Abgeltungssteuer

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neuester Beitrag: 04.12.08 20:40
eröffnet am: 04.12.08 19:43 von: Nolte Anzahl Beiträge: 8
neuester Beitrag: 04.12.08 20:40 von: Nolte Leser gesamt: 352
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04.12.08 19:43
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5684 Postings, 5900 Tage NolteAbgeltungssteuer

Warum wird die Abgeltungssteuer eingeführt?

Die Besteuerung von privaten Kapitalerträgen soll mit der Abgeltungssteuer neu geordnet und vorallem vereinfacht werden.

Die Kaptalerträge und Kursgewinne werden bisher ganz unterschiedlich besteuert. Mit der Abgeltungssteuer werden Kursgewinne ab 2009 steuerlich gleich behandelt.

Wie hoch ist der neue Steuersatz und wer ist davon betroffen?

Für alle Kapitalerträge beträgt der einheitliche Steuersatz 25 %. Die endgültige Belastung kann bei 28 % bis 29 % liegen, durch das hinzukommen der Solidaritätssteuer von 5,5 % sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Die Abgeltungssteuer gilt für alle Personen mit Privatvermögen mit Wohnsitz in Deutschland.

Wird es die Spekulationsfrist für Wertpapierveräußerungen noch geben?

Nein. Alle Wertpapierkursgewinne, müssen nach Einführung der Abgeltungssteuer versteuert werden, das heißt auch außerhalb der heute geltenden Spekulationsfrist von einem Jahr. Für ,,Altbestände??, also Wertpapiere, die bereits vor dem 1.1.2009 erworben wurden gibt es lediglich Ausnahmen.

Entfällt das Halbeinkünfteverfahren?

Ja, das bisherige Halbeinkünfteverfahren, nach dem Dividenden und Aktienkursgewinne nur zur Hälfte versteuert werden müssen, entfällt. Künftig werden Dividenden und Aktienkursgewinne in voller Höhe wie Zinserträge mit 25 % besteuert.

Unterliegen auch Futures, Zertifikate, Devisen und CFD`s der Abgeltungssteuer?

Ja, auch Zinsen, Dividenen und auch Kursgewinne aus Futures, Devisen- und CFD`s und Aktienhandel..
Also zum Beispiel Zinsen aus Fest- oder Termingeldanlagen, Sparverträgen, verzinslichen Wertpapieren, Zertifikaten oder Anleihen, Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäften, Dividenden aus Aktien sowie Kursgewinne, die beim Verkauf von Wertpapieren anfallen, werden einheitlich von der Abgeltungsteuer erfasst


Wie wird die Abgeltungsteuer gezahlt?

Prinzipiell werden deutsche Broker und deutsche Kreditinstitute die anfallende Steuer gleich bei der Gutschrift der Erträge abziehen. Das gilt dann auch für erzielte Kursgewinne: Die Bank wird bei einem Wertpapierverkauf die Differenz zwischen Anschaffungs- und Veräußerungskurs automatisch ermitteln und von diesem Gewinn unmittelbar die Abgeltungsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen. Sollten Sie also z.b. einen Gewinn durch ein Spekulationstrade in Höhe von 5.000,- Euro erzielen, werden diesem Gewinn 25% Abgeltungssteuer zzgl. Solibeitrag und evtl. Kirchensteuer direkt abgezogen, so dass  Ihr Konto entsprechend nur um 3.750,- Euro ansteigt. Im Normalfall werden Verluste die Sie z.b. am nächsten Tag erzielen, nicht direkt mit vorigen Gewinnen verrechnet. Das Kreditinstitut wird Ihnen aber eine gesonderte Zusammenfassung aller Gewinn- und Verlusttrades inkl. der steuerlichen Berechnung zur Verfügung stellen. Entsprechende zu viel gezahlte Steuern auf Ihre Gewinntrades können Sie dann bei Ihrer persönlichen Einkommenssteuer am Ende eines jeden Jahres geltend machen.

Für Daytrader und kurzfristig agierende Händler ist dieses Verfahren nachteilig, weil letztendlich Liquidität genommen wird und Zinsnachteile entstehen.

Wenn Sie als Beispiel täglich eine Transaktion tätigen und an vier Tagen hintereinander, einen täglichen Gewinn erzielen von 1.000,- Euro und am Ende der Woche mit Transaktionen 4.000,- Euro verlieren, sollte Ihr Kontostand unverändert sein. Tatsächlich wird Ihnen aber auf die Gewinne von 4.000,- Euro,
Abgeltungssteuer berechnet in Höhe von 1.000,- Euro. Das bedeutet, daß Ihr Kontostand am Ende der Woche 1.000,- Euro niedriger ist als zu Beginn der Woche, obwohl Sie am Finanzmarkt keine Verluste erzielt haben. Diese 1.000,- Euro können zwar wieder am Ende des Jahres mit der Abgabe der Einkommenssteuer

geltend gemacht werden, bedeutet aber, daß Ihnen Liquidität genommen wird und entsprechendes Spekulationskapital.

Weitere hilfreiche Infos rund um die Abgeltungssteuer finden Sie beim Bundesverband deutscher Banken: www.bundesverband.de
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Gruß
Leo

04.12.08 19:51

5684 Postings, 5900 Tage Nolteschlechte Zeiten für Daytrader

Das ärgert mich schon ein wenig !!!!

"Wenn Sie als Beispiel täglich eine Transaktion tätigen und an vier Tagen hintereinander, einen täglichen Gewinn erzielen von 1.000,- Euro und am Ende der Woche mit Transaktionen 4.000,- Euro verlieren, sollte Ihr Kontostand unverändert sein. Tatsächlich wird Ihnen aber auf die Gewinne von 4.000,- Euro,
Abgeltungssteuer berechnet in Höhe von 1.000,- Euro. Das bedeutet, daß Ihr Kontostand am Ende der Woche 1.000,- Euro niedriger ist als zu Beginn der Woche, obwohl Sie am Finanzmarkt keine Verluste erzielt haben. Diese 1.000,- Euro können zwar wieder am Ende des Jahres mit der Abgabe der Einkommenssteuer
geltend gemacht werden, bedeutet aber, daß Ihnen Liquidität genommen wird und entsprechendes Spekulationskapital."
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Gruß
Leo

04.12.08 20:08
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7885 Postings, 7782 Tage ReinyboyNolte, du wirst noch dankbar für diese Regelung

sein, hehehehe,....möglicherweise....


Seh´s als Sparbuch so kannste nicht alles wieder verzocken und hast trotz möglichem Totalverlust im laufendem Jahr u.U. mehr Steuererstattungen als du Startkapital am Jahresanfang hattest.
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Je genauer du planst, umso härter trifft dich der Zufall

04.12.08 20:15

5684 Postings, 5900 Tage Noltesehr witzig Reiny

aber sonst läuft alles rund bei dir ?
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Gruß
Leo

04.12.08 20:18

8758 Postings, 5646 Tage DSM2005einige wird es jedenfalls freuen......

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China Aktien machen reichAHA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

04.12.08 20:20

8758 Postings, 5646 Tage DSM2005hmmmmmmm....

"Prinzipiell werden deutsche Broker und deutsche Kreditinstitute die anfallende Steuer gleich bei der Gutschrift der Erträge abziehen"


und iwe siehts bei anderen Brokern aus?

England etc....
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China Aktien machen reichAHA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

04.12.08 20:30
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29411 Postings, 5156 Tage 14051948KibbuzimNolte,die wirklichen Verlierer

sind doch wahrlich nicht die Daytrader oder Turbo Junkys,ich kann doch nur lachen.

Unabhängig von der Krise,die jetzt ohnehin Cost Average erst mal über den Haufen geworfen hat bei Vielen, werden doch die bestraft,die mittels vernünftigen Anlageentscheidungen auf lange Sicht,mit Aktienfond Sparplänen etc. bemüht waren den Sprüchen der Regierung von der privaten Altersvorsorge Taten folgen zu laßen.

Auch von der "Aktienkultur" die unterentwickelt sei hierzulande (was stimmt) ist oft die Rede,
was soll sich da jetzt noch entwickeln ?

Weiterhin,auch mit Eugene Famas 3 Stufen Modell und seiner Theorie über die Effektivität der Kapitalmärkte, bleibt doch für Turbo Trader alls beim alten:
Schnell rein,Schnell raus, Basta !

Und je nach Steuersatz,wird das sogar belohnt,zahlt man sogar weniger Steuern als zuvor, wirklich durchdacht scheint auch diese Steuer also nicht zu sein,aber nicht der "Daytrader" wegen.
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"Ein Deutscher ist ein Mensch,der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben"(Theodor W. Adorno)

04.12.08 20:40
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5684 Postings, 5900 Tage Noltenaja Kibbuz

das eine schließt das andere ja nicht aus - Daytraden oder ein, wie du es nennstz: Turbo Junky zu sein heißt nicht das keine Longs  auf der Liste stehen.
Aber egal - für mich ist die Abgeltungssteuer ein Schildbürgerstreich.
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Gruß
Leo

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