Alexithymie: 15% der Bevölkerung haben es

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eröffnet am: 11.04.06 08:11 von: cassius.c Anzahl Beiträge: 2
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11.04.06 08:11

1492 Postings, 5779 Tage cassius.cAlexithymie: 15% der Bevölkerung haben es

Gefühlsblindheit


Wenn einen alles kalt lässt


 © DDP Die Gefühlsblindheit eines Partners kann zu Problemen in der Beziehung führen
Nicht zu wissen, was Gefühle sind, ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Personen, die unter Gefühlsblindheit leiden, haben mit vielen Problemen und Krankheiten zu kämpfen.

Wenn der Mann mal wieder den Valentinstag vergessen hat und die Enttäuschung darüber nicht nachvollziehen kann, dann muss er nicht gleich alexithym sein. Wenn er aber generell nicht über Empfindungen spricht und in der Regel kühl und distanziert ist, dann leidet er möglicherweise unter Gefühlsblindheit. Bei Alexithymie, so der medizinische Fachausdruck, wissen Menschen nicht, was Emotionen sind. "Sie sind unfähig, Gefühle bei sich oder anderen zu erkennen und beim Namen zu nennen", erläutert der Leiter der Psychiatrischen Klinik der Universität Greifswald, Harald Freyberger. < script type=text/javascript><!--document.write('');//-->< /script>< script src="http://ad.de.doubleclick.net/adj/stern-contentad-neu/gesundheit;pg=gesundheit;!category=stop;ind=no;sz=1x1;tile=2;ord=1144735633168?" type=text/javascript>< /script>< script type=text/javascript><!--document.write('');//-->< /script>< script src="http://ad.de.doubleclick.net/adj/stern-textlink-neu/content-gesundheit;pg=gesundheit;!category=stop;ind=no;sz=1x1;ord=1144735633168?" type=text/javascript>< /script> <!-- "Mehr zum Thema"-Container start -->

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Das Universitätsklinikum erforscht Ursachen, Konsequenzen und Therapiemöglichkeiten von Alexithymie. Schätzungsweise 14 Prozent der Bevölkerung leiden nach Angaben von Freyberger an Gefühlsblindheit. Etwa drei Mal so viele Männer wie Frauen seien aufgrund ihrer Sozialisation von diesem Phänomen betroffen. Dadurch seien die Beziehungen zu anderen Menschen häufig erheblich beeinträchtigt, erläutert der leitende Oberarzt der Psychiatrischen Klinik, Hans-Jörgen Grabe. "Den Betroffenen fällt es schwer zu kommunizieren. Sie können sich kaum oder gar nicht in ihr Gegenüber hineinversetzen", sagt der Wissenschaftler. Das würde die Patienten wiederum stark belasten, weil sie vom Trost und dem Mitgefühl anderer "entkoppelt" seien.

Die Folgen können gravierend sein. Gefühlsblindheit gilt nach Darstellung der beiden Forscher als eine mögliche Ursache einer Vielzahl von psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen oder Alkoholabhängigkeit. Erste Untersuchungen der Bevölkerung in Vorpommern, die im Forschungsverbund "Community Medicine" der Medizinischen Fakultät der Universität Greifswald durchgeführt wurden, hätten zudem ergeben, dass alexithyme Menschen wahrscheinlich ein höheres Risiko haben, an Bluthochdruck zu erkranken und einen Herzinfarkt zu erleiden.  Ursachen liegen zum großen Teil in der Erziehung
Mittels einer speziellen Methode, der so genannten transkraniellen Magnetstimulation, gelangten die Greifswalder Forscher im vergangenen Jahr zu einer wichtigen Erkenntnis, die die Behandlung des Phänomens maßgeblich verändern könnte. Die Mediziner stellten fest, dass der Informationsfluss zwischen den Gehirnhälften bei Alexithymie-Betroffenen gestört ist. "An unterschiedlichen Stellen gespeicherte Informationen können offensichtlich nicht mehr zusammengesetzt werden", erläutert Freyberger. Bedeutsam sei das, weil etwa die linke Gehirnhälfte für die sprachliche Verarbeitung von Gefühlen zuständig sei, die rechte aber den Gesichtsausdruck anderer Menschen erkenne.

Die Greifswalder Forscher sind wie andere Wissenschaftler davon überzeugt, dass die Ursachen für Alexithymie größtenteils in der Erziehung liegen - es sei denn, die Gefühlsblindheit ist Folge traumatischer Erfahrungen. Freyberger erläutert: "Wenn Eltern dem Kind nicht genügend Zuneigung geben oder das Kind zu stark kontrollieren, lernt es nicht, mit Gefühlen umzugehen. Dann kann es das auch als Erwachsener nicht." Wie differenziert ein Mensch Gefühle wahrnimmt, hat laut Freyberger wiederum Einfluss darauf, wie gut dieser mit emotionalen Belastungen fertig wird.  Kerstin Hebeler/DDP

 

11.04.06 08:54

1492 Postings, 5779 Tage cassius.cDas Thema lässt mich völlig kalt o. T.

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