woche jogge ich am frühen morgen durch den englischen Garten. Erstens ist es gesund & zweitens macht es mir Spaß.

Auf einer meiner Frühsportstunden konnte ich auf ungefähr der Hälfte der Strecke im Morgengrauen eine Fahrradfahrerin im Kreis fahren sehen. In ca. 50 Meter Entfernung fräste ein hüfthoher Rottweiler die Grasnaben im eG ab. Als ich mich auf ca. 100 Meter dem ungleichen Paar laufend näherte, drehten Hund & Radlerin ab. Meine Aufmerksamkeit für die Beiden ließ sofort nach.

Als mein Auge einen letzten Blick auf Töle & Radlerin werfen sehe ich wie der Rottweiler in einem Höllentempo, begleitet von einem gellenden "MARIOOOOOOOOOOO" der Veolnistin, auf mich zugerauscht. Sämtliche Muskeln des Kleinen arbeiteten auf Hochtouren.

Mir rutsche so ziemlich alles in die Jogginghose was in eine Jogginghose reinpasst. Reflexartig erstarrte ich zur Salzsäule ("bei Gefahr durch Hunde sofort stehen bleiben & sich nicht rühren", das hatte ich mal irgendwo gelesen & noch im Hinterkopf). Mario hatte mich nach wenigen Sekunden erreicht ohne sein Tempo zu verringern. Erst im letzten Augenblick zog er nach rechts an mir vorbei in einen kleinen Wald, -ich fiel fast in Ohnmacht.

Die Dame mit dem Zweirad folgte Mario & blieb kurz vor mir stehen. Auf meine Aufforderung: "Nehmen sie ihren Hund gefälligst an die Leine wenn er nicht vernünftig erzogen wurde" antwortete sie: "Der tut nichts, der will nur spielen." Worauf ich ihr zurückgab: "Weiß das der Hund?"

@Madchart:
Ich will nur hoffen das, sollte mein Benzintank mal mit Feuer in Berührung kommen, er weiß das er nicht explodieren kann.
 

28.04.05 16:05

13436 Postings, 7631 Tage blindfishmad hat recht...

bei einem brand ist einfach zuwenig luft im tank, damit eine explosion ausgelöst werden könnte...

macht es wie vega: fahrt einen daimler-diesel! bei einer v-max von 65km/h kann schonmal nicht soviel kaputtgehen und dann explodiert diesel ganz sicher nicht - höchstens bekommt ihr beim helfen oder im auto einen blitzkrebs durch feinstaub...

;-))  

   Antwort einfügen - nach oben