150 atomare Waffen in Deutschland?

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 07.05.05 19:49
eröffnet am: 03.05.05 00:25 von: Kicky Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 07.05.05 19:49 von: Kicky Leser gesamt: 318
davon Heute: 1
bewertet mit 1 Stern

03.05.05 00:25
1

67112 Postings, 7865 Tage Kicky150 atomare Waffen in Deutschland?

stimmt das überhaupt oder sind es nicht noch mehr und alleine in Ramstein 150?
http://www.bits.de/public/ndrinfo/sunds260305.htm
Und heute? 15 Jahre nach Ende des Kalten Krieges, bestehen die nuklearen Strukturen der NATO weiter fort ? weitgehend unverändert. Noch Ende 2000 autorisierte US-Präsident Bill Clinton erneut die Stationierung von 480 nuklearen Fliegerbomben in Europa. 150 dieser Waffen sollen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein lagern, 20 auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Die US-Waffen sind weiter im Rahmen der nuklearen Teilhabe auch für den Einsatz durch die Luftstreitkräfte der nicht-nuklearen NATO-Länder Deutschland, Belgien, Holland, Italien und Türkei vorgesehen.

Militärisch hat sich die Fähigkeit der Bundeswehr, Atomwaffen mit eigenen Trägersystemen einzusetzen, zwar längst zu einem Anachronismus entwickelt. Es gibt schlicht keinen Bedarf mehr. Das dürfte auch die Bundeswehr so sehen - nur sagt sie es nicht offen. Denn politisch lautet die Befürchtung, man spiele Mikado: Wer zuerst am Sinn der atomaren Waffen in Europa zweifle, sich in dieser Frage bewege, der habe verloren, weil er die transatlantische Nuklearsolidarität in Frage stelle
und "das zweite Nuklearzeitalter" v.15.4.2004 aus der Frankfurter Rundschau
http://www.bits.de/public/articles/fr150404.htm

Die Studie rät, künftige Präsidenten sollten bei strategischen Offensivschlägen "die Wahlmöglichkeit" zwischen konventionellen und nuklearen Waffen haben. Das derzeitige Programm zur Indiensthaltung und Lebensdauerverlängerung vorhandener Nuklearwaffen, das Stockpile Stewardship Program, sei falsch dafür ausgerichtet. Es halte viel zu viele relativ große Atomsprengköpfe weiter im Dienst, die massive Kolateralschäden hervorrufen würden und deshalb kaum eingesetzt werden können. Wichtiger sei, sich auf die Waffen zu konzentrieren, die "für die künftige Bedrohungsumgebung relevanter sind", darunter neue und neuartige Nuklearwaffen. Es gelte "die Erforschung neuer Waffentypen zu initiieren", die "einen deutlich niedrigeren Kolateralschaden hervorrufen (Präzision, Erdeindringfähigkeit, deutlich reduzierte radioaktive Strahlung)", robust funktionieren, leicht herzustellen und zu warten sind. Dazu wird angeregt,

die bereits begonnene Entwicklung eines Robusten Nuklearen Erd-Penetrators weiterzuführen; er soll aus einer umgebauten Atombombe des Typs B-61 oder B-83 entstehen; dafür sind bereits Haushaltsmittel in dreistelliger Millionenhöhe vorgesehen;
bestehende Atomwaffen großer Sprengkraft einsetzbarer zu machen, indem der atomare Hauptsprengsatz ausgebaut wird. Der nukleare Zündsprengsatz alleine sei als Atomwaffe niedriger Sprengkraft nutzbar;
die Entwicklung von Konzepten für neue atomare Waffen mit geringer oder geringster Sprengkraft - sogenannter Mini-Nukes - voranzutreiben. Diese könnten sowohl zur Zerstörung verbunkerter Ziele in bewohnten Gebieten, bei der wenig nuklearer Fallout entstehen darf, als auch zur Vernichtung biologischer Waffen eingesetzt werden;
Waffen mit spezifischer nuklearer Waffenwirkung zu entwickeln, so z.B. Waffen mit verstärkter Strahlungswirkung (Neutronenwaffe), Waffen mit reduzierter Fusionswirkung, Waffen, die wenig nuklearen Fallout produzieren oder Waffen die gezielt einen EMP erzeugen.Während der Umbau vorhandener Nuklearwaffen wahrscheinlich ohne erneute Atomwaffentests möglich ist, gilt dies für neuartige Waffen als nicht gesichert. Eine Wiederaufnahme der Atomtest könnte als Nebeneffekt erforderlich werden  

03.05.05 00:28

67112 Postings, 7865 Tage Kickyviel Lärm um Nichts?

Positive Auswirkungen könnte Arbeit des Defense Science Boards dagegen auf die Nato haben. Die Experten empfehlen dem Pentagon, "die nukleare Rolle" der in Europa stationierten konventionell und nuklear nutzbaren Flugzeuge "zu eliminieren". Für deren Waffen gebe es "keine offensichtliche militärische Notwendigkeit" mehr und die Gründe für ihre weitere Existenz seien vor allem "politisch". Zur Zeit - so Schätzungen von Experten - lagern die USA noch etwa 150 nukleare Bomben des Typs B-61-Modell 10 an acht Standorten in sechs europäischen Ländern, darunter in Deutschland in Ramstein und in Büchel. Bereits Anfang März hatte James Jones, der Nato-Oberbefehlshaber, mit der Ankündigung "einer signifikanten Reduzierung" dieser Waffen überrascht.
 

03.05.05 00:34

67112 Postings, 7865 Tage KickyAtomwaffenkonferenz

Beherrschendes Thema der Atomwaffen-Konferenz dürften die Nuklearprogramme Irans und Nordkoreas sein. Darauf drängen jedenfalls die USA. Andere Teilnehmerländer werfen allerdings den USA und den anderen offiziellen Atomwaffenstaaten Russland, China, Großbritannien und Frankreich vor, selber zu langsam ihre Atomwaffen abzubauen - wozu sie nach dem Vertrag verpflichtet sind.Financial Times
Derzeit befinden sich 30.000 Atomwaffen im Besitz von acht Atomwaffenstaaten: USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich, Israel, Indien und Pakistan. Das entspricht etwa der Hälfte der Atomwaffenzahl auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Es bedeutet zugleich aber nach wie vor, dass die Erde mit nur einem geringen Teil jener Atomwaffen ausgelöscht werden könnte.

Etwa 17.500 jener Waffen sind sofort einsatzfähig und ca. 4.000 von ihnen befinden sich in ständiger Höchstalarmbereitschaft und könnten somit ihr Ziel innerhalb weniger Minuten erreichen. Die restlichen Atomwaffen befinden sich in Reserve, im Lager oder sind für die Abrüstung vorgesehen.

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Atomwaffen/umfrage-bt.html  

03.05.05 13:27

67112 Postings, 7865 Tage Kickykein Thema in New York

Die Bundesregierung gab bislang keine offizielle Stellungnahme dazu ab, ob Fischer auf der Konferenz in New York die Forderung nach einem Abzug der Atomwaffen in Deutschland erheben wird. In Regierungskreisen hieß es, die Frage der taktischen Nuklearwaffen sei kein Thema in New York


Fischer mahnte vor den 188 Delegationen einen weiteren energischen Abbau von Atomwaffen an. Die Dynamik nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes dürfe nicht versanden. Noch weniger dürfte Washington Berlins dringende Forderung nach dem umfassenden Vebot von Nuklearversuchen gefallen haben. Jeder Abrüstungsschritt erleichtere gleichzeitig das gemeinsame Ziel, die drohende Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern.

 

07.05.05 19:49

67112 Postings, 7865 Tage KickyRegierung dringt auf atomwaffenfreies Deutschland

Verteidigungsminister Peter Struck will Verhandlungen über einen Abzug der noch in Deutschland stationierten US-Atomwaffen anstoßen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sieht keinen Grund mehr für das Lagern der Sprengköpfe in der Bundesrepublik.Beck sagte am Freitag bei einem Besuch des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein, er sei mit der Bundesregierung einer Meinung, "dass wir keine Bedrohungslage haben, die es in irgendeiner Weise rechtfertigt, dass diese Lagerung auf Dauer aufrechterhalten wird." Er unterstütze die Bemühungen, gemeinsam mit der Nato einen Abzug dieser Waffen zu erreichen.

Bundesverteidigungsminister Peter Struck versprach in Ramstein, das Thema Atomwaffenabzug innerhalb des Bündnisses zur Sprache zu bringen. Allerdings werde Deutschland bei den Verhandlungen, die auch Außenminister Joschka Fischer unterstütze, die Einigkeit mit den Bündnispartnern suchen. "Wir werden das in Absprache mit den anderen europäischen Verbündeten, in deren Ländern auch noch Atomwaffen stationiert sind, zu klären haben", sagte Struck zu den angestrebten Gesprächen.
Der Verteidigungsminister wies darauf hin, dass "schon 95 Prozent der in Europa stationierten Atomwaffen nach dem Fall der Mauer abgezogen wurden". Ramstein gilt als Stützpunkt, an dem noch Atomwaffen stationiert sind. Nach Angaben von Friedensforschern lagern in Ramstein sowie auf dem Bundeswehrfliegerhorst Büchel in der Eifel noch immer rund 150 taktische US-Atombomben.
 

   Antwort einfügen - nach oben