Betr. Israel: Ein positives Ergebnis!

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neuester Beitrag: 15.11.03 13:10
eröffnet am: 14.11.03 20:18 von: Major Tom Anzahl Beiträge: 2
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14.11.03 20:18

4428 Postings, 6837 Tage Major TomBetr. Israel: Ein positives Ergebnis!

Mehr für Staat

Die Unterstützung in der jüdischen Bevölkerung Israels für einen Palästinenserstaat wächst. Das ergibt eine Umfrage des Jaffee-Zentrums für strategische Studien der Tel-Aviv-Universität, der zufolge 59 Prozent von Israels Juden eine solche Staatsgründung befürworten. Vor einem Jahr hatten sich erst 49 Prozent in diesem Sinne geäussert.

Ebenfalls 59 Prozent (2002: 50 Prozent) der Interviewten glauben, Israel müsse alle Siedlungen ausser den grossen Siedlungsblöcken aufgeben. Im Einklang mit diesen Tendenzen steht die Tatsache, dass nur noch 54 Prozent der Israeli der Ansicht sind, ein Friede mit den Palästinensern sei unmöglich. Vor einem Jahr waren es noch 68 Prozent gewesen.

MT  

15.11.03 13:10

4428 Postings, 6837 Tage Major TomGefangenenaustausch mit der Hizbollah

Ringen im Kabinett Sharon um den Gefangenenaustausch mit der Hizbollah
von Jacques Ungar

Mit einer denkbar knappen Zustimmung von 12:11 zum Gefangenenaustausch endete am Sonntag im Kabinett Sharon eine Debatte, die wohl zu den emotionalsten in der politischen Geschichte Israels gezählt werden muss und die sich nahtlos in die lange Reihe von ebenso beladenen Themen reiht wie Wiedergutmachung, "Wer ist Jude?" oder Palästinenserkonflikt. Bis zuletzt lobbyierten Familienangehörige von in Libanon vermissten IDF-Soldaten und des dort festgehaltenen Zivilisten Tennenbaum bei den Ministern, die sich schwer taten mit ihrer Entscheidung. Zum Schluss war diesen Bemühungen Erfolg beschieden, und wenn alles planmässig verläuft, werden demnächst die sterblichen Überreste von drei IDF-Soldaten in Israel zur letzten Ruhe gebettet werden können, während Elhanan Tennenbaum nach drei Jahren in den Händen der Hizbollah wird nach Hause kommen und die während seiner unfreiwilligen Abwesenheit zur Welt gekommene Enkelin in die Arme nehmen können. Möglicherweise wird Tennenbaum sich darüber hinaus auch vor Gericht verantworten müssen, schwebt über ihm doch der Verdacht, bei seinen Kontakten in arabischen Staaten mehr als ein Mal israelische Gesetze verletzt zu haben.

Noch unsicherer Austausch

Wie es bei "Geschäften" mit Feinden wie der Hizbollah-Miliz Tradition ist, handelt es sich hier in erster Linie um einen höchst komplexen Nervenkrieg. Noch hat Hizbollah-Generalsekretär Nasralla nicht durchblicken lassen, ob er bereit ist, die für ihn bittere Pille zu schlucken und auf die Rückkehr des libanesischen Drusen Samir el-Kuntar zu verzichten, der im israelischen Gefängnis sitzt, weil er 1979 in Nahariya einen Vater mit seinen beiden kleinen Töchtern sowie einen Polizisten ermordet hat. Für Sharon kommt eine Freilassung des Mannes nicht in Frage, während Nasralla verkündet hat, Kuntar und der zusammen mit rund 400 Häftlingen freizulassende Scheich Karim el-Obeid seien für ihn das Gleiche. Wenn einer von ihnen von Israel zurückbehalten würde, dann riskiere Sharon, den ganzen Deal platzen zu lassen, betonte Nasralla. Mit Rücksicht auf die Empfindungen im Volk bleibt Sharon vorerst hart in diesem Punkt und setzt vermutlich auf die Überlegung, der um sein Prestige und seine Position ringende Nasralla könne sich die Enttäuschung der Angehörigen der rund 400 anderen Häftlinge nicht leisten, sollte der Handel im letzten Moment noch scheitern.

Auch auf israelischer Seite gibt es, abgesehen von all jenen, die aus prinzipiellen Überlegungen gegen den Austausch sind, Frustrierte. Allen voran die Angehörigen des vor 17 Jahren über Libanon abgeschossenen Navigators Ron Arad. "Für mich beginnt heute das Begräbnis meines Mannes, das siebzehn Jahre dauern wird", meinte Ron Arads Gattin Tami nach Bekanntwerden des Regierungsbeschlusses, in dem jede konkrete Verpflichtung zur Klärung des Schicksals ihres Mannes fehlt. Wohl um die erhitzten Gemüter von Angehörigen und Freunden Arads zu beschwichtigen, schickte Ariel Sharon diese Woche Avi Dichter, den Chef des Shabak-Geheimdienstes, nach Europa zu Nachforschungen und Gesprächen in Sachen Ron Arad. Allgemein wird dieser Akt jedoch eher als Pflichtübung angesehen, und die Zahl derjenigen Israeli, die effektiv an eine Rückkehr des Mannes glauben, für dessen Schicksal Jerusalem heute die Iraner verantwortlich macht, scheint rückläufig zu sein.

 

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