Ausländerproblemchen behindern deutsche Behörde

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neuester Beitrag: 17.06.04 08:04
eröffnet am: 16.06.04 16:34 von: Schmus Anzahl Beiträge: 25
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16.06.04 16:34

501 Postings, 6461 Tage SchmusAusländerproblemchen behindern deutsche Behörde

"Jobanforderung: Kein Kopftuch

Arbeitsamt macht diskriminierendes Stellenangebot

Die Diskussion um das Kopftuch hat manchmal bizarre Folgen. So erhielt jetzt eine 24-jährige Frau von der Arbeitsagentur Süd ein Stellenangebot als Änderungsschneiderin, in dem unter dem Stichwort Anforderung ?kein Koptuchträger? verlangt wurde. Als die kurdisch-stämmige Frau ihren Sachbearbeiter auf die Formulierung hinwies, wurde ihr entgegnet, ein Arbeitgeber dürfe so eine Forderung stellen. Die junge Frau, die ein Kopftuch trägt, empfand diese als diskriminierend und lehnte es ab, sich zu bewerben. ?So eine Ausschreibung darf es durch die Agentur für Arbeit nicht geben?, sagt auch Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion. Stellenanzeigen der Agentur dürften in keiner Weise diskriminieren, sei es in Hinsicht auf das Geschlecht, die Rasse oder die Religion. Wenn ein Arbeitgeber auf eine solche Formulierung nicht verzichten wolle, könne man die Stelle nicht vermitteln. Die Arbeitsagentur zog umgehend Konsequenzen: Die Jobausschreibung wurde aus dem Internetangebot gestrichen. Warum die Mitarbeiter die Stelle aufnahmen, ließ sich nach Möllers Worten nicht mehr klären. Man werde aber die Sachbearbeiter noch einmal auf das Problem aufmerksam machen. Gerade in der Agentur für Arbeit Süd, die Neukölln mit seinem hohen Ausländeranteil in ihrem Einzugsbereich hat, sei dies wichtig. Er gehe aber davon aus, dass dies ein Einzelfall sei.

Nach Auffassung der früheren Berliner Ausländerbeauftragten Barbara John, an die sich die junge Frau um Hilfe gewandt hatte, hat die Diskussion um das Kopftuch zur Folge, dass junge Frauen im Berufsleben ausgegrenzt werden. In einem Gespräch habe ihr der Arbeitgeber, der selbst Muslim ist, gesagt, dass er die Erfahrung gemacht habe, Kunden zu verlieren, wenn in einem Bereich mit Kundenkontakt eine Frau mit Kopftuch arbeitet. Er beschäftige sonst durchaus Frauen mit Kopftuch, seine Frau trage selbst eins.

Für den öffentlichen Dienst arbeitet die rot-rote Koalition derzeit an einem Gesetzentwurf, der das Tragen religiöser Symbole, zu denen auch das Kopftuch zählt, im Rahmen der Neutralitätspflicht für bestimmte Bereiche wie Schule, Gericht und Polizei verbieten soll. Gestern gab es darüber Gespräche zwischen dem Senat und dem evangelischen Landesbischof Wolfgang Huber. Sigrid Kneist" (Tagesspiegel online)  

16.06.04 16:46

8554 Postings, 7538 Tage klecks1Kopftücher abhnehmen

und es gibt keine Probleme.

www.eklein.de  

16.06.04 17:00

21799 Postings, 7967 Tage Karlchen_IStütze streichen..

Ein Arbeitgeber kann eine angemessene Kleidung verlangen.  

16.06.04 17:19

16587 Postings, 7011 Tage MadChartEben!

Wenn ich als Arbeitsloser nen Job als Dönerschneider oder als Sachbearbeiter in der "Ehrlicher Ali - In - und Export GmbH" angebotenen bekäme, hätte ich genauso Verständnis, wenn es heißen würde: "Keine Kruzifixträger".  

16.06.04 17:22

6506 Postings, 7347 Tage BankerslastMad, Du hast es auf den Punkt gebracht! o. T.

16.06.04 17:24
1

69031 Postings, 6532 Tage BarCodeMadC: Wenn du es am Goldkettchen trägst

und für 1,50 die Stunde arbeitest, ist das dem Dönerbudenboss sicher völlig egal!

Gruß BarCode  

16.06.04 17:51

8038 Postings, 6768 Tage RigomaxDas richtig Lustige an der Geschichte (#1)ist, daß

der Arbeitgeber Muslim ist und daß seine Frau selbst ein Kopftuch trägt. Und dem wird jetzt ein diskriminierendes Verhalten vorgeworfen.
Wir haben's weit gebracht.  

16.06.04 19:39

95441 Postings, 7564 Tage Happy EndAndersherum wird ein Schuh daraus

Was haben die Kunden dagegen, wenn eine Änderungsschneiderin ein Kopftuch trägt?
 

16.06.04 19:44

2576 Postings, 7618 Tage Hungerhahn@barcode, Posting Nr.6

beim Goldkettchen ja, aber beim Kruzifix?  

16.06.04 19:49

13475 Postings, 8114 Tage SchwarzerLordIch kaufe da nicht.

Eine Religion, die Frauen unterdrückt und mir gegenüber durch das aufdringliche Vorzeigen ihrer Symbole in einem christlichen Land auffällt hat bei mir keine Chance. Deswegen lasse ich mein Geld grundsätzlich nicht bei Verkäuferinnen, die ein Kopftuch tragen.  

16.06.04 19:52

95441 Postings, 7564 Tage Happy EndDas ist also Dein Verständnis

von Religionsfreiheit?

Das mit der Unterdrückung der Frauen kann man ja als Argument anführen, aber das Vorzeigen der eigenen religiösen Symbole zu verurteilen, ist mehr als intolerant.  

16.06.04 19:53

21799 Postings, 7967 Tage Karlchen_I@Happy: Ob die Kunden was dagegen haben -

kann ich nicht beurteilen, ist aber auch egal. Wenn nen Arbeitgeber meint, dass er nicht jemand mit Kopftuch einstellen will - gilt das erstmal. Und wenn jemand den Job nicht annehmen will, weil sie aus religiösen Gründen das nicht machen will, ist das auch okay. Dann gibt es aber auch keine Unterstützung.

Kann ja verstehen, dass nen Schwerbehindeter nicht jeden Job machen kann - aber irgendwo muss die Grenze gezogen werden. Religion ist Privatsache - da soll dann aber nicht auch noch der Staat oder die Versichertengemeinschaft mit einbezogen werden.

Demnächst darf man dann wohl auch keinen Moslem in die Gastronomie mehr vermitteln, weil da Alkohol ausgeschenkt wird - oder wie?  

16.06.04 19:54

13475 Postings, 8114 Tage SchwarzerLord@Karlchen: Begrüßenswerte Einstellung! o. T.

16.06.04 19:56

95441 Postings, 7564 Tage Happy EndKarlchen, Du wirst aber hoffentlich nicht SL

mit seiner Meinung in # 10 bzgl. der religiösen Symbole allgemein unterstützen wollen?  

16.06.04 20:09

21799 Postings, 7967 Tage Karlchen_I@Happy...

Das Kopftuch bei den Muslimas ist für mich nicht nur ein religiöses Symbol, sondern ein Symbol der Unterwerfung. Das ist das Problem. Der Islam in seinen wesentlich gelebten Formen ist sehr stark patriarchalisch - und die Frau spielt dort nur eine nachrangige, unterwürfige Rolle. Das Frauen ein Kopftuch tragen sollen ist nichts anderes, als das ihr Ehemann auf sie einen Anspruch erhebt - und kein anderer sie in voller Pracht ansehen darf.

Für mich gilt nach wie vor: Der Stand der Zivilisation zeigt sich an der gesellschaftlichen Stellung der Frau.  

16.06.04 20:13

95441 Postings, 7564 Tage Happy EndDas mag sein

aber SL hat wörtlich gesagt: Eine Religion, die ...mir gegenüber durch das aufdringliche Vorzeigen ihrer Symbole in einem christlichen Land auffällt hat bei mir keine Chance.

Und das meinte ich mit der Aussage, die Du hoffentlich nicht unterstützt ;-)  

16.06.04 20:40

21799 Postings, 7967 Tage Karlchen_INö - gewiss nicht.

Ist ja albern - zumal das von einem evangelischen Gotteskrieger kommt, der zum Kampf gegen andere Religionen aufruft.

Der sollte sich mal den Spiegel vorhalten und sich fragen, wie tolerant er eigentlich ist.  

16.06.04 20:55

1853 Postings, 7237 Tage FunMan2001@Karlchen "Der Stand der Zivilisation

... zeigt sich an der gesellschaftlichen Stellung der Frau."  ???

Das Wahlrecht haben Frauen in der islamisch geprägten Türkei (1934) früher erhalten, als z.B. in Frankreich (1946) oder in der Schweiz (1971 bzw. 1990).

Wir hier in Deutschland reden auch erst seit nicht mal 90 Jahren über die Gleichberechtigung der Frau. Einige tun hier so, als wären wir anderen Völkern und Religionen bereits Jahrhunderte voraus.

Im Vergleich zu Europa sind in der Türkei ungewöhnlich viele Frauen in hochqualifizierten Berufen tätig. Ein Fünftel der AnwältInnen und ein Sechstel der ÄrztInnen sind Frauen. Auch bei der Frauenpräsenz an den türkischen Universitäten für die höchste Kategorie, die der Professoren, ist inzwischen 1980 bis 1992 eine Steigerung der Frauenpräsenz von 13,94% auf 20,41% festzustellen.

Dann schaut euch mal die Prozentzahlen hier in Deutschland an.

Aber einige posten ständig Mythen statt Fakten und verbreiten zum Teil unwissentlich Vorurteile und Halbwahrheiten. Erstaunlich - im Zeitalter des Internet!


 

16.06.04 21:03

89 Postings, 6318 Tage JohnRobert Benkürzlich ein bericht auf arte.

mit jungen istambuler studenten wurde diskutiert pro und contra eu.

meinungen waren ca 50-50
eine 100%ige übereinstimmung der türkischen studenten war das die türken in europa ihren ruf ruinieren..!

gab mir wirklich zu denken.

die türken die hier in europa sind werden selbst von türken verachtet.

die meinung der studenten war die hätten genauso große probleme wenn sie in eine stadt wie istambul kähmen da sie noch nie eine großstadt gesehen haben und sich in europa benehmen wie menschen im mittelalter.

war sehr interresant!  

16.06.04 21:04

21799 Postings, 7967 Tage Karlchen_IFunMan...

Wie vollzieht sich den gesellschaftliche Entwicklung? Gewiss sind nicht die zurückgebliebenen ländlichen Gebiete die Träger des Fortschritts, sondern die Städte. Kann man auch bei uns sehen in der Geschichte.

Und in der Türkei haben wir eine enormes Stadt - Land - Gefälle. Zwischen Istanbul und Anatolien oder gar den Kurdengebieten liegen Welten. Das kann man auch bei uns sehen - die Türken, die aus den großen Städten kommen (sind nicht viele), sind relativ gut integriert. Allerdings haben wir bei uns sehr viel ehemalige türkische Landbevölkerung.  

16.06.04 22:18

9123 Postings, 7662 Tage ReilaJRB,

der Unterschied zwischen Türken in der Großstadt und Türken z.B. in Anatolien ist astronomisch. In den Großstädten findet man eine westlich geprägte Gesellschaft mit z.B. vielen sehr selbstbewußten Frauen ohne Kopftuch, modern gekleidet. Ihre Männer wählen sie sich selbst aus und haben oft ein eigenes Einkommen.
Auf dem Land herrschen vielfach noch archaische Verhältnisse. Frauen tragen Schleier, die Eltern entscheiden, wer sie heiraten soll. Alle leben in größter Armut. Es gilt so etwas wie Stammesgesetz. Und Demokratie können sie kaum buchstabieren, falls sie schreiben und lesen können. Aus letzterem Kreis resultiert überwiegend unsere Einwanderung aus der Türkei.  

16.06.04 22:22

9123 Postings, 7662 Tage ReilaHehe Karlchen,

ich weiß nicht, wie sich gesellschaftliche Entwicklung vollzieht. Denk mal an Afghanistan. Die hatten einen aufgeklärten König. In den Städten gab es modernes Leben, Frauen ohne Schleier, Frauen als Studenten und auch einige in leitenden staatlichen Positionen. Aber dann kam alles ganz anders als gedacht ...  

16.06.04 22:40

21799 Postings, 7967 Tage Karlchen_IReila: Rückschritte gibt es mitunter.

Guck dir die Nazis an mit ihrer Vorstellung von der Frau. Massenbasis hatten die übrigens nicht in den großen Städten.

Oder Iran - wo der vornehmlich aus der Landbevölkerung rekrutierte Wächterrat wie Mehltau über dem Land liegt.  

16.06.04 23:02

9123 Postings, 7662 Tage ReilaJa, Iran ist ein gutes Beispiel

für Entwicklung. Da geht wohl die islamische Revolution langsam zu Ende. Und es entwickelt sich vorsichtig ein moderner Staat mit vielen demokratischen Ansätzen. Bloß in Übersee hat man das noch nicht bemerkt oder will es nicht bemerken.  

17.06.04 08:04

501 Postings, 6461 Tage Schmus'vorsichtig ein moderner Staat'....

nicht in 1000 Jahren

entwicklung? mag sein

gesellschaftlicher fortschritt? gelächter (oder kommt ihr aus dem gamma-quadranten?)  

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