Arme Schweizer :-(

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neuester Beitrag: 15.06.04 16:24
eröffnet am: 15.06.04 11:32 von: Dr.UdoBroem. Anzahl Beiträge: 26
neuester Beitrag: 15.06.04 16:24 von: AbsoluterNe. Leser gesamt: 740
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15.06.04 11:32
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42557 Postings, 7463 Tage Dr.UdoBroemmeArme Schweizer :-(

Zahl der Konkurse in der Schweiz steigt auf Rekordhöhe

2003 verliert die Schweizer Uhrenindustrie 277 Arbeitsplätze

Und dann auch noch das:
Das Kiffen bleibt verboten

Quelle: "Bote der Urschweiz"  *GGG*


Truth is stranger than fiction, because fiction has to make sense
 
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15.06.04 11:33

58960 Postings, 6790 Tage Kalli2003Herr Doktor, fang doch nicht auch noch an auf den

Schweizern rumzutrampeln. Die sind doch so sensibel ;-)

So long (oder doch besser short?)

Kalli  

 

15.06.04 11:45

6506 Postings, 7347 Tage Bankerslastes gibt nur noch ein Land

das noch ärmer ist als die Schweizer. Deutschland! Denn wer Rot/Grün 2 mal hintereinander wählt ist wirklich arm dran!  

15.06.04 11:48

5698 Postings, 7013 Tage bilanzDr. Broemme

Fängst Du auch noch an zu hetzten?
Wieviele Arbeitslose in Millionen und Prozente hat den Deutschland?

Wir jedenfalls haben 3,8 Prozent und finden das schon viel zu viel. In den USA ist aber eine Arbeitslosenquote von 5% Vollbeschäftigung.

Jeder Arbeitslose ist einer zuviel!

Gegenüber Deutschland hat die Schweiz paradiessische Zustände, das muss gesagt sein!

Also Marsch im eigenen Haus für Ordnung sorgen!

bilanz  

15.06.04 11:51

2273 Postings, 6609 Tage TomIndustryIIbilanz, ich entschuldige mich

für die schweizkritiker, denn sie sind meist linke, und linke haben nur eine meinung und vergleichen leider immer birnen mit äpfeln, denn mit zahlen haben sie es ja nicht so... siehe regierung.  

15.06.04 11:51

59073 Postings, 7604 Tage zombi17@bilanz

Bist Du der Bruder von Brad Pitt? Der ritt auch jeden Gaul.
Vielleicht ist es dir noch nicht aufgefallen, aber deine Art auf alles anzuspringen holt immer mehr Schweizfans aus dem Keller.
Wie teuer ist denn nun der Wein den wir uns nicht leisten können?  

15.06.04 12:12

58960 Postings, 6790 Tage Kalli2003Züricher Spätlese, kratzig im Abgang ;-)

So long (oder doch besser short?)

Kalli  

 

15.06.04 12:27
1

42557 Postings, 7463 Tage Dr.UdoBroemmeWo hetzte ich denn?

Ich habe nur drei unkommentierte Meldungen des "Boten der Urschweiz" eingestellt und mein Mitgefühl ausgedrückt.
Mir treibt es halt die Tränen in die Augen, wenn man aus nächster Nähe den wirtschaftlichen Niedergang der einst so vorbildlichen Schweiz miterleben muss.


Truth is stranger than fiction, because fiction has to make sense
 

15.06.04 12:34

1025 Postings, 7246 Tage J.R. EwingKiffen bleibt in der Schweiz verboten!

Für mich eine erfreuliche Meldung. Die Vernunft hat sich durchgesetzt. Damit wird die Schweiz kein zweites Drogen-Einkaufsparadies wie Holland. Und das ist auch gut für Deutschland.

J.R.  

15.06.04 13:41

5698 Postings, 7013 Tage bilanzDr.Udo Broemme



www.schering.com

Baut 2000 Stellen ab!
Spielt ja keine Rolle bei 4.5 Millionen Arbeitslosen.
Auf diese 2000 mehr oder wenig kommt es in Deutschland nicht drauf an.
Meldung vom 15. Juni 2004.

Sag mal was ist den das für ein doofes Bild in Deinen Postings?  

15.06.04 13:43

5698 Postings, 7013 Tage bilanzJ.R.Erwing

Wir wollen auch nicht zum Kolumbien Europas werden.

Der Entscheid ist richtig.

Gruss bilanz  

15.06.04 13:44

12850 Postings, 7196 Tage Immobilienhaistimmt bilanz, reicht ja wenn ihr die gelder

aus den geschäften wascht, das ist viel lukrativer und ungefährlicher als die geschäfte selbst...  

15.06.04 13:44
1

59073 Postings, 7604 Tage zombi17@ bilanz ,

Sag mal: Was sind das immer für doofe Postings die unter deinem Namen erscheinen?  

15.06.04 13:46

16833 Postings, 7610 Tage chrismitz*loooooooooooool* o. T.

15.06.04 13:47

5698 Postings, 7013 Tage bilanzzombi17

Schön sachlich und ruhig bleiben.

Wir mögen keine Provokateure!

*lol*  

15.06.04 13:49

58960 Postings, 6790 Tage Kalli2003zombi, auch ich konnte mir ein leises Lächeln

nicht verkneifen *fg*

bilanz, an Tom2 kommst Du in Sachen Provokation zwar nicht ran, weit weg bist Du allerdings auch nicht, also immer sachte!

So long (oder doch besser short?)

Kalli  

 

15.06.04 13:49

12850 Postings, 7196 Tage Immobilienhaihehehe, bilanz, du magst also keine konkurrenz?

okay, dann behalte deine exklusivstellung mit tom als provokateur und hetzer...  

15.06.04 13:50

59073 Postings, 7604 Tage zombi17Du kannst mich ruhig provozieren,

zumindest versuchen. Wenn Du mich richtig nervst, sperre ich dich:-))
Wie siehts denn jetzt mit dem Preis des unbezahlbaren Wein aus, oder weisst Du den gerade nicht und musst heute Abend eine Schaufensterscheibe mit Preisauslage suchen?  

15.06.04 13:51

5698 Postings, 7013 Tage bilanzhai

Wie spät ist es jetzt in Toronto?
Und hast Du dort auch TV um das Spiel zu sehen?
Mein Tipp: Holland 5:1 Deutschland.

Dann bitte ich Dich das Geldwäsche-Geschwafel beiseite zu legen. Das würdest Du ja gerne tun, nur leider fehlt Dir das nötige Kleingeld dazu.
Du träumst immer zu.  

15.06.04 13:55

12850 Postings, 7196 Tage Immobilienhaibilanz, ist 5 vor acht... o. T.

15.06.04 13:56

12850 Postings, 7196 Tage Immobilienhaiansonsten hast du von fussball genauso viel ahnung

wie dick advocaat, deswegen nimmt auch keiner deinen 5:1 tipp ernst, schliesslich ist deutschland nicht die schweiz. du mußt nicht immer von deiner gurkentruppe auf andere schließen...  

15.06.04 13:57

10665 Postings, 6326 Tage lumpensammlerIch hab's bilanz

hat ne Weile gedauert, aber immerhin die Lösung ist:

5*Holland geteilt durch 1*Deutschland = 0,05 Schweiz

Stimmts?  

15.06.04 13:59

5698 Postings, 7013 Tage bilanzAlso Zombi

Versuche es!

Auf Drohungen geht bilanz nicht ein.

"Monsieur le Provocteur"  

15.06.04 14:04

59073 Postings, 7604 Tage zombi17@bilanz

jetzt mach mal nicht auf doof. Du erzählst uns die ganze Zeit wie toll er seid, protzt rum ohne Ende(leute die etwas sind tun sowas nicht)und wenn man Euch dann mal höflich nach den unbezahlbaren Preisen fragt, kneift Ihr dekadenten Möchtegerne.
Das ist aber nicht die feine schweizer Art  

15.06.04 16:07

26159 Postings, 6409 Tage AbsoluterNeulingSchweizer bei Schweiz-Tour in Schweiz-Schlucht

TOUR DE SUISSE

Zberg in Schlucht gestürzt

Auf der vierten Etappe der Tour de Suisse ist es am Nachmittag zu einem schweren Massensturz gekommen. Dabei fiel der Schweizer Radprofi Markus Zberg vom Team Gerolsteiner in eine Schlucht. Der 29-Jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.


Blätterkinden - Die vierte Etappe der Tour de Suisse ist von einem schweren Unfall überschattet worden. Nach 53 der insgesamt 211,6 km von Le Sentier nach Bätterkinden kam bei einem Massensturz rund ein Dutzend Fahrer zu Fall.

Am schlimmsten erwischte es den Schweizer Markus Zberg vom Team Gerolsteiner, der in eine etwa 15 m tiefe Schlucht stürzte und mit angebrochenen Halswirbeln ins Krankenhaus gebracht wurde. Der 29-Jährige, der im Jahr 2000 Schweizer Meister wurde und vor fünf Jahren Vizeweltmeister der Straßen-WM, fährt in der zweiten Saison für Gerolsteiner.

Auch Gerolsteiner-Profi Robert Förster (Leipzig) war in den Unfall verwickelt. Der 26-Jährige renkte sich bei dem Sturz die Schulter aus und kann die Tour nicht fortsetzen.

Die Tour de Suisse scheint sich zum Trauma für die deutschen Profi-Teams zu entwickeln. Bereits vor drei Tagen hatte sich T-Mobile-Profi Alexander Winokurow bei einem Sturz schwer verletzt. Er fällt nach einer Schulteroperation für die Tour de France aus.  

15.06.04 16:24

26159 Postings, 6409 Tage AbsoluterNeulingDie Schweiz: Heimat von Tiermördern

Walross im Visier

Er sagt, er liebt die Tiere. Warum nur kann er sich dem Drang, sie zu töten, nicht entziehen? Porträt eines Jägers, für den jeder Schuss wie eine Droge ist.

Der Himmel ist blau, als Oskar stirbt. Das Thermometer zeigt 15 Grad unter null. Mit einem alten Fischkutter sind sie in das Gebiet der Walrösser gefahren, dorthin, wo die Wassertiefe nur 40 Meter beträgt, irgendwo an der Westküste Grönlands. Ein Mann steht immer mit dem Fernglas im Mastkorb, um die Tiere im Packeis zu suchen: dunkle Klumpen auf weißen Schollen. Auf einer Eisscholle liegt Oskar.

Noch bevor sie in dem schaukelnden Beiboot auf Schussdistanz sind, flüchten die Walrösser ins Meer. Die Männer verfolgen Oskar, im glasklaren Wasser sind seine Umrisse gut zu erkennen. In dem Moment, in dem das Walross auftaucht, um Luft zu holen, zeigt es den Jägern seinen Rücken. Mit 900 Metern pro Sekunde schlägt das erste Geschoss in den Tierkörper ein. Es zerstört Oskars Lunge. Das Walross schwimmt weiter, der zweite Schuss geht wieder in die Lunge, beim dritten Auftauchen durchbohrt die Harpunenspitze seine Haut. Doch noch lebt Oskar. Der letzte Schuss trifft ihn ins Gehirn. "Batsch, bumm, tot!", sagt Roger Joos.

Roger Joos, Schweizer, Orchideenliebhaber, Dudelsackspieler und ehemaliger Vizemeister im Fliegengewichtsboxen, hat ein Walross erlegt. Joos ist 1,59 Meter groß, 60 Kilogramm schwer, sein Freund nennt ihn den "kleinsten Großwildjäger", den er kenne. Das Walross ist ein Koloss, knapp eine Tonne wiegt es. Es hat ordentliche Hauer, "nicht solche Zahnstocher". Es ist eine gute Trophäe. In Gedenken an seinen in Alaska verschollenen Onkel nennt Joos das tote Tier Oskar. Der Walrosskopf hängt heute in seinem Schlafzimmer. Den Gesichtsausdruck, findet Joos, hat der Präparator gut getroffen. Die Falten seien hervorragend gemacht.

Wo immer Joos hingeht, Glasaugen starren ihn an. Im Arbeitszimmer hängt an der rechten Wand Schwein, an der linken Antilope. Das wirkt übersichtlicher, ordentlicher, logischer als ein wilder Mix der Tierarten, hat sich der gelernte Mechaniker überlegt. Überm Faxgerät also Nabel-, daneben Warzen- und Wildschwein; Busch- und Riesenwaldschwein fehlen noch. Im Gästezimmer Büffelkopf und das Fell einer gefleckten Hyäne, in der Stube Zebra über dem Sofa und ein ganzer Leopard als Blickfang, im Schlafzimmer Bärenfell, weißes Dallschaf, Puma, Kojote, Schneeziege, Steinbock, Moschusochse und natürlich Oskar, das Walross. Außerdem besitzt Joos noch eine Reihe Schädel, vom Krokodil zum Beispiel oder vom Wolf, und die Gehörngalerie der Rehböcke. Ansonsten lebt er allein in der Wohnung. Eine ältere Dame hat ihn einmal gefragt, ob die toten Tiere keine schlechte Atmosphäre geben würden, wegen Feng-Shui und so. Er habe nicht das Gefühl, ein Problem zu haben, hat er geantwortet.

Angefangen hat es mit Tauben und Spatzen. Da war er 13 und freute sich über sein Luftgewehr. Mit 15 absolvierte er den Jungschützenkurs, mit 25 ging er zum ersten Mal jagen. Den Jagdinstinkt, glaubt Joos, hat man oder hat man nicht. In seiner Familie hatten ihn sein Onkel und der Bruder seines Großvaters. "Also irgendwo habe ich dieses verdammte Gen schon her." Bis heute hat der 42-Jährige an die 400 Stück Wild erlegt, darunter auch manches für die Küche. Schneehase, schön langsam geschmort: köstlich. Oder rohe Robbenleber: ein Gedicht. Auch Nilpferd ist lecker. Nur Walross schmeckt wie "alter Reifen", zäh, tranig, fettig.

Sein Gehalt und seinen Jahresurlaub investiert Roger Joos in die Jagd. Zu Hause in Uster, einer Kleinstadt 15 Kilometer von Zürich entfernt, am "idyllischen Greifensee" gelegen, wie es im Prospekt heißt, arbeitet Joos als Betriebstechniker. Kalkulation, Produktionsplanung, Optimierung von Abläufen, Arbeitszeit von 6.45 bis 16.00 Uhr, Mittagspause eine Dreiviertelstunde - das ist das eine Leben. Kirgisien, Kanada, Burkina Faso, Botswana, Grönland das andere. In seiner Firma redet man über Analysegeräte und Reaktionsgefäße, das Unternehmen macht Anlagenbau für die chemische Industrie. Auf der Pirsch redet man darüber, wie warm der Fladen ist und wohin die Fährte geht. Oder wie damals der Grizzly dem einen das Gesicht zerbissen oder der Büffel dem anderen die Bauchdecke aufgeschlitzt hat. Joos sagt, er habe zwei Freundeskreise: die "Normalen", die er vom Segeltörn und vom Militärdienst kenne, und die Jäger.

Joos wohnt in dem Haus hinterm Jägerzaun, in dem er aufgewachsen ist, einem Haus mit Spitzengardinen am Fenster und Blumen neben den Briefkästen. Zwei Mal ist er umgezogen, zuerst von Mitte links nach oben rechts, dann von oben rechts nach oben links. "Total praktisch" findet er das. Man muss kein neues Briefpapier, keine neuen Visitenkarten drucken lassen, die Adresse bleibt immer gleich. Doch fünf bis sechs Wochen im Jahr tauscht Joos den Elektroherd mit Ceranfeld, die Zentralheizung und das rosa gekachelte Bad gegen Lagerfeuer, Hundeschlitten und den Geschmack von Abenteuer und Freiheit. Dann übernachtet er in Jurten oder Felsspalten, klettert in 4000 Meter Höhe dem Tier hinterher, zieht sich auf allen Vieren den Berg hoch, bis die Krämpfe im Bein unerträglich werden. Mal läuft ihm der Regen vom Kragen über den Rücken in die Stiefel, mal fegt ihm der Schneesturm die Eiskristalle ins Gesicht. Joos geht weiter bei minus 40 Grad, und er geht weiter bei plus 40 Grad. Entweder bilden sich Salzkrusten vom Schweiß auf seiner Hose und er stinkt "wie ein toter Biber", oder er entkommt nur knapp Erfrierungen an Ohren und Fingern.

Immer wieder zieht es ihn nach Grönland, die Arktis lässt ihn nicht mehr los: das Karge und das Extreme, die Blumen nur knapp über dem Boden, der Winter ein Kampf ums Überleben, die Weite und die Leere, der Sternenhimmel, das Nordlicht und das Meer, das so sauber ist, dass sie auf der Jagd Spaghetti in seinem Wasser kochen. Die Menschen, die hier leben, sind ihm ähnlich. Sie sind ruhig, sie planen, sie arbeiten hart. Das gefällt dem Schweizer mit dem Schnurrbart. Auch er arbeitet für die Beute. Zur Not durchquert er selbst nackt eisige Flüsse, das Gewehr im Rucksack, um am anderen Ufer in Socken und Unterwäsche den Moschusochsen zu schießen. "Runter, tot, erledigt." Oder er robbt über kotverschmierte sibirische Strände, die Nase fünf Zentimeter über dem besudelten Kies, um wieder einmal ein Walross, sein viertes insgesamt, zur Strecke zu bringen. "Batsch, bumm, liegt."

"Jagen ist wie Drogen", sagt Roger Joos. Er kann sich nicht vorstellen aufzuhören. Auch wenn er einmal alt ist. Zu spannend sei es, dieses Kribbeln: Klappt's oder klappt's nicht? Komme ich an das Tier ran? Dreht jetzt der Wind? Die Herausforderung, eine schwierige Aufgabe perfekt zu lösen. Gewinnt das Tier oder gewinne ich? Jagen ist nicht schießen, nicht nur. Jagen ist Versuch, Wettkampf, Anstrengung. Schießen ist abdrücken. Es gibt Männer, die sich vom Hubschrauber ins Jagdgebiet fliegen lassen. Joos macht so etwas nicht, er tötet nicht wie "der Herr Direktor", lässig aus dem Helikopter, weil es in manchen Kreisen zum guten Ton gehört. Aber Joos tötet, gern. Und zu jeder guten Jagd gehören nicht nur der saubere Schuss und die Umarmungen, die Gratulationen und der Schluck aus dem Flachmann danach. Es gibt immer ein Vorher und ein Nachher, und beides braucht Zeit.

Mindestens ein halbes Jahr vor Abreise beginnt Joos mit Vorbereitungen. Er geht joggen, reiten, wandern oder zieht sich in die Mansarde zurück, um die Munition selbst zu laden. Aus leeren Patronenhülsen macht er mit Zündhütchen, Pulver und Kugeln neue Patronen, die optimale Munition für seine Gewehre. Er hat ein Computerprogramm zu Hause, das die Bahn des Geschosses berechnet. Er zeichnet Tierfilme im Fernsehen auf, beim Betrachten spult er immer wieder zurück. "Als ob sich eine riesige Blutwurst fortbewegt", so sieht das Walross aus an Land. Und so grazil, so schwerelos dreht es sich im Wasser um die eigene Achse, "wie beim Wasserballett". Joos ist begeistert. Das Walross: "Primaballerina" im Meer, "urtümliches Vieh", seit zig Millionen Jahren auf dem Planeten, so anpassungsfähig an seine lebensfeindliche Umwelt, die Arktis, so imposant, dazu dieser kindlich-naive Gesichtsausdruck, der so eine Ruhe, so eine Gelassenheit ausstrahlt. Und wenn sich das Tier dann noch mit der Flosse kratzt ...

Joos besorgt sich Fachbücher und studiert die Anatomie des Walrosses. Wo fängt der Kopf an? Wo liegt das Gehirn? Er lernt, wohin er zielen muss. 20 Zentimeter hinter dem Auge muss die Kugel hin. Es gibt keine Alternative zum Kopfschuss. Wer findet schon auf Anhieb das Herz in dieser beweglichen Masse? Joos weiß: Er will von der Seite töten, von vorne ist nicht gut. Zu groß ist die Gefahr, dass man die Hauer trifft und das Elfenbein splittert. Am Ende wäre die Trophäe im Eimer. Joos freut sich. Er wird auf dem Meer jagen, Eisberge zum Greifen nahe, die Wellen werden ihn in der Koje in den Schlaf wiegen, und wenn er aufwacht, wird der Inuit die Harpune nehmen und er seine Steyr Mannlicher, und sie werden sich ein Walross suchen, sein Walross.

Oskar wurde vielleicht 15 oder 20 Jahre alt. Der Bulle hatte viel gekämpft in seinem Leben, die gelben Hauer sind voller Kerben und Kratzer, am linken Stoßzahn ist ein Stück abgebrochen. Seinen letzten Kampf hat er verloren, und für Roger Joos beginnt erst jetzt, in der Kälte Grönlands, an Bord eines Fischkutters, die eigentliche Arbeit: das Abhäuten und Zerlegen.

Mit dem Metzgermesser fährt er über den Rücken des Walrosses, immer an der Wirbelsäule entlang, damit sich die Haut auf beiden Seiten runterklappen lässt. Der nächste Schnitt geht einmal rundherum und teilt den Kadaver in Rumpf und Schädel. Für das Kopfpräparat braucht Joos nur den vordersten Meter Haut. Also löst er vorsichtig den Schädel heraus, stets darauf bedacht, nicht aus Versehen die Augenlider, die Lippen oder die Nasenlöcher des Tieres zu zerschneiden. Allein die Kopfhaut mit der dicken Fettschicht wiegt 80 Kilogramm. Zwei Tage, von morgens bis abends, hobelt Joos die Gewebeschicht ab, er drückt das Gewicht auf 22 Kilogramm. Dann faltet er die Kopfhaut des Walrosses zu einem kompakten Bündel zusammen und steckt sie in einen Seesack. Er wird sie später mit ins Flugzeug nehmen, als Handgepäck.

Doch noch bleibt einiges zu tun. Das Gehirn muss mit einem Schlauch weggespült werden, der blutige Schädel ein paar Stunden auskochen. Geekelt, sagt Joos, habe er sich bei der Arbeit nie. Im Gegenteil. So bitterkalt war es im Eis, dass er ab und zu seine Hände an den Innereien der Tierleiche wärmte.

Das Fleisch, das von Oskar übrig blieb, nahmen die Inuit gerne. Früher aßen die Ureinwohner der Arktis auch den Mageninhalt des Walrosses: vorverdaute Muscheln. Denn für sie ist das Tier nicht nur Teil von Märchen und Legenden - das Nordlicht, heißt es, erscheint am Himmel, wenn die Ahnen mit dem Kopf eines Walrosses Ball spielen. Die riesige Robbe ist traditionell auch Großlieferantin. Die Haut gibt gutes Hundefutter, und aus dem widerstandsfähigen Material lassen sich kräftige Lederriemen, Überzüge für die Boote und Sprungtücher herstellen. Die Hauer eignen sich hervorragend für Schnitzereien, Schmuck und Werkzeug - oder für Harpunenspitzen.

Als Roger Joos in den achtziger Jahren zum ersten Mal in Kanada jagte, konnten die Inuit es kaum fassen: Warum reist dieser Weiße um die halbe Welt, warum bezahlt er so viel und nimmt dann etwas mit nach Hause, was man nicht essen kann? Mittlerweile, sagt Joos, sind die Trophäenjäger in Nordamerika, Sibirien und Grönland als Geldbringer hochwillkommen. Das sagt Joos auch denjenigen, die seine Leidenschaft nicht verstehen. Er sagt ihnen, dass sein Hobby Arbeitsplätze schaffe. Viele Einheimische, ob in der Arktis oder in Afrika, verdienen ihr Geld mittlerweile als Jagdführer. Er sagt, dass es notwendig sei, den Tierbestand zu regulieren, dass mit dem Geld für die Abschusslizenzen Nationalparks und Wildhüter bezahlt würden. Er sagt, dass die Behörden über die Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens wachen, dass die Jagd legal sei. Aber für manche ist und bleibt er einfach "der Bambikiller". Und oft hat Joos auch keine Lust, sich zu rechtfertigen. Zumal wenn seine Kritiker selbst gern ihren Rehrücken essen.

Nur manchmal beschleicht ihn ein komisches Gefühl, wie damals in Sibirien, als eine Gruppe von Jägern kurz hintereinander fünf Walrösser schoss. Joos mag es nicht, wenn die Patronenhülsen nur so fliegen wie bei einem Überfall. Kein "Gemetzel", kein "Massaker" soll die Jagd sein, sondern eine ordentliche, saubere Angelegenheit. Wenn ein verwundetes Tier flieht, sucht er es und gibt ihm den Gnadenschuss. Auch wenn das für Joos lebensgefährlich werden kann, "das ist ein Stück Anstand". Und in Situationen, in denen er das Wild kaum tödlich treffen kann, probiert er es gar nicht erst. Joos sagt, er sei tierlieb. Bei seiner Freundin zu Hause schläft er gern mit der Katze auf dem Bauch.

Ab und zu fasst Roger Joos seine Trophäen an, "um das Vieh mal wieder zu spüren". Dem Leoparden streicht er über den Rücken, dem Steinbock greift er in den Kinnbart. Ein bisschen stolz sei er schon, wenn er ein Präparat aufhänge. Schließlich ist das der Beweis: "Ich hab's geschafft." Die Beute ist das "originale Erinnerungsstück"; die Fotos, die Harpunenspitze sind nur Zubehör. Was zählen die schon gegen das Fell vom Moschusochsenhodensack? Oder den Penisknochen vom Walross, 54 Zentimeter ist er lang, der jetzt auf der Hutablage liegt? Oskars sibirischen Bruder hat Joos erlegt, "um die Sammlung komplett zu haben". Es gibt nur zwei Arten: das Atlantische und das Pazifische Walross. Jetzt hat er sie beide. Außerdem ist die Jagd auf das einzige Meeressäugetier, das zum Großwild zählt, noch immer etwas Exklusives.

Nur wenige Lizenzen pro Jahr treten die Inuit an ausländische Jäger ab. Für die Walrossjagd im Fernen Osten hat Joos um die 8000 US-Dollar gezahlt, ohne Nebenkosten. Der Preis für Oskar war ein Gelenk am rechten Zeigefinger. Während der Arbeit am toten Walross hatte er sich einen Kratzer zugezogen, die Wunde entzündete sich, der Eiter zerfraß den Knochen, das Gelenk musste entfernt werden. Wenn es zur Amputation gekommen wäre, sagt Joos, hätte er Eigentumsvorbehalt geltend gemacht und den Finger mit nach Hause genommen. Dann stünde heute irgendwo eine schöne, mundgeblasene Flasche, mit Spiritus gefüllt, das Datum der Jagd eingraviert ins Glas. In der Flasche: ein Teil von Joos' Körper. Eine Trophäe unter vielen.
 

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