60 Jahre und kein bißchen weiser ! Der Tag der

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 10.05.05 09:38
eröffnet am: 09.05.05 20:42 von: satyr Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 10.05.05 09:38 von: kiiwii Leser gesamt: 996
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

09.05.05 20:42

42128 Postings, 7957 Tage satyr60 Jahre und kein bißchen weiser ! Der Tag der

Berfreiung vom braunen Mob.Von Mördern die den Namen Menschen nicht verdienen.
Wer heute noch diesen Ideen und dem wahn nachhängt,ist für mich kein Mitglied
der Menschheit und auch kein Tier,denn damit würde man der Tierwelt Unrecht
tun.
Hier ist schon manches geschrieben worden ,das mich an der Denkfähigkeit von
manchem Arivausern zweifeln lässt.
Deswegen habe ich mein eigenes posting eröffnet,da ich mit dem Braunen nichts
zu tun haben möchte,nicht mal im gleichen Posting.

Die Geschichte braucht nicht mehr diskutiert werden ,die ist klar.

Deswegen möchte ich hier nur noch derer Gedenken die dem System Widerstand
geleistet haben,mutige Männer und Frauen die ihren Widerstand mit dem
Leben bezahlt haben.
Weder Folter noch Drohungen konnten sie davon abhalten.
Diesen Leuten sollten wir als Deutsche und Demokraten Respekt zollen,
nicht mehr und nicht weniger.
Ein nachdenklicher Satyr  

09.05.05 20:52

948 Postings, 6306 Tage ADDYMein Opa hat mir erzählt,

dass auch Kommunisten und Sozis zu der NSDAP
begeistert übergelaufen sind, als es Arbeit gab damals.
Auch heute gibt es, so wird gesagt, rotlackierte Nazis.
Mit denen, wenn sie bei Ariva aktiv wären, will
ich auch nix zu tun haben.
Vielleicht wissen die ja nix davon, dass sie rotlackierte
Nazis sind?

 

09.05.05 21:09
1

21799 Postings, 7827 Tage Karlchen_I@Satyr - Nicht in Nostalgie verfallen.

Die Nazis müssen permanent eins aufs Maul kriegen - natürlich friedlich, aber jeder macht es auf seine Art.  

10.05.05 01:01

7114 Postings, 7214 Tage Kritiker@ satyr

Du hängst für mich den Begriff Mensch etwas hoch.
Warum soll er besser sein als ein Tier?
Nimm mal den Charakter von Pferden, Hunden oder Elefanten; da können viele Menschen nicht mithalten.
Ich halte den Menschen nur für ein technisch und kulturell höher stehendes Säugetier (vgl. Rudel).

Und, wenn es soviele Widerstandskämpfer damals wirklich gegeben hätte, wie es nachher sein wollten, wäre die Geschichte anders verlaufen.
Für viele galt auch : Anpassen oder Untergehen!
Und nachdem der Mensch einen Überlebenswillen hat, paßt er sich an.

Danach klüger sein, ist keine Weisheit!
Das kennt jeder Börsianer. - Kritiker.  

10.05.05 01:04

2168 Postings, 7267 Tage boomerGrüezi, Kritiker

warst Du noch bei der Hitlerjugend?
Dann mußt Du es wissen.  

10.05.05 01:12
1

42128 Postings, 7957 Tage satyrWer sich anpasst geht unter in der Masse!

Die alte Ausrede mit der Anpassung wird nicht besser wenn man sie wiederholt.
Die Täter brauchen die Masse die sich anpasst, ohne die haben sie keine Macht.
Die Masse ist der Täter gewesen,ein gutes Versteck für die wahren Täter.

Hätte man sich immer angepasst um nicht unterzugehen,wäre ein Fortschritt
unmöglich.
Ich habe nicht die Pseudowiderstandskämpfer gemeint,denen mein Respekt verdienen
sondern die,die für ihren Widerstand Kopf und Kragen riskiert haben.
Und ich habe bewusst darauf verzichtet ,die bekannten Namen zu nennen.  

10.05.05 01:37

7114 Postings, 7214 Tage Kritiker@ satyr, Du kennst den Menschen zu wenig.

Er war nie so gut, wie Du glaubst.
Und wir passen uns doch heute auch wieder ständig an; auch wenn es für uns heute leichter ist, bleibt es ebenso eine Ausrede.
Nicht die Masse, sondern der Mensch in der Masse wird zum Täter.
Nach Darwin kommt der Fortschritt aus der Anpassung, da der andere untergeht.

Und wirklichen Widerstandskämpfer kenne ich nur einen - und dazu 1000 Zauderer. Vermutlich kennst Du mehr. - Gute Nacht! - Kritiker.  

10.05.05 01:52

1 Posting, 5840 Tage hettoreDEUTSCHE BANK, A.G. die von 5,324 % Jazztel

Hola, soy español. Me acabo de registrar en este foro para comunicarles que el DEUTSCHE BANK, A.G. ha tomado la participación del 5,324% de Jazztel PLC, operadora de cable española.

Good evenings, I am Spanish. I have just registered in this forum to report to them that the DEUTSCHE BANK, A.G. has taken the participation of 5,324 % of Jazztel PLC, operadora of cable Spanish.

Gute Abende bin ich spanisch. Ich habe mich gerade in diesem Forum angetragen, um zu ihnen zu berichten, dass die DEUTSCHE BANK, A.G. die Teilnahme von 5,324 % von Jazztel PLC, operadora Kabel-Spanisches genommen hat.

http://servicios.invertia.com/foros/read.asp?idmen=9941982

Excuse me the bad translation, I have done it for this web:
Entschuldigen Sie die schlechte(schlimme) Übersetzung, ich habe es für dieses Web(Netz) getan:
http://www.elmundo.es/traductor/

------------------------

This news is very important for us, please, to put it in several and other forums.

They can verify the news in www.cnmv.es Search in participations Jazztel.

Thank you.

--------------------------

Diese Nachrichten sind für uns sehr wichtig, bitte es in mehrerer und andere Foren zu stellen.

Sie können die Nachrichten in www.cnmv.es -Suche in Teilnahmen Jazztel nachprüfen.

Dank Sie.
--------------------------------------------------

Jazztel PLC es una empresa española, es una operadora de telecomunicaciones. Cotiza en el Mercado Contínuo español y cotizará de aquí a 6 meses en el IBEX35.

Yo participo y escribo en el foro de www.Invertia.com
http://servicios.invertia.com/foros/foros....dtel=RV011JAZMC

Ese foro tuvo hoy 4.064 mensajes !!
Tu puedes verlo en "Foros + activos":
http://servicios.invertia.com/foros/default.asp

Mira los mensajes más recomendados de todo el mercado español, de toda la bolsa española, los primeros son sobre Jazztel.
http://servicios.invertia.com/foros/mensajes_rec.asp

Invertia.com es el portal de economía con más participación de toda España.

Anuncio oficial de la adquisición del 5.3% de Jazztel por el Deutsche Bank.

La entidad financiera alemana Deutsche Bank se habría convertido en el cuarto mayor accionista de la operadora de telecomunicaciones al adquirir el 5,324% del capital de Jazztel (51,6 millones de acciones), según consta en la CNMV. Fernández Pujals, con el 25%, Dresdner Bank, con el 15% y Espirito santo, con el 6,25% serían los tres accionistas mayoritarios. La operación aparece registrada con fecha 27 de abril.
http://servicios.invertia.com/foros/read.asp?idmen=9947953

--------------------------------------------------
Jazztel PLC is a Spanish company, is an company of telecommunications. It quotes on the Continuous Spanish Market and it will quote of here to 6 months in the IBEX35.

I take part and write in the forum of www. Invertia.com
http://servicios.invertia.com/foros/foros....dtel=RV011JAZMC

This forum had today 4.064 messages!!
You can see your it in " Forums + assets ":
http://servicios.invertia.com/foros/default.asp

It looks at the messages most recommended of the whole Spanish market, of the whole Spanish stock exchange, the first ones they are on Jazztel.
http://servicios.invertia.com/foros/mensajes_rec.asp

Invertia.com is the portal of economy with more participation of the whole Spain.

Official advertisement of the acquisition of 5.3 % of Jazztel for the Deutsche Bank.

The German financial institution Deutsche Bank would have turned into the major quarter shareholder of the company of telecommunications on having acquired 5,324 % of the Jazztel's capital (51,6 million actions), as it consists in the CNMV. Fernandez Pujals, with 25 %, Dresdner Bank, with 15 % and holy Espirito, with 6,25 % they would be three majority shareholders. The operation turns out to be registered with date April 27.
http://servicios.invertia.com/foros/read.asp?idmen=9947953

------------------------------------------------
Jazztel PLC ist eine spanische Gesellschaft, ist eine Gesellschaft von Fernmeldeverbindungen. Es zitiert auf dem Ununterbrochenen spanischen Markt, und es wird von hier zu 6 Monaten im IBEX35 zitieren.

Ich nehme teil und schreibe im Forum von www. Invertia.com
http://servicios.invertia.com/foros/foros....dtel=RV011JAZMC

Dieses Forum hatte heute 4.064 Nachrichten!!
Sie können Ihren es in "Foren + Vermögen" (Foros + activos) sehen:
http://servicios.invertia.com/foros/default.asp

Es sieht die Nachrichten meist empfohlen des ganzen spanischen Marktes, der ganzen spanischen Börse, die ersten an, die sie auf Jazztel sind.
http://servicios.invertia.com/foros/mensajes_rec.asp

Invertia.com ist das Portal der Wirtschaft mit mehr Teilnahme des Ganzen Spanien.

Offizielle Werbung(Anzeige) der Erwerbung von 5.3 % von Jazztel für die Deutsche Bank.

Das deutsche Finanzinstitut(Finanzeinrichtung), dem auf Deutsche Bank in den Hauptviertel-Aktionär der Firma(Gesellschaft) von Fernmeldeverbindungen verwandelt hätte, 5,324 % des Kapitals(der Hauptstadt) von Jazztel (51,6 Millionen Tätigkeiten) erworben zu haben, wie es im CNMV besteht. Fernandez Pujals, mit 25 %, Dresdner Bank, mit 15 % und heiligem Espirito, mit 6,25 % würden sie drei Majoritätsaktionäre sein. Die Operation(Betrieb) erweist sich, mit Datum am 27. April registriert zu werden.

http://servicios.invertia.com/foros/read.asp?idmen=9947953

-------------------------------------------
Diese Nachrichten sind für uns sehr wichtig, bitte es in mehrerer und andere Foren zu stellen. Dank Dank Dank  

10.05.05 09:38
2

129861 Postings, 6379 Tage kiiwiiaus der FAZ: "Tag der Befreiung?"

Tag der Befreiung?


Von Dr. Hubertus Knabe


Das Ende der einen Diktatur war der Beginn der nächsten: In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 wurde mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht das Ende des Zweiten Weltkrieges und des nationalsozialistischen Regimes besiegelt. Doch die Rote Armee brachte den Ostdeutschen keineswegs die Freiheit. Ein neues Terrorregime war in Deutschland angekommen und versetzte die Bevölkerung überall in Angst und Schrecken. Am "Tag der Befreiung", wie ihn Bundeskanzler Schröder am Montag an der Seite des russischen Präsidenten Putin beging, waren schon 400 000 Deutsche in sowjetischer Haft.


Schon der Einmarsch der Roten Armee war mit einer Orgie der Gewalt einhergegangen, vor allem in den Gebieten östlich von Oder und Neiße. Plünderungen, Vergewaltigungen und die willkürliche Tötung von Zivilisten waren vielfach die erste Erfahrung der Deutschen mit den neuen Machthabern. "Unzählige Horden von Russen zogen raubend, plündernd, singend durch die Keller", beschrieb eine Frau aus Danzig das Verhalten der Soldaten, "alle waren sie betrunken, sinnlos warfen sie Eingemachtes von den Regalen herunter, zerschnitten sie Betten, Wäsche, Kleider, zerschlugen sie Kisten, Koffer und Schränke. Was ihnen gefiel, schleppten sie auf ihre Wagen, alles andere wurde zertreten, zerrissen, verwüstet." Anschließend setzten sie oftmals Höfe, Häuser und Stallungen in Brand und vernichteten dadurch die Lebensgrundlage der Bevölkerung.


Nicht nur die materiellen Besitztümer des Feindes, auch die Frauen galten den Besatzern als legitime Beute. Augenzeugen haben immer wieder beschrieben, wie ganze Kompanien die zurückgebliebenen Frauen, unabhängig von deren Alter, schänden durften. "In Rudeln standen sie vor jedem Haus", berichtete ein Pfarrer aus dem pommerschen Lauenburg, "bis zu 45 vergewaltigten sie eine deutsche Frau, ohne Rücksicht, ob sie schließlich im Sterben lag." Schätzungen zufolge wurden damals etwa zwei Millionen Frauen und Mädchen vergewaltigt.


Zu den Schrecken der Eroberung gehörte auch die willkürliche Liquidierung von Zivilisten. Alleine östlich von Oder und Neiße starben vermutlich 75000 bis 100000 Menschen. In Berlin wurden von Mai bis Dezember 1945 insgesamt 65000 gewaltsame Todesfälle registriert. Bürgermeister, Gemeindevorsteher oder Ortsgruppenführer wurden in vielen Orten sofort hingerichtet, Gutsbesitzer, Unternehmer oder Bauern, bei denen Zwangsarbeiter arbeiteten, kurzerhand erschossen, Deutsche, die beim Telefonieren oder Radiohören beobachtet wurden, als "Spione" exekutiert, Männer, die ihren Frauen oder Töchtern zur Hilfe eilten, mit der Waffe erledigt. Manchmal reichte als Grund schon die deutsche Nationalität aus, wie der Bericht einer Bäuerin aus Posen deutlich macht: "Mein Mann stand bei unserem Wagen, wollte mir die Kleine abnehmen, da wir von der Straße aufs Land flüchten wollten. Da kam auch schon ein Russe, sprang vor ihn und sagte: ,Deutsch, polnisch.' Auf mein Mann sein Wort ,deutsch', schoß er ihn vor unseren Augen durch die Brust."


Nicht besser erging es auch jenen Deutschen, die die Rote Armee als Befreier herbeigesehnt hatten. Die Schriftstellerin Inge Deutschkron, die sich als junges Mädchen in Berlin wegen ihrer jüdischen Herkunft zweieinhalb Jahre verstecken mußte, wurde gleich nach dem Einmarsch mit vorgehaltener Pistole vergewaltigt. Nach einem Handgemenge beschlossen sie und ihre Mutter deshalb, sich aufs neue zu verbergen. "Wir fingen wieder an zu fliehen", erinnerte sie sich später. "Wir sprangen über Hecken und Büsche und suchten Verstecke und taten all das, was man tut, eben um sich zu retten, vor diesen Horden, die da plötzlich auf uns zukamen."


All das waren nicht vereinzelte Übergriffe undisziplinierter Soldaten, sondern systematisch verübte Gewalttaten, die von der politischen und militärischen Führung lange gedeckt wurden. Augenzeugen haben immer wieder berichtet, daß die Schändung von Frauen und Mädchen meist in aller Öffentlichkeit und sogar im Beisein vorgesetzter Offiziere stattfand. "Zweitausend Kilometer sind wir marschiert und haben die Vernichtung all dessen gesehen, was wir in zwanzig Jahren aufgebaut haben", hieß es in dem Befehl, mit dem Marschall Tschernjakowski den Angriff auf Ostpreußen eingeleitet hatte. "Nun stehen wir vor der Höhle, aus der heraus uns die faschistischen Angreifer angegriffen haben. Wir bleiben erst stehen, nachdem wir sie gesäubert haben. Gnade gibt es nicht - für niemanden, wie es auch keine Gnade für uns gegeben hat...Das Land der Faschisten muß zur Wüste werden."


Blutrünstige Propaganda hatte die Haßgefühle der Soldaten gezielt herangezüchtet. Immer wieder war ihnen die Gleichung aufgemacht worden, daß die Deutschen allesamt Faschisten seien und deswegen nur den Tod verdient hätten. Namentlich der Schriftsteller Ilja Ehrenburg schrieb für die Frontsoldaten pausenlos Texte, die sie unverblümt zum Abschlachten des Feindes aufforderten: "Wenn du nicht im Laufe eines Tages wenigstens einen Deutschen getötet hast, so ist es für dich ein verlorener Tag gewesen", heißt es in einem seiner rund 3000 Artikel. "Wenn Du einen Deutschen getötet hast, töte einen zweiten - es gibt nichts Lustigeres als deutsche Leichen." Ehrenburgs Appelle wurden den Soldaten so oft vorgelesen und in Frontzeitungen nachgedruckt, daß sie zu regelrechten Schlachtliedern wurden.


Als Aufforderung zum Plündern galt insbesondere eine "Paketerlaubnis", die der sowjetische Volkskommissar für Verteidigung kurz vor dem Überschreiten der deutschen Reichsgrenze erlassen hatte. Danach durften die Soldaten jeden Monat ein oder zwei Pakete mit bis zu acht Kilo Gewicht nach Hause schicken. Allen war klar, daß es von der Front außer Kriegsbeute nichts zu verschicken gab. "Pakete schicken ist doch erlaubt", so zitierte später der "Instrukteur für Aufklärungsarbeit im Feindesheer" und spätere Schriftsteller Lew Kopelew einen Rotarmisten, den er beim Einmarsch in Ostpreußen zur Rede gestellt hatte, weil er einer Frau ein Fahrrad und ihre letzten Kleidungsstücke abgenommen hatte. "Unser Chef hat gesagt: Man darf Pakete schicken." Nach weiteren Interventionen wurde Kopelew im April 1945 wegen "Mitleids mit dem Feind" verhaftet und in ein Arbeitslager verbracht.


Erst einige Zeit nach dem Ende der Kampfhandlungen wurden Vergewaltigungen und Plünderungen offiziell verboten. Doch noch im Juni 1945 nahm Marschall Wassili Sokolowski seine Truppen öffentlich mit den Worten in Schutz: "Jeder unserer Soldaten hat Dutzende seiner Kameraden verloren. Jeder von ihnen hat seine persönliche Rechnung mit den Deutschen zu begleichen, und im ersten Rausch des Sieges empfanden unsere Soldaten eine gewisse Genugtuung, wenn sie es den Frauen dieses ,Herrenvolks' zeigen konnten."


Auch für die Angehörigen der Wehrmacht bedeutete das Kriegsende zunächst das Gegenteil von Befreiung. Wer nicht in den Bereich der westlichen Alliierten gelangt war, wurde von den Sowjets gefangengenommen. 3,1 Millionen Deutsche gerieten nach Unterlagen der Deutschen Wehrmacht in sowjetische Kriegsgefangenschaft; in den sowjetischen Lagern wurden allerdings nur 2,4 Millionen Ankömmlinge registriert.


Der größte Teil wurde erst gefangengenommen, als die Wehrmacht schon in Auflösung begriffen war oder nicht mehr existierte. Ausschlaggebend für ihre Festnahme waren keine militärischen Gründe, sondern Stalins Absicht, sie in der Sowjetunion als Zwangsarbeiter einzusetzen. "Es gibt genug Gefangene", schwärmte Stalin dem britischen Premier Winston Churchill im Juli 1945 vor und empfahl, es ihm gleichzutun. "Wir bauen unsere Kohlegebiete wieder auf und verwenden dafür Gefangene." Entgegen allen Regeln des Völkerrechts machten die Sowjets noch 1946 "Kriegsgefangene" in Deutschland, um mit ihnen Stalins Arbeitslager aufzufüllen.


Die westlichen Alliierten hingegen entließen die Mehrheit der Wehrmachtsangehörigen schon nach kurzer Zeit wieder aus der Kriegsgefangenschaft. Im Osten wurden sie meist für Jahre in die Sowjetunion verschleppt. Mehr als eine Million kehrte nach deutschen Berechnungen von dort nicht mehr lebend nach Hause zurück - von 7,7 Millionen deutschen Soldaten in westlicher Gefangenschaft starben 35 000.


Im Osten wurden viele Soldaten schon bei der Gefangennahme erschossen oder starben während der wochenlangen Transporte an Erschöpfung, Hunger und Kälte. "Anfangs bekamen sie von den Posten einen soliden Genickschuß", so schilderte ein Beteiligter das Verhalten der Sowjets, wenn Gefangene nicht mehr laufen konnten. "Nachdem sich aber die Fälle mehrten, ließ man sie so liegen. Es dauerte höchstens zwei bis drei Stunden, bis sie erfroren waren."


Die etwa 4000 Lager der Hauptverwaltung für Kriegsgefangene und Internierte (GUPWI) waren aufgebaut wie Straflager des GULag. Oft mußten sich die Gefangenen ihre Baracken aus rohen Baumstämmen selbst errichten. In der Nacht lagen sie dicht gedrängt auf mehrstöckigen Holzpritschen, während sie am Tage in Bergwerken, im Straßenbau oder in der Holzgewinnung Zwangsarbeit leisten mußten. Ungeziefer, katastrophale hygienische Verhältnisse, extreme Temperaturen und das völlige Fehlen von Medikamenten führten bald zum Ausbruch von Krankheiten und Epidemien. Häufigste Todesursache war jedoch Unterernährung, denn die tägliche Verpflegung bestand lange Zeit nur aus einem Stück feuchten Brots und einer Kelle Wassersuppe.


In die Lager des Archipel GUPWI wurden aber nicht nur ehemalige Soldaten verbracht. Auch nahezu 280000 deutsche Zivilisten wurden 1945 festgenommen und in die Sowjetunion deportiert. "Am 7. Februar wurden wir von zu Hause abgeholt und zur russischen Kommandantur gebracht", berichtete die 82 Jahre alte Franziska Nowacki im Juni 2003 in einer Anhörung des Bundestages. "Dort wurden wir verhört und später ins Gefängnis eingeliefert." Die Kindergärtnerin war mehrfach vergewaltigt und im Alter von dreiundzwanzig Jahren aus dem ostpreußischen Allenstein verschleppt worden.


Am 12. Januar 1945 hatte Stalins Innenminister Lawrentij Berija einen Befehl zur "Säuberung des Hinterlandes der Roten Armee" erlassen. Neben "Spionen", "Terroristen", "Aufständischen" sowie führenden Mitarbeitern der Polizei sollten auch sämtliche Bürgermeister, Staatsanwälte, Journalisten, Betriebs- oder Verwaltungsleiter, Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen sowie "sonstige feindliche Elemente" verhaftet werden. Mit der Roten Armee kamen daher seit Januar 1945 Zehntausende Angehörige des Volkskommissariates für innere Angelegenheiten (NKWD) und des militärischen Abwehrdienstes "Tod den Spionen" (SMERSCH), um "auf dem von gegnerischen Truppen befreiten Territorium unverzüglich die notwendigen tschekistischen Maßnahmen durchzuführen".


Binnen weniger Wochen nahm das NKWD damals fast 140000 deutsche Zivilisten fest. Die meisten wurden anschließend gezwungen, sich zu irgendeiner nationalsozialistischen Organisation zu bekennen. "Die Vernehmung war einfach", schilderte eine Augenzeugin die Methoden in der NKWD-Kommandantur von Danzig. "Du bist bei der SS, SA oder BDM oder HJ gewesen. Natürlich leugnete jeder. Dann ein Schlag mit der Reitpeitsche: ,Du lügst, Du warst PG!' Bei weiterem Leugnen wieder Schläge."


Für die "ausgehobenen feindlichen Elemente" hatte das NKWD innerhalb von drei Tagen die nötigen Unterkünfte bereitzustellen. Der Einfachheit halber wurden viele der eben erst befreiten nationalsozialistischen Gefängnisse und Lager wieder mit Häftlingen belegt. Die Haftbedingungen waren so katastrophal, daß Tausende starben. "Die Leichen wurden nackt in eine große Kiste geworfen, ob Kopf oben oder unten war egal", berichtete ein Augenzeuge über das Lager Schneidemühl. "Schätzungsweise liegen dort über 1000." Ähnliche Zustände herrschten auch in den anderen 28 sogenannten Speziallagern, die das NKWD noch vor der deutschen Kapitulation in aller Eile errichtet hatte.


Am 3. Februar 1945 verschärfte Stalin das Vorgehen in Deutschland noch einmal. "Durch gnadenlose Liquidierung an Ort und Stelle ist schonungslos mit Personen abzurechnen, die terroristischer Anschläge und Diversionsakte überführt sind", befahl er seinen Soldaten. Darüber hinaus sollte die gesamte männliche Bevölkerung in Deutschland zwischen siebzehn und fünfzig Jahren verhaftet und zur Zwangsarbeit herangezogen werden. Mit einem ähnlichen Befehl hatte er zuvor schon in Ungarn, Rumänien und Jugoslawien mehr als 100000 Deutschstämmige deportieren lassen. Da man kaum arbeitsfähige Männer vorfand, gerieten vor allem Frauen, Jugendliche und Alte in die Fänge des NKWD.


Wie die Kriegsgefangenen wurden die Zivilisten mit unbeheizten Güterwaggons in sowjetische Arbeitslager abtransportiert. Nur selten hielten die Züge an, damit die Gefangenen mit etwas Wasser, Suppe oder Brot versorgt werden konnten. "Als wir nach 24 Tagen im Ural ankamen, waren zwölf Mann verhungert und verdurstet", beschrieb ein Mann aus Stuhm in Westpreußen seine Ankunft im Lager Kimpersay. "Alle waren wir so schwach, wir konnten kaum auf den Beinen stehn."


Franziska Nowacki kam damals nach Stalinogorsk, wo anfangs nur Zelte standen, die von Stacheldraht und Wachtürmen umgeben waren. Die junge Frau mußte auf Baustellen, an Eisenbahnstrecken und in Kohlebergwerken unter Tage mehrere Jahre Schwerstarbeit leisten. "Viele Frauen konnten wegen Entkräftung nicht arbeiten, einige starben an Unterernährung", heißt es in ihrem Bericht. Da die Zivilisten das entbehrungsreiche Leben in den Arbeitslagern nicht gewohnt waren, war die Todesrate unter ihnen noch höher als unter den Kriegsgefangenen. Nach sowjetischen Unterlagen starben annähernd 67000 Zwangsarbeiter, womit allerdings nur die registrierten Toten erfaßt sind.


Die Verschleppung von Zivilisten endete erst, als sich die Rote Armee anschickte, die Oder zu überschreiten. Mitte April 1945 erging der Befehl, die Rekrutierung von Zwangsarbeitern in Deutschland einzustellen. Auch die Zahl der Verhaftungen im Rahmen des Säuberungsbefehls wurden verringert. Zur Begründung hatte Berija Stalin vorgerechnet, daß von den Festgenommenen "nicht mehr als die Hälfte zu körperlichen Arbeiten eingesetzt werden kann, weil der übrige Teil aus Alten und zu körperlicher Arbeit untauglichen Personen besteht". Darüber hinaus gab er zu, daß man vielfach Personen verhaftet habe, deren Festnahme selbst aus sowjetischer Sicht nicht erforderlich gewesen war. 123000 Inhaftierte seien lediglich einfache Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, des Reichsarbeitsdiensts oder der Hitlerjugend gewesen.


Gleichwohl gingen die Massenverhaftungen auch auf dem Gebiet der späteren DDR weiter. Bis zum 1. September 1945 nahm die sowjetische Geheimpolizei hier fast 60000 Deutsche fest, meist kleine Funktionsträger der NSDAP wie Block- oder Zellenleiter. Schon Ende April war in Ketschendorf bei Fürstenwalde eine ehemalige Arbeitersiedlung der Deutschen Kabelwerke requiriert worden, um darin bis zu 10000 Gefangene unterzubringen. Auch in Weesow, einem Dorf nordöstlich von Berlin, richtete man in fünf verlassenen Bauernhöfen ein provisorisches Lager ein. Im Mai reaktivierte man in Fünfeichen bei Neubrandenburg ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager. Weitere Lager entstanden in Frankfurt an der Oder, im Zuchthaus Bautzen sowie in Berlin-Hohenschönhausen. Ein halbes Jahr später waren auch die ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Jamlitz, das Wehrmachtsgefängnis Fort Zinna und das Kriegsgefangenenlager in Mühlberg voller Häftlinge. Nach sowjetischen Zählungen kamen insgesamt 122000 Personen in Lagerhaft. Etwa 42000 von ihnen starben, die meisten verhungerten.


Anfangs genügte die Unterschrift eines Geheimdienstoffiziers, um in ein Lager eingewiesen zu werden. Von 1947 an war das Urteil eines sowjetischen Militärtribunals erforderlich. Für die Verhafteten hatte das vor allem zur Folge, daß sie nun in wochenlangen Verhören zu umfangreichen Geständnissen gezwungen wurden. "Der Offizier fing an zu brüllen, stand auf und trat mich mit dem Stiefel in den Bauch und schlug mir mit der Faust voll ins Gesicht", berichtete Benno Prieß, der ein Jahr nach Kriegsende im Alter von 17 Jahren als angeblicher Werwolf verhaftet wurde. Im NKWD-Gefängnis von Güstrow quälte man ihn so lange, bis er das vorgefertigte Geständnis unterschrieb.


In Schnellverfahren verurteilten Militärtribunale zwischen 1945 und 1955 etwa 35000 Ostdeutsche zu langjähriger Lagerhaft. Zahlreiche politisch Engagierte, die für einen demokratischen Neuanfang in Deutschland eintraten und mitunter schon von den Nationalsozialisten verfolgt worden waren, wurden zu Opfern der sowjetischen Militärjustiz. Zu ihnen gehörten der christlich-demokratische Landtagsabgeordnete Ewald Ernst aus Halle, der Fraktionsvorsitzende der Liberal-Demokratischen Partei in Thüringen, Hermann Becker, der Mitbegründer der SPD in Mecklenburg Max Frank oder der Erste Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde von Berlin, Erich Nehlhans - sie alle wurden zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt.


Stalins Terror richtete sich aber nicht nur gegen Deutsche. Im Gefolge des Sieges der Roten Armee wurden auch Millionen Balten, Polen, Russen, Weißrussen, Ukrainer, Ungarn, Rumänen und Bulgaren unterjocht. Schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges - die Sowjetunion war im östlichen Polen, im südlichen Finnland, im Baltikum sowie in Bessarabien und in der Bukowina eingefallen - hatten dort überall großangelegte Säuberungen stattgefunden. Hunderttausende wurden gefangengenommen und in Zwangsarbeitslager deportiert, fast 15000 polnische Offiziere 1940 bei Katyn hingerichtet. Bis zu 30000 Zivilisten, die sich beim Angriff Hitlers auf die Sowjetunion an deren Westgrenze in Gefängnissen des NKWD befanden, wurden auf Befehl Berijas regelrecht abgeschlachtet. Die Hamburger "Wehrmachtsausstellung" gab diese Massenmorde später als deutsche Verbrechen aus.


Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Sowjetunion richtete sich Stalins Terror vor allem gegen eigene Völkerschaften, die er für potentielle Kollaborateure hielt. Neben 900 000 Deutschstämmigen wurden fast eine Million Kaukasier, Krimtataren, Kalmücken, Balkaren, Finnen und Angehörige weiterer Nationalitäten deportiert; viele gingen dabei elend zugrunde. Nach der Rückeroberung der von den Deutschen besetzten Gebiete ging eine zweite Säuberungswelle über den Osten Europas hinweg. Aus der Ukraine wurden bis Oktober 1944 etwa 140000 Personen deportiert und 40000 getötet; aus den baltischen Staaten wurde fast eine halbe Million Menschen verschleppt, verhaftet oder umgebracht; in Polen wurde vor allem die Heimatarmee, die im Untergrund gegen die Deutschen gekämpft hatte, verfolgt. Bis in die fünfziger Jahre kamen rund 50000 Menschen, meist durch Vergeltungsaktionen, ums Leben.


Auch für die befreiten sowjetischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen in Deutschland bedeutete der Einmarsch der Roten Armee nicht, daß sich nun das Tor zur Freiheit geöffnet hätte. Da sie lebend in die Hände des Feindes geraten und seither nicht gestorben waren, galten sie Stalin pauschal als Vaterlandsverräter. Erst recht nicht auf Mitleid konnten jene hoffen, die als sogenannte Hilfswillige der Wehrmacht oder als Angehörige der Wlassow-Armee gegen die Sowjetunion gekämpft hatten.


Schon im Januar 1945 begann die Rote Armee damit, sämtliche Sowjetbürger festzunehmen. Im Westen wurden sie von den Alliierten arretiert und - oft genug gegen ihren Willen - sowjetischen Repatriierungsoffizieren übergeben. Allein bei der Rückführung der Kosaken aus dem Lager Peggetz in Kärnten kamen etwa 700 Personen ums Leben. Nichts fürchteten die Kosaken so sehr, als in die Hände der sowjetischen Geheimpolizei zu fallen. Einige nahmen sich noch während der Übergabe in Judenburg das Leben.


Noch vor der Rückkehr in die Sowjetunion wurden die Heimkehrer ausgedehnten Verhören unterzogen. In Lagern, in denen das GULag-Regime herrschte, mußten sie abermals über Wochen und Monate in Baracken hausen. Unter den Festgehaltenen befanden sich etwa eine Million Kranke, die von der vorangegangenen Gefangenschaft schwer gezeichnet waren; einige Tausend starben noch in den Sammellagern.


Häufig erklärte man den Insassen, daß sie sich an ihrer Heimat schwer vergangen hätten und diese Schuld nur durch einen fünfjährigen Arbeitseinsatz ohne Heimaturlaub wiedergutmachen könnten. "Zwei Tage später", so berichtete eine Betroffene, "wurden wir zu je 70 Mann in Güterwaggons verladen und bei von außen verriegelten Türen Richtung Zielort abtransportiert." Nach zweiwöchiger Fahrt erreichte der Transport ein Arbeitslager im Kusnezk-Becken. Hier und in weiteren Lagern mußten Anfang 1946 mehr als 600000 Repatriierte schuften, von denen gut die Hälfte zuvor in deutscher Kriegsgefangenschaft gewesen war.


Noch schlechter erging es denen, die auf seiten der Wehrmacht gekämpft hatten. Obwohl sie - wie die deutschen Soldaten - völkerrechtlich Kriegsgefangene waren, wurden sie sofort erschossen oder in der UdSSR wie Schwerstverbrecher behandelt. 340000 Soldaten kamen in Speziallager des NKWD, annähernd 150000 schickte man später als "Sonderumsiedler" in die Verbannung. Alles in allem gerieten im Zuge des Sieges über Hitler fast eine Million Sowjetbürger in Arbeits- oder Sonderlager. Mindestens 100000 von ihnen kamen ums Leben.


So war das Ende des Zweiten Weltkrieges nur für einen Teil Europas eine Befreiung. Im östlichen Teil des Kontinents - wie im östlichen Teil Deutschlands - folgte eine neue Terrorherrschaft. Etwa 3,5 Millionen Deutsche kamen in sowjetische Lagerhaft. Etwa 2,5 Millionen starben auf der Flucht, bei der Vertreibung oder als Verschleppte. Wie in den anderen von der Roten Armee okkupierten Staaten installierte Stalin in seiner Besatzungszone eine brutale kommunistische Diktatur. Zur Bilanz der vierzigjährigen SED-Herrschaft gehören mehr als zwei Millionen Flüchtlinge, mindestens 200 000 politische Gefangene und etwa tausend an den Grenzen zu Tode Gekommene.


Die eigentliche Trennlinie des vergangenen Jahrhunderts verlief deshalb nicht zwischen Hitler und seinen Kriegsgegnern, sondern zwischen Demokratie und Diktatur. Nur durch die westlichen Alliierten gewann die Freiheit in Deutschland die Oberhand - zunächst im Westen und, nach dem Sieg der friedlichen Revolution, auch im Osten. Nicht der 8. Mai 1945 brachte den Ostdeutschen die Befreiung, sondern der 9. November 1989, als in Berlin die Mauer fiel und das Regime der SED zusammenbrach.

*

Der Verfasser ist Wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.


Text: F.A.Z., 10.05.2005, Nr. 107 / Seite 10


MfG
kiiwii

.  

   Antwort einfügen - nach oben