Altmodisches Auswahlraster bringt Rendite von 52 %

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Altmodisches Auswahlraster bringt Rendite von 52 Prozent

Boston, 8. Juni (Bloomberg) - Legt man das altmodische Kriterium des Kurs-Buchwert-Verhältnisses sind AT&T Corp. und AMR Corp. gute Kaufgelegenheiten. Warum sich ein Anleger heute noch Gedanken um so ein altmodisches Kriterium machen sollte? Der Grund ist ganz einfach: weil es immer noch zuverlässig ist.

Vor einem Jahr hat John Dorfman sieben Titel empfohlen, die unter ihrem Buchwert gehandelt wurden: Azurix Corp., Gaylord Entertainment Co., Loews Corp., McDermott International Inc., Raytheon Co., Saks Inc. und Tommy Hilfiger Corp. Seit dem 8. Juni 2000 haben die Aktien im Schnitt 52 Prozent zugelegt, während der Benchmark-Index Standard & Poor's 500 Index elf Prozent verloren hat.

Mit einem Plus von 117 Prozent hat der in Hongkong ansässige Bekleidungshersteller Tommy Hilfiger am besten abgeschnitten. Trotz des kräftigen Kursanstiegs wird die Aktie für weniger als das Elffache des Gewinns gehandelt. Am schlechtesten hat Saks mit einem Kursgewinn von 8,4 Prozent abgeschnitten. Der Einzelhändler aus Birmingham/Alabama hat in den letzten vier Quartalen nur magere Gewinne erwirtschaftet, aber mit seinen Markenläden wie Saks Fifth Avenue, Carson Pirie Scott und Boston Store bietet er noch einiges an Potential. Von den anderen Werten haben Loews 108 Prozent zugelegt, McDermott sind um 43 Prozent gestiegen, Raytheon um 41 Prozent, Gaylord gewannen 26 Prozent und die inzwischen von Enron Corp. übernommene Azurix 23 Prozent.

Einfach gesprochen, handelt es sich beim Buchwert um den Nettowert des Unternehmens, oder die Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis entspricht dem Aktienkurs geteilt durch den Buchwert des Unternehmens pro ausgegebener Aktie. Kritiker bemängeln, dass der Buchwert durch Wertberichtigungen, Inflation und unrealistische Abschreibungsansätze verzerrt wird. Zu einem gewissen Grad trifft das auch zu. Aber seit dem legendären Investor Benjamin Graham haben schon viele Investoren dieses Kriterium mit Erfolg benutzt, um Aktien auszuwählen. Und wie die Entwicklung der im letzten Jahr ausgewählten Werte zeigt, ist es immer noch aktuell.

Außer AT&T und AMR empfiehlt Dorfman in diesem Jahr Dillard's Inc., Blockbuster Inc., Security Capital Group Inc. und Kmart Inc. Außerdem wiederholt er seine Empfehlung für Saks.

AT&T ist zwar immer noch die größte amerikanische Telefongesellschaft, aber sie entwickelt sich immer mehr zu einem Unternehmen, das hauptsächluch Kabelfernsehen und schnelle Interndienste anbietet. Von rund 60 Dollar zu Beginn des Jahres 1999 ist die Aktie bis zum Donnerstag auf 21,65 Dollar gefallen. Sie wird jetzt für 79 Prozent des Buchwertes gehandelt. Der Kurs leidet vor allem unter dem Preiskrieg bei Ferngesprächen. Der Konkurrenzkampf auf diesem Feld dürfte sich jedoch innerhalb der nächsten zwei Jahre durch das Ausscheiden eines Hauptanbieters entspannen.

Wie bei vielen Fluggesellschaften leidet auch bei AMR der Aktienkurs unter den hohen Kosten für Treibstoff, Fluggerät und Arbeitskräfte. Der Umsatz ist bis jetzt sehr gut, aber Investoren befürchten, dass das Unternehmen in einer Rezession den Schwung verliert. Außerdem sehen sie das Volumen bei Geschäftsreisen durch Telekonferenzen und Internetkonferenzen bedroht. Für 80 Prozent des Buchwertes und bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 ist die Aktie jedoch immer noch billig.

Die Kaufhauskette Dillard's aus Little Rock/Arkansas betreibt etwa 340 Läden, die meisten davon im Süden und im Mittleren Westen der USA. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Gewinn von 1,28 Dollar, den niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Aber in dem Unternehmen steckt einiges an Ertragskraft: in sechs der sieben Jahre von 1993 bis 1999 hat es einen Gewinn von über 2 Dollar pro Aktie eingefahren. Bei einem Kurs von 16,88 Dollar, der lediglich 55 Prozent des Buchwertes entspricht, ist Dillard's ein Schnäppchen.

Blockbuster aus Dallas/Texas ist Amerikas größter Videoverleiher. Obwohl die Aktie in diesem Jahr bereits 146 Prozent zugelegt hat, wird sie für nur 60 Prozent des Buchwerts gehandelt. Kritiker bezeichnen das Unternehmen zwar als Dinosaurier, weil ihrer Auffassung nach bald jedermann über Kabel oder Satellit auf Video-on Demand zugreifen und sich den Gang in die Videothek sparen kann. Ein plötzlicher Umschwung ist jedoch unwahrscheinlich, viel eher wird es eine lange Übergangszeit geben.

Security Capital aus Santa Fe/New Mexico investiert in Immobilien, verwaltet Immobilien und veröffentlicht Analysen über den Immobilienmarkt. In dem im Februar zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen 2,75 Dollar pro Aktie verdient, für das laufende Geschäftsjahr rechnen Analysten mit einem um etwa zehn Cent niedrigeren Gewinn. Bei dem derzeitigen Kurs von 21,27 Dollar wird die Aktie zum Sechsfachen des Gewinns und für 70 Prozent des Buchwertes gehandelt.

Die Empfehlung von Kmart dürfte bei einigen Anlegern Heiterkeit auslösen. Immerhin hat die Aktie in den letzten zehn Jahren 39 Prozent ihres Wertes verloren, während der S&P 500 seinen Wert mehr als verdoppeln konnte. Jetzt wird sie für 87 Prozent ihres Buchwertes und 14 Prozent des Umsatzes gehandelt. Bei diesen Werten ist Kmart ein Übernahmekandidat für ein Unternehmen, das das sein Geschäft besser führen kann.

Saks hat in dem im März beendeten Geschäftsjahr 99 Cent pro Aktie verdient, nach 1,64 Dollar im Vorjahr. Für dieses Jahr soll der Gewinn nach Analystenschätzungen um weitere 7 Prozent fallen. Aber mit den Marken Proffitt's, McRae's, Younkers, Parisian, Herberger's, Bergner's und Off 5th sowie den bereits oben erwähnten Marken hat Saks das Potential, eine Umstrukturierung erfolgreich durchzuführen und neue Finanzierungskonzepte zu entwickeln. Der Kurs der Aktie liegt bei lediglich 72 Prozent des Buchwerts.
 

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