Alles Erbschaftssteuer oder was?

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 09.06.04 08:35
eröffnet am: 09.06.04 08:35 von: bilanz Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 09.06.04 08:35 von: bilanz Leser gesamt: 1018
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

09.06.04 08:35

5698 Postings, 7079 Tage bilanzAlles Erbschaftssteuer oder was?

Danke der Nachfrage. Herr Müller fühlt sich sehr wohl in Zürich, sagt Volker Mett, Geschäfstführer der Schweizer Firma Müller Media&Service. Eigentlich hätte Herr Müller, sprich Theo Müller, alleiniger Besitzer des gleichnamigen Milch-Imperiums, das den versammelten Berner Parlamentariern und Lobbysten gerne selbst gesagt. Doch er musste die Einladung der Schweizerischen Public Affaiss Gesellschaft wegen wichtiger Termine im Ausland absagen. So sagte es der Schweizer Geschäftsführer an seiner Statt.

Müller, der vor gut 30 Jahren die Dorfmolkerei seines Vaters übernahm und sie zu einem Unternehmen mit 4500 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von kanapp 2 Milliarden Euro ausbaute, hat auch allen Grund sich in Zürich wohl zu fühlen. Nicht nur, weil Zürich - wie man weiss - die lebenswerteste Stadt der Schweiz ist. Sondern vor allem, weil der 64-jährige Müller hierzulande einen schönen Batzen sparen kann - konkret rund
200 Millionen Euro an Erbschaftssteuern, die er den deutschen Steuervögten abzuliefern hätte, sobald er seine Firmenanteile an eines oder einige seiner Kinder weitergibt. In dem er nun vor einem halben Jahr seinen Wohnsitz aus der bayrischen Provinz nach Erlenbach verlegt hat, kann er sich das schenken. Allerdings nur, wenn die Erben sich auch in der Schweiz niederlassen. Angesichts dem Sümmchen, das dadurch in der Familie bleiben wird, ein durchaus zumutbares Opfer.

Mett war des Lobes voll über die verschiedenen kantonalen Steuerbehörden, mit denen Müller über ein "Steuerpäckli" diskutiert hat. "Verhandlungsbereitschaft, so etwas gibt es in Deutschland gar nicht." Müller sei stets wie ein Kunde, nicht wie ein Steuerpflichtiger behandelt worden. Ein Steueramt habe Müller gar angeboten, jedes Arrangement aus jedem anderen Kanton zu unterbieten - natürlich "ohne Rechtsbeugung", wie Mett betonte. Doch statt mit Dumping aufzutrumpfen, hat Zürich anderes zu bieten; Mett nannte insbesondere den Flughafen und den Arbeitsmarkt. Schliesslich will Müller auch in der Schweiz bald einmal mehr Personal beschäftigen als die heute fünf Angestellten; Personal, das im Vergleich zu Deutschland länger arbeitet und viel weniger Ferien nimmt. Personal aber eben auch, das lieber in Zürich arbeitet als irgendwo in der helvetischen Steuerdumping-Pampa.

TA 9.06.04    

   Antwort einfügen - nach oben