Ballack zu Barcelona

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neuester Beitrag: 14.06.04 15:04
eröffnet am: 08.06.04 12:58 von: ottifant Anzahl Beiträge: 17
neuester Beitrag: 14.06.04 15:04 von: AbsoluterNe. Leser gesamt: 1254
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08.06.04 12:58

21368 Postings, 7462 Tage ottifantBallack zu Barcelona

Da kann sich der FC Bayern aber freuen.  

08.06.04 13:00

2721 Postings, 6385 Tage 0815traderIch halt ja von Ballack eigentlich

nicht viel, aber wenn er sich da durchsetzt, Hut ab!  

08.06.04 13:02
1

10637 Postings, 7845 Tage Ramses IIfür mich ist ballack eine riesige

enttäuschung.

wenn bayern freiwillig so einen spieler ziehen lässt, müssen die unglaublich enttäuscht und verärgert über ihn sein.  

08.06.04 13:07

89 Postings, 6386 Tage JohnRobert Benwas ist denn das für ein seltsamer

einzeihler?

lange weile oder was?

kann bis jetzt nicht lesen das er def wechselt.

also erst denken dann posten!  

08.06.04 13:14

31051 Postings, 7368 Tage sportsstarWill Ballack seine Karriere denn schon beenden?

Wenn er jemand wäre der seine Leistung objektiv einschätzen würde, müsste er sich doch darüber bewusst sein, dass er bei gleicher Leistung bei Barca froh sein kann noch zu den Bankspielern zu gehören!
Denn bei Barca gibts keinen Bonus für ..ja für was eigentlich, gespielt hat er sowieso auch bei Bayern nur wegen Personalmangel im Mittelfeld!

In Barcelona haben sich schon größere Namen den Arsch auf der Bank platt gesessen..natürlich reizt das Renomée, aber vielleicht sollte man sich die Ehre in einem Barca-Trikot aufzulaufen auch erst mal erspielen..

..wie wäre es zum Beispiel mit einer grandiosen EM ?!

sports*  

08.06.04 13:19

130 Postings, 6823 Tage adminmailBallacks Hängepartie

Michael Ballack wird sehr wahrscheinlich in der nächsten Saison doch im Bayern-Trikot auflaufen.

Der Mittelfeldstar verzichtet offenbar auf die große Aussprache mit den Bossen des Vizemeisters und den für Dienstag geplanten Verhandlungstermin mit Barcelona lässt der 27-Jährige wohl ebenfalls platzen.

"Barca" bietet 10 Millionen Euro, doch das ist den Münchnern zu wenig. Der Rekordmeister will mindestens die doppelte Summe.

Quelle: Sport1.de  

08.06.04 13:26

1557 Postings, 7069 Tage SchepperSchmerzgrenze des FC Bayern: 20-25 Millionen Euro

Dienstag, 8. Juni 2004
Bayern München schweigt
"Barca" buhlt um Ballack  

Der FC Barcelona buhlt offenbar doch weiter heftig um Fußball-Nationalspieler Michael Ballack. Der Mittelfeldstar von Bayern München soll unmittelbar vor einem Wechsel zu "Barca" stehen. Dies berichten jedenfalls die spanischen Medien am Dienstag. Auch Michael Becker, Berater des Ex-Leverkuseners und -Lauterers, bestätigte ein Treffen mit "Barca"-Vizepräsident Sandro Rosell am Montag am Münchner Flughafen. Über ein Gespräch zwischen Rosell und den Verantwortlichen des FC Bayern gibt es widersprüchliche Angaben: Zum Teil heißt es, es habe stattgefunden, andererseits wird berichtet, es sei nicht zu Stande gekommen.

"Alles geht seinen Weg. Ich bin sehr optimistisch. Jetzt müssen wir abwarten, wie die andere Seite reagiert", wird Rosell in Spanien zitiert. Barcelona werde die Sache ruhig angehen, "wir werden nicht überstürzt handeln".

"Entscheidend ist, dass die beiden Vereine zunächst einmal miteinander reden", sagte Becker am Dienstag dem Sport-Informationsdienst. Ballack stehe beim deutschen Rekordmeister bis 2006 unter Vertrag. Erst wenn vom Verein Signale kommen sollten, werde man Vertragsgespräche mit Barcelona aufnehmen. Warum er sich dann mit Rosell getroffen habe? "Es gibt immer Gründe, sich mit Barcelona zu treffen", erklärte Becker vieldeutig.

Die spanische Zeitung Sport titelte bereits: "Ballack will kommen - aber Bayern wird es nicht einfach machen." Das Angebot des spanischen Traditionsklubs beträgt angeblich rund 12 Mio. Euro. Die "Schmerzgrenze" der Bayern soll dagegen zwischen 20 und 25 Mio. Euro liegen.

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hat jedoch erneut gefordert, den 27 Jahre alten Mittelfeldspieler nicht zu verkaufen. "Ich hätte etwas dagegen, wenn Ballack jetzt ginge, denn er ist einer unserer besten Spieler. Ballack hat sich auch in der abgelaufenen Saison immer in den Dienst der Mannschaft gestellt", sagte der "Kaiser" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bernd Schuster, selbst acht Jahre in Barcelona, könnte sich Ballack dagegen bei den Katalanen sehr gut vorstellen: "Er hat die Qualität, um bei Barca zu bestehen und Ronaldinho Verantwortung abzunehmen."

Beim FC Bayern war am Dienstag keiner der Verantwortlichen zu einer Stellungnahme zu erreichen. Manager Uli Hoeneß, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Vorstandsmitglied Karl Hopfner haben sich offiziell in den Urlaub verabschiedet.

 

08.06.04 13:28

2721 Postings, 6385 Tage 0815trader20-25 Mios. tststststst o. T.

08.06.04 13:51

130 Postings, 6823 Tage adminmailSpanische Presse: Ballack mit Barcelona einig

"Barca hat das 'Ja' des Spielers", berichtet die Zeitung "El Mundo Deportivo". Mit dem 27-Jährigen gebe es bereits einen "mündlichen Pakt", der Transfer hänge nun vom FC Bayern ab. Barcelonas Vizepräsident Sandro Rosell habe am Montag in München sowohl mit Ballack als auch mit Vertretern der Bayern-Führung verhandelt, hieß es.

Michael Becker, Berater des Ex-Leverkuseners und -Lauterers, bestätigte ein Treffen mit Rosell am Montag am Münchner Flughafen. Ein geplantes Gespräch zwischen Rosell und den Verantwortlichen des FC Bayern sei jedoch nicht zu Stande gekommen.

"Alles geht seinen Weg. Ich bin sehr optimistisch. Jetzt müssen wir abwarten, wie die andere Seite reagiert", wird Rosell in Spanien zitiert. Barcelona werde die Sache ruhig angehen, "wir werden nicht überstürzt handeln".

"Entscheidend ist, dass die beiden Vereine zunächst einmal miteinander reden", sagte Becker dem Sport-Informationsdienst (sid). Ballack stehe beim deutschen Rekordmeister bis 2006 unter Vertrag. Erst wenn vom Verein Signale kommen sollten, werde man Vertragsgespräche mit Barcelona aufnehmen. Warum er sich dann mit Rosell getroffen habe? "Es gibt immer Gründe, sich mit Barcelona zu treffen", antwortete Becker.

Quelle: Spiegel.de  

08.06.04 13:52

8127 Postings, 7652 Tage maxperformanceBallack: Bald in Spanien?

SPANISCHE ZEITUNG

Ballack mit Barcelona einig

Gestern hieß es noch, ein Wechsel von Bayern-Star Michael Ballack zum FC Barcelona sei unwahrscheinlich. Eine spanische Sportzeitung meldet jetzt jedoch, der deutsche Mittelfeldspieler sei sich mit den Katalanen einig.

Barcelona - "Barca hat das 'Ja' des Spielers", berichtet die Zeitung "El Mundo Deportivo". Mit dem 27-Jährigen gebe es bereits einen "mündlichen Pakt", der Transfer hänge nun vom FC Bayern ab. Barcelonas Vizepräsident Sandro Rosell habe am Montag in München sowohl mit Ballack als auch mit Vertretern der Bayern-Führung verhandelt, hieß es.

Michael Becker, Berater des Ex-Leverkuseners und -Lauterers, bestätigte ein Treffen mit Rosell am Montag am Münchner Flughafen. Ein geplantes Gespräch zwischen Rosell und den Verantwortlichen des FC Bayern sei jedoch nicht zu Stande gekommen.

"Alles geht seinen Weg. Ich bin sehr optimistisch. Jetzt müssen wir abwarten, wie die andere Seite reagiert", wird Rosell in Spanien zitiert. Barcelona werde die Sache ruhig angehen, "wir werden nicht überstürzt handeln".

"Entscheidend ist, dass die beiden Vereine zunächst einmal miteinander reden", sagte Becker dem Sport-Informationsdienst (sid). Ballack stehe beim deutschen Rekordmeister bis 2006 unter Vertrag. Erst wenn vom Verein Signale kommen sollten, werde man Vertragsgespräche mit Barcelona aufnehmen. Warum er sich dann mit Rosell getroffen habe? "Es gibt immer Gründe, sich mit Barcelona zu treffen", antwortete Becker.

Gestern hatte es noch geheißen, ein Treffen der Clubchefs aus Barcelona und München komme vor der EM nicht mehr in Frage. Barcelona soll für Ballack zwölf Millionen Euro geboten haben. Die "Schmerzgrenze" der Münchner liege aber bei 20 bis 25 Millionen Euro. Die spanische Zeitung "Sport" titelte: "Ballack will kommen - aber Bayern wird es nicht einfach machen."

Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer machte sich für einen Verbleib Ballacks in München stark. "Ich hätte etwas dagegen, wenn Ballack jetzt ginge, denn er ist einer unserer besten Spieler", sagte Beckenbauer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Ballack habe sich auch in der abgelaufenen Saison "immer in den Dienst der Mannschaft gestellt". Man solle ihn halten und "ihm die Flausen austreiben", forderte der "Kaiser". Dafür könnte es jetzt zu spät sein.

Bernd Schuster, selbst acht Jahre in Barcelona, könnte sich Ballack dagegen bei den Katalanen sehr gut vorstellen: "Er hat die Qualität, um bei Barca zu bestehen und Ronaldinho Verantwortung abzunehmen."
gruß Maxp.  

08.06.04 14:13

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingBallack und die Bayern

DEUTSCHE NATIONALELF

Der gehasste Held

An keinem Nationalspieler mäkeln Altstars und Funktionäre so herum wie an Michael Ballack. Dabei genießt er unter den Kollegen hohen Respekt. Seit Oliver Kahn sich zum Außenseiter der Mannschaft gemacht hat, ist Ballack ihr heimlicher Kapitän. Von Klaus Brinkbäumer



DPA
Michael Ballack: Eine Frage der Herkunft
Er weiß nicht mehr, wann und warum die Feindseligkeiten begannen, "sie waren irgendwie immer da", sagt er. Aber es kann schon sein, dass sie mit diesen Bewegungen zu tun haben.

In Basel waren die Bewegungen wieder zu beobachten, am vergangenen Mittwoch, beim 2:0-Sieg im Länderspiel gegen die Schweiz. Der Mittelfeldspieler Michael Ballack, 27 Jahre alt und 1,89 Meter groß, stand im Mittelkreis, von dort startet er meistens, die Stutzen stramm gezogen bis an die Kniescheiben, das weiße Trikot mit der Nummer 13 über der Hose, die schwarzen Haare so lang, dass sie in die Stirn fallen. Und dann lief er los: die Schultern vorgeschoben, die Beine zum leichten O der Fußballer gebogen, die Sohlen Zentimeter über dem Gras, die ganze Erscheinung ein Schlurfen und Schleichen.

Es war Mitte der ersten Halbzeit, als Ballack nach links lief und Dietmar Hamann den Ball nach rechts spielte, und in diesem Moment, als er wieder mal im Niemandsland strandete, ein Fußballer ohne Ball, da war Michael Ballack wieder: der Prada-Profi, der Casting-Kicker, der Schnösel in Stollenschuhen - für alle jedenfalls, die ihn so sehen wollten.

Das wollen viele.

Das wollen wichtige Menschen in der bisweilen etwas eigenartigen Welt des Profifußballs. Deshalb erzählt Franz Beckenbauer in Basel, dass Ballack "unrund" laufe und stete "Lobeseinheiten" brauche; deshalb schrieb Günter Netzer vor neun Monaten, dass Ballack keine Mannschaft führen könne, was "eine Frage seiner Herkunft" sei: "Ballack ist in der DDR aufgewachsen. Dort zählte das Kollektiv, das hat den Weg für Genies verstellt." Und als Ballack über fehlenden Rückhalt klagt, meint der Chefredakteur der Fachzeitschrift "Sport Bild": "Dazu ein Rat, Ballack: Hören Sie auf zu jammern!" So oder ähnlich reden Feldwebel: Ballack, Liegestütze!

Michael Ballack ist einer jener Fußballprofis, die in Trainingspausen freiwillig Liegestütze machen, "Kräftigung und Stabilisation" nennt er das. Trotzdem hat Ballack mittlerweile ein Problem, das man "Das sich selbst erfüllende Image" nennen könnte, einen Ruf nämlich, gegen den er nicht mehr ankommt, wie viel auch immer dagegen sprechen mag.

Man muss Ballack ja nicht hochschreiben zum zweiten Zidane, weil er so weit nicht ist, er hat noch Schwächen: Der Kerl lamentiert viel, und wenn ihm etwas die Laune versaut, kann es passieren, dass er zutritt; als Bayern München neulich gegen Werder Bremen 0:3 zurücklag, fing er sich kurz vor der Pause wieder mal eine gelbe Karte für ein verdammt übles Foul.

Aber wenn man ihm eine Woche lang zuhört und zusieht, reicht es doch allemal für einen Gegenentwurf zu diesem Image, das er nicht mehr besiegen kann.

Wenn zum Beispiel 22 000 Menschen ins Freiburger Dreisamstadion zu einem dieser Vorbereitungsspiele gehen, die eigentlich eine Zumutung sind, weil sich die Spieler nicht mehr verletzen dürfen so kurz vor dem Turnier und weil sie müde sind vom Training und weil der Gegner nichts taugt; wenn dann Michael Ballack vier Tore erzielt, kraftvolle wie kunstvolle - dann erleben 22 000 Menschen selbst gegen eine Mannschaft wie Malta einen speziellen Abend. Natürlich sagen die, die Ballack so sehen wollen wie immer: Hey, es war Malta. Aber solche Auftritte gibt es nicht oft in deutschen Stadien.

In jener ein wenig harmlosen und sehr netten Nationalmannschaft, die am Mittwoch nach Faro fliegen und am 15. Juni in Porto gegen die Niederlande ihr erstes Spiel bei der Europameisterschaft spielen wird, ist Ballack der einzige echte Star. Er ist einer der schlaueren Fußballer, er spricht Sätze mit Anfang und Ende und Konjunktiv, und wenn Kinder Autogramme wollen - die meisten tragen sein Trikot -, blickt er sie an, lächelt, schreibt und sagt: "Bitte sehr."

Michael Ballack ist der versierteste Fußballer mit deutschem Reisepass. Kopfbälle beherrscht er besser als jeder europäische Mittelstürmer, und wenn er nicht mit rechts aufs Tor schießen kann, schießt er mit links, es macht keinen Unterschied. Seine Pässe kommen so scharf wie Torschüsse.

Der Fußball von heute ist ein Spiel, das in einem imaginären Rechteck gespielt wird, 30 mal 40 Meter groß vielleicht, und dieses Rechteck verschiebt sich mit dem Ball über den Fußballplatz. Es wird gebildet aus jenen 15 oder 16 Spielern, die sich immer in Ballnähe bewegen, weil es ihre Aufgabe ist, an jedem Ort eine Überzahl für die eigene Mannschaft zu schaffen. Der Effekt dieser Spielweise ist hässlich: Es gibt keine Zeit mehr, den Ball zu stoppen und dann zu gucken, wer frei steht, es gibt keinen Raum mehr für die Zauberer mit der Rückennummer 10. Nur noch Leute wie Günter Netzer reden heute von der Aufgabe der Dirigenten in kurzen Hosen, und das lässt daran zweifeln, dass sie verstanden haben, wie sich das Spiel entwickelt hat seit ihrem Abgang.


Wenn Kinder Autogramme wollen, blickt er sie an, lächelt, schreibt und sagt: Bitte sehr."


Die Sache mit der Rückennummer gehört zu dieser hitzigen Debatte über Ballack. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß merkte an, er habe nach Videoanalysen erfasst, dass Ballack "keine 10" sei, sondern "eine typische 6", kein Spielmacher eben, sondern ein defensiver Mittelfeldmann.

Michael Ballack lächelt nicht mehr, wenn er darüber spricht. Er sagt: "Wir reden über Uli Hoeneß, oder? Die Bayern wollten mich schon kaufen, als ich noch in Kaiserslautern war, sie haben mich dort zwei Jahre, dann drei Jahre in Leverkusen und nun zwei Jahre im eigenen Stadion beobachtet. Uli Hoeneß und die anderen sehen mich seit sieben Jahren spielen. Was soll ich dazu sagen?"

Denn in Wahrheit spielt Ballack hinten mit und vorne, und manchmal taucht er minutenlang ab, aber dann dort wieder auf, wo er die Partie entscheiden kann. Er hat längst die einstigen Aufgaben der Rückennummern 6, 8 und 10 übernommen, er ist praktisch eine 24, aber nicht als Einziger, so spielen die anderen drei im Mittelfeld der Nationalelf auch. Rudi Völler lässt Dietmar Hamann und Michael Ballack auf einer Höhe beginnen, und dann orientiert Hamann sich eher zurück und Ballack sich eher nach vorn, doch das wechselt. Und zehn Meter weiter vorn beginnen Torsten Frings und Bernd Schneider, die dann von Ballack angespielt werden und den Ball zu Ballack zurückgeben, wenn der in Schussposition ist. "Das funktioniert ohne Blick und ohne Worte", sagt Frings, "wenn zwei vorrücken, bleiben zwei hinten, wir spielen als Quartett."

Die deutsche Innenverteidigung beherrscht das moderne Spiel kaum und der deutsche Angriff sowieso nicht. "In diesen Spielen", sagt Ballack, "sind alle Spieler schnell und austrainiert, alle sind bis auf den letzten Blutwert untersucht, alles neutralisiert sich. Diese Spiele werden durch die individuelle Klasse eines Spielers, also oft durch eine einzige Aktion entschieden oder durch eine Standardsituation, ob Eckball oder Freistoß." Die vier Herren im Mittelfeld können, falls alle vier in Portugal ihre Bestform erreichen sollten, sogar mal Holland oder Frankreich überrumpeln. Und vielleicht wird aus Ballack ein Anführer, wie es Lothar Matthäus beim WM-Triumph 1990 war oder Matthias Sammer beim EM-Sieg 1996.

Auch diese Europameisterschaft wird ja wieder eine Angelegenheit von nationaler Wichtigkeit werden, das spürt man schon im Trainingslager. Der Mannschaftsbus wurde auf den Reisen vom Hotel hinab zum Sportplatz von Winden im Elztal von grauen Schlachtschiffen begleitet, Typ: "Toyota Four Wheel Drive Land Cruiser", Aufschrift: "Security im Einsatz"; so bewegt sich auch Paul Bremer fort, aber der ist Amerikaner im Irak. Die Spieler wohnten im Hotel Schwarzbauernhof, oben auf dem Berg, rot waren die Sonnenschirme, weiß die Mauern, und ungefähr einmal pro Stunde hörte man Oliver Kahn das Wort "Männer" durchs Hotel brüllen.

Kahn ist Kapitän und trotzdem der Außenseiter dieser Mannschaft, was nicht mehr gerecht ist, weil er jetzt wieder mit den anderen redet und fleißig bis besessen trainiert. Der Torwart hat sich seinen Ruf in den vergangenen Monaten vermasselt: Da hat Kahn Kahn inszeniert, war bloß sein eigener Kapitän, weshalb ein Kollege scherzt, "dass er uns in seinem Autobiografie-Büchlein deshalb nicht erwähnt, weil er unsere Namen nicht kennt".

In diesen vergangenen Monaten wirkte Oliver Kahn ein wenig wie Boris Becker in seiner schlechtesten Phase: wie ein Sportler nämlich, der jedes Spiel als Prüfung durch die Götter versteht und sich selbst als auserwählt; wenn einer erst so weit ist, gerät ihm wohl zwangsläufig jede Bewegung zur Pose. Ein Torwartdarsteller jedoch kann kein guter Torwart mehr sein.

Das ist das Image, gegen das Kahn in Portugal antreten wird, nicht im Spiel mit den Medien, aber im Mannschaftskreis. Michael Ballack hingegen wird von seinen Kollegen beneidet, weil er eine Menge verdient, geschätzte acht Millionen Euro im Jahr. Und einige zweifeln auch ein bisschen an ihm, weil er eine für sein Niveau armselige Saison hinter sich hat. Aber die Kollegen respektieren Ballack, weil gute Fußballer bessere Fußballer immer respektieren und weil Ballack, anders als Kahn, ziemlich kommunikativ ist. "Es ist sehr angenehm, mit ihm zu spielen", sagt Hamann, "weil er doch auch sehr viel nach hinten macht."

Keiner beim Deutschen Fußball-Bund hat vergessen, wie Ballack im Halbfinale der vorigen Weltmeisterschaft ein Tor der Südkoreaner durch ein taktisches Foul verhinderte, wie er dafür seine zweite gelbe Karte und eine Sperre bekam, wie er dann noch das 1:0 schoss und jenes Finale gegen Brasilien verpasste, das das Spiel seines Lebens werden sollte - unter Fußballern gilt so etwas als Heldentat.


In München verkörpert er das Verderben, bei der Nationalelf die Verheißung kommenden Ruhms.


"Vielleicht habe ich die Tage vor dem Endspiel nur deshalb ausgehalten, weil ich nie lange hinter etwas hertrauere. Ich hake Dinge ab, lasse sie hinter mir. Ich mache mir ja auch keine Versagensängste vor Turnieren und kein schlechtes Gewissen nach Fehlern", sagt Ballack.

Und jetzt sitzt Michael Ballack auf der Terrasse des Mannschaftshotels, hinter ihm grasen Kühe, er trinkt Cappuccino und stilles Wasser. Er sitzt hier draußen, spricht über sein Leben und zugleich über Fußball, fast drei Stunden lang.

Ballack wurde in Görlitz geboren, ein Einzelkind, der Vater ist Bauingenieur. Nach ein paar Monaten zog die Familie nach Karl-Marx-Stadt, Ústí-nad-Labem-Straße und Dr.-Salvador-Allende-Straße, heute ist alles dort frisch gestrichen und doch nicht weniger trist. Wenn sie zu zweit waren, schossen Michael Ballack und einer seiner Freunde den Ball gegen die schmale Seite der Plattenbauten, immer direkt - wenn einer verfehlte, bekam der andere einen Punkt. "Gitarre" hieß das Spiel, wieso? "Ja, wieso", sagt Ballack, "keine Ahnung." Und wenn sie zu mehreren waren, wurden die Wäschestangen im Hof zu Toren; Treffer durften nur aus der Luft erzielt werden, und dieses Spiel nannten sie aus längst vergessenen Gründen "Bodden". Und während er das heute erzählt, schießen Ballacks Finger ein Zuckerstück über den Tisch, und die andere Hand ist Torwart, Ballack merkt es nicht, er erzählt.

In seinem Kinderzimmer hingen damals Poster von Rico Steinmann, dem Mittelfeldgott mit dem feinen Fuß, Gott allerdings war Steinmann nur in Chemnitz, denn schon in Köln scheiterte er. Und daneben hing die Nationalmannschaft Ost, wenig später die Nationalmannschaft West. Grün-weiß war Ballacks Bett zur Wendezeit, "Werder Bremen war mein Verein, Burgsmüller, Borowka, Rufer waren meine nächsten Helden", sagt Ballack, der Balljunge war beim Chemnitzer FC.

Und jetzt sitzt er hier, blaugrau die Augen, die Koteletten zu schmalen Streifen rasiert, und die Haare glänzen feucht, auch nach Stunden noch, es muss ziemlich viel Gel sein. Er sagt nicht "auch", er sagt "ooch", das ist der letzte Rest Sächsisch, Ballack erzählt fröhlich von früher. "Fußball war alles für mich", sagt er, "in unserem Schrebergarten ging es am Wochenende weiter mit Ball-Hochhalten: 50-mal links, 50-mal rechts und wieder von vorn."

Er begann bei der Betriebssportgemeinschaft Motor Fritz Heckert, wurde als Zehnjähriger zum FC Karl-Marx-Stadt delegiert, und es kamen die kleinen und die großen Dramen einer Fußballerlaufbahn: Er war 12, als er die "Niederlage meines Lebens" erlebte, ein 2:4 seiner D-Jugend im Finale der DDR-Hallenmeisterschaft gegen die ISG Schwerin. Er war 14, als sein bester Freund Kevin bei einem Jugendturnier im Westen zusammenbrach; es war ein Schlaganfall, einfach so, "Kevin war so ein wuseliger, aggressiver Kleiner, der hätte es auch gepackt", sagt Ballack. Er war 15, als er sich am Knie verletzte und ein halbes Jahr für die Rückkehr trainierte; vermutlich war das so ein Moment, wo jeder, der nicht den Willen eines Leistungssportlers hat, ausgestiegen wäre.

Dann machte Ballack Abitur, Leistungskurse Deutsch und Geschichte, er spielte für den Chemnitzer FC, ging nach Kaiserslautern, nach Leverkusen, nach München, er verspielte eine Meisterschaft durch ein Eigentor am letzten Spieltag und gewann zwei Meisterschaften, er lebt mit Freundin, Hund und zwei Kindern am Starnberger See, und sein Plan ist wohl, dass es bald weitergeht nach Barcelona.

Das ist bloßes Pokern in diesen Tagen, auch so ist moderner Fußball: Ballack, der einen Vertrag bis 2006 hat, sagt nicht, dass er gehen will, weil es nicht klug wäre, das zu sagen; zuerst soll der FC Bayern sagen, dass er ihn gehen lässt. Die Logik hinter dieser Strategie ist: Wenn der Club Ballack verkaufen will, sinkt der Transferpreis, und damit steigt Ballacks Gage.

Der Spieler lässt sich auch in dieser Pokerrunde wieder von Michael Becker vertreten, seinem Berater, der bereits die bisherige Karriere Ballacks gestaltet und verwaltet hat, Wechsel für Wechsel, Vertrag für Vertrag. Ballack vertraut dem Rechtsanwalt Becker "komplett", auch wenn der bisweilen etwas "robust" und "aggressiv" sei; neulich lag ein Ballack-Interview der "Welt am Sonntag" samstagmorgens zur Autorisierung vor, und Becker glättete nicht, er spitzte an.



DPA
Kapitän Kahn: Wie Boris Becker in seiner schlechtesten Phase
Ballack sagt, dass das, was abseits des Rasens passiert, die Spieler "verrückt machen kann", weil das Image eines Fußballers längst so wichtig sei wie seine Leistung. Es werde im deutschen Sport selten über Taktik oder die Zusammenstellung von Mannschaften diskutiert; "alles ist personenbezogen", sagt Ballack, "es geht immer um Schuld, da werden Menschen auseinander gebastelt und auf Stärken und Schwächen untersucht, obwohl man sie in Wahrheit nicht kennt."

Liegt es also an dieser Mischung aus Hysterie und Polemik, dass eine Figur in München das Verderben verkörpert und bei der Nationalelf die Verheißung kommenden Ruhms, dass er hier verhasst sein soll und dort Heldenfigur?

Würden Beckenbauer und Hoeneß Ballacks Leiden beim FC Bayern hinterfragen, könnten sie festhalten: Ballack hatte keinen vor sich, den er anspielen konnte außer Roy Makaay, aber der war so weit weg, ständig an der Abseitsgrenze, dass der Ball nie zurückkam; bis auf Bastian Schweinsteiger waren alle Mittelfeldspieler verletzt oder formschwach; Trainer Ottmar Hitzfeld befahl ein starres System und ließ die Spieler gleichsam festfrieren. Alle anderen spielten frecher und freier als Bayern München: Bremen, Leverkusen, Stuttgart, sogar Alemannia Aachen.

Aber so analysiert niemand in München. Beckenbauer formuliert: "Natürlich muss er tief gestaffelt kommen." Ah ja. Und dann sagt Beckenbauer, dass Ballack gehen könne, wenn der Preis stimme.

Der neue Trainer Felix Magath will versuchen, die Trennung noch zu verhindern, auf die alle anderen so gekränkt zusteuern wie wechselweise betrogene Liebende. "Vertrauensbekundungen sehen für mich anders aus", das ist Ballacks Antwort auf Beckenbauer, und dies ist natürlich Anfang und Grund all der Feindseligkeiten: Der Fußballer Michael Ballack glaubt nicht, dass er kleiner sei als Uli Hoeneß oder Franz Beckenbauer oder dieser ganze eitle FC Bayern.

Selbstzweifel hat der junge Mann selten.  

09.06.04 12:54

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingKahn und die Bayern

30 Millionen für einen 50-jährigen?
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KAHN-VERKAUF

Bei 30 Millionen würde Hoeneß schwach werden

Sollte Oliver Kahn ins Ausland wechseln, wird der deutsche Nationaltorwart für seinen neuen Verein sehr teuer. Bayern-Manager Uli Hoeneß nannte als Schmerzgrenze für einen Verkauf des Keepers 30 Millionen Euro. Hoeneß glaubt aber, dass Kahn ebenso wie Michael Ballack in München bleiben wird.


München - "Ich gehe davon aus, dass sowohl Kahn als auch Ballack bei uns bleiben", erklärte der Bayern-Manager in einem Interview mit der "Sport-Bild" zu den Transfergrüchten um die Nationalspieler. Allerdings gebe es bei Kahn eine gewisse Schmerzgrenze. "Wenn morgen jemand kommt und 30 Millionen Euro bietet, dann denke ich darüber nach."

 

09.06.04 12:54

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingBallack und die Bayern (II)

Während Kahn offenbar kein konkretes Angebot aus dem Ausland vorliegt, hat der FC Barcelona zuletzt seine Bemühungen um Ballack verstärkt. "Barca"-Vizepräsident Sandro Rosell bestätigte bereits ein Treffen Anfang der Woche auf dem Münchner Flughafen mit Ballack-Berater Michael Becker. "Alles geht seinen Weg. Ich bin sehr optimistisch. Jetzt müssen wir abwarten, wie die andere Seite reagiert", sagte Rossell danach in mehreren spanischen Zeitungen.

"Sagnol freut sich, mich zu sehen"

Angeblich bietet der spanische Traditionsclub für Ballack eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro. Franz Beckenbauer will den Mittelfeldstar, dessen Vertrag in München noch bis 2006 läuft, nicht ziehen lassen. "Ich hätte etwas dagegen, dass er geht, denn er ist einer unserer besten Spieler. Ballack hat sich auch in der abgelaufenen Saison immer in den Dienst der Mannschaft gestellt", sagte der Bayern-Präsident.

 

09.06.04 12:55

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingSagnol und die Bayern

Auch der abwanderungswillige Franzose Willy Sagnol wird laut Hoeneß in der kommenden Saison für die Bayern spielen. "Er bleibt. Ich habe mit ihm gesprochen. Er hat gesagt, dass er sich freut, wenn er mich am ersten Trainingstag wiedersehen darf", berichtete Hoeneß. Rechtsverteidiger Sagnol hatte zuvor in mehreren Interviews mit französischen Zeitungen erklärt, dass er den FC Bayern noch in diesem Sommer verlassen wolle.  

09.06.04 12:56

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingNeu-Bayern

Unabhängig davon wollen die Münchner weiterhin U21-Nationalspieler Andreas Görlitz von Erstliga-Absteiger 1860 München verpflichten. "Den wollen wir haben", bestätigte Hoeneß das Interesse der Bayern. "Wir haben dem Spieler ein Angebot und dem Verein ein Ablöseangebot gemacht. Jetzt ist 1860 am Zuge", so Hoeneß.


Auch im Fall von Nationalspieler Torsten Frings gab sich Hoeneß optimistisch. "Ich hoffe doch, dass er kommt", erklärte der Manager. Angeblich bieten die Bayern Borussia Dortmund eine Ablösesumme von 9,5 Millionen Euro, die Borussia aber will zwölf Millionen. Trotz der Gerüchte um Kahn, Ballack und Sagnol will Hoeneß von einem Auseinanderfallen der Bayern-Mannschaft nichts wissen. "Wir haben alles im Griff, total im Griff", betonte der Manager. "Am 7. August wird eine Mannschaft einlaufen, die okay ist. Darauf können Sie sich verlassen. Wir sind mit allem auf einem wunderbaren Weg." Bislang hat der deutsche Rekordmeister für die kommende Saison zwei neue Spieler verpflichtet. Der Brasilianer Lucio kommt für zwölf Millionen Euro Ablöse von Bayer Leverkusen und soll die zuletzt kritisierte Innenverteidigung stärken. Der iranische Stürmer Vahid Hashemian für eine Ablöse von zwei Millionen Euro vom VfL Bochum zu den Bayern.  

14.06.04 15:01

58960 Postings, 6858 Tage Kalli2003von heute


Michael Ballacks Tage bei den Bayern sind wohl gezählt.
Montag, 14. Juni 2004
Gespräch in Porto
"Barca" will Ballack unbedingt  

Der Wechsel des deutschen Nationalspielers Michael Ballack von Bayern München zum FC Barcelona nimmt immer konkretere Formen an. Der spanische Traditionsklub treibt die geplante Verpflichtung des 27 Jahre alten Mittelfeldspielers mit aller Macht voran. Nach einhelligen Berichten spanischer Medien will sich "Barca"-Vizepräsident Sandro Rosell am Dienstag in Porto am Rande des ersten deutschen EM-Spiels gegen die Niederlande erstmals mit Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge treffen, um über den Transfer zu verhandeln.
 
Mit Ballack selbst ist sich Barcelona über einen Wechsel angeblich schon einig geworden. Nach Angaben spanischer Zeitungen soll der 27 Jahre alte Mittelfeldstar bei den Katalanen einen Vierjahres-Vertrag erhalten. Rosell hatte sich in der vergangenen Woche mit Ballack-Berater Michael Becker am Münchner Flughafen zu einem ersten Gespräch getroffen.
 
Rummenigge hat seinen Heimaturlaub in Bayern mittlerweile beendet und wird laut Bayern-Pressechef Markus Hörwick am Dienstag nach Porto reisen. Von einem Treffen mit dem FC Barcelona aber wisse er nichts, sagte Hörwick.
 
Anscheinend geht es im Transfer-Poker um Michael Ballack nur noch um die Höhe der Ablösesumme. Der FC Barcelona bietet bislang zwölf Millionen, der FC Bayern aber fordert mindestens 20 Millionen Euro. Laut der Zeitung "El Mundo Deportivo" ist Barcelona aber bereit, noch ein paar Euro draufzulegen. "Barca will den Transfer jetzt endgültig über die Bühne bringen", schrieb das Blatt.
 
Ballack selbst wollte sich vor dem EM-Auftakt gegen die Niederlande nicht mehr zu seinen Plänen äußern. "Da wird heftig spekuliert. Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich nichts dazu sagen, sondern mich voll und ganz auf die EM konzentrieren", erklärte der Bayern-Star am Wochenende und fügte hinzu: "Für mich ist das Thema kein Thema."
 
Für alle anderen aber schon. Zumindest schaut sich der FC Bayern auf dem Transfermarkt schon nach Alternativen um. Zuletzt bestätigte der niederländische Mittelfeldspieler Marco van Bommel vom PSV Eindhoven ein Angebot des deutschen Rekordmeisters. Zugleich werben die Bayern um den portugiesischen Nationalspieler Deco von Champions-League-Sieger FC Porto. Vereinspräsident Jorge Pinto da Costa bestätigte ein Angebot der Münchner, die angeblich gebotene Ablöse von 20 Millionen Euro aber war ihm zu wenig.
So long (oder doch besser short?)

Kalli  

 

14.06.04 15:04

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingWenn die Bayern schlau sind,...

...unterschreiben sie bis morgen nachmittag.  

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